DE19944672C2 - Wärmedämm-Mauerstein - Google Patents
Wärmedämm-MauersteinInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung macht es sich zur Aufgabe, die
wärmedämmenden Eigenschaften eines aus der EP 02 14 650 A2 bekannten Mauersteins dadurch zu verbessern,
daß die Anzahl der Übergangsstellen des Wärmeflusses ins
bes. der tragenden Wandungen (26), der äußeren und inne
ren Querstege (5) und (12) soweit wie möglich minimiert
werden.
Hierbei gilt es die Bruchfestigkeit des Steines zu gewähr
leisten und dabei die Aspekte des "handlings" und der Her
stellung zu berücksichtigen.
Da die Möglichkeiten einer Reduzierung des Wärme
durchgangs durch geschickte Anordnung sowohl tragfähi
ger als auch stark wärmedämmender Lochbildstrukturen be
grenzt sind, stellt sich die Aufgabe andere Möglichkeiten zu
finden.
Strukturwechsel mit dem Ziel einer Verbesserung der
Wärmedämmung sind bisher nur in ringartiger Anordnung
an den Außen- und Stoßfugenflächen des Steines sowie in
zur Mittelachse symmetrischer Anordnung wie z. B. der
Planziegel SR 14 der Fa. Bellenberg bekannt.
Die Aufgabe wurde erfinderisch dadurch gelöst, daß ein
über den Querschnitt von innen (1) nach außen (3) unsym
metrischer Aufbau, unterteilt in einen wärmedämmenden je
doch primär hinsichtlich seiner tragenden Funktion opti
mierten Bereich (2) und einen nichttragenden hochwärme
dämmenden Bereich (4), erfolgt. Die vorgesehene Anord
nung des tragenden Bereichs (2) auf der Innenseite (1) einer
Außenmauer begegnet der statischen Erkenntnis der stärke
ren Belastung der Innenkante (1) einer Wand auf Grund der
zu berücksichtigenden Deckendurchbiegung (vgl. auch DIN
1053 Teil 2).
Das in der Offenlegungsschrift DE 33 38 130 A1 be
schriebene Bauelement stellt keine Anleitung für die vorlie
gende Erfindung dar, da die Aufgabe Lüftungskanäle mit ei
nem Stein zu verbinden eine einfache Kombination dar
stellt, während durch den Gedanken der vorliegenden Erfin
dung der Stein in seiner Gesamtheit hinsichtlich seiner Ei
genschaften optimiert wird.
Der in der Offenlegungsschrift DE 38 43 963 A1 be
schriebene Hochlochziegel stellt ebenfalls keine Anleitung
für die vorliegende Erfindung dar, da die Aufgabe des o. a.
Hochlochziegels primär die Reduzierung des Schalldurch
gangs ist und dies durch einen Bereich höherer Dichte er
reicht wird, was bei der vorliegenden Erfindung kein Merk
mal darstellt.
Da es von alters her Anschlagziegel gibt und diese Bauart
gerade für Fenster- und Türleibungen bei Niedrigenergie
häusern zunehmende Bedeutung bekommt (Vermeidung
von Kältebrücke) ist es erforderlich, einen Mauerstein her
zustellen, der durch einen einzigen handwerklichen Vorgang
eine entsprechende Form erhält. Durch den erfindungsge
genständlichen Rückversatz (7) der äußeren Querstege (5),
die die beiden Strukturen (2 und 3) verbinden, kann mittels
eines einzigen Sägeschnittes (6) bis zum durch den Rück
versatz (7) gebildeten Spalt, ein Anschlagstein einfach her
gestellt werden.
Wichtig ist weiterhin die auf beiden Stoßfugenseiten des
Steines ebene Leibungsfläche des Anschlagteiles (8).
Die in dem Demande de Brevet Europeen EP Q 825 306 A1
in Fig. 1 dargestellte Ziegelform, kann zwar auch zu
rechtgesägt werden, jedoch ist er als Anschlagstein ungeeig
net, da die außenseitige Fläche zu starke Versprünge auf
weist, um als Leibungsfläche zu dienen. Insofern kann diese
europäische Patentanmeldung auch nicht als Vorbild für die
beantragte Anmeldung gelten.
Der Aufbau einer inneren tragenden und wärmedämmen
den Struktur aus vollständig über den Querschnitt des Be
reichs (2) durchgehend sich wiederholenden parallelen
Zick-Zack-Lamellen (9) die an den Knickpunkten (10 und
11) wechselseitig mit der nächstinnenseitigen Lamelle und
nächstaußenseitigen Lamelle über Querstege (12) verbun
den sind, stellt eine Verbesserung der bekannten Strukturen,
z. B. der Zick-Zack-Lochung des Planziegels mit Stoßfu
genverzahnung der Fa. Röben Tonbaustoffe GmbH, 14827
Reetz (vgl. Zulassungsbescheid v. 3.11.93) dar, durch die
Anordnung der erfindungsgegenständlichen versetzten
Querstege.
Durch die Aufteilung der Kräfte (Abb. 1/31) der
Querstege (12) parallelogrammartig (Abb. 1/32) in
die gezackten Längslamellen (10) werden dort Biegebean
spruchungen infolge der durch die normale vertikale Druck
beanspruchung des Steines induzierten Querzugkraft (31)
vermieden, die bei langen, zu den Außenflächen des Steines
(1 und 3) parallelen Längsstegen anderer Steine abträglich
sind.
Im Gegensatz zur sog. Rhombuslochung z. B. des Ziegel
steines Typ Thermopor P der Fa. Ziegel-Kontor Ulm GmbH,
Olgastr. 94, 89073 Ulm ist die erfindungsgegenständliche
Lochung platzsparender, wodurch mehr Material-Luft-
Wechsel innerhalb der Steintiefe untergebracht werden kön
nen.
Die in der Offenlegungsschrift DE 32 39 633 A1 darge
stellte Zick-Zack-Lochung umfaßt lediglich eine einzige
Zick-Zack-Lamellen-Reihe, die mit jeweils anders geform
ten und anders verbundenen Lamellen benachbart sind. Der
statische Effekt der erfindungsgegenständlichen parallelen
Wiederholung der Zick-Zack-Lamellen besteht in der Wei
terleitung der auftretenden Querzugkräfte (31) als Sta
blängskräfte (32) von innen nach außen, ohne daß es zu nen
nenswerten Biegespannungen kommt.
Beim Lochbild der DE 32 39 633 A1 ist dieser wichtige
statische Vorteil nicht gegeben, da die materielle Verbin
dung der Waben gegenüber der kritischen Querzugkraft nur
über Biegung der schrägen, alle in die gleiche Richtung ori
entierten Verbindungslamellen aufgenommen werden kann.
Da diese einreihige Zick-Zack-Struktur kaum statische
Bedeutung hat und auch die dargestellte Wabenstruktur au
ßer dem o. a. Zusammenhalt durch Biegung auch nicht das
Tragverhalten einer Wabenstruktur aufweist, kann die im
wesentlichen nur graphische Wirkung nicht Vorbild für den
erfindungsgegenständlichen Mauerstein mit seiner spezifi
schen Aufgabenteilung der einzelnen Bereiche sein.
Auch wenn der Fachmann das Lochbild aus der
DE 32 39 633 A1 Fig. 1 und die Ausführungsform nach
Fig. 2a auf einen Stein entsprechend der DE 33 38 130 A1
überträgt, bekommt er einen bei Querzugkräften völlig an
ders reagierenden Stein, dessen Wabenverbindungen stark
überdimensioniert werden müssen, um diese Kräfte über
Biegung aufzunehmen, was die ebenfalls geforderte wärme
dämmende Eigenschaft des Bereichs (2) erheblich reduzie
ren würde und technisch etwas gänzlich anderes darstellt.
Dem Ziel durch möglichst lange Längslöcher (15) den
Wärmedurchgang zu minimieren, steht die Festigkeit der
harten Steinstruktur aber auch insbes. des noch feuchtem
Tonmaterials bei der Ziegelherstellung entgegen.
Da versetzte Langlöcher diese technologischen Dimensi
onsgrenzen haben, liefert die vorliegende Erfindung die
Möglichkeit, die Flanken dieser Langlöcher an mehreren
Stellen (17) zu unterstützen, womit die Langlöcher (15)
selbst verlängert werden können.
Die Flankenunterstützung geschieht durch steifere Trag
strukturen, wie einer fachwerksartigen Kombination aus
Quer-, Längs- und Diagonalstegen (17) oder einer vieren
deelartigen Kombination aus Längsstegen und Querstielen
(Abb. 2/19), die beidseits jeweils abwechselnd zu den auf
diese Weise verlängerten Langlöchern angeordnet sind.
Wie Versuche und Berechnungen gezeigt haben, übertra
gen bei einem Stein-Lochbild mit versetzten Längslöchern
nicht nur die materiellen Stege die Wärme, sondern auch be
sonders die Einbindungsstellen der Stege in die Längsloch
flanken (16) auf das zumeist symmetrisch gelegene Gegen
über infolge Konvektion und Strahlung. Die Aufgabe, diese
Übertragung zu reduzieren, wurde erfindungsgemäß durch
Anordnung eines Längs-Versatzes (24) dieser Einbindungs
stellen gelöst, der jedoch mindestens die Größenordnung
der Länge der Querstege (23) aufweisen sollte.
Zur weiteren Reduzierung des Wärmedurchgangs werden
die tragenden Wandungen (26, 27) des innenseitigen Be
reichs (2) des Steines mäanderförmig verlängert. Hierdurch
ergibt sich außerdem eine Verbesserung der tragenden
Struktur des Bereichs (2) infolge einer Erhöhung der Steifig
keit der Wandungen.
Zur Verbesserung der Stoßfestigkeit der in der o. a. Mäan
derschleife befindlichen mit Längslamellen gefüllten Struk
tur, werden die an den Stoßfugenflächen des Steines befind
lichen Lamellenenden (29) mit einem randbildenden Quer
steg (30) zusammengefaßt.
Claims (6)
1. Mauerstein mit senkrechten Lochungen für Außenwände zur Erzielung eines
möglichst geringen Wärmedurchgangs, mit einer auf der Innenseite der zu
errichtenden Außenwand liegenden tragenden und wärmedämmenden Struktur (2)
und einer auf der Außenseite liegenden nichttragenden und hochwärmedämmenden
Struktur (4),
dadurch gekennzeichnet, daß
die tragende Struktur (2) über ihren gesamten Querschnitt durchgehend sich wiederholende untereinander parallele und in Richtung der Außenwand angeordnete Zick-Zack-Lamellen (9) aufweist, die an den Knickpunkten (10, 11) wechselseitig mit der nächstinnenseitigen Lamelle bzw. mit der nächstaußenseitigen Lamelle über Querstege (12) verbunden sind, und
die nichttragende Struktur (4) parallel zu der Außenwand verlaufende unterschiedlich lange Langlöcher aufweist, deren Enden gegenüber den Enden der Langlöcher der benachbarten Lochzeile (21) versetzt sind und die Flanken (16) der sehr langen Langlöcher (15) an mehr als einer Stelle (17) gestützt werden.
die tragende Struktur (2) über ihren gesamten Querschnitt durchgehend sich wiederholende untereinander parallele und in Richtung der Außenwand angeordnete Zick-Zack-Lamellen (9) aufweist, die an den Knickpunkten (10, 11) wechselseitig mit der nächstinnenseitigen Lamelle bzw. mit der nächstaußenseitigen Lamelle über Querstege (12) verbunden sind, und
die nichttragende Struktur (4) parallel zu der Außenwand verlaufende unterschiedlich lange Langlöcher aufweist, deren Enden gegenüber den Enden der Langlöcher der benachbarten Lochzeile (21) versetzt sind und die Flanken (16) der sehr langen Langlöcher (15) an mehr als einer Stelle (17) gestützt werden.
2. Mauerstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Flanken (16) der sehr langen Langlöcher (15) durch Fachwerksdiagonalstreben (18) oder Querstege (19)
gestützt werden.
3. Mauerstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Enden der Langlöcher gegenüber den Enden der Langlöcher der übernächst
benachbarten Lochzeile (21) um mindestens die jeweilige Quersteglänge (23)
versetzt sind.
4. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Wandstärken aller Lamellen (9) sowie der Querstege (12) bei gleicher Struktur
von innen nach außen kontinuierlich oder schrittweise abnehmen.
5. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stoßfugenflächen (8) der nichttragenden Struktur (4) ebenflächig ausgebildet
sind, und die äußeren Querstege (5), die die beiden Strukturen (2 und 4) verbinden,
einen Rückversatz (7) derart aufweisen, daß mittels eines einzigen Sägeschnittes (6)
bis zu dem durch den Rückversatz (7) gebildeten Spalt ein Tür- oder
Fensteranschlag gebildet werden kann.
6. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stoßfugenflächen der tragenden Struktur (2) mit Nuten und Federn bei
vergrößerter Wandstärke ausgebildet sind, wobei die Tiefe der Nuten größer ist als
die Höhe der Federn und der beim Aneinanderstoßen benachbarter Mauersteine sich
ergebende Zwischenraum zwischen Nut und zugeordneter Feder durch vom
Nutgrund (27) ausgehende Lamellen ausgefüllt ist und die Enden zumindest zweier
benachbarter Lamellen (29) durch einen Quersteg (30) verbunden sind.
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Citations (5)
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-
1999
- 1999-09-17 DE DE19944672A patent/DE19944672C2/de not_active Expired - Fee Related
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