DE2015437B2 - Verfahren zur Herstellung von Trichloräthylen und Perchloräthylen aus 1,2-Dichloräthan - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Trichloräthylen und Perchloräthylen aus 1,2-DichloräthanInfo
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Description
Das Fließbettverfahren gemäß der britischen Patent schrift 6 73 565 besteht darin, eine Mischung aus Chlor
und Dichlorälhan durch eine fluidisierte Masse zu leiten,
welche zwischen 250 und 700°C gehalten wird, wobei «1
das Molarverh?lsnis Chlor/Dichloräthan zwischen 1,5 und 3 liegt. Unter diesen Bedingungen werden 90-95%
des Dichloräthans in einer Gesamtmenge von chlorierten Cj-Derivaten übergeführt, welche insbesondere
CjCI1 und etwas weniger C2H1-11 enthalten, deren r>
kumulierte Produktion zwischen 85 und 90% des umgewandelten Dichloräthans darstellt.
Wenn man einen Reaktor ohne Kontaktkörper verwendet sieht man vor, dem Reaktionsgemisch eine
genügende Menge an Verdünnungsmittel zuzusetzen, im wesentlichen CCU und C2CU, damit die Temperatur
in der Reaktionszone zwischen 390 und 5900C verbleibt (kanadische Patentschrift 5 30 482), wobei das Molarverhältnis
Chlor/Dichloräthan zwischen 2 und 3 liegt. Gemäß diesem Verfahren ist es gewiß möglich, viel r.
mehr Trichloräthylen als Perchloräthylen zu erhalten, und unter Rückführung der leichteren Derivate zur
Chlorierung, wie die Dichloräthylene, stellt man fest, daß der Anteil an gebildetem Trichloräthylen noch
erhöht werden kann. Dieses Verfahren besitzt jedoch ;i> einen ernsten Übelstand; es läßt einen erheblichen Teil
des eingeführten Chlors unverändert, sodaß dieses Chlor wiedergewonnen und zurückgeleitet werden muß,
damit das Verfahren wirtschaftlich ist, was aber auch die Maßnahmen für die spätere Abtrennung erschwert. ,,
lim diesen Übelstand zu beseitigen ist aus der belgischen Patentschrift 6 67 566 bekannt, dem Reaktionsgemisch
eine kleine Menge Sauerstoff, ungefähr I - J Voliim-%, bezogen auf das Chlor, zuzusetzen. Die
Deispiele zeigen, daß dadurch in wirksamer Weise die mi
Menge an nichtumgesetztem Chlor erniedrigt, aber auf Kosten eines Verlustes an Kohlenstoff, so gering auch
dieser sein mag, infolge Bildung von Kohlenstoffoxyden. Diese Beispiele zeigen auch, daß bei dem üblichen
Verfahren, d.h. ohne Einführung von Sauerstoff, sich t,■
viel mehr chlorierte Äthanderivate bilden, beispeilsweise C.>HjCI 1 und CjHCl·,, was zur F.rhöiiung der
Temperatur zwingt. Dies ist aber nicht vorteilhaft, denn man konnte feststellen, daß, je mehr die Temperatur
zwischen 350 und 5000C gesteigert wird, um so mehr
bilden sich schwere Q-Derivate, z, B. Hexachlorbutadien.
Zur Zeit bekannte Verfahren, um Trichloräthylen aus 1,2-Dichloräthan zu erhalten, erlauben daher nicht,
gleichzeitig eine totale Umwandlung des Dichloräthans und des Chlors in eine Mischung von chlorierten
Produkten zu erzielen, weiche mehr als 85 MuIar-% an
Trichloräthylen und Perchloräthylen in einem Molarverhältnis C2HCI3/C2CI4 von mindestens gleich 3 enthält
Die Erfindung betrifft Verbesserungen des Verfahrens zur Herstellung von Trichloräthylen und Perchloräthylen mit hohem Anteil an Trichloräthylen durch
Umsetzung von 1 ^-Dichloräthan mit Chlor bei Temperaturen oberhalb 350° C und unter Druck in Gegenwart
eines Verdünnungsmittels in einem Ofen mit Fließbett aus inerten Teilchen und Rückführung der Dichloräthy
lene, und ist dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung bei einer Temperatur des Ofens zwischen
390 und 4500C, einem Druck oberhalb 8 kg/cm2, einem
Molverhältnis Chlor/Dichloräthan zwischen 2,15 und 2,35, wobei die Gesamtmenge an zurückgeführten Di-
und Trichloräthylenen 0,35 bis 0,65 Mol pro Mol an frischem in den Ofen eintretenden Dichlcräthan liegt,
durchführt.
Wie schon erwähnt hat die Temperatur einen Einfluß auf die Menge an gebildeten Nebenprodukten. Bei
45O0C kann man eine !0-15% Umwandlung des
Dichloräthans in schwere Produkte erhalten, von denen etwa 7% aus Penta- und Hexachlorbutadienverbindungen
bestehen, die wegen ihrer thermischen Stabilität bekannt sind und nur schwierig in CCU und C2CU
überzuführen sind, während der Rest aus leicht verwertbaren Chloräthanen, beispielsweise durch alkalische
Dehydrochlorierung, besteht.
Unterhalb 4000C kann dieser Gehalt an chlorierten
C4-Derivaten auf etwa 3-5% des in den Ofen
eingeführten Dichloräthans falle t und aus diesem Grund arbeitet man vorzugsweise zwischen 390 und
4500C. Um die Temperatur besser zu beherrschen kann man das Reaktionsgemisch, z. B. mittels eines Umlaufes
von CCU, verdünnen und man erhält schon gute Ergebnisse mit einer so geringen Menge an CCU, wie
des 0,5fachen der Menge an eingesetztem Chlor. Als Verdünnungsmittel kann auch Perchloräthylen benutzt
werden.
Es ist jedoch wichtig, daß bei zwischen 390 und 4500C
liegenden Temperaturen im wesentlichen das gesamte Chlor verbraucht wird, um die bisher übliche Rückführungsstufe
zu vermeiden, wenn kein Sauerstoff eingeführt wurde. Man hat nun feststellen können, daß mit
Molarverhältnissen Chlor/Dichloräthan zwischen 2,15 und 2,35, die als die günstigsten zur bevorzugten
Erzeugung von Trichloräthylen angesehen werden, man selbst bei Temperaturen von 340-40O1C. kein Chlor
wiederfindet, wenn der Druck mindestens H kg/cm1 ist.
Unter diesen Bedingungen hat sich die Menge an schweren Nebenprodukten, die insbesondere eine
Funktion der Temperatur ist, nicht merkbar geändert, und man wandelt das gesamte Chlor unter wesentlicher
Erzeugung von CjHCI 1 und CjCU um.
Das Verhältnis von Chlor/Dichloräthan, das zwischen 2,15 und 2,35 gehalten werden muß Lind das Verhältnis
von Chlor/Cj, das 1,7 nicht übersteigen darf und
vorzugsweise zwischen 1,3 und 1,7 liegt, ergibt sich
daraus, daß in den Reaktor ungesättigte Cj-Kohlenwasserstoffe
riickgcführt werden müssen, nämlich Di- und
Trichloräthylene, um diesen Wert von 02/C2 von 1,7
nicht zu überschreiten.
Die Minimalmenge an rückzuführenden Kohlenwasserstoffen ist durch folgende Gleichung gegeben:
_ C2H4CI2 -I Cl2^
J C2H4CI2 '
Wenn das Verhältnis von Chlor/Dichloi äthan 2,15
beträgt, müssen daher wenigstens 0,27 Mol ungesättigte
C-Kohlenwasserstoffe pro MoI an Dichloräthan rückgefdhrt werden, während bei einem Verhältnis von
Chlor/Dichloräthan von 2^5 wenigstens 0,39 Mol
ungesättigte CrKohlenwasserstoffe pro MoI 1,2-Dichloräthan rückzuführen sind.
Um'weiterhin ein Verhältnis von Chlor/C2 von 13 zu
erreichen, müssen 0,65 MoI ungesättigte Cr Kohlenwas
serstoffe pro Mol Dichloräthan rückgeführt werden, falls das Verhältnis CI2/Dichloräthan = 2,15 beträgt,
während der Wert 0,80 Mol ist, wenn das Verhältnis von
Chlor/Dichioräihan=2p5 beträgt
Der optimale Rückführungswert von 0,3->
bis 0,65 Mol an Di- und Trichloräthylenen pro MoI Dichloräthan entspricht daher annähernd den bevorzugten Verhältnissen von Chlor/Ci-Kohlenwasserstoffen von 1,3 bis
1,7.
Die hier gebrauchte Bezeichnung C2 bezeichnet die
Gesamtheit der in den Reaktor eingeführten Verbindungen, die zwei Kohlenstoffatome irr. Molekül
enthalten. Hierunter fallen also das frische Dichloräthan
wie auch die Dichloräthylene und Trichloräthylene aus der Rückführung.
Man weiß, daß es möglich ist, die leichten Chloräthylene, die sich dort bilden, zum Ofen zurückzuführen,
um das Molarverhältnis von C2HCIJ/C2CI4 zu
erhöhen.
Es wurde aber festgestellt, daß diese Rückleitung unter ganz bestimmten Bedingungen bewirkt werden
muß. Bei Molarverhältnissen Chlor/Verbindungen C2(Cl2/C2) unter 13 stellt sich eine erhebliche Verkohlung
ein, so daß die Molarausbeuten an chlorierten Produkten aus den eingeführten Cj-Verbindungen
schon 89 bzw. 77% für Verhältnisse CI2/C2 gleich 1,25
und 1,15 sind. Um den Grad der Verkohlung zu verringern, kann man sicherlich die Menj*e an
umlaufendem CCi4 vergrößern, aber man verbraucht
dann auch mehr Kalorien, um diese Umlaufmenge zu verdampfen. Man zieht daher aus all diesen Gründen
vor, ein Verhältnis CI2/C2 oberhalb 1,3 einzuhalten.
Bei diesem Verhältnis CI2/C2 führt man die Gesamtheil
der CrVerbindungen in brauchbare chlorierte Produkte über, aber um ein Verhältnis CiH CI/CCU
von mindestens 3 zu erhalten, muß darauf geachtet werden, ein Verhältnis CVC von 1,7 nicht zu
überschreiten. Oberhalb dieses Wertes wird die Menge an gebildetem Pcrchlorälhylcn zu erheblich.
Wenn die Verhältnisse Cl.'CjH1CI. und CVC..
/wischen 2,15 bzw. 2,35 und zwischen 1.3 und 1,7 liegen,
soll die Gesamtmenge an rück/.uführendcn Chloräthylenen,
CjHjCI2 +CjHCIi, 0.35 I .is 0,65 Mol pro Mol frisch
in den Ofen eintretendem Dichloräthan betragen. Gegebenenfalls kann ein Teil dieser Dichloräthylene
dann als Endprodukt abgezogen werden.
Die rückgeführten Chloräthylcne umfassen im wesentlichen
die Dichlorälhylenc, aber sie können auch Trichlorälhylen in schwankender Menge entsprechend
tier Sorgfalt enthalten, mit welcher man dieses letzlere
ans dem umlaufenden in den Produkten enlhalleiten
Tetrachlorkohlenstoff abtrennt, wenn die Reaktionsteilnehmer durch Tetrachlorkohlenstoff verdünnt sind Je
weiter die Abtrennung getrieben wird, um so mehr wird
das Verhältnis C2HCl3ZC2CI4 erhöht sein. Aus diesem
Grund ist vorzuziehen, daß die zurückgeführten Chloräthylene nicht mehr als 0,1 Mol C2HCI3 pro Mol
frisches in den Ofen eintretendes Dichloräthan enthalten.
Der Betrieb des Ofens mit Fließbett stellt keine besonderen Probleme. Mit einem Fließbett aus Sand
mittlerer Korngröße zwischen 250 und 300 μ konnte man eine gute Verteilung der Temperaturen und eine
ausgezeichnete Fluidisierung für Durchsätze entsprechend Durchgangsgeschwindigkeiten der Gase zwischen 15 und 20 cm/Sekunde feststellen.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat außerdem den Vorteil, daß man den wasserfreien Chlorwasserstoff
durch Destillieren unter Druck von den zuvor abgekühlten erzeugten Produkten abtrennen kann. Man
irennt dann die Dichloräthylene >Jann CCl4, welches
man zurückleitet, und schließlich C2KCj und C2Ci4 ab.
Wenn man die Gesamtheit der Dichloräthylene zurückleitet, ist es möglich, sie gleichzeitig wie das
umlaufende CCl4 abzutrennen und das Ganze zurückzuführen.
Ein kontinuierlicher Versuch wurde in einer Anlage durchgeführt, welche in schematischer Weise in
der Abbildung dargestellt ist, und hat sich in folgender Weise abgespielt.
Man speist unter Druck den Ofen 1 mit Fließbett mi' 10 Kilo-Molen frischem Dichloräthan, einem zurückgeführten
Umlauf N aus 5-KiIo-Molen Dichloräthylenen, 35-Kilo-Molen CCU und 0,8-Kilo-Mol CHCb, sowie mit
22-Kilo-Molen Chlor aus Verdampfern 2,3 und 4. Unter
diesen Bedingungen hai· man also die folgenden Verhältnisse aufrecht:
| CI2/C2HX12 | = 2,2 |
| CI2/C2 | = 1.4 |
| zurückgeführte | |
| Chloräthylene/C2H4CI> | = 0,58 |
| zurückgeführtes | |
| Trichloräthylen/CHXl. | - 0.08 |
Der Ofen mit Fließbett wird unter einem Druck von 10 kg/cm2 auf einer Temperatur von 400'C gehalten.
Nach der Abkühlung führt man das erzeugte Produkt in eine Kolonne 5 ein. welche unter Druck arbeitet und
deren Kocher auf 185°C und deren Spitze auf -27°C gehalten wird. Man erhält bei 6 32-Kilo-Mole chen isch
reinen Chlorwasserstoff, welcher weder Chlor noch organische Verbindungen enthält.
Pus bei 7 abgezogene Produkt enthält:
| CHiCI2 | 5 Kilomolc |
| CHCI1 | >.6 Kilomolc |
| CjCI4 | 1.7 Kilomolc |
| CjH, Cl. | 0.5 Kilomole |
| CHCI-, | ",3 Kilomole |
| CCI1, | 0,1 Kilomole |
| CU | 0,6 Kilomole |
| CCI., | 35 Kilomole |
Man schickt es in die Kolonne 8, welche an ihrem Kopf 9 ein Produkt liefert, das aus CHjC'lj. CCIi und
CHCIι besieht und welches man /um Verdampfer 3
/urückleitet, während das in 8 erzeugte Produkt zur Kolonne 10 gefördert wird, welche an ihrem Kopf b.K
Kilomole CHCIi und an ihrem FuU eine Mischung aus
1,7 Kilomolen C2CU und 1,5 Kilomolen schweren
Produkten liefert.
Unter diesen Umständen werden also 85% des Dichloräthans in C2HCI1 und C2CI4 übergeführt, wobei
diese letzteren in einem Molarverhältnis von 4 vorhanden sind. Das gesamte Chlor ist verbraucht
worden und der Bruchteil an restlichem Chloräthanen kann nach Abtrennung vom Hexachlorbutadien gegebenenfalls wiedergewonnen werden, indem man sie
einer alkalischen Dehydrochlorierung unterwirft und so die Gesamtmenge an erhaltenem Trichloräthylen pro
Mol Dichloräthan erhöht.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Trichloräthylen und Perchloräthylen mit hohem Anteil an Trichter- ί
äthylen durch Umsetzung von 1,2-Dichloräthan mit
Chlor bei Temperaturen oberhalb 3500C und unter
Druck in Gegenwart eines Verdünnungsmittels in einem Ofen mit Fließbett aus inerten Teilchen und
Rückführung der Dichloräthylene, dadurch ge- ίο kennzeichnet, daß man die Umsetzung bei
einer Temperatur des Ofens zwischen 390 und 4500C, einem Druck oberhalb 8 kg/cm2, einem
Molverhältnis Chlor/Dichloräthan zwischen 2,15 und 235, wobei die Gesamtmenge an zurückgeführ- r>
ten Di- und Trichloräthylenen 0,35 bis 0,65 MoI pro Mol an frischem in den Ofen eintretenden
Dichloräthan liegt, durchführt
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
.iaß man weniger als 0,1 MoI Trichloräthy- >n
!en pro MoI an frischem in den Ofen eintretenden Dichloräthan zurückleitet.
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