DE2019306B2 - 1-Naphthyl-l-hydroxyacetamidine und diese enthaltende Arzneimittel - Google Patents
1-Naphthyl-l-hydroxyacetamidine und diese enthaltende ArzneimittelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Verbindungen gemäß Anspruch 1 sowie Arzneimittel, welche diese Verbindungen als
Wirkstoff enthalten.
Es wurde gefunden, daß die Verbindungen gemäß Anspruch 1 das kardiovaskuläre System beeinflussen
und besonders vorteilhaft für die Behandlung des Bluthochdrucks sind.
Das Verfahren zur Herstellung der Verbindungen der Formel (1) umfaßt die folgenden Stufen:
1) Ein niederer aliphatischer Alkohol wird mit einem Nitril der Formel
CHOH-CsN
zum entsprechenden Iminoester umgesetzt.
2) Der Iminoester wird mit Ammoniak oder Isopropylamin umgesetzt.
2) Der Iminoester wird mit Ammoniak oder Isopropylamin umgesetzt.
Hydrochlorid von
1 -(^-Naphthyl)-1 -hydroxyacetamidin
1 -(^-Naphthyl)-1 -hydroxyacetamidin
NH
(^Y^S- CHOH — C ,HCl
Λ/\/ NH2
Zu einer Suspension von 15,6 g (0,1 Mol) 0-Naphtaldehyd
in 70 ml Wasser werden 25 ml 40%iges Natriumbisulfit gegeben, worauf einige Stunden gerührt wird.
Das Gemisch wird eine Nacht stehengelassen, worauf eine Lösung von 7 g (0,1 Mol) Kaliumcyanid in 30 ml
Wasser und dann 100 ml Äthyläther tropfenweise unter Rühren zugesetzt werden. Die Ätherlösung wird dekantiert,
mit Wasser gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet, filtriert und nach Zusatz von 6 ml Äthanol mit
trockener gasförmiger Salzsäure gesättigt. Nach Stehenlassen für 1 Nacht wird das ausgefällte Hydrochlorid
von l-(0-Naphthyl)-l-hydroxyacetaminoäthylester (19,7 g) abgenutscht. Die Fällung wird in 150 ml
Äthanol gelöst, mit Ammoniakgas gesättigt, 2 Stunden stehengelassen und abgenutscht. Dann wird aus Wasser
oder Äthanol umkristallisiert.
Das Hydrochlorid von l-(j3-Naphthyl)-l-hydroxyacetamidin
wird in einer Ausbeute von 51% (12 g) erhalten. Es hat die Form von weißen Plättchen vom
Schmelzpunkt 2180C (Zers.). Es ist löslich in Wasser (5%), Äthanol und Methanol und unlöslich in Äther,
Athvlacetat und Aceton.
CHOH-C
NH
CH3
NH-CH , HCI
\
CH3
CH3
Zu einer Suspension von 28 g (0,18 Mol) a-Naphtaldehyd
in 60 ml Wasser werden 50 ml einer 40%igen Natriumbisulfitlösung (0,2 Mol) gegeben. Das Gemisch
wird 1 Nacht stehengelassen, worauf eine Lösung von 13,8 g (0,2 MoI) Kaliumcyanid in 50 ml Wasser unter
Rühren zugesetzt wird. Nach Zugabe von 200 ml Äther
wird noch 4 Stunden gerührt Die Ätherlösung wird mit Wasser gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet und
filtriert Man gibt 12 ml Äthanol zu, sättigt kalt mit trockener gasförmiger Salzsäure, läßt das Gemisch 1
Nacht stehen und wäscht das abgeschiedene öl mehrmais
mit Äther bis zur Kristallisation. Das Hydrochlorid
von 1 -(«-Naphthyl)-1 -hydroxyacetiminoäthylester
(30 g) vom Schmelzpunkt 122— 123°C wird abgenutscht
und mit Äther gewaschen.
Man erhitzt eine Lösung von 20 g (0,075 Mol) des Hydrochloride des !-(«-NaphthylJ-i-hydroxyacetiminoäthylesters
in 100 ml Äthanol und 15 g (0,25MoI) Isopropylamin
3 Stunden auf dem Wasserbad zum Sieden. Man dampft unter Vakuum zur Trockene ein und nimmt
den Rückstand in 100 ml Wasser auf. Man extrahiert die wäßrige Lösung mit Äther, macht mit konzentriertem
Natriumhydroxyd alkalisch und extrahiert mit Äther. Man wäscht die Ätherlösung mit Wasser, trocknet über
Natriumsulfat, filtriert und säuert mit äthanolischer Salzsäure an. Man nutscht ab und kristallisiert aus
40 Äthanol um.
Das Hydrochlorid von 1-(«-Naphthyl)-1-hydroxy-N-isopropylacetamidin
wird in einer Ausbeute von 27% (9 g) erhalten. Es hat die Form von weißen Kristallen
vom Schmelzpunkt 198—200° C (Zers.). Es ist löslich in
Wasser (5%) und Äthanol und unlöslich in Äther, Benzol, Äthylacetat und Aceton.
Nachstehend wird auf die pharmakologischen Wirkungen der Verbindungen gemäß der Erfindung eingegangen.
Wirkungen des Hydrochlorids von
1 -(/?-Naphthyl)-1 -hydroxyacetamidin
1 -(/?-Naphthyl)-1 -hydroxyacetamidin
I) Akute Toxizität bei der Maus
Bei intravenöser Verabreichung beträgt die LD50 34 ±5 mg/kg.
Symptome: starke Sedierung, Dyspnoe, Hämaturie.
Beobachtung der Tiere, die 20 mg/kg der Verbindung intramuskulär erhalten haben: sehr kurzzeitige Sedierung.
II) Kardiovaskuläre Eigenschaften
1) Isoliertes Herz des Kaninchens
1) Isoliertes Herz des Kaninchens
Die evtl. jJ-blockierende Wirkung wurde an vier
Kaninchenherzen unter Perfursion mit Van Dyke Hastings-Flüssigkeit ohne Bariumchlorid untersucht.
Das in einer Dosis von 1 mg injizierte Produkt übt
keinerlei inotrope oder chronotrope Wirkung aus und
modifiziert nicht die Wirkung von Isoprenalin.
Eine injizierte Menge von 2 mg übt keine inotrope oder chronotrope Wirkung aus und verringert die positive inotrope Wirkung von Isoprenalin um 75%.
Eine injizierte Menge von 5 mg ruft einen negativen inotropen Effekt von 22% hervor, verändert nicht den
Rhythmus und blockiert die inotrope Wirkung von Isoprenalin.
2) Blutdruck der wachen Ratte
Bei intramuskulärer Verabreichung in einer Dosis von 15 mg/kg (die Hafte der LDm bei der Maus) bewirkt das Produkt eine maximale blutdrucksenkende
Wirkung von 17% bei 3 Tieren und hat keine Wirkung bei 3 anderen Tieren. Die maximale Wirkung tritt
zwischen der 3. und 4. Stunde ein.
Wirkungen des Hydrochlorids von
l-(a-Naphthyl)-l-hydroxy-N-isopropylacetamidin
Bei intravenöser Verabreichung beträgt die LDso 35 ± 1,2 mg/kg. Exophthalmus, Dsypnoe und Konvulsionen werden beobachtet
Bei intramuskulärer Verabreichung beträgt die LD50 125 ± 10 mg/kg. Der Tod tritt mit Konvulsionen ein.
Beobachtung von Tieren, die intramuskulär 65 mg/kg der Verbindung erhalten haben
1) Wirkung auf die ^-Rezeptoren des isolierten
Kaninchenherzens
An den Kaninchenherzen unter Perfusion mit Van Dyke Hastings-Lösung, die kein Bariumchlorid
enthält, verursacht die Verbindung bei Dosen von 0,01 bis 1 μg/ml eine positive inotrope Wirkung von 10 bis
25% während ungefähr 2 Minuten, worauf bei drei von vier Versuchen eine negative inotrope Wirkung folgt
Der Rhythmus wird bei dieser Dosis nicht verändert Bei 10μg hebt die Verbindung die positive inotrope
Wirkung von Noradrenalin (0,5 μg durch Injektion) und
Isoprenalin (1 μg durch 'Injektion) an vier Herzen auf.
2) Koronargefäßerweiternde Wirkung am isolierten Kaninchenherzen
An einem Herzen unter Perfusion mit einer Lösung, die Bariumchlorid enthält, steigert das Produkt bei einer
Dosis von iOμg/ml die Durchflußmenge der Koronararterien um 36%. Es übt eine biphasische Wirkung auf
die Amplitude aus (+12%, anschließend -60%) und verändert nicht den Rhythmus.
Bei einer Dosis von 100μg/ml steigert die Verbindung die Durchflußmenge der Koronararterien um
135%.
Das gemäß Beispiel 2 hergestellte Medikament wurde erfolgreich beim Menschen in einer Dosis von
0,025 g dreimal täglich für die Behandlung von erhöhtem Blutdruck (oral in Tabletten oder Dragees) angewandt.
Claims (2)
1. l-(/i-Naphthyl)-l-rydroxyacetamidin, l-<«-
Naphthyl)-l-hydroxy-N-isopropylacetamidin, sowie ihre Hydrochloride.
2. Arzneimittel, enthaltend wenigstens eine Verbindung
nach Anspruch 1, sowie übliche pharmazeutische Träger.
10
Beispiel 2
Hydrochlorid von
1 -(a-Naphthyl)-l -hydroxy-N-isopropylacetamidin
1 -(a-Naphthyl)-l -hydroxy-N-isopropylacetamidin
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