DE202005019727U1 - Spielkonsole - Google Patents

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Abstract

Spielkonsole (1) zur Durchführung von Wett-, Glücksspiel- oder Geschicklichkeitsspieltransaktionen, mit einer Recheneinheit (7) und daran angeschlossenen Ein-, Ausgabe- und lokalen Speichereinheiten (3, 4, 8, 9), wobei die den Spieltransaktionen eines Spiels zugrundeliegenden Spielparameter (15) in einer lokalen Speichereinheit (8, 9) gespeichert sind, dadurch gekennzeichnet, daß die lokale Speichereinheit (9) einen Satz (17) von Einmal-Paßwörtern (18) enthält und jede Veränderung (16) der Spielparameter (15) in der lokalen Speichereinheit (8) die Eingabe eines Einmal-Paßwortes (18) aus dem Satz (17) von Einmal-Paßwörtern (18) erfordert, woraufhin das Einmal-Paßwort (18) verbraucht ist.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spielkonsole zur Durchführung von Wett-, Glücksspiel- oder Geschicklichkeitsspieltransaktionen, mit einer Recheneinheit und daran angeschlossenen Ein-, Ausgabe- und lokalen Speichereinheiten, wobei die den Spieltransaktionen eines Spiels zugrundeliegenden Spielparameter in einer lokalen Speichereinheit gespeichert sind.
  • Spielkonsolen für Wett- oder Glücksspiele müssen hohe Anforderungen an die Manipulationssicherheit erfüllen, insbesondere wenn sie außerhalb des direkten Einflußbereiches des Spielveranstalters aufgestellt werden, beispielsweise in Lokalen oder großflächigen Casinoanlagen, in denen die Einstellung der Spielparameter, wie Spielgeldeinheit (Denomination), Auszahlungsrate („payout percentage", POP), an Personal oder Dritte delegiert werden muß.
  • Um Manipulationen an der Spielkonsole hintanzuhalten oder zumindest aufzudecken, sind bereits zahlreiche Maßnahmen bekannt, seien es Plombierungen, Schlüsselschalter und Paßwörter für den Zugang zur Einstellung der Spielparameter. Mechanische Sperren wie Plomben und Schlösser bieten bekanntermaßen keine hinreichende Sicherheit gegenüber Manipulation von Spielkonsolen im Feld. Auch die derzeit eingesetzten Paßwort-Sperren sind in der Praxis wenig wirksam, da sie, einmal aus der Hand gegeben, dem Spielveranstalter keine Kontrolle darüber geben, wann und welche Veränderungen der Spielparameter tatsächlich vorgenommen werden.
  • Die Erfindung setzt sich zum Ziel, eine Spielkonsole zur Durchführung von Wett- oder Glücksspieltransaktionen zu schaffen, welche höhere Manipulationssicherheit besitzt als die bekannten Lösungen. Dieses Ziel wird mit einer Spielkonsole der einleitend genannten Art erreicht, die sich gemäß der Erfindung dadurch auszeichnet, daß die lokale Speichereinheit einen Satz von Einmal-Paßwörtern enthält und jede Veränderung der Spielpa rameter in der lokalen Speichereinheit die Eingabe eines Einmal-Paßwortes aus dem Satz von Einmal-Paßwörtern erfordert, woraufhin das Einmal-Paßwort verbraucht ist.
  • Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß ein überaus hoher Manipulationsschutz von Spielkonsolen im Feld erreicht werden kann, indem ein Einmal- bzw. Transaktions-Paßwortsystem für jedwede Parametereinstellung an der Konsole eingesetzt wird. Einmal-Paßwortsysteme sind auf dem Gebiet des Bankwesens in Form von Transaktionsnummern (TANs) an sich bekannt. Die vorliegende Erfindung schlägt erstmals vor, Spielkonsolen mit einem TAN-System zur Autorisierung von lokalen Parameteränderungen an der Maschine auszustatten.
  • Im Betrieb kann der Spielveranstalter einmal, beispielsweise bei der Erstaufstellung der Spielkonsole oder in regelmäßigen Abständen anläßlich der Wartung oder Überprüfung der Spielkonsole, einen vorgegebenen Satz von Einmal-Paßwörtern in der lokalen Speichereinheit ablegen. Das Bedienungspersonal vor Ort, welches z.B. die Münzbestückung und -entleerung, Aufspielung von neuen Spielprogrammen, Anpassung der Spielparameter z.B. an Währungseinheiten, Preiserhöhungen oder zentrale Gewinnauszahlungsvorgaben usw. durchzuführen hat, muß anschließend für jede Veränderung der Spielparameter ein neues Einmal-Paßwort vom Spielveranstalter anfordern. Dadurch erhält der Spielveranstalter vollständige Kontrolle darüber, wann, wo und auf welche Anforderung hin Parametereinstellungen vorgenommen werden. Eine unzulässige vorübergehende Veränderung von Spielparametern ist damit ausgeschlossen.
  • Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß jede Veränderung der Spielparameter in der lokalen Speichereinheit zusätzlich die Eingabe eines Benutzerkennwortes erfordert. Dadurch kann die Zulässigkeit von Parameteränderungen auf einzelne Benutzer eingeschränkt werden, wie an sich bekannt, wodurch die Sicherheit noch weiter erhöht werden kann.
  • Besonders günstig ist es, wenn gemäß einem weiteren bevorzugten Merkmal der Erfindung das Einmal-Paßwort nur über eine gesonderte, vom Gehäuse lösbare Eingabeeinheit eingebbar ist. Dies stellt eine weitere Sicherheitsstufe dar, denn nur der physische Besitz der gesonderten Eingabeeinheit ermöglicht überhaupt erst eine Paßworteingabe. Bevorzugt ist die gesonderte Eingabeeinheit eine Tastatur, welche mit dem Gehäuse über eine als Schlüssel/Schloß-Kombination ausgeformte Kupplung verbindbar ist, sodaß die Eingabeeinheit gleichzeitig eine mechanische Schlüssel-Funktion hat.
  • Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt
  • 1 die Spielkonsole der Erfindung in einer schematischen Perspektivansicht und
  • 2 ein Blockschaltbild der Komponenten der Spielkonsole von 1.
  • Eine in 1 gezeigte Spielkonsole 1 weist ein Standgehäuse 2 auf, welches dem Benutzer eine Eingabeeinheit 3 in Form von Tasten, eine Ausgabeeinheit 4 in Form eines Bildschirmes, einen Münzeinwurf 5 sowie eine Geldausgabelade 6 darbietet, wie dem Fachmann bekannt. Gemäß 2 sind die Ein- und Ausgabeeinheiten 3, 4 an eine zentrale Recheneinheit 7 angeschlossen, welche mit lokalen Speichereinheiten 8, 9 in Verbindung steht. Die Speichereinheiten 8, 9 können von jeder in der Technik bekannten Art sein, beispielsweise Halbleiterspeicher, beschreibbare CDs, Chipkarten, Flash-Speicher usw.
  • Unter dem Begriff „lokale Speichereinheiten" werden hier alle der Spielkonsole 1 zugeordneten Speichereinheiten verstanden, seien sie physisch lokal oder auch nur logisch lokal, d.h. an einem physisch entfernten Ort liegend, jedoch der Spielkonsole 1 logisch zugeordnet.
  • Der Münzeinwurf 5 speist einen Münztrichter („hopper") 10, der über eine Weiche 11 wahlweise zur Geldausgabelade 6 oder zu einer Geldkassette 12 führt. Die Weiche 11 wird von der zentra len Recheneinheit 7 je nach Spieltransaktion und Spielverlauf gesteuert, wie dem Fachmann bekannt.
  • Die Spielkonsole 1 ist für jede beliebige Art von Wett- oder Glücksspiel geeignet, und zwar sowohl im Standalone-Betrieb als auch Online-Betrieb im Rahmen eines (nicht dargestellten) Casino- oder Wettbüro-Netzwerkes, mit welchem die Recheneinheit 7 über eine Datenverbindung 14 in Verbindung stehen kann.
  • Die lokale Speichereinheit 8 enthält das bzw. die Spielprogramme oder zumindest – im Falle einer Online-Spielkonsole – entsprechende Terminalprogramme zur Interaktion mit Spielprogrammen auf einem entfernten Casino-Hostrechner sowie die aktuellen Spieldaten, welche auch als Spieltransaktionen bezeichnet werden. Mögliche Spieltransaktionen sind beispielsweise ein Bargeldeinwurf, eine Bargeldauszahlung, ein Setzen, ein Spielausgang wie Gewinn oder Verlust usw.
  • In der lokalen Speichereinheit 8 sind auch alle grundlegenden, d.h. für alle Spieltransaktionen eines Spiels gleichbleibenden Spielparameter 15 gespeichert. Die Spielparameter 15 umfassen beispielsweise den Geldwert bzw. die Währung einer Spieleinheit (Denomination), die maximal zulässige Einsatzhöhe, die statistische Auszahlungsrate der Spielkonsole („payout percentage", POP) usw., wie dem Fachmann bekannt.
  • Die Recheneinheit 7 ist so programmiert, daß sie für jede Veränderung (Pfeil 16) der Spielparameter 15 in der lokalen Speichereinheit 8 die Eingabe eines bestimmten Paßwortes durch die Bedienungsperson erfordert. Zu diesem Zweck enthält die lokale Speichereinheit 9 einen Satz 17 von Einmal-Paßwörtern 18. Eine Vergleichseinrichtung 19 vergleicht das eingegebene Paßwort mit einem (oder immer dem nächsten) Paßwort 18 aus dem Satz 17. Im Falle der Übereinstimmung wird die Veränderung 16 der Spielparameter 15 freigegeben.
  • Es versteht sich, daß die Vergleichseinrichtung 19 sowohl hardware- als auch softwaretechnischer Natur und insbesondere auch durch einen Programmteil des Spielprogrammes verkörpert sein kann, welches von der Recheneinheit 7 abgearbeitet wird.
  • Das von der Bedienungsperson eingegebene und der Vergleichseinrichtung 19 zugeführte Paßwort kann über die interne Eingabeeinheit 3 der Spielkonsole 1 eingegeben werden, oder bevorzugt über eine gesonderte Eingabeeinheit 20, die über eine Datenverbindung 21 anschließbar ist.
  • Die Datenverbindung 21 kann sowohl drahtgebunden als auch drahtlos sein. In letzterem Fall kann die Eingabeeinheit 20 z.B. eine berührungslos auslesbare Speicherkarte, ein RFID-Chip, ein Mobiltelefon usw. sein. Bevorzugt ist die Datenverbindung 21 drahtgebunden und die Eingabeeinheit 20 ist eine Tastatur, und zwischen Gehäuse 2 und Eingabeeinheit 20 ist eine Kupplung 22 mit mechanischer Schlüssel/Schloß-Funktion vorgesehen. Die Kupplung 22 umfaßt beispielsweise einen in Form eines Schlüssels ausgebildeten Stecker, der in eine komplementärformschlüssig ausgebildete Buchse des Gehäuses 2 einführbar ist.
  • Um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen, kann die Recheneinheit 7 bzw. die Vergleichseinrichtung 19 auch die zusätzliche Eingabe eines Benutzerkennwortes 23 durch die Bedienungsperson erfordern, bevor sie eine Veränderung 16 der Spielparameter 15 zuläßt bzw. durchführt. Damit ist es auch möglich, jeder Benutzererkennung 23 einen eigenen Satz 17 von Einmal-Paßwörtern 18 zuzuordnen.
  • Der gesamte Satz 17 von Einmal-Paßwörtern 18 kann auf einmal in der Speichereinheit 9 abgelegt werden, oder die Einmal-Paßwörter 18 können erst im Betrieb – eines nach dem anderen – z.B. mittels einer Hash-Funktion ausgehend von einem Master-Paßwort („root" der Hash-Kette) berechnet werden, wie in der Technik bekannt.
  • Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern umfaßt alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der angeschlossenen Ansprüche fallen.

Claims (4)

  1. Spielkonsole (1) zur Durchführung von Wett-, Glücksspiel- oder Geschicklichkeitsspieltransaktionen, mit einer Recheneinheit (7) und daran angeschlossenen Ein-, Ausgabe- und lokalen Speichereinheiten (3, 4, 8, 9), wobei die den Spieltransaktionen eines Spiels zugrundeliegenden Spielparameter (15) in einer lokalen Speichereinheit (8, 9) gespeichert sind, dadurch gekennzeichnet, daß die lokale Speichereinheit (9) einen Satz (17) von Einmal-Paßwörtern (18) enthält und jede Veränderung (16) der Spielparameter (15) in der lokalen Speichereinheit (8) die Eingabe eines Einmal-Paßwortes (18) aus dem Satz (17) von Einmal-Paßwörtern (18) erfordert, woraufhin das Einmal-Paßwort (18) verbraucht ist.
  2. Spielkonsole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Veränderung (16) der Spielparameter (15) in der lokalen Speichereinheit zusätzlich die Eingabe eines Benutzerkennwortes (23) erfordert.
  3. Spielkonsole nach Anspruch 1 oder 2 mit einem Gehäuse, dadurch gekennzeichnet, daß das Einmal-Paßwort (18) nur über eine gesonderte, vom Gehäuse (2) lösbare Eingabeeinheit (20) eingebbar ist.
  4. Spielkonsole nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die gesonderte Eingabeeinheit (20) eine Tastatur ist, welche mit dem Gehäuse (2) über eine als Schlüssel/Schloß-Kombination ausgeformte Kupplung (22) verbindbar ist.
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