-
Gegenstand der Erfindung ist ein transportables Laufgeschäft für Volksveranstaltungen, wobei das Laufgeschäft ein begehbares Spaßhaus (Funhouse) mit Laufwegen, mindestens zwei Etagen und mindestens einer Belustigungsstation ist.
-
Auf Volksveranstaltungen, wie Volksfesten, Kirmesfesten oder Jahrmärkten gibt es eine Vielzahl von transportablen Marktgeschäften zur Belustigung der Besucher. Es wird dabei zwischen Fahrgeschäften, bei denen der Besucher in einer Gondel oder einem Fahrzeug bewegt wird und Laufgeschäft, bei denen der Besucher zu Fuß den Stand durchquert, unterschieden. Übliche Fahrgeschäfte sind beispielsweise Autoskooter, Karussells, Riesenräder oder Achterbahn. Beliebte Laufgeschäft sind unter anderem Labyrinthe, Geisterbahnen, Abenteuersimulationen oder Spaßhäuser.
-
In den Laufgeschäften befinden sich dabei verschiedene Belustigungsstationen, an denen der Besucher entweder selbst aktiv werden kann, z. B. in dem er eine Aufgabe löst oder ein Hindernis überwindet, oder dem Besucher ein Showelement, ein Specialeffekt oder eine Animation präsentiert wird. In einem Spaßhaus legt der Besucher den Weg ebenfalls zu Fuß zurück, wobei er verschiedene Hindernisse, wie z. B. Rutschen, unebene Böden, Laufräder, überwinden muss. Viele Laufgeschäfte weisen mehrere Etagen auf, wobei es verschiedene Möglichkeiten gibt, zwischen den Etagen zu wechseln. Üblicherweise werden hierfür Treppen, Leitern, Klettermöglichkeiten, Rutschen oder Sprungplätze, wie z. B. Trampolin eingesetzt.
-
Allen transportabeln Marktgeschäften ist gemeinsam, dass sie auseinander gebaut oder zusammengelegt transportiert werden und ihre Konstruktionen deshalb von fest verbauten Fahrgeschäften, wie sie in Freizeitparks zu finden sind, abweichen. Bei transportabeln Marktgeschäften ist entsprechend ein höheres Maß an Sicherungen notwendig.
-
Bei den Besuchern von Volksfesten besteht dabei ein ständiges Bedürfnis nach neuen Fahrgeschäften und Laufgeschäften, in denen sie neue ihnen unbekannte Effekte erleben können.
-
Ein Laufgeschäft, nämlich eine Belustigungshaus-Anlage, ist aus der
DE 20 2011 105 941 U1 bekannt. Dieses Belustigungshaus weist ein Flachwasserbecken auf, wobei mehrere Wege über Stege, Flüsse, Fässer und andere schwimmende Einrichtungen führen. Hierdurch lässt sich für den Besucher eine Vielzahl von Effekten realisieren. Der Nachteil ist jedoch, dass es notwendig ist, große Mengen an Wasser bereitzustellen und das Laufgeschäft bei schlechtem Wetter für manche Besucher nicht attraktiv ist, da sie Gefahr laufen ins Wasser zu stürzen.
-
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Laufgeschäft bereitzustellen, dass eine Vielzahl von attraktiven Belustigungsstationen für den Besucher bietet, bei jedem Wetter nutzbar ist, unerwartete Effekte präsentiert und sich sicher aufbauen und transportieren lässt.
-
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein transportables Laufgeschäft für Volksveranstaltungen, wobei das Laufgeschäft ein begehbares Spaßhaus (Funhouse) mit Laufwegen, mindestens zwei Etagen und mindestens einer Belustigungsstation ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Laufgeschäft als eine Belustigungsstation einen Freifallturm umfasst, wobei der Freifallturm mindestens aufweist
- • einen Turm,
- • eine am Turm angeordnete Fahrgastplattform, die entlang einer vertikalen Achse beweglich ist,
- • einen Pneumatikzylinder, der mit der Fahrgastgondel verbunden ist und die Fahrgastplattform entlang der Turmachse anhebt und absenkt und
einen Ständer.
-
Weiterhin wird die Aufgabe gelöst durch ein transportables Laufgeschäft für Volksveranstaltungen, wobei das Laufgeschäft ein begehbares Spaßhaus (Funhouse) mit Laufwegen, mindestens zwei Etagen und mindestens einer Belustigungsstation ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Laufgeschäft eine vertikal verlaufende Rutschstange aufweist und sich am Fuße der Rutschstange eine Polsterung befindet.
-
Weitere Ausführungsform sind Gegenstand der Unteransprüche oder nachfolgend beschrieben.
-
Das erfindungsgemäße Laufgeschäft mit Freifallturm weist bevorzugt als Fahrgastplattform eine begehbare Bodenplatte, einen oder mehrere Sitze mit Fahrgastsicherung und eine Absturzsicherung am Rande der Bodenplatte auf. Die Fahrgastsitze können nebeneinander oder hintereinander angeordnet sein. In einer Ausführungsform weist die Fahrgastgondel 2–10, bevorzugt 3–6 Sitze auf. Eine übliche Fahrgastsicherung, die erfindungsgemäß verwendet werden kann, ist ein am Sitz oder an einer Konstruktion hinter dem Sitz befestigter Bügel, der von oben über den Fahrgast geklappt wird, so dass er auf den Schultern des Fahrgastes zu liegen kommt und vor dem Rumpf des Fahrgastes U-förmig verläuft. Der Fahrgast kann aber auch mit einem Sicherheitsgurt oder anderen üblichen Sicherungselementen gesichert werden.
-
Die Bodenplatte der Fahrgastplattform unterscheidet den Freifallturm von üblichen Freifallturm-Konstruktionen. Bei üblichen Freifallkonstruktionen, wie sie beispielsweise aus der
DE 20 2013 001 239 U1 bekannt sind, besteht die Gondel nur aus den Fahrgastsitzen und den hierfür notwendigen Befestigungen, da der Fahrgast die Gondel am vertikal niedrigsten Punkt des Freifallturm betritt. Die Gondel hat daher keinen Fußboden und keine Bodenplatte auf der Fahrgast stehen kann. Beim erfindungsgemäßen Laufgeschäft läuft der Fahrgast jedoch auf die Fahrgastplattform, so dass die Bodenplatte als Teil des Laufweges benötigt wird. Bevorzugt betritt der Fahrgast beim erfindungsgemäßen Laufgeschäft für die Vertikalfahrt die Fahrgastplattform am vertikal höchsten Punkt des Freifallturms. Dieses hat den Vorteil, dass der Fahrgast nur das Erlebnis des freien falls innerhalb des Laufgeschäft erlebt und nicht den Transport von unten, dem vertikal niedrigsten Punkt, nach oben, dem vertikal höchsten Punkt.
-
Die Fahrgastplattform weist am Rande der Bodenplatte eine Absturzsicherung auf. Bevorzugt ist die Absturzsicherung eine Umrandung, die zumindest teilweise die Bodenplatte umgibt, besonders bevorzugt ein Geländer, eine Brüstung oder eine Wand. Die Umrandung ist bevorzugt so hoch, dass sie verhindert, dass der Fahrgast von der Fahrgastplattform stürzen kann. Die Umrandung kann beispielsweise Hüfthöhe, Schulterhöhe oder auch Überkopfhöhe haben, d. h. sie ist beispielsweise zwischen 1,20 m und 2,50 m hoch. Besonders bevorzugt umgibt die Absturzsicherung die begehbare Bodenplatte an mindestens drei Seiten vollständig. Die vierte offene Seite dient als Einstiegsluke in die Gondel. Abhängig von der Breite der Fahrgastplattform kann an der vierten Seite ebenfalls noch teilweise eine Absturzsicherung vorgesehen sein.
-
Bevorzugt hat der Freifallturm im erfindungsgemäßen Laufgeschäft eine Höhe von 3–15 m, besonders bevorzugt 5–12 m.
-
Der Ständer des Freifallturms weist eine Standplattform und eine oder mehrere Querstreben auf, wobei die Standplattform bevorzugt einen rechteckigen Grundriss hat. Die Standplattform besteht bevorzugt aus mehreren miteinander verbundenen Streben. Alternativ kann sie auch als Platte ausgestaltet sein.
-
In einer weiteren Ausgestaltung weist das erfindungsgemäße Laufgeschäft eine vertikal verlaufende Rutschstange auf, wobei sich am Fuße der Rutschstange eine Polsterung befindet. Die Rutschstange entspricht einer Feuerwehrstange, an der der Fahrgast aus einer höheren in eine tiefere Position herunterrutschen kann, während er sich an der Stange festhält. Die Polsterung am Fuße der Rutschstange ist bevorzugt ein Luftpolster oder eine Matratze, besonders bevorzugt ein Luftpolster mit einer Dicke von 10 bis 50 cm ist. Die Rutschstange reicht bevorzugt von einer oberen Etage bis in eine darunter liegende Etage, besonders bevorzugt in die direkt darunter liegende Etage. Die Rutschstange ist bevorzugt an mindestens 3 Seiten von einer Absturzsicherung umgeben, wobei die Absturzsicherung bevorzugt ein Netz oder Gitter ist.
-
In einer bevorzugten Ausgestaltung weist das erfindungsgemäße Laufgeschäft einen Freifallturm und eine vertikal verlaufende Rutschstange auf.
-
Das erfindungsgemäße Laufgeschäft weist bevorzugt zusätzlich zum Freifallturm bzw. zur Rutschstange eine Vielzahl weiterer Belustigungsstationen auf. Bevorzugt ermöglichen die Belustigungsstationen dabei eine interaktive Spielerfahrung. Als Belustigungsstationen werden beispielsweise verwendet: drehende Tonnen, Laufräder, Wackelböden, Rutschen, Freikletterflächen.
-
Das erfindungsgemäße Laufgeschäft weist bevorzugt mindestens 2 Etagen, bevorzugt 4 oder 5 begehbare Etagen auf. Der Freifallturm ist dabei bevorzugt so konstruiert, dass die Vertikalfahrt des Fahrgastes von oben nach unten von der höchsten Etage bis zur niedrigsten Etage erfolgt.
-
Das erfindungsgemäße Laufgeschäft weist somit die Besonderheit einer Kombination von Laufgeschäft und Fahrgeschäft auf. Während sich in üblichen Spaßhäusern nur Belustigungsstationen befinden, die zu Fuß benutzt werden, weist das erfindungsgemäße Spaßhaus ein zusätzliches Fahrgeschäft in Form des Freifallturms auf. Sowohl der Freifallturm als auch die Rutschstange stellen bisher in Spaßhäusern aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht verwendete Belustigungsstationen da, die dem Besucher ein neues bisher unbekanntes Erlebnis bieten.
-
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
-
1 eine perspektivische Rückansicht eines erfindungsgemäßen Spaßhaus mit Freifallturm und Rutschstange,
-
2a eine Rückansicht des Spaßhauses aus 1,
-
2b eine Draufsicht auf das Spaßhaus aus 1,
-
3 eine Rückansicht des Freifallturms aus 1,
-
4 eine perspektivische Darstellung der Fahrgastgondel aus 3,
-
5 eine perspektivische Ansicht des Ständer aus 3 und
-
6 eine perspektivische Darstellung der Rutschstange mit Absturzsicherung aus 1.
-
1 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Laufgeschäft 1 als Spaßhaus. Das Spaßhaus weist 4 Etagen auf. In den Etagen gibt es mehrere Laufwege 2, die teilweise durch die Rückwand des Laufgeschäfts verdeckt sind. An der linken Seite ist eine spiralförmige Rutsche 18 erkennbar. Neben der Rutsche befindet sich einer Rutschstange 15, die hier von der 2. Etage in die 3. Etage reicht. An der rechten Seite des Spaßhauses 1 ist ein Freifallturm 3 erkennbar. Der Ständer 7 des Freifallturms 3 ist dabei in der untersten Etage angeordnet. Die Fahrgastplattform 5 ist in die vertikal höchste Position gefahren und steht für die nächste Vertikalfahrt bereit. Es ist erkennbar, dass die Fahrgastplattform 5 aus der obersten 4. Etage begehbar ist. Der Freifallturm 3 ist hinter einer Verkleidung 19 angeordnet, die den Freifallturm von den Blicken der Besucher zur Straße hin abgeschirmt. Zur besseren Veranschaulichung der Größenverhältnisse ist an der Rückseite ein Fahrgast 20 dargestellt.
-
2a zeigt das Laufgeschäft 1 aus 1 von der Rückseite. Auch hier sind der Freifallturm 3, die Rutschstange 15 und die Rutsche 18 erkennbar. Unter der Rutschstange 15 befindet sich zudem ein Laufrad 21. Die Fahrgastplattform 5 des Freifallturms 3 ist hier ebenfalls in der angehobenen Position dargestellt. 2b gezeigt das entsprechende Laufgeschäft aus 2a von oben, wobei ebenfalls die Positionierung des Freifallturms 3 und der Rutsche 18 zu sehen sind.
-
3 zeigt den Freifallturm 3 aus 1 von der Rückseite in Detailansicht. An der Unterseite des Freifallturms 3 befindet sich ein Ständer 7. Der Ständer 7 stützt einen Turm 4, an dem eine Fahrgastplattform 5 befestigt ist. Die Fahrgastplattform 5 befindet sich hier in ihrer höchsten Position bereit zur nächsten Vertikalfahrt. Im Turm 4 ist ein Pneumatikzylinder 6 angeordnet, der die Fahrgastplattform 5 anhebt und absenkt. Der Pneumatikzylinder 6 ist über Hebeseile 22 mit der Fahrgastplattform 5 verbunden. Am Ständer 7 ist zudem ein Hubzylinder 23 befestigt, der zum aufrichten des Turms 4 dient. Der Turm 4 kann entlang des Gelenkes 24 für den Auf- und Abbau abgeknickt werden.
-
4 zeigt eine vergrößerte Ansicht der Fahrgastplattform 5. Die Fahrgastplattform 5 weist eine Bodenplatte 8, eine an der Bodenplatte befestigte Absturzsicherung 11 und vier Sitze 9 auf. Die Absturzsicherung 11 ist hier als vollflächige Wand ausgebildet und umgibt die Bodenplatte 8 an 3 Seiten, während die 4. Seite geöffnet ist, so dass der Fahrgast die Plattform von dieser Seite betreten kann. Weiter ist erkennbar, dass die Hebeseile 22 über eine Umlenkrolle 25 laufen und dann an der Fahrgastplattform befestigt sind.
-
In 5 ist der Ständer 7 des Freifallturms 3 gezeigt. Der Ständer 7 besteht aus mehreren rechteckig zueinander angeordneten Verstrebungen 13. Die Verstrebungen 13 bilden eine Plattform als Basis für den Ständer 7. Die Verstrebungen sind senkrecht zum Turm 4 angeordnet. Der Turm 4 wird durch zusätzliche Querstreben 14 gesichert und stabilisiert. Auf einer Seite ist hinter den Querstreben 14 zusätzlich ein Hubzylinder 23 angeordnet. Der Hubzylinder 23 ermöglicht es, den Turm 4 im Gelenk 24 ab zu knicken, um so den Abbau oder Aufbau des Turmes zu ermöglichen.
-
6 zeigt eine Rutschstange 15, die eine höhere Etage mit einer darunter liegenden Etage verbindet. Am Fuß der Rutschstange 15 ist eine Polsterung 16 angeordnet. Die Rutschstange 15 ist an 3 Seiten von einer Absturzsicherung 17 umgeben, die hier als Gitter ausgeführt ist.
-
Bezugszeichenliste
-
- 1
- Laufgeschäft
- 2
- Laufweg
- 3
- Freifallturm
- 4
- Turm
- 5
- Fahrgastplattform
- 6
- Pneumatikzylinder
- 7
- Ständer
- 8
- Bodenplatte
- 9
- Sitz
- 10
- Fahrgastsicherung
- 11
- Absturzsicherung der Fahrgastplattform
- 12
- Standplattform
- 13
- Verstrebung
- 14
- Querstreben
- 15
- Rutschstange
- 16
- Polsterung
- 17
- Absturzsicherung der Rutschstange
- 18
- Rutsche
- 19
- Verkleidung
- 20
- Fahrgast
- 21
- Laufrad
- 22
- Hebeseile
- 23
- Hubzylinder
- 24
- Gelenk
- 25
- Umlenkrolle
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 202011105941 U1 [0006]
- DE 202013001239 U1 [0012]