DE2055971B2 - Vorrichtung zum eindicken von aufgeschlemmtem lignozellulosehaltigem material - Google Patents
Vorrichtung zum eindicken von aufgeschlemmtem lignozellulosehaltigem materialInfo
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Description
55
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Eindicken
von aufgeschlcmmtcm lignozellulosehaltigem Material vor der Einspeisung in ein unter Überdruck
■lebendes Reaktionsgefäß, vorzugsweise in einen Koihcr,
wobei in den Oberteil des Reaktionsgefäßes ein tlüssigkeitsabscheider eingebaut ist, der aus einer an
tirem Umfang von einem gelöcherten Gehäuse umgebenen
Schnecke mit lotrechter Welle besteht.
Bei einem bekannten Flüssigkeitsabscheider (deutlche
Auslegeschrift 1 264 233) ist die Schnecke im ♦bereu Teil des Reaktionsgefäßes eingebaut und wird
Von oben her mit dem aufgeschlemmten Material beschickt. Die ausgepreßte Flüssigkeit tritt seitlich aus
einem mit Löchern versehenen Gehäuse aus, wird gesammelt
und aus dem Reaktionsgefäß abgeführt. Das ausgepreßte Material verläßt die Schnecke am unteren
Ende und fällt in das Reaktionsgefäß hinein. Infolge der Ausbildung des Hohlraums für die abgepreßte
Flüssigkeit ist dabei der Platzbedarf für den Flüssigkeitsabscheider verhältnismäßig groß. Ferner
wird nur verhältnismäßig wenig Flüssigkeit ausgepreßt, da das mit Löchern versehene Gehäuse unten
offen ausgebildet ist, damit das Material in das Reaktionsgefäß gelangen kann.
Ferner ist es bekannt (USA.-Patentschrift 3 188 267), aufgeschlemmtes Material von unten
nach oben durch ein mit Löchern versehenes Gehäuse zu leiten, wobei die Flüssigkeit durch die Löcher
des Gefäßes in einen Sammelbehälter austritt, von dem sie abgezogen wird, während das eingedickte
Gut über den oberen Rand des mit Löchern versehenen Gehäuses übertritt und in ein Reaktionsgefäß
fällt. Eine Schnecke zum Auspressen des Materials ist dabei nicht vorgesehen.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den Flüssigkeitsabscheider der eingangs
geschilderten Art so auszubilden, daß er wenig Platz beansprucht und eine erhebliche Eindickung des
aufgeschlemmten Materials vermittelt. Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
die Schnecke zur Förderung des Materials aufwärts zur Oberkante des Gehäuses ausgebildet ist,
von welcher der Stoff in das Gefäß übertritt, während die abgeschiedene Flüssigkeit zu einem von dem
Gefäß gesonderten Auslaß abwärts geleitet ist. Bei dieser Bauweise braucht das Reaktionsgefäß nur um
die Höhenabmessung des Abscheidebehälters verlängert werden. Dadurch daß die Schnecke aufwärts fördert,
wird eine gute Entwässerung des Materials erreicht.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der Flüssigkeitsabscheider mit dem Deckel oder der
Abdeckung des Reaktionsgefäßes zu einer gemeinsam abnehmbaren Einheil zusammengebaut. Durch
diese Bauweise ergeben sich Vorteile bei der Montage und für die Zugänglichkeit des Flüssigkeitsabscheiders.
Nach einem weiteren Merkmal mündet eine Speiseleitung
für die Aufschwemmung des Materials in einem Abstand über den Boden des Gehäuses seitlich
im Bereich der Schnecke Durch die seitliche Beschickung des Abscheiders wird ebenfalls an Bauhöhe
gespart.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend an Hand der einzigen Figur der Zeichnung
näher erläutert, in der ein lotrechter Schnitt durch einen Teil eines Reaktionsgel'äßes mit eingebautem
Flüssigkeitsabscheider dargestellt ist.
In der Zeichnung ist 10 der oberste Teil des Mantels
eines Reaktionsgefäßes, vorzugsweise eines Kochers, auf den ein Mantel 12 von zweckmäßig derselben
zylinderförmigen Gestalt wie der des Mantels des Reaktionsgefäßes aufgesetzt ist. Die beiden Mantel
können durch Flanschen 14, 16 und (nicht gezeigte) Schraubenverbände miteinander verbunden
sein. Der Mantelaufbau 12 ist oben von einem Dekkel oder einer Abdeckung 18 verschlossen, wobei die
Verbindung zwischen diesen Teilen in derselben Weise mittels Flanschen 20, 22 und nicht gezeigten
Schraubenverbänden zustande gebracht ist. Die im
Vorstehenden beschriebenen Teile sind so beschaffen und gestaltet, daß sie den im Reaktionsgefäß herrschenden
Kochdruck von z. B. 7 bis 8 Atü aushalten können.
In den oberen Mantel 12 ist gemäß der Erfindung ein generell mit 24 bezeichneter Flüssigkeitsabscheider
eingebaut. Dieser ist mit einem Gestell 26 ausgebildet, das an dem Deckel 18 aufgehängt und seitlich
von der inneren zylindrischen Wand des Behälters 12 geführt ist. Eine durch eine in dem Deckel 18 angebrachte
Stopfbuchse 30 geführte lotrechte Welle 28 wird durch einen außerhalb des Reaktionsgefäßes
angebrachten (nicht dargestellten) Motor angetrieben. An ihrem unleren Ende ist die Welle 28 in
einem in dem Gestell sitzenden Lafaer 32 geführt. Die Welle 28 trägt eine Förderschnecke 34, die ganz oder
teilweise von einem in dem Ausführungsbeispiel kegelstumpfförmig
ausgeformten Mantel 36 umgeben ist. Dieser Mantel ist durchlässig für Flüssigkeit, indem
er beispielsweise mit kreisrunden oder schlitzförmigen Löcherungen versehen ist. Die Schnecke 34
schließt sich der Innenform des gelöcherten Mantels 36 an. Eine pumpbare Aufschwemmung des Stoffes
wird durch eine Rohrleitung 38 eingeleitet, und diese Rohrleitung mündet tangentiell ein Stück oberhalb
des Bodens 37 des Mantels 36. Dieser Beden kann gegebenenfalls auch gelöchert sein. Der Mantel 36
kann mit Spiel von einem mit einem Boden 39 versehenen Behälter 40 umgeben sein, der einen Teil des
Gestells 26 bildet. An diesen Boden schließt sich ein durch die Behälterwand 12 geführtes Auslaßrohr 42
an.
Nachdem die Aufschwemmung des Stoffes innerhalb des gelöcherten Mantels 36 eingetreten ist, wird
der Stoff selbst von der Schnecke 34 aufwärts geführt, während die Flüssigkeit durch die Löcherungen
des Mantels 36 gepreßt und von dort durch die Schwerkraft zum Abfluß zum Boden 39 des Behälters
40 und von dort zum Ablauf durch das Rohr 42 gebracht wird. Der von der Flüssigkeil befreite oder
entwässerte Stoff, der somit aufwärts geschraubt wird, tritt über die Oberkante des Mantels 36 seitlich
hinüber und fällt in das Reaktionsgefäß 10 hinab, um dort weiter behandelt zu werden.
Ein gezähnter Schaber 44 kann oben auf der Welle 28 sitzen, um sicherzustellen, daß der Stoff ständig
über die Oberkante des Abscheidergefäßmantels 36 hinübergeführt wird. Ein Rührwerk 46 kann auf der
Welle unterhalb des Siebgefäßes 36 vorgesehen sein, um eine Verstopfung der Einlauföffnung des Auslasses
42 zu verhindern.
Der Einlaß 38 und der Auslaß 42 des Abscheiders 24 können als gesonderte Teile ausgeführt sein,
um auf einfache Weise, z. B. mittels aufgeschraubter Muffe 41 od. dgl. und Stopfbuchsen 43 von außen
lösbar am Abscheider befestigt zu sein. Dieser U, wie oben bereits erwähnt, an der oberen Abdeckung
18 des Reaktionsgefäßes befestigt, so d?.ß er im Bedarfsfalle einfach durch Lösen der die Flanschen 20,
22 miteinander verbindenden Schraubenverbände aus dem Reaktionsgefäß herausgehoben werden
kann.
Die in dem Flüssigkeitsabscheider angebrachte Förderschnecke 34 kann mit einem oder mehreren
Gewindeeingängen ausgeführt sein. Das Schneckengewinde ist zweckmäßig so geformt, daß der Winkel
zwischen der Längsachse der Schraube und dem Radius an der oberen Oberfläche des Gewindes größer
als 90° ist. Diese Schräge bewirkt, daß der Stoff, wie Hackstücke, mit großer Kraft gegen die innere Oberfläche
des Siebmantels 36 gedrückt und durch die hierdurch vergrößerte Reibungskraft daran gehindert
wird, mit der Schnecke umzulaufen, wodurch deren Hubvermögen in entsprechendem Ausmaß groß
wird. Der Abstand zwischen der Schnecke 34 und der Innenfläche des Siebmantels 36 soll kleiner sein
als der Durchmesser jeder einzelnen Löcherung, falls diese kreisrund ist, oder deren Breite, falls sie langgestreckt,
d. h. schlitzförmig ist. Hierdurch kann das Schneckengewinde bei seiner Aufwärtsbewegung das
Sicbmantelblech frei von Verstopfungen halten.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die gezeigte und beschriebene Ausführungsform begrenzt,
sondern läßt sich im weitesten Sinne innerhalb des Rahmens des ihr zugrunde liegenden Leitgedankens
abwandeln. So kann das Siebmantelblech 36 zylinderförmig sein und das Gewinde der Schnecke
einen entsprechenden Außenumriß erhalten. Mehrere Flüssigkeitsabscheider können übereinander in einem
Reaktionsgefäß, wie einem Kocher, angebracht sein, wodurch dessen Mantel eine entsprechende Verlängerung
erfährt. Die einzelnen Flüssigkeitsabscheider, die parallel zueinander oder in Serie nacheinander
für die Entwässerung des lignozellulosehaltigen Stoffes arbeiten können, werden vorzugsweise durch eine
gemeinsame zentrale Welle 28 angetrieben. Die Flüssigkeitsabscheider können voneinander unterschiedliche
Ausgestaltung erhalten und von getrennten, gleichmittig angeordneten rohrförmigen Wellen angetrieben
werden, und hierbei können verschiedene Antriebsgeschwindigkeiten bei den einzelnen Abscheidern
zur Anwendung kommen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Eindicken von aufgeschlemmtem lignozellulosehaltigem Material vor
der Einspeisung in ein unter Überdruck stehendes Reaktionsgefäß, vorzugsweise in einen Kocher,
wobei in den Oberteil des Reaktionsgefäßes ein Flüssigkeitsabscheider eingebaut ist, der aus
einer an ihrem Umfang von einem gelöcherten Gehäuse umgebenen Schnecke mit lotrechter
Welle besteht, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schnecke zur Förderung des Materials aufwärts zur Oberkante des Gehäuses (36)
ausgebildet ist, von welcher der Stoff in das Gefaß (10) übertritt, während die abgeschiedene
Flüssigkeit zu einem von dem Gefäß gesonderten Auslaß (42) abwärts geleitet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher
der Mantel des Reaktionsgefäßes oben durch einen Deckel oder eine Abdeckung verschlossen
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsabscheider (24) mil dem Deckel oder der Abdekkung
(18) zu einer gemeinsam abnehmbaren Einheit zusammengebaut ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Speiseleitung
(38) für die Aufschwemmung des Materials in einem Abstand über dem Boden (37) des Gehäuses
(36) seitlich im Bereich der Schnecke (34) mündet.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Schabegliedcr
(44) und/oder Umrührglieder (46) am Oberteil bzw. Unterteil des Gehäuses (36) vorgesehen
sind, um die Austragung des von Flüssigkeit befreiten Stoffes zu fördern bzw. eine Verstopfung
des gelöcherten Bodens (37) zu verhindern.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Flüssigkeilsabscheider übereinander angeordnet sind, wobei ihre Schnecken bzw. Schabeglieder
und Umrührer von einer gemeinsamen Weile (38) angetrieben sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Flüssigkeitsabschcider
übereinander angeordnet sind und daß diese von gesonderten, gleichmittig angeordneten rohrförmigen Wellen gegebenenfalls
mit voneinander verschiedenen Geschwindigkeiten angetrieben sind.
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