DE2058366B - Gerät zur Aufnahme gärender Teigstücke, insbesondere bei der Herstellung von Weißbrot nach französischer Art - Google Patents
Gerät zur Aufnahme gärender Teigstücke, insbesondere bei der Herstellung von Weißbrot nach französischer ArtInfo
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Description
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Bei der Herstellung von Backwaren, wie Brot, kommt dem Prozeß der Gärung der geformten Teigstücke
besondere Bedeutung zu. Je nach Art und Sorte bestehen die Teigstücke aus Teig unterschiedlieher
Festigkeit und bedürfen je nach Art und Sorte verschieden lange Gärzeiten.
Während des Gärprozesses werden die Teigstücke meist in sogenannte Gärgeräte gelegt, um zu verhindern,
daß die Teigstücke in der Gare breitlaufen und die vorbestiniinte Form verlieren, eine Gefahr, die um
so größer ist, je weicher der Teig ist, d.h. je mehr
Feuchtigkeit er enthält und je langer die Gärzeit dauert.
Gärgeräte sind in den verschiedensten Ausführungen bekannt. Zum Stande der Technik gehört beispielsweise
ein Gärgerät für kurze Brotlaibe, das aus einer Mehrzahl parallel zueinander angeordneter, an
ihren Stirnseiten durch halbkreisförmige Bügel verbundener Stangen besteht, auf denen Mehlsäcke
od. dgl. in der Weise befestigt sind, daß einzelne Rinnen oder offene Wannen zur Aufnahme der Teigstücke
entstehen. In der Mitte der Bügel ist jeweils ein Gelenk angebracht, das es gestattet, den Abstand der
Stangen und damit den Durchhang der Mehlsäcke in gewissen Grenzen zu variieren, um nach Beendigung
des Gärprozesses besser an die Teigstücke herankommen zu können.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein Gärgerät zu entwickeln, welches für die Verarbeitung
von extrem weichen Teigen mit sehr langen Gärzeiten, wie sie insbesondere für die Herstellung von Weißbrot
nach französischer Art in Betracht kommen, besonders gut geeignet ist, das also einfach zu handhaben ist
und in halb- und vollautomatischen Gär- und Backanlagen zum Einsatz kommen kann, ohne daß die Formgebung
der Teigstücke leidet und der Gärprozeß irgendwie ungünstig beeinflußt wird. Das Gärgerät
kann in dieser Ausführung anderen Brotsorten angepaßt werden und ist dabei ebenso wirtschaftlich und
pjaktisch anzuwenden.
Das Gärgerät der Erfindung unterscheidet sich von dem eingangs beschriebenen Gärgerät dadurch, daß
die von zwei gegebenenfalls durch Querträger versteiften Längsschienen getragenen Stangen paarweise
angeordnet sind und jedes Stangenpaar durch ein Tuch mit etwa der Stangenlänge verbunden ist, dessen
Durchhang durch Vergrößern des Stangenabstandes in dem Maße verringert werden kann, daß aus der
Rinne oder Wanne eine plane Unterlage hinreichender Steifigkeit entsteht. Bei dem erfindungsgemäßen
Gärgerät können also die gegorenen Teigstücke dank der Möglichkeit, die Tücher zu straffen, frei auf ihrer
Unterlage zu liegen kommen und sind daher ohne Schwierigkeiten von der Unterlage zu entfernen.
Die Änderung des relativen Abstandes der Stangen kann in der Weise bewerkstelligt werden, daß die
einen Stangen der Stangenpaare fest in den Längsschienen verankert und die anderen Stangen auf parallel
zu den Längsschienen verschiebbaren Innenschienen befestigt werden, die mit Langlöchern versehen
sind, durch die die fest verankerten Stangen hindurchgreifen.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, die einen Stangen der Stangenpaare auf zweiarmigen Hebeln zu
befestigen, die in ihrem Zentrum mit Zapfen in den Längsschienen gelagert sind und die durch Verdrehen
um 180° das Straffen bzw. Lockern der Tücher besorgen.
Diese Bauweise gibt die Möglichkeit, das freie Ende zusammengehöriger Hebel durch ein Flacheisen
zu verbinden, das im gestrafften Zustand der Tücher den oben auf den Tüchern liegenden Teigstücken eine
steifere Unterlage als das Tuch allein gibt.
Beide Lösungen können bei automatischen Durchlaufgärschränken eingesetzt werden, wenn diese für
die Aufnahme von Geräten der oben geschilderten
Rahmenkonstruktion ausgelegt sind. Bei vollautomatischen Durchlaufgärschränken mit automatischer Befüllung
und Entleerung empfiehlt es sich, die Stangen der Stangenpaare jeweils auf einem Winkelhebel zu
montieren, dessen Schenkel um einen Zapfen, der in eine die starren Längsschienen ersetzende Hohlbolzenkette
eingehängt wird, von einer V-förmigen Stellung in eine gestreckte Stellung zu verschwenken sind.
Die Erfindung und deren Einzelheiten werden im folgenden an Hand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt
F i g. 1 eine Draufsicht auf das neue Gerät, wobei in
der rechten Hälfte die die Teigstücke aufnehmenden Tücher im Durchhängenden, in der linken Hälfte im
gestrafften Zustand dargestellt sind,
F i g. 2 einen Schnitt durch die F i g. 1 in der Ebene A-B,
F i g. 3, 4, 5 Einzelheiten des Verstellmechanismus in vergrößertem Maßstab in der Seitenansicht bzw. im
Schnitt, F i g. 6, 7, 8 eine andere Form derselben.
Fig.9, 10, 11, 12 eine vor allem für vollautomatische
Durchlaufgärschränke geeignete Form des Verstellmechanismus bei durchhängendem bzw. gestrafftem
Tuch in der Seitenansicht und der Draufsicht.
Wie die F i g. 1 und 2 erkennen lassen, besteht das Gärgerät aus zwei Längsschienen 2, die durch Querträger
1 zu einem etwa 80 cm breiten rechteckigen Rahmen verbunden sind. Zwischen den Längsschienen
2 ist paarweise eine Mehrzahl von Stangen 3, 3' od. dgl. angeordnet, die in den einzelnen Paaren jeweils
durch ein Tuch 4 mit etwa Stangenlänge verbunden sind. Der Durchhang dieses Tuches läßt sich
durch Vergrößern oder Verringern des Abstandes der Stangen in der Weise verändern, daß das Tuch in der
einen Extremstellung, die rechts im Bilde gezeigt ist, eine Art Rinne oder offene Wanne für die Aufnahme
der zu gärenden Teigstücke bildet. Ist der Gärprozeß beendet, so werden die Stangen 3' in die im Bilde links
gezeigte Extremstellung gebracht, bei der die Tücher so weit gestrafft sind, daß eine plane Unterlage entsteht,
die das manuelle oder automatische Abheben der Teigstücke ohne Beschädigung gesta'tet.
Das Verschieben der Stangen erfolgt beispielsweise mit dem in den F i g. 3 bis 5 dargestellten Mechanismus.
Er besteht aus zwei jeweils auf der Innenseite der Längsschienen 2 angebrachten verschiebbaren
Schienen 5, die die Träger der Stangen 3' der Stangenpaare bilden. Die Stangen 3 hingegen sind mit den
Schienen 2 fest verankert und durch Langlöcher 5' in den Schienen 5 geführt. Werden die Schienen S aus
der in F i g. 3 gezeigten Lage nach links verschoben, so strafft sich infolgedessen das an den Stangen befestigte
Tuch 4 und gelangt schließlieh in die Stellung der Fig.4, bei der das Tuch eine annähernd plane
Unterlage bildet, so daß die daraufliegenden Teigstücke ohne Schwierigkeiten entfernt werden können.
Der in den F i g. 6 bis 8 dargestellte Mechanismus zum Verschieben der Stangen enthält zwei zweiarmige
Hebel 6, die mit Zapfen 8 in den beiden Längsschienen 2 gelagert sind, die die Stangen 3 der Stangenpaare
tragen. An dem einen Ende des Hebels sind die Stangen 3' befestigt, an dem anderen ein Flacheisen 7,
das zusammengehörige Hebel miteinander verbindet. Die Schienen 5 dienen hier als Kuppelstangen, d. h.,
werden die Schienen aus der in F i g. 6 gezeigten Stellung nach rechts bewegt, so nehmen sie die Stangen 3
mit und verschwenken unter Anheben die Hebe! 6 um 180°, so daß das Tuch 4 die gestraffte Lage nach
F i g. 7 einnimmt. Gleichzeitig gelangt das Flacheisen? unter die Tuchmitte und gibt so den oben auf
dem Tuch liegenden Teigstücken eine zusätzliche Unterstützung.
Bei automatischen Durchlaufgärschränken, die nicht mit herausnehmbarem Gärträger ausgerüstet
sind, werden starre Längsschienen im allgemeinen störend sein. Hier ist deshalb die in den F i g. 9 bis 12
gezeigte Bauweise vorzuziehen, bei der die Stangen 3 und 3' auf einem Winkelhebel montiert sind, dessen
Schenkel 9, 9' aus einer durch einen Anschlag 10 begrenzten V-förmigen Stellung in die Strecklage zu verschwenken
sind. Den Drehpunkt bildet jeweils ein Zapfen 11, der in die bei Durchlaufgärschränken üblichen,
als Förderelement dienenden Hohlbolzenketten eingehängt wird, die sich zu beiden Seiten der Stangen
3, 3' befinden. Die Enden der Winkelhebel brauchen dann am Auslauf des Gärschrankes nur in der
Weise über Gleitschienen geführt zu werden, daß die Winkelhebel aus der Stellung der F i g. 9 in die der
F i g. 11 gelangen, womit das Tuch 4 gespannt und die Teigstücke manuell oder automatisch abgenommen
werden können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Gerät zur Aufnahme gärender Teigstücke, insbesondere bei der Herstellung von Weißbrot
nach französischer Art, bestehend aus einer Mehrzahl parallel zueinander angeordneter, in ihrem Abstand
variabler Stangen, auf denen Tücher in der Weise befestigt sind, daß die Tücher einzelne Rinnen
oder offene Wannen zur Aufnahme der Teigstücke bilden, dadurch gekennzeichnet,
daß die von zwei gegebenenfalls durch Querträger (1) versteiften Längsschienen (2) getragenen
Stangen (3, 3') paarweise angeordnet sind und jedes Stangenpaar (3, 3') durch ein Tuch
(4) mit etwa der Stangenlänge verbunden ist, dessen Durchhang durch Vergrößern des Stangenabstandes
in dem Maße verringert werden kann, daß aus der Rinne oder offenen Wanne (Fig.2,
rechts) eine plane Unterlage (F i g. 2, links) hinreichender
Steifigkeit entsteht.
2. Gärgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einen Stangen (3) der Stangenpaare
(3, 3') fest in den Längsschienen (2) verankert und die anderen Stangen (3') auf parallel zu »5
den Längsschienen (2) verschiebbaren Innenschienen (5) befestigt sind, die mit Langlöchern
(5') versehen sind, durch die die fest verankerten Stangen (3) hindurchgreifen.
3. Gärgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einen Stangen (3') der Stangenpaare
(3, 3') auf zweiarmigen Hebeln (6) befestigt sind, die in ihrem Zentrum mit Zapfen (8) in den
Längsschienen (2) gelagert sind und durch Verdrehen um 180° das Straffen bzw. Lockern der
Tücher (4) besorgen.
4. Gärgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende zusammengehöriger
Hebel (6) durch ein Flacheisen (7) verbunden ist, das in gestrafftem Zustande der Tücher (4) den
oben auf den Tüchern liegenden Teigstücken eine zusätzliche Unterstützung gibt.
5. Gärgerät nach Anspruch 1, insbesondere für automatische Durchlaufgärschränke, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stangen (3, 3') der einzelnen Stangenpaare jeweils auf einem Winkelhebel
montiert sind, dessen Schenkel (9, 9') um einen Zapfen (11), der in eine die starren Längsschienen
ersetzende Hohlbolzenkette eingehängt wird, von einer V-förmigen Stellung in eine gestreckte Stellung
zu verschwenken sind.
6. Gärgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die V-förmige Stellung der Schenkel
(9, 9') der Winkelhebel durch einen Anschlag (10) begrenzt ist.
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