DE2100546C3 - Verfahren zum wasserlosen Färben - Google Patents
Verfahren zum wasserlosen FärbenInfo
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Description
15
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum wasserlosen Färben von Garn bzw. Fäden, bei dem die Farbe in
Form einer Mischung aus Farbstoffen und einer geeigneten Schmälze unter Verwendung von üblichen
Schmälzeinrichtungen ausgetragen wird.
Ein Verfahren, bei dem Jutefaser gleichzeitig mit dem Schmälzen durch Zugabe eines Farbstoffes zum
Schmälöl gefärbt wird, ist aus der US-PS 15 28 698
bekannt. Bei diesem Verfahren erfolgt jedoch das 2S
Färben der losen Fasern vor Durchlaufen der Kardierzone, wobei ein Fixieren unmittelbar nach dem
Schmälzen vorgesehen ist. Dies hat den Nachteil, daß der Einfärbeprozeß nicht sehr gleichmäßig erfolgt;
außerdem ist das Verfahren auf Jutefasern beschränkt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Färbeverfahren zu schaffen, bei dem der Färbeprozeß
im Zuge der Herstellung eines Garnes optimal vor sich geht und eine Fixierung erst am Ende des Spinnvorganges
erfolgt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man die Mischung während des Spinnvorganges auf
dem Kammzug aufträgt und das Garn nach Beendigung des Spinnvorganges zu Strängen zusammengefaßt einer
Autoklavbehandlung unterwirft.
Spinnmaschinen sind bekanntlich mit Schmälzeinrichtung für das Vorgarn bzw. den Kammzug versehen,
ohne die sie nicht ordnungsgemäß arbeiten können. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich die
üblichen Schmier- bzw. Schmälzeinrichtungen verwenden, ohne daß diese im geringsten verändert werden
müssen. Die Arbeitsgänge des Spinnens und Färbens des Garnes können daher gleichzeitig durchgeführt
werden, indem man eine Mischung aus flüssigen Farbstoften und einer Schmälze benutzt, die sowohl für
das Fasergut als auch für die Farbstoffe geeignet bzw. damit verträglich ist.
Natürlich hängt die Aufbereitung der Mischung aus Farbstoff und Schmälze ab, den man zu erhalten
wünscht, wobei stets flüssige Farbstoffe in Anteilen zugesetzt werden, die man vorher in Laborversuchen
ermittelt hat.
Das Auftragen des Farbstoffes läßt sich in einfacher Weise durchführen, indem man eine geeignete und in
geeigneter Weise steuerbare Auftragevorrichtung benutzt, deren Herkunft und Konstruktion unerheblich ist,
vorausgesetzt, daß sie ein zuverlässiges und regelbares Schmiersystem mit Pumpe und Kompressor besitzt, um
eine völlig gleichmäßige Zufuhr der Mischung sicherzustellen.
Die Mischung aus Farbstoff und Schmälze wird in den zugehörigen Behälter eingegeben und über das übliche
Zuführsystem zum Kammzug gefördert, wobei stets darauf geachtet werden muß, die Abgabe derart zu
steuern, daß etwa 6% der Mischung pro Gewichtseinheit Kammzug, d. h. 6 kg Mischung auf 100 kg
Kammzug aufgetragen werden. Im Fall von dunklen oder mittleren Unifarben ist es vorteilhaft, auf der
gleichen oder einer anderen Maschine einen zweiten Durchgang mit mindestens 3% der Mischung vorzunehmen,
wobei der erste Durchgang auf etwa 4% verringert werden muß. Man erhält auf diese Weise sehr
schnell eine gleichmäßige Einfärbung.
Dabei ist stets darauf zu achten, daß in der verwendeten Mischung der Gesamtanteil an Farbstoffen
nicht den Anteil an Schmälze übersteigt, weil sonst Schwierigkeiten beim eigentlichen Spinnprozeß auftreten.
Man erreicht dies dadurch, daß die Farbstoffe jeweils in der notwendigen Konzentration zur Verwendung
kommen.
Das erfindungsgemäße Verfahren, das in Verbindung mit Fäden aus starken Acrylfasern eingehend erprobt
wurde, läßt sich auch bei anderen synthetischen oder natürlichen Fasern anwenden, bei denen man nach dem
Prinzip des »Kammspinnens« arbeitet.
Das eifmdungsgemäße Verfahren läßt auch eine
Mischung von zwei, drei oder mehr Farben zu, ohne daß dadurch irgendeine Verzögerung bei der Garn- bzw.
Fadenherstellung eintritt.
Nach dem Auftragen der Mischung kann das Garn, ohne es erneut zu schmälzen, an die folgenden
Maschinen weitergeleitet werden. Genau zu diesem Zeitpunkt beginnt die Mischung zu wirken, die in dem
Maße, wie die einzelnen Verfahrensschritte aufeinander folgen, das gesamte Garn vollständig einfärbt, ohne daß
dabei die Maschinen, welche das Garn passiert, beschädigt oder übermäßig verschmutzt werden. Es hat
sich gezeigt, daß der Verschmutzungsgrad um ein vielfaches kleine- ist als im Falle einer üblicher., für
Wolle benutzten Mischung.
Sobald der Vorspinnprozeß beendet ist, zeigt sich eine gleichmäßige Einfärbung, wobei man jedoch erst
beim Fertigspinnen das endgültige Resultat der Imprägnierung und gleichmäßigen Einfärbung feststellen
kann.
Die Farbe braucht nur noch fixiert zu werden. Hierzu wird das Garn, zu Strängen zusammengefaßt, in einen
Autoklaven, vorzugsweise einen automatisch arbeitenden Autoklaven eingegeben, damit von Fixierung ?\i
Fixierung keine Unterschiede eintreten.
Im Falle starker Acrylfäden, bei denen sich das Verfahren in Versuchen hervorragend bewährt hat, geht
die Fixierung gleichzeitig mit der Schrumpfung vonstatten; in den meisten Fällen braucht hierbei weder
die Verweilzeit verlängert noch die Temperatur erhöht zu werden. Noch bessere Ergebnisse erhält man in
einem Autoklaven, der den Aufbau eines Vakuums gestattet.
Im allgemeinen wird die Fixierung in einer erwärmten
Umgebung durchgeführt, wobei die Temperatur den einzelnen Faserarten angepaßt ist. Für Acrylfasern liegt
die Temperatur im allgemeinen zwischen 100° und 103° C; im Falle von Polyester kann sie auf 130° C erhöht
werden. Die Verweilzeit ist veränderlich und hängt von der Intensität der Farbe und der verwendeten
Farbstoffe ab; in keinem Fall ist eine Verweilzeit von mehr als 30 Minuten erforderlich.
Dieser Bearbeitungsvorgang erfordert keine direkte Dampfzufuhr und noch weniger die Zufuhr von
Feuchtigkeit. Auf jeden Fall muß die Berührung mit Wasser vermieden werden; aus diesem Grund bezeich-
21 OO
net man das Verfahren als »wasserloses Färbeverfahren«.
Nach Beendigung des Bearbeitungsvorganges ist das Garn in einem Zustand, in welchem es an seinen
Verwendungsort gebracht werden kann. In den meisten Fällen kann man darauf verzichten, es vorher zu spülen
oder geschmeidig zu machen. Mischfasergarn erfordert nach der Fixierung dagegen einen Wasch- oder
Spülvorgang, um eine Verschmutzung des nicht eingefärbten Fasergutes auszuschließen, wobei jedoch to
alle Eigenarten des Verfahrens hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit erhalten bleiben.
Nachstehend seien einige weitere Vorteile des Verfahrens angeführt:
Ober die ohnehin erforderlichen Einrichtungen hinaus sind keine weiteren Einrichtungen erforderlich.
Man erzielt eine Zeitersparnis, da der Farbstoff während der Zeit für den normalen Spinnvorgang
aufgebracht wird und es sich um einen ungebleichten Faden handelt.
Jede Kammgarnspinnerei, die über keine Färberei verfügt, kann ohne Hilfe von außen Farbtönungen
herstellen und reproduzieren.
Das Verfahren verringert die normalerweise zwischen dem Spinnen und der Endbearbeitung auftretenden
Schäden um 80% und bewirkt somit eine Kostensenkung.
Es bietet die Voraussetzung für die bisher nicht mögliche Wiedereinfärbung, und zwar in erster Linie für
Fasern, die normalerweise durch vollständige oder teilweise Sättigung eingefärbt werden.
Es zeichnet sich durch größere Zuverlässigkeit aus, weil der Farbstoff gleichmäßig aufgebracht und
verwendet wird, ohne das Hilfsstoffe erforderlich sind,
welche die Zuverlässigkeit der Einfärbung beeinträchtigen.
Es tritt keine Sättigung der Fasern ein, denn es wird
von allen ursprünglich vorhandenen Eigenschaften der Fasern Gebrauch gemacht Die Verwendung von
Wasser, die für bestimmte Betriebe ein großes Problem darstellt, ist überflüssig.
Das Verfahren gestattet das Einfärben von starken Fasern mit Unifarben oder Mischfarben, was bisher nur
dadurch möglich war, daß die Farbstoffe in die Fasermasse, d. h. während der Faseraufbereitung
eingegeben wurden.
Claims (1)
- 21 OOPatentanspruch:Verfahren zum wasserlosen Färben von Garn bzw. Fäden, bei dem die Farbe in Form einer Mischung aus Farbstoffen und einer geeigneten Schmälze unter Verwendung einer üblichen Schmälzeinrichtung aufgetragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mischung während des Spinnvorganges auf dem Kammzug aufträgt und das Garn nach Beendigung des Spinnvorganges zu Strängen zusammengefaßt einer Autoklavbehandlung unterwirft.
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