DE212350C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE212350C DE212350C DENDAT212350D DE212350DA DE212350C DE 212350 C DE212350 C DE 212350C DE NDAT212350 D DENDAT212350 D DE NDAT212350D DE 212350D A DE212350D A DE 212350DA DE 212350 C DE212350 C DE 212350C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- lecithin
- tubercle bacilli
- preparation
- bacilli
- toxic
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61K—PREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
- A61K39/00—Medicinal preparations containing antigens or antibodies
- A61K39/02—Bacterial antigens
- A61K39/04—Mycobacterium, e.g. Mycobacterium tuberculosis
Landscapes
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Mycology (AREA)
- Pharmacology & Pharmacy (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Immunology (AREA)
- Medicinal Chemistry (AREA)
- Microbiology (AREA)
- Communicable Diseases (AREA)
- Pulmonology (AREA)
- Epidemiology (AREA)
- Animal Behavior & Ethology (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Public Health (AREA)
- Veterinary Medicine (AREA)
- Medicines Containing Plant Substances (AREA)
- Peptides Or Proteins (AREA)
Description
KAISERLICHES PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 3ΟΛ. GRUPPE
: Die Erfindung bezieht sich auf die Gewinnung hochwirksamer und völlig ungiftiger
Substanzen aus den Leibern säurefester Bakterien. Behandelt man diese mit wässerigen
Emulsionen von Lecithin bei mäßigen Temperaturen während längerer Zeit, so geht nicht
nur das Fett der Bazillenleiber, sondern auch eine eiweißartige Verbindung in Lösung, die
jene wirksame und ungiftige Substanz darstellt. Die durch Filtrieren von den Bazillenleibern
gewonnene Lösung wird von Tieren selbst nach Injektion größerer Mengen gut vertragen. So erzeugt ein aus Tuberkelbazillen
hergestelltes Präparat keinerlei tuberkulöse Veränderungen; es vermag aber gegen
Infektionen durch virulente Tuberkelbazillen zu schützen.
Klinische Versuche ergaben neben völliger Ungiftigkeit eine sehr hohe therapeutische
Wirksamkeit des neuen Präparates bei Tuberkulösen. In welcher Weise die giftigen Substanzen
der Tuberkelbazillen in dem Präparat gebunden sind, ist vorerst nicht aufgeklärt.
Jedenfalls ist es aber überraschend, daß das Präparat, das die Fett- und immunisierende
Eiweißsubstanz der Tuberkelbazillen enthält, so völlig frei von giftigen Nebenwirkungen ist.
Es ist bereits versucht worden, Typhusbakterien mit Lecithin zu extrahieren (Deutsche
Mediz. Wochenschrift 1908, S. 139), wobei eine äußerst giftige Substanz erhalten wurde.
Von diesem Ergebnis ist dasjenige des. vorliegenden Verfahrens wesentlich verschieden.
Durch die Behandlung mit Lecithin werden bei den säurefesten Bakterien die giftigen
Substanzen gebunden, während sie die gleiche Behandlung bei dem Typhuserreger frei macht.
In Betracht kommt noch, daß aus dem Verhalten der Typhusbakterien, die schon durch
ganz verdünnte Ätzalkalien weitgehend aufgelöst werden, nicht zu folgern war, daß
Lecithin auf die sonst so widerstandsfähigen Bakterien überhaupt eine Wirkung ausüben
werde.
,iog Lecithin werden mit 500 ecm destilliertem
Wasser emulgiert und dann mit 20 g fein verriebenen, feuchten Tuberkelbazillen, am
vorteilhaftesten einer Bouillonkultur, versetzt. Die Mischung läßt man 1 Tag unter öfterem
Umschütteln stehen, bringt sie alsdann in . einen Schüttelapparat, , schüttelt gut durch
und läßt sie hierauf wiederum 1 Tag bei 37 ° stehen. . Nun wird die Mischung mit etwas
Wasserstoffsuperoxyd (4 ecm des Perhydrol Merck) versetzt und dann 14 Tage im Brutschrank
bei etwa 37 ° unter zeitweiligem Umschütteln aufbewahrt. Man trennt hierauf die Flüssigkeit von den am Boden sitzenden
Tuberkelbazillenleibern vorteilhaft durch Dekantieren und erwärmt 1 Stunde auf 58 °.
Der Perhydrolzusatz schützt das Präparat vor jeder Verunreinigung; vor der Verwendung
des Präparats wird das Perhydrol durch Zusatz äußerst geringer Mengen einer Katalase
zerstört. Die zurückgebliebenen Tuberkelbazillen zeigen beim Färben keine Säurefestigkeit mehr.
In dem Extrakt sind sowohl die Fettsubstanzen als auch die immunisierenden Eiweißstoffe
der Tuberkelbazillenleiber in Lösung enthalten.
Wesentlich für das neue Verfahren sind die bei der Extraktion zu beobachtenden Temperaturen,
die so gewählt werden müssen, daß die Immunsubstanzen nicht zerstört werden. An Stelle von Tuberkelbazillen können in
obigem Beispiel auch die Leiber anderer säurefester Bakterien verwendet werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch: 1SVerfahren zur Gewinnung ungiftiger und therapeutisch wirksamer Präparate aus den Leibern säurefester Bakterien, darin bestehend, daß man diese bei mäßiger Temperatur mit wässerigen Emulsionen von Lecithin extrahiert.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE212350C true DE212350C (de) |
Family
ID=474089
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT212350D Active DE212350C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE212350C (de) |
-
0
- DE DENDAT212350D patent/DE212350C/de active Active
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2902136A1 (de) | Interferon und es enthaltende zubereitungen | |
| DE2638762A1 (de) | Wasserloesliche adjuvantien, verfahren zu ihrer herstellung und sie enthaltende arzneimittel | |
| DE3853910T2 (de) | Molekulare köder und deren verwendung. | |
| CH629668A5 (de) | Verfahren zum reinigen von hepatitis-b-antigen. | |
| DE2823750C3 (de) | Verfahren zur Gewinnung mindestens eines Hydrolyseprodukts eines Endotoxins von Bordetella Pertussis | |
| DE212350C (de) | ||
| DE2518474A1 (de) | Mitogenes mittel, verfahren zu seiner herstellung und diese mittel enthaltende arzneimittel und biologische reagenzien | |
| DE3850728T2 (de) | Methode zur Bestimmung des Verhaltens von Medikamenten in Lebewesen. | |
| DE254769C (de) | ||
| DE307975C (de) | ||
| DE248984C (de) | ||
| DE1966436C3 (de) | Verwendung einer Antigen-Immunserum-Kombination als Impfstoff | |
| DE286977C (de) | ||
| DE197887C (de) | ||
| DE574587C (de) | Verfahren zur Gewinnung von fuer die Immunisierung gegen Infektionen durch Infektionserreger geeigneten Vaccinen | |
| AT92081B (de) | Verfahren zur Herstellung von avirulenten Heil- und Schutzstoffen für Tuberkulose. | |
| AT54880B (de) | Verfahren zur Herstellung von zur lokalen Immunisierung erkranker Gewebsteile dienenden Stoffen. | |
| DE212336C (de) | ||
| DE1467817A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Vaccinen | |
| DE870322C (de) | Verfahren zur Herstellung von immunisierenden und sensibilisierenden Fraktionen des Serums | |
| DE185031C (de) | ||
| DE101255C (de) | ||
| DE108516C (de) | ||
| DE261517C (de) | ||
| DE664023C (de) | Verfahren zur Darstellung von Milz- und Leberextrakten |