DE2142425C3 - Verfahren zur Herstellung einer rieselfähigen, als Futtermittel verwendbaren Trockenmelasse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer rieselfähigen, als Futtermittel verwendbaren TrockenmelasseInfo
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Description
benen Bedingungen nur mit großem technischen Aufwand (z. B. Kolloidmühlen) möglich sein dürfte. Da ohnehin
bei der Trocknung das Gut auf über 100°C erwärmi werden muß, stellt das Verfahren gemäß der Erfindung
eine wesentliche Vereinfachung dar. Durch Er- .'> wärmung auf 500C sinkt die Viskosität der Melasse, so
daß der Mischungsvorgang wesentlich erleichtert wird. Das Auftragen der erwärmten Melasse auf Wa'zentrocknern
läßt sich besser durchführen als mit einer kalten Melasse; auch wird die Trocknungsleistung des
Walzentrockners um die bei der vorangegangenen Anwärmung zugeführte Wärmemenge erhöht
Auch gegenüber dem Verfahren der französischen Patentschrift 20 40 662 weist das erfindungsgemäße
Verfahren wesentliche Fortschritte auf. Ziel der bekannten Verfahren ist die Herstellung einer pulverisier
ten Trockenmelasse. Das erfindungsgemäß hergestellte Produkt liegt dagegen in stückiger bis schuppenariiger
Form vor mit einer Korngröße im Bereich von 1 bis mm.
In Anbetracht des viskosen Zustandes der Melasse wird eine verhältnismäßig umständliche und zeitraubende
Trockung durchgeführt:
1) Zunächst wird die Melasse in einer üblichen zweistufigen Verdampferanlage unter Vakuum bei 80
bis 90° C auf 97% Trockensubstanz pingedickt.
2) Danach erfolgt ein Einkneten von trocknem Calcium-
oder Magnesiumoxid, wodurch ein Teil des Wassers in Form der entstandenen entsprechenden
Hydrate ge' "jnden werden soll.
3) Als dritte Stufe folgt ein Nachtrocknen des so gebildeten Teiges während ei"er Ab-'-jhlung von 80
bis 85°C auf Raumtemperati'r. D:ese Abkühlung
erfolgt nach dem Verspan des Produkts in
einem Kaltluftstrom eines Kühlschachtes. Die beim erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführte
Verschäumung, welche wesentlich zur Stabilisierung des Endproduktes beiträgt, findet nicht statt.
Abgesehen von der umständlichen Trocknungsart müssen sich beim bekannten Verfahren Schwierigketten
insofern einstellen, als Melasse mit einem Trockensubstanzgehalt von 97% bei 80°C eine
wendeten Verdampfungsapparaten mit Röhrenoder Ringheizkammern örtliche Überhitzungen
auftreten, welche bis zur Verkohlung der Melasse führen können. Hinzu kommt, daß zur Erreichung
einer guten Verteilung das zuzusetzende Calciumoxid auf Korngrößen unter 100 Mikron gemahlen
werden müßte, was nur mit einem erheblichen so technischen Aufwand möglich ist. Schwierigkeiten
dieser Art treten bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht auf.
An einem Beispiel der Trocknung von Melasse mit einem Walzentrockner wird im folgenden das erfindungsgemäße
Verfahren näher beschrieben.
Die Melasse wird mit dem nach der Zuckergewinnung anfallenden Feuchtigkeitsgehalt im Chargenbetrieb
aufgearbeitet, indem der Melasse nach Einfüllen in Aufbereitungsgefäße und Aufwärmen auf 50°C unter
Rühren in Wasser aufgeschlämmtes Kalkhydrat als Kalkmilch bzw. Kalkbrei zugesetzt wird. Danach erfolgt
Einblasen von Preßluft über eine Preßluftschnatter am Boden des Aufbereitungsgefäßes, bis die gewünschte
Volumenziinahme erreicht und ein feinporiger Melasseschaum entstanden ist. Die weitere Verarbeitung
erfolgt nach an sich bekannter Arbeitsweise auf einem Walzentrockner nach folgendem Schema.
Die aufgeschäumte Melasse wird mittels einer Verdrängerpumpe über eine Ringleitung dem Trockner zugeführt.
Die Höhe des »Sumpfes« zwischen Auftragswalze und Trocknungswa!ze wird durch ein niveaugestuiertes
Regelventil eingestellt. Der nicht vom Trockner abgenommene Anteil Naßmelasse wird zum jeweiligen
Abpumpgefäß zurückgeführt. Die auf dem Trocknungszylinder getrocknete, noch heiße und dünnflüssige
Melasse wird mit einem Schabermesser abgehoben und unmittelbar einem Kühlzylinder zugeführt, auf welchem
die Melasse abkühlt und erstarrt und mit einem zweiten Schabermesser als Schuppen von der Walze
abgehoben wird. Die Trockenmelasse kann unmittelbar nach Verlassen der Trocknungsanlage in Schuppenform
oder nach Kompaktieren in Kugel- oder Tablettenform verpackt und gelagert werden. Um ein einwandfreies
Herauslösen der Tabletten aus der Brikettiermaschine zu gewähr ieisten, ist es notwendig, die
Kompaktorwalztn mit einem Gleitmittel zu besprühen. Die Verpackung erfolgt in luftdicht verschlossenen Gebinden.
Die Anlage kann von einer Bedienungsperson gefahren werden.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte
Trockenmelasse ist eine lockere, frei fließende, pulvrige, stückige Masse von hellbrauner Farbe und hohem
Futterwert. Das erfindungsgemäße Verfahren ist schorend, so daß der Futterwert, die Verdaulichkeit
und die geschmacksverbessernden Eigenschaften der Melasse erhalten bleiben. Das Produki kann in einem
Korngi ößenbereich erzeugt werden, der gute Mischeigenschaften besitzt. Bei der Mischung erfolgt eine gute
und schnelle Verteilung mit den übrigen Futtermittelkomponenten, wobei die infolge der Hygroskopizität
während der Mischung von der Trockenmelasse aufgenommene Feuchtigkeit ausreicht, um eine gute Haftung
der Melasseteilchen an den übrigen Komponenten zu gewählleisten. Ein Entmischen kann also nicht erfolgen.
Die Verteile der Verwendung solcher Trockenmelasse sind auch namentlich für den Einzelverbraucher, z. B.
bei der Bereitung von Futter zur Direktfütterung oder zur Silagebereiiung hinsichtlich der guten Fließ-, Mischungs-
und Dosierungseigenschaften von Bedeutung.
Das getrocknete Melassepulver ist in feuchtigkeitsundurchlässiger Verpackung bei normalen Temperaturen
gur lagerfähig. Das Pulver ist hygroskopisch, iicni
also beim offenen Stehen Feuchtigkeit aus der Luft an oder kann nach Oberflächenkontakt Feuchtigkeit von
anderen Stoffen aufnehmen. Das Produkt ist zudem gut wasserlöslich.
Priority Applications (13)
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| DE2142425A1 DE2142425A1 (de) | 1973-03-08 |
| DE2142425B2 DE2142425B2 (de) | 1975-09-18 |
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