DE2142995B2 - Reibwerkstoff - Google Patents
ReibwerkstoffInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Reibwerkstoff, der aus für Reibwerkstoffe üblichen Bindemitteln, für
Reibwerkstoffe üblichen Füllstoffen und die Reibeigenschaften modifizierenden Zusatzstoffen in Form von
gebundenen Partikeln besteht.
Es ist bekannt, daß man zur Verbesserung der Reibeigenschaften, insbesondere zur Erzielung eines
bleibenden hohen Reibungskoeffizienten bei Reibbelägen Zusatzstoffe, und zwar entweder anorganisch
gebundene, z. B. Sinterstoffe, oder organisch gebundene keramische oder oxidische Stoffe dem Gemisch aus
Bindemittel und Füllstoff zusetzt und daraus in üblicher Weise die Bremsbeläge formt Die so hergestellten
fertigen Bremsbeläge zeichnen sich insbesondere bei relativ hohen Temperaturen durch ein besonders gutes
Reibverhalten aus. Nachteilig ist bei diesen bekannten Reibwerkstoffen die Tatsache, daß die Größe der
Partikeln, in denen diese Zusatzstoffe entweder in gesinterter Form, wenn es sich um Metallpulver handelt,
oder in wärmegehärtetem Zustand, wenn es sich um mit anorganischem oder organischem Bindemittel gebundene
pulverförmige Zusatzstoffe, wie beispielsweise feste Schmierstoffe, Metalle, Oxid- oder Kerampulver,
handelt, verschieden ist. Liegen die Zusatzstoffe in Form von relativ großen Partikeln vor, dann besteht die
Gefahr, daß diese bei der Verarbeitung zu den fertigen Reibbelägen teilweise zerstört werden, und es bildet
sich unerwünscht hoher Abfall. Kleine Teilchen, die für die Einarbeitung problemloser sind, müssen durch
sorgfältige Zerkleinerung der gesinterten bzw. wärmegehärteten Zusatzstoffe zunächst gewonnen werden.
Bei dem dazu erforderlichen Aufmahl- oder Brechprozeß beträgt die Abfallrate an Material nicht geeigneter
Korngröße erfahrungsgemäß mindestens 30%, was wiederum unwirtschaftlich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bisherigen Nachteile zu beheben.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß in einem Reibwerkstoff der eingangs angegebenen Art, bestehend
aus für Reibwerkstoffe üblichen Bindemitteln, für Reibwerkstoffe üblichen Füllstoffen und üblichen die
Reibeigenschaften modifizierenden Zusatzstoffen in Form von gebundenen Partikeln erfindungsgemäß die
modifizierenden Zusatzstoffe als hochverdichtetes Granulat definierter Kornform vorhanden sind. Dabei hat es
sich als zweckmäßig erwiesen, wenn das hochverdichtete Granulat in Form von Kleinstpreßlingen vorliegt
Zweckmäßig ist es, wenn die modifizierenden Zusatzstoffe in Form von Teilchen mii Pyramidenstumpf-Form
mit einer quadratischen Grundfläche von einer Kantenlänge von 6 mm, einer Höhe von etwa 3 mm und
formgleichen Seitenflächen vorliegen. Falls die Gefahr einer Entmischung besteht, kann es auch vorteilhaft sein,
die modifizierenden Zusätze als verschieden geformte definierte Granulatkörper in einen Bremsbelag einzuarbeiten.
Es wurde gefunden, daß die Reibeigenschaften des erfindungsgemäßen Reibwerkstoffes, in welchem die
modifizierenden Zusatzstoffe als hochverdichtete Granulate definierter Kornform vorliegen, sehr zufriedenstellend
sind, so daß die Materialersparnis, die sich infolge der praktisch abfallfreien Fertigung des
erfindungsgemäben Reibwerkstoffes ergibt, nicht zu Lasten des Reibverhaltens geht, vielmehr einen echten
technischen Vorteil bringt
Die in dem erfindungsgemäßen Reibwerkstoff vorhandenen
hochverdichteten Granulate definierter Kornform sind vorteilhaft Kleinstpreßlinge, die in
praktisch ähnlicher Weise hergestellt werden wie die bekannten relativ großen Zusatzstoff-Körper, und zwar
— wenn es sich um metallische Zusätze handelt — durch Vermischen der pulverförmigen Ausgangssubstanzen,
Verpressen dieser, jedoch unter einem vergleichsweise hohen Preßdruck von etwa 1 bis 4 Mp/cm2, und Sintern
nach bekannten Methoden — oder, wenn es sich um oxidische und keramische Stoffe handelt, die anorganisch
oder organisch gebunden sind, durch Vermischen der pulverförmigen Ausgangsbestandteile, Verpressen
dieser, jedoch unter einem vergleichsweise hohen Preßdruck von etwa bis 4 M p/cm2 und Aushärten nach
bekannten Methoden. Dabei wird, im Unterschied zu der Herstellung der bekannten Zusatzstoff-Partikeln,
zur Gewinnung des im erfindungsgemäßen Reibwerkstoff benötigten Granulats definierter Kornform das
Ausgangspulvergemisch portionsweise in kleine Formen bestimmter Gestalt eingefüllt und darin unter dem
Preßdruck zu bestimmten Körpern mit definierten Dimensionen verformt und verfestigt. Es lassen sich
dabei in einfacher Weise Preßlinge mit einer definierten Vielzahl von Körperflächen in definierten Dimensionen
gewinnen. Infolge der definierten Dimensionen liegen die einzelnen Preßlinge auch mit definiertem Gewicht
vor, was sich auf die Eigenschaften des Reibwerkstoffes vorteilhaft auswirkt, da das Granulat auf diese Weise auf
die Funktionsnotwendigkeit der mit dem Reibwerkstoff herzustellenden Beläge abgestimmt und den im
Reibwerkstoff-Gemisch einsetzbaren verschiedenen Reibwerkstoff-Anteilen angepaßt benutzt werden kann.
Insbesondere durch die definierte Vielzahl von Körperflächen der Preßlinge kann eine gute Verklammerung
mit den vorhandenen Reibwerkstoff-Bestandteilen erreicht und einer eveuiuellen Entmischung während
des Produktionsablaufs entgegengewirkt werden.
Darüber hinaus liegt der besondere Vorteil darin, daß aus dem gepreßten Materialvolumen eine hohe
Ausbeute an Granulatkörpern definierter Kornform gewonnen werden kann. Es wurde gefunden, daß ein
hoher Ausnutzungsgrad der eingesetzten Pulvermenge zu gewonnenen Granulatkörpern von über 90%
erreicht werden kann.
In der Zeichnung sind verschiedene Formen, in denen die mit dem erfindungsgemäßen Reibwerkstoff verarbeiteten
Kleinstpreßlinge gefertigt werden können,
beispielsweise veranschaulicht. Es zeigt
F i g. 1 vergrößert die Form eines pyramidenstumpf-Förmigen Granulatkörpers,
Fig.2 vergrößert eine andere Form für die Granulatkörper, sogenannte »Hundekuchen«,
F i g. 3 vergrößert die Form eines zylinderförmigen Granulatkörpers,
Fig.4 in Plattenform mit vorbestimmten Sollbruchstellen
gefertigte hanteiförmige und pyramidenstumpfförmige Granulatkörper,
F i g. 5 die Granulatkörper der F i g. 1 in Plattenform mit Sollbruchkanten gefertigt und
F i g. 6 einen Bremsbelag mit darin eingearbeiteten verschiedenen geformten definierten Granulatkörpern.
hergestellten Reibbeläge ergaben mindestens ebenso gute Reibeigenschaften wie Vergieichsreibbeläge, die
mit vergleichbarem Reibwerkstoff, jedoch mit Zusatzstoff-Partikeln unspezifischer Form gefertigt worden
waren.
IO
IS
Ein Pulvergemisch folgender Zusammensetzung:
70 Gewichtsprozent Kohlenstoff,
10 Gewichtsprozent Blei,
10 Gewichtsprozent Molybdändisulfid,
10 Gewichtsprozent Aluminiumsilikat
wurde in einem Lödiger-Mischer unter Zusatz von 5% Trockenharz 15 Minuten lang innig vermischt. Anschließend wurde das Gemisch in eine Formplatte gemäß F i g. 5 eingefüllt und darin unter einem Preßdruck von 2 Mp/cm2 verpreßt und bei 2000C ausgehärtet Nach dem Aushärten ließ man abkühlen, und danach wurde die Platte an ihren Sollbruchstellen aufgebrochen. Das Material fiel praktisch vollständig in Form von Kleinpreßlingen der in F i g. 1 gezeigten Form an, und diese hatten untereinander praktisch gleiche Größe, und die Lage der vorhandenen Flächen war bei allen Kleinpreßlingen praktisch ebenfalls die gleiche.
wurde in einem Lödiger-Mischer unter Zusatz von 5% Trockenharz 15 Minuten lang innig vermischt. Anschließend wurde das Gemisch in eine Formplatte gemäß F i g. 5 eingefüllt und darin unter einem Preßdruck von 2 Mp/cm2 verpreßt und bei 2000C ausgehärtet Nach dem Aushärten ließ man abkühlen, und danach wurde die Platte an ihren Sollbruchstellen aufgebrochen. Das Material fiel praktisch vollständig in Form von Kleinpreßlingen der in F i g. 1 gezeigten Form an, und diese hatten untereinander praktisch gleiche Größe, und die Lage der vorhandenen Flächen war bei allen Kleinpreßlingen praktisch ebenfalls die gleiche.
Dieses definierte Granulat wurde einem üblichen organischen Reibwerkstoff-Material in einer Menge
von etwa 15 Volumprozent bezogen auf die Gesamtmasse des Reibbelags, eingearbeitet. Die daraus
Ein Pulvergemisch folgender Zusammensetzung:
20 Volumprozent Phenolharz-Bindemittel,
15 Volumprozent Graphit,
25 Volumprozent pulverförmiges keramisches Material (Mullit),
50 Volumprozent pulverförmige Metalloxide
(Eisenoxid)
wurden miteinander innig vermischt Anschließend wurde das Gemisch in eine Formplatte gemäß F i g. 5
eingefüllt und darin unter einem Preßdruck von 2 Mp/cm2 und bei Temperaturen bis etwa 1800C
verpreßt und ausgehärtet. Nach dem Aushärten ließ man abkühlen, und danach wurde die Platte an ihren
Sollbruchstellen aufgebrochen. Das Material fiel praktisch vollständig in Form von kleinen Preßlingen der in
F i g. 1 gezeigten Form an. Diese hatten untereinander praktisch gleiche Größe, und die Lage der vorhandenen
Flächen war bei allen Kleinpreßlingen praktisch ebenfalls die gleiche.
Dieses definierte Granulat wurde wie in Beispiel 1 beschrieben mit einem organischen Material verarbeitet.
Die daraus hergestellten Reibbeläge hatten ebenfalls mindestens ebenso gute Reibeigenschaften
wie Vergieichsreibbeläge, die mit Undefinierten Zusatzstoff-Partikeln
gefertigt worden waren.
Auf diese Weise lassen sich Vormischungen beliebigen Charakters, sowohl anorganisch gebundene, gesinterte
und organisch gebundene, in Reibwerkstoff-Gemischen auf Basis von anorganischem, organischem oder
Sinter-Bindemittel verarbeiten.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Reibwerkstoff, bestehend aus für Reibwerkstoffe üblichen Bindemitteln, für Reibwerkstoffe üblichen
Füllstoffen und die Reibeigenschaften modifizierenden Zusatzstoffen in Form von gebundenen
Partikeln, dadurch gekennzeichnet, daß die modifizierenden Zusatzstoffe als hochverdichtetes
Granulat definierter Kornform vorhanden sind.
2. Reibwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das hochverdichtete Granulat
in Form von Kleinstpreßlingen vorhanden ist
3. Reibwerkstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die modifizierenden Zusatzstoffe
in Teilchen von Pyramidenstumpf-Form mit einer quadratischen Grundfläche von einer Kantenlänge
von 6 mm, einer Höhe von etwa 3 mm und formgleichen Seitenflächen vorliegen.
20
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| DE19712142995 DE2142995B2 (de) | 1971-08-27 | 1971-08-27 | Reibwerkstoff |
Publications (2)
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| DE2142995A1 DE2142995A1 (de) | 1973-03-01 |
| DE2142995B2 true DE2142995B2 (de) | 1975-12-11 |
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ID=5817972
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19712142995 Withdrawn DE2142995B2 (de) | 1971-08-27 | 1971-08-27 | Reibwerkstoff |
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Families Citing this family (5)
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| CA2024478C (en) * | 1989-09-01 | 1997-05-20 | Mitsuhiko Nakagawa | Friction material and method of manufacturing such material |
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- 1971-08-27 DE DE19712142995 patent/DE2142995B2/de not_active Withdrawn
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