DE218927C - - Google Patents

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DE218927C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25B7/00—Electrophoretic production of compounds or non-metals

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 218927 KLASSE 39 b. GRUPPE
THOMAS COCKERILL in COLOMBO, Ceylon.
von Gummibäumen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Oktober 1908 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Gewinnung von Kautschuk aus dem Milchsafte (Latex) von Gummibäumen. Für das vorliegende Verfahren eignet sich der Milchsaft von allen Bäumen, die bisher für die Gewinnung von Gummi in Betracht kommen, in gleicher Weise.
Das Wesen der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß das an und für sich bekannte
ίο elektrolytische Verfahren zur Abscheidung des Kautschuks aus dem Milchsafte hier zu einem kontinuierlichen ausgebildet wird. Zu diesem Zwecke wird die Anode als ein in Bewegung befindliches Band ohne Ende angeordnet, welches also immer neue Niederschlagflächen darbietet. Der auf der Anode niedergeschlagene Kautschuk wird dann abgehoben, so daß er in der Form eines langen dünnen Bandes gewonnen wird, welches gepreßt, gewaschen und schnell und leicht getrocknet werden kann, so daß der Kautschuk als vollständig fertiges, leicht zu handhabendes Handelsprodukt die Maschine verläßt.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform der Vorrichtung für das vorstehende Verfahren dargestellt.
Fig. ι zeigt die Vorrichtung in der Seitenansicht und zum Teil in einem senkrechten Längsschnitt. Fig. 2 zeigt die Anordnung in der Draufsicht.
Die Maschine besitzt zwei hölzerne Führungsrollen B, B, die ein endloses Förderband C tragen. Eine der beiden Rollen B wird von der Riemenscheibe D indirekt mittels eines Vorgeleges angetrieben, so daß das Förderband mit einer sehr geringen Geschwindigkeit läuft. Die Außenseite des Förderbandes ist elektrisch leitend, und diese elektrisch leitende Oberfläche erhält ihren Strom von der Bürste E, die ihrerseits wiederum mit den positiven Polen einer Dynamomaschine verbunden ist. Die Oberfläche des Förderbandes C wirkt infolgedessen wie eine Anode eines elektrolytischen Bades. In einer geringen Entfernung über der Anode ist eine Kathode F von geeignetem Material angeordnet; diese Kathode ist mit dem Negativpole der Dynamomaschine verbunden. Die Entfernung zwischen der Anode und der Kathode kann 6 bis 15 mm betragen. Die Kathode kann ebenso wie die Anode beweglich angeordnet sein oder auch feststehend gedacht sein. Der Latex wird in einen Behälter A eingefüllt und durch ein Zuführungsrohr H auf das Filter / geführt, von wo er auf eine Schaufel K fällt, die ihn über die gesamte Breite des Anodenbandes C ausbreitet. Der Latex wird auf diese Weise zwischen die Anode und die Kathode eingeführt, und beim Durchgang eines genügenden elektrischen Stromes wird der Kautschuk in der Form eines körnigen Überzuges auf der Anode niedergeschlagen, von wo er bei der Weiterförderung der Anode für die weitere Bearbeitung wieder abgenommen wird. Der Latex wird durch Seiten wände C1 daran verhindert, über das Anodenband seitlich hinwegzufließen. Wenn die Maschine angelassen werden soll, so wird zunächst der Latex auf die Anode gegossen, bis der Zwischenraum
zwischen der Anode C und der Kathode F ausgefüllt ist. Die Schaufel K verhindert hierbei, daß der Latex über die Vorderseite des Anodenbandes herunterfließt. Der elektrische Strom wird alsdann eingeschaltet und fließt für ungefähr 2 Minuten durch das auf der Anode befindliche Latexbad. Die Oberfläche der Anode wird dann schnell mit einem Niederschlag des Kautschuks überzogen, dessen Stärke von
ίο der Stromstärke und dem Kautschukgehalte des Latex abhängt. Hierauf wird das Anodenband in Bewegung gesetzt und der Latex, welcher nunmehr ununterbrochen zu der oberen Oberfläche des Anodenbandes zufließt, wird alsdann zwischen die Anode und Kathode geführt, wobei der Zufluß des Latex genau reguliert werden muß, damit stets der Zwischenraum zwischen der Anode und der Kathode ausgefüllt bleibt. Der Kautschuk, der in dem Latex enthalten ist, schlägt sich dabei ununterbrochen auf der Oberfläche der Anode nieder. Dieser fortwährende Niederschlag kann nun zusammengepreßt werden und alsdann in geeigneter Weise in Form eines fortlaufenden Bandes von der Anode abgenommen werden. Es empfiehlt sich, den Kautschukniederschlag auf dem Anodenbande bis zu einem gewissen Grade zusammenzupressen, bevor er abgenommen wird. Zu diesem Zwecke wird das Anodenband zwischen Quetschrollen L und L1 hindurchgeführt. Die unten gelegene Rolle U- besteht vorteilhaft aus Holz, die obere aus vulkanisiertem Gummi. Hierdurch wird der fortwährend sich bildende Kautschukniederschlag zusammengepreßt, so daß er in sehr bequemer Weise von der Oberfläche des Anodenbandes abgenommen werden kann. Das Band M des auf diese Weise komprimierten Gummis wird nun von der Anode bei ihrer Weiterbewegung durch irgendeinen geeigneten Schaber abgenommen. Die Mutterflüssigkeit des Latex fließt hierbei von dem Förderband ab und gelangt in einen Behälter O, von wo der Latex einem zweiten gleichen Verfahren unterworfen werden kann, falls er noch nicht vollständig seinen Kautschukgehalt abgegeben hat. Das Kautschukband M wird nun durch den Schaber Quetschrollen P und P1 zugeführt, welche mit derselben Umfangsgeschwindigkeit laufen wie das Anodenband.
Diese Walzen bestehen aus flachem oder gewelltem Metall und pressen den Rest der Flüssigkeit aus dem Kautschukbande heraus. Durch den Druck wird das Kautschukband in noch weiterem Maße zusammengedrückt, so daß es nunmehr einem Waschverfahren unterworfen werden kann. Das Kautschukband wird durch die Walzen P und P1 nunmehr einem Wasserbehälter Q zugeführt, der warmes Wasser enthält und besonders erwärmt werden kann.
Hier wird das Gummiband von rotierenden Bürsten behandelt oder auch durch besondere Waschvorrichtungen anderer Art hindurchgeführt. Hierauf wird der Kautschuk wiederum zwei Druckwalzen R und R1 zugeführt. Diese letzten Druckwalzen bestehen vorteilhaft aus poliertem Metall und werden von innen durch Dampf erhitzt. Sie trocknen das Gummiband und geben demselben eine glänzende Oberfläche, um eine gute marktfähige Ware zu erzielen. Zum Schluß wird das Kautschukband M auf einem Tische 5 auf die gewünschts Größe zugeschnitten.
Wenn gewünscht, so kann der Kautschukniederschlag auf dem Anodenbande einzeln abgenommen werden, bevor er den Quetschrollen zugeführt wird. Zu diesem Zwecke sind vor den Rollen zwei Schaber T angeordnet, welche schräg nach der Mitte des Anodenbandes laufen (vgl. Fig. 2). Durch diese beiden Schaber wird der Kautschukniederschlag zusammengeführt und gefaltet und alsdann in stärkerer Lage durch die Rollen hindurchgeführt, so daß der Kautschuk in stärkeren Lagen gewonnen wird.
Der Behälter O erhält vorteilhaft ein Sieb U mit einer Maschen weite von ungefähr 25 Masehen pro Quadratzentimeter, so daß aller Kautschukniederschlag, welcher mit der Mutterflüssigkeit mitgeführt werden sollte, auf dem Sieb sich ansammelt. Die verschiedenen Walzenpaare sichern den gewünschten Transport des Kautschukbandes, nachdem es von dem Anodenförderbande abgenommen ist. Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ungefähr 1 m in der Minute hat die besten Resultate ergeben.
Die Stromstärke kann in ziemlich weiten Grenzen geändert werden und hängt einmal von der Fördergeschwindigkeit, dann aber auch von dem Gummigehalte des Latex ab. Man kann im allgemeinen pro Quadratdezimeter der Kathodenoberfläche einen Strom von etwa ι Ampere bei V100 Volt annehmen. Das die Anode bildende Förderband kann entweder selbst aus einem Metallbande. auf isolierten Walzen bestehen; aber in .Anbetracht der Schwierigkeit ein genügend biegsames Metallband in der erforderlichen Breite zu erhalten, empfiehlt es sich, das Anodenband aus einem Textilstoff herzustellen und mit einer dünnen leitenden Oberfläche zu versehen. Ein derartiges Anodenband kann vorzugsweise aus vulkanisiertem Gummi mit Kanevaseinlage bestehen und mit einem geeigneten metallischen Überzuge oder mit einer Metallfolie belegt sein. Als ein derartiger Metallbelag empfiehlt sich für die Anode und Kathode das Aluminium.
Die vorliegende Erfindung erschöpft sich keineswegs in der dargestellten Ausführungsform. Die Vorrichtung kann vielmehr zahlreiche Abänderungen erhalten, ohne daß das grundlegende Prinzip dadurch berührt würde. So iao kann beispielsweise die Anode aus einem rotierenden Metallzylinder bestehen, der teil-
weise in einen Behälter mit Latex eintaucht. Ein derartiger Zylinder kann mit dem positiven Pole einer Dynamo verbunden sein, während die Kathode mit dem negativen Pole verbunden ist. Beim Stromdurchgang wird dann der Kautschuk sich auf dem rotierenden Zylinder niederschlagen und wird hierauf aus dem Behälter in Form eines fortlaufenden Bandes durch geeignete Schaber abgenommen. Das weitere
ίο Verfahren der Pressung und der Waschung kann dasselbe bleiben.
Ebenso kann schließlich auch eine Metallscheibe als Anode in einem Latexbade rotieren und ein fortlaufendes Band oder zwei Bänder von Kautschuk erzeugen. Wenn das Kautschukbänd von der rotierenden Scheibe abgenommen ist, kann es in bekannter Weise gewaschen werden.
Der Kautschuk, der in der vorstehend beschriebenen Weise von einem neutralen oder alkalischen Latexbade gewonnen wird, ist frei von allen wesentlichen Verunreinigungen. Er zeigt im wesentlichen alkalische oder nur ganz geringe saure Reaktion. Dieser Kautschuk behält seine Elastizität und zeigt für eine außerordentlich lange Zeit nicht die geringsten Zeichen einer Veränderung. Das Verfahren zeichnet sich durch die außerordentliche Zeitersparnis aus und ergibt eine Ware mit sehr gutem markt-
3ί> fähigen Aussehen. Der Kautschuk, der auf diese Art und Weise gewonnen ist, besitzt eine sehr glatte Oberfläche, die irgendwelche Unreinlichkeiten nicht annimmt, und weist eine sehr vorzügliche Qualität auf. Dahinzu kommt, daß das Verfahren ein fortlaufendes kontinuierliches ist, und daß in sehr kurzer Zeit große Mengen des Latex damit behandelt werden können. Der Apparat kann auf einen Wagen aufmontiert werden und mit einer Kraftmaschine versehen werden, welche sowohl für die Fortbewegung des Wagens dient als auch durch einfache Umschaltung den elektrischen Strom liefert.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zum elektrolytischen Abscheiden von Kautschuk aus dem Milchsäfte von Gummibäumen, dadurch gekennzeichnet, daß im kontinuierlichen Betriebe der Niederschlag des Kautschuks auf einer in Bewegung befindlichen Anode erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kautschuküberzug mit Hilfe von Schabern als dünnes Band von der Anode abgehoben, zusammengepreßt und, wenn nötig, gewaschen und getrocknet wird.
3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch die Anordnung beweglicher, mit Schabern ausgestatteter Anoden sowie von Druckwalzen, einer Wasch- und Trockeneinrichtung für den abgeschiedenen Kautschuk.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1275922B (de) * 1963-06-15 1968-08-22 Hamburger Flugzeugbau G M B H Verfahren zum Abscheiden von Kunststoffen durch Elektrophorese von Kunststoffdispersionen
FR2548039A1 (fr) * 1983-06-15 1985-01-04 Ags Bmp Argiles Mineraux Appareil de concentration de solides en suspension dans un liquide
US20030066776A1 (en) * 2001-05-01 2003-04-10 Schiltz David C. Compartment plates having themes and method for manufacturing and packaging the same

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
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FR2548039A1 (fr) * 1983-06-15 1985-01-04 Ags Bmp Argiles Mineraux Appareil de concentration de solides en suspension dans un liquide
US20030066776A1 (en) * 2001-05-01 2003-04-10 Schiltz David C. Compartment plates having themes and method for manufacturing and packaging the same

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