DE219328C - - Google Patents
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- DE219328C DE219328C DENDAT219328D DE219328DA DE219328C DE 219328 C DE219328 C DE 219328C DE NDAT219328 D DENDAT219328 D DE NDAT219328D DE 219328D A DE219328D A DE 219328DA DE 219328 C DE219328 C DE 219328C
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-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01B—MECHANICAL TREATMENT OF NATURAL FIBROUS OR FILAMENTARY MATERIAL TO OBTAIN FIBRES OF FILAMENTS, e.g. FOR SPINNING
- D01B1/00—Mechanical separation of fibres from plant material, e.g. seeds, leaves, stalks
- D01B1/10—Separating vegetable fibres from stalks or leaves
- D01B1/48—Drying retted fibres
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Paper (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 219328 KLASSE 29 a. GRUPPE
KONRAD THIEL jr. in. FUTTAK a.D., Ung.
insbesondere von Hanf.
vom 20. Dezember 1906 anerkannt.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrich-" tung, um Spinnfasern enthaltende Pflanzenstengel
rasch und vorteilhaft zu rösten. Die Vorrichtung eignet sich insbesondere für die
Hanfröste, ist aber auch für alle anderen derartigen Faserpflanzen erfolgreich anwendbar.
Die Röstanlage ist auf der Zeichnung schematisch in einem Schnitt dargestellt. Sie besteht
aus einer Anzahl Röstgruben α, α und b, b, die in zwei parallelen Reihen so angebracht
sind, daß sich je zwei Gruben α und b gegenüberstehen. Die einzelnen Gruben sind
etwa 30 m lang, 12 m breit und 1,30 m tief und in bekannter Weise an den Seitenwänden mit
Brettern c ausgekleidet, während der Boden unbekleidet belassen ist. In jeder Grube
sind eine oder mehrere (z. B. zwei) Dampfleitungen in Windungen d so angeordnet, daß
zwischen den beiden Längsseiten der Gruben ein mittlerer Raum frei bleibt, in dem eine
Rührwerkswelle f gelagert ist, die innerhalb der Grube mit radial gestellten, versetzt zueinander
stehenden Rührarmen besetzt und zweckdienlich von einem Gitter oder Siebwerk e abgedeckt ist. Je zwei gegenüberstehende
Gruben α und b besitzen immer eine gemeinsame Rührwerkswelle f.
Zwischen den beiden Grubenreihen ist die gemeinsame Dampfleitung g und die Kondenswasserleitung
h gelagert, an welche die Heizungsröhren d jeder einzelnen Grube mit je
einem Ende angeschlossen sind. Jede einzelne Leitung d ist für sich durch eine Absperrvorrichtung
s abschließbar.
Auch die Transmission zum Antriebe der Rührwerkswellen f ist zwischen den beiden
Grubenreihen geführt und besteht aus aufrechten Tragsäulen i, die auf je einer gemeinsamen
Vorgelegewelle drei Riemen- oder Seilscheiben / tragen. Ein Riemen oder Seil
überträgt die Kraft von der Antriebsmaschine bzw. der vorgehenden Vorgelegewelle, ein
zweiter auf die nächstfolgende, während ein dritter Riemen auf eine auf der Rührwerkswelle sitzende Scheibe t übersetzt. Die Art
der Bewegungsübertragung ist jedoch nicht an die beschriebene Ausführungsform gebunden
und kann mittels jeder hierzu geeigneten Transmissionseinrichtung erreicht werden.
5Q
Heizschlange d und Rührwerk f sind von einem Holzgitter k bzw. e überdeckt, auf welches
das Röstgut aufgelegt wird. Im Boden jeder Grube sind Anker m befestigt, die zwischen
den Gitterstäben und den Röhren hindurch bis an die Oberfläche reichen und in
Abständen Voneinander Querarme η tragen,
in deren halbkreisförmige Umkrämpungen Längsstangen f eingelegt werden, welche dazu
dienen, die in die Gruben eingelegten Hanfbündel am Aufsteigen zu verhindern, sobald
in die mit Hanf beschickte Grube das Röstwasser eingelassen wird. Durch diese in Abständen
angebrachten Querarme η und Längsstangen
p wird jede einzelne Hanflage, die. je
ίο aus zwei nach entgegengesetzter Richtung aufeinandergelegten
Hanfschichten besteht, gesondert niedergehalten und zwischen den Lagen ein freier Raum belassen, durch den das
Röstwasser umlaufen und somit zu allen Hanflagen gelangen kann, wodurch ein rasches
gleichmäßiges Rösten ermöglicht ist, was nach dem "bisherigen Verfahren, nach welchem
vier bis acht Lagen aufeinandergepreßt wurden und daher das Wasser keinen genügenden Zu:
tritt zu den Hanfstengeln fand, nicht möglich war. . ■
Die Benutzung der Röstanlage geschieht in folgender Weise: Die Gruben werden mit
dem zu Bündeln gebundenen Stengelhanf angefüllt und letzterer durch seitliches Einlegen
der Längsstangen in die Querarme der Anker niedergehalten. Nun wird das nötige Röstwasser
durch eine nicht dargestellte Leitung in die Gruben eingelassen und sodann sowohl
die Dampfzuleitung geöffnet wie auch das Rührwerk in Wirksamkeit versetzt.
Die Dampfzuführung erfolgt in solchem Maße, daß das Röstwasser dauernd auf einer Temperatur
von 28 bis 32° C. erhalten bleibt. Diese Temperatur ist für die Entwicklung und das
Wachstum der Bakterien die vorteilhafteste, unter deren Beibehaltung sich die Röstung je
nach dem Härtegrad des Röstwassers in 48 bis 72 Stunden vollzieht, und zwar wird sie
bei weicherem Wasser rascher, bei härterem weniger rasch vor sich gehen. Die Holzverkleidung
der Grube wirkt dabei als schlechter Wärmeleiter und ist zur Erhaltung der gleichmäßigen
Temperatur zweckdienlicher als die vorwiegend in Gebrauch stehenden Gruben aus Zementstein, in welchen die Temperatur des
Röstwassers nach dem Einlaß sofort um 4 bis 5 ° herabgedrückt wird, was der Tätigkeit
der Bakterien Einhalt tut. Das Rührwerk dagegen bedingt einen lebhaften Umlauf des
Wassers durch die gesamten Hanfschichten, wodurch eine gleichmäßige Verteilung der
Bakterien und somit gleichmäßige Röstung des ganzen Röstgutes erzielt wird, was sich am
besten nach der Röstung durch die helle Farbe und den Glanz der Faser zeigt, welche bei
Röstung in ruhigem Wasser nicht zu erzielen ist. Ein besonders wichtiger Vorteil in der Anwendung
der Holzauskleidung der Gruben
6p gegenüber der Auszementierung oder Betonierung liegt darin, daß das Röstgut infolgedessen
weder mit Kalk noch mit Stein in Berührung kommen kann. Hierdurch wird erzielt, daß
der beabsichtigte Fäulnisprozeß auch sicher hervorgerufen und unterhalten wird. Da Kalk
konservierend wirkt, ist bei den bekannten Zement- und Betongruben ein Element in den
Arbeitsprozeß einbezogen, das dem Fäulnisprozeß nur hinderlich ist, was durch die neue
Anlage vermieden wird. Dieser Umstand sowie die früher erwähnte Wärmeentziehung aus
dem Wasser durch das Steinmaterial sind es hauptsächlich, welche bisher die lange Zeitdauer
der Röste bedingten, die durch die neue Anlage auf etwa J/6 dieser Zeit herabgemindert
werden soll.
Aus der erzielten Beschleunigung des Röstens ergibt sich" aber "noch ein weiterer
Vorteil, nämlich die Erzielung einer leichten fettglänzenden Farbe der. Faser, was beim
Rösten in Gruben aus Stein und Zement nie erreichbar ist, weil der Hanf während des
langen Liegens im Wasser mehr ausgewässert als geröstet wird und seine braunrote Farbe
im geschlossenen Bassin abgibt. Es beginnt daher infolge der langen-Zeitdauer der Röstung
ein Färbungsprozeß, der naturgemäß vorwiegend auf die Faser einwirkt, weil die Holzteile
des Röstproduktes schon angewässert und daher für den Farbstoff nur mehr wenig
aufnahmefähig sind. Hieraus ergibt sich die schmutzig braunrote Farbe, welche allen Hanfsorten
anhaftet, die lange Zeit im Wasser gelegen haben, bis sie den Röstprozeß durchgemacht
haben.
Infolge der steten Gleichmäßigkeit der Temperatur und der gleichmäßigen Wärmeverteilung
durch die ganze Masse wird naturgemäß die Entwicklung und Vermehrung der Bakterien begünstigt, was hauptsächlich für
die Gleichmäßigkeit und die Raschheit der Röstung von günstigem Einfluß ist. Die an
sich bekannte Anordnung der Gruben paarweise gegenüberstehend in zwei parallelen
Reihen bietet den Vorteil, den Betrieb schichtenweise durchführen zu können, indem gegenüberstehende
Grubenpaare der Reihe nach entleert und beschickt werden können.
Ist der Hanf bzw. sind die Pflänzenstengel geröstet, so werden sie sofort in Waschbecken u
gebracht, welche an diagonal gegenüberstehenden Ecken der Röstbecken α angeordnet
sind und einen ununterbrochenen Zu- und Ablauf von reinem Wasser haben. Die Wasserzuleitung
sowohl für die Rost- als auch die Waschbecken ist als bekannte Einrichtung auf
der Zeichnung weggelassen. In diesen Becken wird die Faser noch weiter ausgewaschen und
von allen anhaftenden Leim- und Farbstoffen befreit, welche infolgedessen nicht Zeit finden,
sich an derselben festzusetzen, so daß eine hellfarbige glänzende Faser gewonnen wird.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:' ι. Vorrichtung zum Rösten von Spinnfasern enthaltenden Pflanzenstengeln, insbesondere von Hanf, dadurch gekennzeichnet, daß in den aus dem Erdreich ausgehobenen, an den Umfassungswänden mit Holz ausgekleideten, am Boden unbekleidet belassenen Gruben unterhalb des zur Stützung des Röstgutes bestimmten durchbrochenen Zwischenbodens außer der bekannten Heizvorrichtung ein Rührwerk angeordnet ist, welches das Röstwasser dauernd in Umlauf erhält.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Stengelschichten durch in den Gruben angeordnete Anker mit Querarmen getrennt gehalten werden, in deren Enden Längsstangen eingelegt sind, die ein Auftreiben der Stengellagen an die Oberfläche des Röstwassers verhindern und den Wasserumlauf zwischen den einzelnen Lagen ermöglichen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE219328C true DE219328C (de) |
Family
ID=480466
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT219328D Active DE219328C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE219328C (de) |
-
0
- DE DENDAT219328D patent/DE219328C/de active Active
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