AT35414B - Verfahren und Vorrichtung zum Rösten von Spinnfasern enthaltenden Pflanzenstengeln, insbesondere von Hanf. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Rösten von Spinnfasern enthaltenden Pflanzenstengeln, insbesondere von Hanf.

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AT35414B
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Konrad Thiel Jr
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Konrad Thiel Jr
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    Verfahren und Vorrichtung zum Rösten von Spinnfasern enthaltenden Pflanzenstengeln, in8besondere von Hanf.   



   Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren samt der zugehörigen Anlage, um Spinnfasern enthaltende Pflanzenstengel rasch und rationell zu rösten. Das Verfahren eignet sich insbesondere 
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   Das vorliegende Verfahren nützt ebenso wie die natürlichen Röstverfahren die aufschliessende Wirkung der Röstbakterien zur teilweisen Zerstörung und Ab'ösung der rindigen Stoffe der Stengel von der Faser aus, dadurch aber, dass durch geeignete Anordnung und Auskleidung der   Röstgruben,     durch Wärmezuführung und ständige   Bewegung des Wassers der Fortpflanzung und dem Wachstum der Röstbakterien die möglichst   günstigsten     Bedingungen   geschaffen werden, ermöglicht das Verfahren eine bedeutende Herabsetzung der Dauer des   Röstens   und liefert ausserdem eine bessere Ausbeute an Spinnfaser von heller glänzender Farbe.

     Unmittelbar   nach Beendigung des Röstens werden die Stengel einem Waschprozess unterworfen, bei dem aller Farbstoff und   Leimbestandteile völlig ausgewaschen werden,   ehe sich dieselben an oder in die Faser festsetzen können. 



   Die zur Durchführung des Verfahrens geeignete   Röstanlage i5t   auf der Zeichnung schematisch in einem Schnitt und einer Draufsicht dargestellt. Sie besteht aus einer Anzahl Röstgruben a,       und b, b, die in zwei parallelen Reihen so angebracht sind, dass sich je zwei Gruben (a und b) gegenüberstehen. Die einzelnen Gruben sind etwa 30 m lang,   12 111   breit und 1.30 m tief und sind mit Brettern c ausgekleidet. In jeder Grube sind eine oder mehrere (z. B. zwei) Dampfleitungen in Windungen   d   so angeordnet, dass zwischen den beiden Längsseiten der Grube ein mittlerer zweckdienlich von einem Gitter oder Siebwerk e abgedeckter Raum frei bleibt, in dem eine Rührwerkswelle f gelagert ist, die mit radial gestellten versetzt zueinander stehenden Rührarmen besetzt ist.

   Je zwei gegenüberstehende Gruben a und b besitzen immer eine gemeinsame   Rührwerkswelle/.   



   Zwischen den beiden Grubenreihen ist die gemeinsame Dampfleitung y und die C'ondensleitung h gelagert, an welche die   Heizungaröhren o ! Jeder   einzelnen Grube mit je einem Ende 
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 schliessbar. 



   Auch die Transmission zum Antriebe der Rührwerkswellen f ist zwischen den beiden   Grubenreihen   geführt und besteht aus aufrechten Tragsäulen i, die auf je einer gemeinsamen Vorgelegwelle drei Riemen- oder Seilscheiben j tragen. Ein Riemen (Seil) überträgt die Kraft von der   Antriebsmaschine   bezw. der vorgehenden Vorgelegswelle, ein zweiter auf die   nächst-   folgende, während ein dritter Riemen auf eine auf der Rührwerkswelle sitzende Scheibe t übersetzt. Die Art der   Bewegungsübertragung   ist jedoch nicht an die beschriebene Ausfürhrungsform   gebunden   und kann mittelst jeder hiezu geeigneten Transmissionseinrichtung erreicht werden. 



   Heizschlange d und   Rührwerk/sind   von einem Holzgitter k bezw. e   überdeckt,   auf welches 
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   gelegt werden können, weiche   dazu dienen, die in die Gruben eingelegten   Hanfbündel   am Aufsteigen zu verhindern, sobald in die mit Hanf beschickte Grube das   Röstwasser eingelassen wird.   



  Durch diese in Abständen angebrachten Querarme n und Längsstangen p wird jede einzelne Hanfläge (die je aus zwei nach entgegengesetzter Richtung aufeinander   gelegten Hanfsehichten   besteht) gesondert niedergehalten und zwischen den Lagen ein freier Raum   belasten, dutch   den das Röstwasser zirkulieren und somit zu allen   Hanflägen   gelangen kann. wodurch ein rasches gleichmässiges Rösten ermöglicht ist, was nach dem bisherigen Verfahren, nach welchem 4-8 Lagen 
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 und sodann sowohl die Dampfzuleitung geöffnet wie auch das Rührwerk in Wirksamkeit versetzt   Die Dampfzuführung erfolgt   in solchem Masse, dass das   RöstwaS8er dauernd   auf einer   Temperatur   von   28   bis 3 "0 erhalten bleibt.

   Diese Temperatur ist für die Entwicklung und das   Wachstum der Bakterien   die vorteilhafteste unter deren   Beibehaltung sich die Röstung   je nach dem   Härtegrad des Röstwassers in   48 bis 72 Stunden vollzieht und zwar wird   sie bei weicherem   
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 wirkt dabei   als schlechter Wärmeleiter   und ist zur Erhaltung   der gleichmässigen Temperatur   zweckdienlicher, als die vorwiegend in Gebrauch stehenden Gruben   auf ? Cementstein,   in welchen die Temperatur des Röstwassers nach dem Eiulass sofort um 4-5  herabrückt, was der Tätigkeit der Bakterien Einhalt tut.

   Das Rührwerk dagegen bedingt eine lebhafte Zirkulation des Wassers durch die gesamten Hanfschichten, wodurch eine gleichmässige Verteilung der Bakterien und somit gleichmässige Röstung des ganzen Röstgutes erzielt wird, was sich am besten nach der Röstung durch die helle Farbe und den Glanz der Faser zeigt, welche bei Röstung in ruhigem Wasser nicht zu erzielen ist. 



   Ein besonders wichtiger Vorteil in der Anwendung der Holzauskleidung der Gruben gegen. über der Auszementierung oder Betonierung liegt darin, dass das Röstgut infolgedessen weder mit Kalk noch mit Stein in Berührung kommen kann. Hiedurch wird erzielt, dass der beabsichtigte Fäulnisprozess auch sicher hervorgerufen und unterhalten wird. Da Kalk konservierend wirkte ist bei den bekannten   Zement-und Betongruben   ein Element in den Arbeitsprozess einbezogen, das dem Fäulnisprozess nur hinderlich ist, was durch die neue Anlage vermieden wird. Dieser Umstand, sowie die früher   erwähnte Wärmeentziehung   aus dem Wasser durch das Steinmaterial sind es hauptsächlich, welche bisher die lange Zeitdauer der Röste bedingten, die durch das neue
Verfahren auf etwa 1/6 dieser Zeit herabgemindert wird. 



   Aus der erzielten Beschleunigung des Röstens ergibt sich aber noch ein weiterer Vorteil. nämlich die Erzielung einer leichten   fettglänzenden Farbe   der Faser, was beim Rösten in Gruben aus Stein und Zement nie erreichbar ist, weil der Hanf während des langen Liegens im Wasser mehr ausgewässert als geröstet wird und seine braunrote   Ft.'im geschlossenen Bassin abgibt.   



   Es beginnt daher infolge der langen Zeitdauer der Röstung ein   Färbungsprozess,   der   naturgemäss   vorwiegend auf die Faser einwirkt, weil die Holzteile des Röstproduktes schon   angewässert   und daher für den Farbstoff nur mehr wenig   autnahmstahig   smd.-Hieraus ergibt sich die schmutzig braunrote Farbe, welche allen Hanfsorten anhaftet, die lange Zeit im Wasser gelegen sein   müssen,   bis sie den Röstprozess durchgemacht haben. 



   Infolge der steten Gleichmässigkeit der Temperatur und der gleichmässigen Wärmeverteilung durch die ganze Masse wird naturgemäss die Entwicklung und Vermehrung der Bakterien begünstigt, was hauptsächlich für die Gleichmässigkeit und die Raschheit der Röstung von günstigem   Einftusse   ist. Hervorzuheben ist noch. dass die Anordnung der Gruben paarweise gegenüberstehend in zwei parallelen Reihen den Vorteil bietet, den Betrieb schichtenweise durchführen zu können, indem   gegenüberstehende   Grubenpaare der Reihe nach entleert und beschickt werden. 
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   PATENT-ANSPRÜCHE:  
1.

   Verfahren zum Rösten von Spinnfasern enthaltenden Pflanzenstengeln, insbesondere   von   Hanf. wobei das Röstwasser durch   Dampfheizung   auf einer für die   Röstung   vorteilhaftesten Temperatur von   28- ; 320 C., erhalten   wird, dadurch   gekennzeichnet,   dass das   Rösten in aus dem   Erdreich ausgehobenen, an den Wänden mit Holz ausgekleideten, am Boden aber naturbelassenen 
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AT35414D 1906-12-20 1906-12-20 Verfahren und Vorrichtung zum Rösten von Spinnfasern enthaltenden Pflanzenstengeln, insbesondere von Hanf. AT35414B (de)

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