DE2325732B2 - Verfahren zur Herstellung eines hohlen Hubschrauberrotorblattes oder des hohlen Hohns eines Hubschrauberrotorblattes - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines hohlen Hubschrauberrotorblattes oder des hohlen Hohns eines HubschrauberrotorblattesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines hohlen Hubschrauberrotorblattes
oder des hohlen Holms eines Hubschrauberrotorblaues durch Pressung, wobei die wenigstens zwei Bestandteile
des Werkstücks unter Bildung eines geschlossenen Querschnitts zusammengesetzt werden, in den Hohlraum
ein elastischer Beutel eingelegt wird und das Werkstück mit Beutel in eine Preßform gebracht wird,
deren Innenform der äußeren Form des herzustellenden Rotorblattes entspricht, wonach das Pressen durch
Einleitung eines Druckmediums in den elastischen Beutel unter Erhitzung der Preßform geschieht
Ein Verfahren der vorstehend beschriebenen Art zur Herstellung von faßartigen Behältern ist aus der
US-Patentschrift 24 60 820 oder der US-Patentschrift 27 66 161 bekannt. Dabei wird ein verfilzendes faseriges
Material mit einem Klebstoff gemischt und in eine becherförmige Form gebracht, wobei mehrere solcher
Rohlinge unter Erzielung eines schichtenartigen Aufbaus unter Zwischenfügung eines Klebemittels ineinandergefügt
werden und auf diese Weise einen Werkstückbestandteil bilden und auf diesen werden nacheinander
entsprechende Rohlinge aufgesetzt, bis auch der obere Werkstückbestandteil die gleiche Dicke hat,
wonach die Pressung vorgenommen wird.
Nachteilig ist bei dieser bekannten Herstellungstechnik der Aufwand. Die Rohlinge werden in jeweils
besonderen Formen ausgeformt und in ziemlich aufwendiger Weise zu Bestandteilen zusammengefügt,
wobei die Rohlinge jeweils die Form erhalten müssen, die im fertigen Erzeugnis verlangt wird. Diese Form
behalten sie dann auch, so daß Ungenauigkeiten nicht mehr ausgeglichen werden können.
Vor allem eignet sich das bekannte Verfahren nicht zur Herstellung von langgestreckten Hohlkörpern, bei
denen es auf eine exakte Form der Außenoberfläche entscheidend ankommt, wie es bei Hubschrauberrotorblättern
oder bei Holmen für solche der Fall ist.
An sich ist die Herstellung von Hubschrauberrolorblättern oder Holmen für solche als Hohlprofile aus
glasfaserverstärktem Kunststoff bekannt, z. B. aus der DE-AS 1116 538, ohne daß jedoch über den Ablauf der
Herstellung der hier verwendeten Hohlprofile nähere Angaben gemacht würden. Eine Zusemmensetzung der
Hohlprofite aus zwei Bestandteilen und Verpressen derselben gegeneinander in einer Druckform durch
Einleiten von Druck in einen eingelegten elastischen Beutel ist hier nicht vorgesehen.
Ausgehend von der eingangs beschriebenen bekannten Technik liegt der Erfindung die Aulgabe zugrunde,
das betrachtete Verfahren an die Herstellung von Hubschrauberrotorblättern anzupassen, d. h. geeignet
zu machen zur Herstellung von Hohlprofilen, deren Länge im Verhältnis zu den Querschnittsabmessungen
sehr groß ist, und bei denen die Anforderungen an die Güte und die Formgenauigkeit der Außenoberfläche
sowie die Festigkeit und Homogenität des Werkstoffs sehr hoch sind. Der Querschnitt soll über die
Längserstreckung des Werkstücks veränderlich sein.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Pressung in zwei Etappen
erfolgt, in deren erster die Bestandteile offenen Querschnitts dadurch hergestellt werden, daß einzelne
Matten mit vorher aufgetragenem Kunststoff auf einem Dorn aufeinandergelegt werden, dessen Form der
Innenform des Holms entspricht, und gemeinsam durch Anlegen von Druck und Erhitzung einer derart
vorläufigen Pressung unterworfen werden, daß eine teilweise Polymerisation des Kunststoffs derart erfolgt,
daß die Matten ausreichend aneinanderhaften und die Bestandteile für die nachfolgenden Operationen ausreichende
Steifigkeit aufweisen, worauf in der zweiten
Preßetappe die Abschlußpressung der Bestandteile unter vollständiger Polymerisation des Kunststoffs
erfolgt und der elastische Beutel aus dem Werkstück entfernt wird.
Bei einem derartigen Vorgehen können auch sehr langgestreckte Hohlprofile hergestellt werden, und es
wird eine sehr hohe Genauigkeit der Oberflächenform erzielt Dies erklärt sich insbesondere dadurch, daß
aufgrund dnr nur teilweisen Polymerisation des Kunststoffs beim vorläufigen Pressen die Bestandteile in
der Preßform noch gegeneinander arbeiten und sich verschieben können ur>d dadurch eine genaue Anlage
zustandekommt Dabei ist auch die Verbundfestigkeit erhöht da die vollständige Polymerisation erst stattfindet,
wenn das Werkstück die exakte Form angenommen hat.
Wenn das Werkstück einen kammerartigen Querschnitt aufweisen soll, ist es zweckmäßig, wenn die
vorgepreßten Bestandteile so zusammengefügt werden, daß sie mehrere voneinander getrennte Hohlräume
bilden, in deren jeden ein elastischer Beutel eingelegt wird, um ihm Druck für die Abschlußpressung
zuzuführen, wonach die Beutel entfernt werden.
Wenn an bestimmten Stellen des Werkstücks Konstruktionselemente anzubringen sind, beispielsweise
Ausgleichsgewichte, Enteisungs-Heizelement oder dergL so kann es zweckmäßig sein, diese beim
Zusammensetzen des Holmbestandteils aus Matten in ihm einzulegen, welche dann während der Vorpressung
fixiert werden. Es kann aber auch zweckmäßig sein, vor so der Abschlußpressung im Holmwerkstück Konstruktionselemente
unterzubringen, welche während der Fertigpressung fest eingebunden werden. Schließlich
wäre es möglich, an den vorgepreßten Bestandteilen Konstruktionselemente anzubringen, die auf ihnen r>
während einer zusätzlichen Vorpressung derselben fixiert werden.
Die Enden der Bestandteile können zur Hohlraumbildung überlappt zusammengefügt werden oder auch, je
nach den Anforderungen, auf Stoß zusammengefügt -10 werden.
Die Erfindung wird nachfolgend durch die Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen
weiter erläutert. Es zeigt
Fig. 1 die Gesamtansicht eines Hubschrauberrotor- ·γ>
blattes;
Fig. 2 den Schnitt nach Linie H-II von Fig. 1 in vergrößertem Maßstab;
Fig. 3 die schematische Darstellung einer Anlage zum Auftragen eines Klebstoffes auf Glasgewebe; rio
Fig. 4 die schematische Darstellung des Werkstücks eines Rotorblattholms, zusammengesetzt aus zwei
Bestandteilen, die drr Anschaulichkeit halber etwas auseinandergezogen dargestellt sind;
Fig. 5 die Anordnung von Matten auf einem Dorn v>
zur Herstellung eines Bestandteils des Werkctücks;
Fig.6 den in einen Autoklaven eingebrachten Dorn
mit Matten;
Fi g. 7 den Schnitt nach Linie VII-VII von Fig. 1;
F i g. 8 die Verbindung der Enden der Bestandteile mit mi
Überlappung der Schichten in schematischer Darstellung;
K ig. 9 das in einer Preßform untergebrachte Werkstück
für den Holm;
Fig. 10 eine andere Querschnittsforrn mit veränderli- tir>
eher Dicke der Wandung in Urnfangsrichuing;
Fig. 11 eine Querschnittsforrn aus zwei Bestandteilen;
Fig. 12 eine weitere Querschjiittsform aus zwei
Bestandteilen;
F i <?. 1Z ein Holmende mit einem Anschlußbeschlag;
F i g. 14 eine aus Sektionen zusammengesetzte Platte;
Fig. 15 ein beispielsweiser Querschnittsaufbau einer
solchen Platte;
Fig. 16 die schematische Darstellung einer Flosse eines Flugkörpers, dessen Konstruktionselemente als
elastischer Beutel bei der Herstellung dienen;
Fig. 17 Vergleichskennlinien von Hubschrauberrotorblättern.
Das in F i g. 1 dargestellte Rotorblatt des Hauptrotors eines Hubschraubers besteht aus einem Holm 1, an
welchem Hecksektionen 3, ein Anschlußbeschlag 4, ein Zentriergewicht 5 und ein abriebfester Film 6 befestigt
sind. Der Holm 1 bildet zusammen mit dem in der Profilnase angeordneten Zentriergewicht 5 und dem
abriebfesten Film 6 sowie den Hecksektionen 3 die aerodynamische Oberfläche des Rotorbfattes.
Der Holm 1 des Rotorblattes 2 stellt ein dünnwandiges Hohlprofil dar, welches über seine Länge veränderlichen
Querschnitt und veränderliche Wanddicke aufweist.
Der Holm 1 wird aus Matten glasfaserverstärkten Kunststoffs hergestellt. Gemäß F i g. 3 wird das Material
von einer Glasgeweberolle 7 in einer Imprägnierungsmaschine abgezogen und durch eine Wanne 8 mit
Epoxyd-Phenol Bindemittel als Klebstoff geleitet. Aus der Wanne 8 bewegt sich das Glasgewebe in eine
Trockenkammer 9 zum Antrocknen des Klebstoffes, der dadurch weniger klebrig wird. Hiernach wird das
Glasgewebe erneut zu einer Rolle IO aufgewickelt.
Aus dem auf diese Weise vorbehandelten Glasgewebe werden die Matten Il zugeschnitten, die später die
Bestandteile des Werkstücks bilden.
Der in F i g. 4 gezeigte Holm ist aus drei Bestandteilen 12,13 und 14 aufgebaut, von denen jeder im Querschnitt
die Form eines C-förmigen offenen Umrisses aufweist. Diese Bestandteile werden aus einzelnen, nach Schablonen
zugeschnittenen Matten 11 zusammengesetzt
Die Matten jedes Bestandteiles werden auf einen Dorn 15 (F i g. 5) aufgelegt, dessen Außenfläche dem
betreffenden Abschnitt der Innenfläche des Holmes 1 entspricht. Auf dem Dorn werden die aufgelegten
Matten 11 mittels eines Gummibandes 16 angepreßt. Sodann wird der Dorn 16 samt den an ihm angepreßten
Matten 11 in einen hermetisch dichten elastischen Beutel 17 (Fig.6) aus Gummierungsgewebe eingebracht.
Den Dorn 15 mit den Matten 11 und dem Beutel 17 setzt man in einen Autoklaven 18 zur Vorpressung
ein.
Der Hohlraum des elastischen Beutels 17 wird über ein Rohr 19 mit einer nicht dargestellten Vakuumpumpe
verbunden. Die Vorpressung besteht im Zusammendrücken der Matten U durch den Beutel 17 und in der
Erwärmung derselben auf eine Temperatur von 40-f-80°C während 10 bis 40 min, wodurch es zu einem
Zusammenhaften der Matte 11, d.h. zu einem unvollständigen Zusammenkleben kommt
Dieses unvollständige Zusammenkleben der Matten läßt zwar weiterhin Verformungen und Verschiebungen
der Schichten gegeneinander zu, verleiht ihnen aber die Steifigkeit und Form, die zur Durchführung der
nachfolgenden Arbeitsoperationen erforderlich sind.
Nach der Vorpressung des Bestandteils 13 wird auf ihm ohne Abnahme vom Dorn ein Konstruktionselement,
nämlich das Zentriergewicht 5 angebracht. Auf das Zentriergewicht 5 werden die Matten 11 aufgelegt.
welche den Bestandteil 14 bilden, worauf eine nochmalige Vorpressung wie oben beschrieben durchgeführt
wird. Diese Vorpressung geschieht erstmalig für den Bestandteil 14 und zusätzlich für den Bestandteil 13.
Bei dieser Vorpressung dient als Dorn für den Bestandteil 14 der zuf dem Dorn 15 befindliche
Bestandteil 13 mit auf ihm angebrachten Zentriergewicht 5.
Es wäre auch möglich, die Matten 11 des Bestandteils
14 auf einen eigenen Dorn aufzulegen und eine ι ο Vorpressung vorzunehmen, wie dies bereits oben
ausgeführt wurde. In diesem Fall würde dann der Bestandteil 14 von seinem Dorn abgenommen und mit
dem vurgcpreSien Bestandteil 13, der auf seinem Dorn
angeordnet ist, und mit dem Zentriergewicht 5 zusammengebaut. Die zusammengebauten Teile können
einer zusätzlichen Pressung zum besseren Einpassen der sich berührenden Oberflächen unterworfen werden.
Zur Verstärkung des Abschnitts des Holmes 1, der sich in der Zone der Anbringung des Anschlußbeschlags
4 befindet, ist an den Innenflächen des Holms noch ein Bestandteil 20 (F i g. 7) angeordnet. Dieser Bestandteil
wird aus einzelnen nach Schablonen zugeschnittenen Tafeln zusammengesetzt. Die Vorpressung dieses
Bestandteils wird unter einer Presse vorgenommen und dauert 10-MO min bei einem Druck von 1H-1.5 bar und
einer Temperatur von 40 bis 80° C. Man kann die Vorpressung des Bestandteils 20 auch in einem
Autoklaven durchführen; die Wahl des Verfahrens der Vorpressung hängt von den gegebenen Möglichkeiten
der Ausrüstung ab.
Nach der Vor- und der zusätzlichen Pressung wird das Werkstück aus den Bestandteilen 12, 13,14 und 20 und
dem Zentriergewicht 5 zusammengebaut. Dabei werden die Enden der Bestandteile f2 und 13 überlappt
vereinigt, wie dies in F i g. 8 gezeigt ist, und zwar derart, daß die Bestandteile einen geschlossenen Hohlraum a
(Fig. 9) bilden. Die überlappte Vereinigung der Bestandteile gewährleistet eine äußerst feste Verbindung.
Im Hohlraum a wird ein elastischer Beutel 21 untergebracht, der aus Gummi oder einem anderen
geeigneten Werkstoff besteht Hiernach wird auf dem Bestandteil 13 der Bestandteil 14 mit dem Zentriergewicht
5 angeordnet. Vor dem Zusammenbau der Bestandteile 13 und 12 wird an der Innenfläche des
letzteren der Bestandteil 20 angebracht. Nach dem Aufsetzen des Bestandteils 14 werden auf der
Außenfläche weitere Konstruktionselemente angeordnet, nämlich der abriebfeste Film 6, der eine
Schutzbeschichtung der Profilnase darstellt, und eine Enteisungsvorrichtung 22 in Gestalt eines elektrischen
Heizelements.
Das auf diese Weise zusammengebaute Werkstück des Holmes 1 wird in eine Preßform 23 eingebracht,
deren Innenfläche der Außenfläche des fertigen Holmes 1 entspricht Die Preßform besteht aus zwei Hälften 24
und 25, weiche nach dem Einlegen des Werkstücks starr miteinander verbunden werden und mittels eines
Heizelements 26 aufgeheizt werden. Der Hohlraum des elastischen Beutels 21 wird mit einer nicht dargestellten
Preßgasquelle verbunden.
Die jetzt stattfindende Fertigpressung besteht in einer allmählichen Erwärmung des Werkstücks auf eine
Temperatur von 1504-2500C und der gleichzeitigen
Erhöhung des dem elastischen Beutel zugeführten Gasdrucks auf 5-H5 bar sowie dem Halten bei diesen
Bedingungen während l-f-8 Stunden, worauf eine
allmähliche Kühlung und Absenkung des Drucks vorgenommen werden.
Aus dem Hohlraum des aus der Preßform 23 herausgenommenen Holmes 1 wird der elastische
Beute! 21 entfernt, der zur wiederholten Benutzung geeignet bleibt.
Die Verkleidungen 27 (Fig.2) der Hecksektionen 3
des Rotorblatts 2 können aus glasfaserverstärktem Kunststoff ausgeführt werden, wozu das Werkstück aus
Glasgewebemalten mit auf diese aufgetragener Klebstoffschicht zusammengesetzt wird. Diese Matten
werden auf entsprechenden Dornen zusammengesetzt und der Vorpressung unterworfen. Die vorgepreßten
Verkleidungen werden in eine Preßform eingebracht, welche die entsprechende Form hat, und analog zu dem
oben beschriebenen gepreßt.
In Fig. 10 ist ein anderer Querschnittsaufbau eines Holms gezeigt Die Bestandteile 28 und 29 des
Werkstücks sind aus Glasgewebematten zusammengesetzt, während die in der Zone größter Spannungen
angeordneten Bestandteile 30, 31, 32 und 33 aus Gewebematten aus Kohlenstoff-Fasern zusammengesetzt
sind. Die Bestandteile 28 und 29, welche den Hohlraum b bilden, werden auf Stoß vereinigt, und die
Bestandteile 30,31,32 und 33 werden so aufgelegt daß
die Stoßstelle der Bestandteile 28 und 29 beidseits überdeckt wird.
In F i g. 11 ist der Querschnitt eines rohrförmigen Holms mit über die Länge veränderlichem Durchmesser
und Wanddicke gezeigt. Er wird zweckmäßigerweise aus zwei Bestandteilen 34, 35 hergestellt, deren Enden
überlappt verbunden sind.
In Fig. 12 ist der Querschnitt eines Holms gezeigt, der aus zwei Bestandteilen 36,37 besteht die so geformt
und überlappt verbunden sind, daß verdickte Flansche
38 entstehen, welche das Trägheitsmoment und das Widerstandsmoment des Querschnitts in bezug auf die
Achse X erhöhen.
In F i g. 13 ist die Verbindung des Anschlußbeschlags
39 mit dem Holm 40 gezeigt, wozu ein besonderer Bestandteil 41 dient, der Stränge ausbildet die um
Vorsprünge 42 des Anschlußbeschlags 39 herumgelegt sind und Schlingen bilden. Dabei dienen die Vorsprünge
während der Vorpressung als Dorn für diese Stränge. Hiernach werden der vorgepreßte Bestandteil 41 und
ein Bestandteil 43 (zusammengesetzt und vorgepreßt analog zum Bestandteil 12) mit ihren Enden überlappt
vereinigt und es wird eine zusätzliche Vorpressung zur Fixierung ihrer gegenseitigen Lage vorgenommen. Der
Zusammenbau des Holmwerkstücks und dessen Pressung werden wie vorstehend beschrieben durchgeführt.
Die Verwendung von Strängen zur bolzenlosen Verbindung des Holmes mit metallischen Anschlußbeschlägen
verlängert beträchtlich die Betriebsdauer, erhöht die Zuverlässigkeit und vermindert das Gewicht
des Holms, weil Bohrungen und die mit diesen einhergehenden Spannungskonzentrationen zur Aufnahme
von Bolzen entbehrlich werden.
Nach dem beschriebenen Verfahren kann man Platten gemäß Fig. 14 aus Sektionen 44 herstellen,
deren Querschnittsaufbau in Fig. 15 zu sehen ist Jede von diesen Sektionen hat eine Reihe von Hohlräumen C
die voneinander getrennt sind. Jeder Hohlraum C ist durch zwei Bestandteile 45 gebildet Jeder von diesen
Teilen wird aus Matten zusammengesetzt auf welche zuvor eine Klebstoffschicht aufgetragen ist Die Matten
werden auf entsprechende Dorne aufgelegt und einer Vorpressung unterworfen.
Die Bestandteile 46, 47 werden in analoger Weise zusammengesetzt und vorgepreßt. Nachdem jeder
Bestandteil 45,46,47 vorgepreßt ist, werden ihre Enden
derart überlappt vereinigt, daß sie eine Reihe von Hohlräumen C bilden. ■>
Hiernach wird in jeden Hohlraum C ein elastischer Beutel eingelegt und das auf diese Weise zusammengebaute
Werkstück in eine entsprechende Preßform eingebracht und fertiggepreßt. Beim Herausnehmen des
Werkstücks aus der Preßform werden auch die elastischen Beutel entfernt.
Bei der Herstellung von Werkstücken, deren Hohlräume so eng sind, daß das Entfernen des elastischen
Beutels nach der Pressung schwierig ist, oder wenn ohnehin der Hohlraum hermetisch dicht bleiben soll,
z. B. weil im späteren Betrieb pneumatische Prüfungen auf Zerstörungsbeginn vorgesehen sind, ist es zweckmäßig,
statt eines besonderen elastischen Beutels für die Fertigpressung eine Klebstoffschicht zu benutzen. Zum
hermetischen Abschluß des Hohlraums kann man den Klebstoff in Form eines Filmes einsetzen, aus welchem
ein Beutel hergestellt wird, der seiner Form nach der Gestaltung des Hohlraums entspricht. Während der
Pressung klebt der Film aus Klebstoffschicht an der Oberfläche des Hohlraumes fest, dichtet diesen
hermetisch ab und verbleibt im Werkstück.
Zur Gewährleistung der geforderten Werte hinsichtlich der Elastizität und Festigkeit des Werkstücks,
beispielsweise der Flosse 48 (Fig. 16) eines Flugkörpers, kann eine Kombination aus glasfaserverstärktem
Kunststoff und Blech verwendet werden. Aus Blech gefertigte Konstruktionselemente 49 sind an der
Innenfläche der Flosse 48 im Hohlraum d angebracht. An den Stoßstellen dieser Elemente sind elastische
Auflagen 50 angeordnet. Die Elemente 49 und Auflagen 50 bilden einen elastischen Beutel, dem Druck zur
Fertigpressung zugeführt wird. Bei der Druckzuführung während der Pressung gehen die Elemente 49
auseinander und übertragen den Druck auf die Bestandteile 51, 52, die aus glasfaserverstärktem
Kunststoff bestehen. Zugleich wird der Druck einem elastischen, im Hohlraum e befindlichen Beutel 53
zugeführt, den man aus diesem Hohlraum nach der
Fertigpressung entfernt.
Versuchsmuster von auf die vorgeschlagene Weise hergestellten Hubschrauberrotorblätter wurden am
Hubschrauber Ka-15 erprobt, der zwei koaxiale dreiblättrige gegenläufige Tragschrauben besitzt. In
Fig. 17 ist die Erhöhung des Auftriebs Γ (Kurve f) im
Vergleich zu den serienmäßigen Metallrotorblättern dargestellt, die einen Holm aus gepreßtem Aluminiumprofil
(Kurve g) haben. Dabei ist der Auftrieb Tüber der
Triebwerksdrehzahl η aufgetragen.
Die Versuchsmuster der Rotoren waren gleich schwer wie die Metallflügel und standen über 4000
Stunden ohne Zerstörung unter normalen Bedingungen in Betrieb.
Hierzu 9 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung eines hohlen Hubschrauberrotorblattes oder des hohlen Holms
eines Hubschrauberrotorblattes durch Pressung, wobei die wenigstens zwei Bestandteile des Werkstücks
unter Bildung eines geschlossenen Querschnitts zusammengesetzt werden, in den Hohlraum
ein elastischer Beutel eingelegt wird und das Werkstück mit Beutel in eine Preßform gebracht
wird, deren Innenform der äußeren Form des herzustellenden Rotorblattes entspricht, wonach das
Pressen durch Einleitung eines Druckmediums in den elastischen Beutel unter Erhitzung der Preßform
geschieht, dadurch gekennzeichnet, daß is die Pressung in zwei Etappen erfolgt, in deren erster
die Bestandteile offenen Querschnitts dadurch hergestellt werden, daß einzelne Matten (11) mit
vorher aufgetragenem Kunststoff auf einem Dorn (15) aufeinandergelegt werden, dessen Form der
!nnenform des Holms entspricht, und gerneinsam durch Anlegen von Druck und Erhitzung einer
derart vorläufigen Pressung unterworfen werden, daß eine teilweise Polymerisation des Kunststoffs
derart erfolgt, daß die Matten ausreichend aneinanderhaften und die Bestandteile für die nachfolgenden
Operationen ausreichende Steifigkeit aufweisen, worauf in der zweiten Preßetappe die Abschlußpressung
der Bestandteile unter vollständiger Polymerisation des Kunststoffs erfolgt. jo
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgepreßten Bestandteile so
zusammengefügt werden, daß sie mehrere voneinander getrennte Hohlräume bilden, in deren jeden ein
elastischer Bculei eingelegt wird, um ihm Druck für js
die Abschlußpressung zuzuführen, wonach die Beutel entfernt werden.
3. Verfahren nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß beim Zusammensetzen des
Holmbestandteils aus Matten in ihm Konstruktions- 4« elemente (5) untergebracht werden, welche während
der Vorpressung fixiert werden.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1,2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß vor der Abschlußpressung im Holmwerkstück Konstruktionselemente (5) untergebracht
werden, welche während der Fertigpressung fest eingebunden werden.
5. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß an den vorgepreßten
Bestandteilen Konstruktionselemente (5) w angebracht werden, die auf ihnen während e ner
zusätzlichen Vorpressung derselben fixiert werden.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 und α dadurch gekennzeichnet, daß zur Hohlraumbildung die
Enden der Bestandteile überlappt zusammengefügt « werden.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Hohlraumbildung die
Enden der Bestandteile auf Stoß zusammengefügt werden. t,o
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE2611235A1 (de) * | 1975-03-21 | 1976-11-11 | Textron Inc | Rotorblatt, insbesondere fuer hubschrauber |
| RU2219058C1 (ru) * | 2002-04-22 | 2003-12-20 | ФГУП Кумертауское авиационное производственное предприятие | Способ изготовления композиционных крупногабаритных лопастей |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| CN115847868B (zh) * | 2023-02-27 | 2023-05-09 | 江苏新扬新材料股份有限公司 | 一种碳纤维复合材料低温叶片制造方法 |
-
1973
- 1973-05-21 DE DE19732325732 patent/DE2325732B2/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2611235A1 (de) * | 1975-03-21 | 1976-11-11 | Textron Inc | Rotorblatt, insbesondere fuer hubschrauber |
| RU2219058C1 (ru) * | 2002-04-22 | 2003-12-20 | ФГУП Кумертауское авиационное производственное предприятие | Способ изготовления композиционных крупногабаритных лопастей |
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2325732A1 (de) | 1974-12-19 |
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