DE232784C - - Google Patents

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DE232784C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/48Sulfur dioxide; Sulfurous acid
    • C01B17/50Preparation of sulfur dioxide
    • C01B17/501Preparation of sulfur dioxide by reduction of sulfur compounds
    • C01B17/506Preparation of sulfur dioxide by reduction of sulfur compounds of calcium sulfates

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 232784 KLASSE 12/. GRUPPE
enthaltenen Schwefels.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 13. April 1910 ab.
Es ist schon wiederholt, zuletzt noch von H. Trey (Zeitschrift für angewandte Chemie 1909, S. 2375) vorgeschlagen worden, den im Gips vorhandenen Schwefel zur Herstellung von Schwefelsäure in der Weise nutzbar zu machen, daß man den Gips mit Kieselsäure (Sand) in Retorten oder Muffelöfen durch Erhitzen zersetzt.
Anscheinend sind bisher diese Vorschläge nicht praktisch verwertet worden, wahrschein-
; lieh, weil die Zersetzung einen verhältnismäßig hohen Aufwand an Brennmaterialien erfordert, und weil es daher billiger ist, die für die Gewinnung von Schwefelsäure erforderlichen 5 O2-haltigen Gase durch Rösten von Schwefelkies und andern Sulfiden zu erzeugen, trotzdem die beiden Rohmaterialien, Gips und Sand, in großer Menge in der Natur vorkommen und billig zu gewinnen sind.
Es wurde nun gefunden, daß man die Zersetzung des Gipses mittels Sand vorteilhaft in der Weise ausführen kann, daß man die Gemenge der beiden Rohmaterialien mit mindestens so viel Schwefelkies abröstet, daß die beim Rösten des letzteren frei werdende Wärmemenge den zur Zersetzung des Gipses mittels Kieselsäure nötigen Wärmeaufwand liefert.
Durch diese Arbeitsweise spart man nicht nur die sonst für die Zersetzung erforderlichen Kohlen, sondern man erreicht dadurch noch den weiteren Vorteil, daß man das Abrösten der Mischung in einem der sehr wirtschaftlich arbeitenden, zum Rösten von Blei- und Kupfererzen verwandten Apparate ausführen kann, bei denen die Luft durch die Beschickung geführt wird, wie z. B. bei den Huntington-Heberlein-Konvertoren oder den Dwight-Lloyd-Röstapparaten.
Das Abrösten von hochprozentigem Schwefelkies ist bekanntlich bisher nach diesem Verfahren nicht möglich gewesen, da sich dabei leicht schmelzendes Schwefeleisen (Fe S) bildet, welches den Durchgang der Luft durch die Beschickung erschwert oder ganz verhindert. Dadurch, daß man den Schwefelkies in Mischung mit Gips und Sand yerbläst, wird dieser Übelstand vermieden.
Das Verfahren ist besonders für solche chemische Fabriken von Vorteil, die Schwefelsäure aus Schwefelkiesröstgasen herstellen, und die gleichzeitig in ihren Fabrikationen Gipsschlamm als Abfallprodukt erhalten, was überall dort der Fall ist, wo Schwefelsäure mittels Kalk gefällt wird, eine in chemischen Fabriken häufig vorkommende Operation.
Beispiel.
Nasser Gipsschlamm, entsprechend 5 kg trockenem Ca S O4 · 2 aq, wurde mit 2 kg Sand und 3 kg spanischem Feinkies innig vermengt und die Mischung getrocknet. Die trockene Masse wurde in Stücke gebrochen, die in einen Konvertor auf den mit glühenden Kohlen bedeckten Rost gefüllt wurden, während unterhalb des Rostes Luft in den Konvertor geleitet wurde. Der Inhalt des Konvertors geriet allmählich in lebhaftes Glühen, wobei
reichliche Mengen S O2-haltiger Gase abgegeben wurden.
An Stelle des Gipses können natürlich auch andere Sulfate verwendet werden, wo solche billig zur Verfügung stehen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Nutzbarmachung des in ίο -Sulfaten, besonders im Calciumsulfat, enthaltenen Schwefels durch Zersetzen des Sulfats mit Kieselsäure, dadurch gekennzeichnet, daß das Sulfat außer mit der zu seiner Zersetzung nötigen Menge Kieselsäure, vorteilhaft Sand, noch mit mindestens so viel Schwefelkies gemischt wird, daß die bei der Verbrennung des Sulfidschwefels frei werdende Wärme für die Zersetzung des Sulfats ausreicht, und daß über oder durch das entzündete Gemisch ein Sauerstoff enthaltendes Gas, vorteilhaft Luft, geleitet wird.
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