DE23465C - Verfahren der Behandlung fetthaltiger Stoffe, um deren Zerlegung zu bewirken - Google Patents

Verfahren der Behandlung fetthaltiger Stoffe, um deren Zerlegung zu bewirken

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DE23465C
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treating fatty
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A. MARIX in Paris
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11CFATTY ACIDS FROM FATS, OILS OR WAXES; CANDLES; FATS, OILS OR FATTY ACIDS BY CHEMICAL MODIFICATION OF FATS, OILS, OR FATTY ACIDS OBTAINED THEREFROM
    • C11C1/00Preparation of fatty acids from fats, fatty oils, or waxes; Refining the fatty acids
    • C11C1/02Preparation of fatty acids from fats, fatty oils, or waxes; Refining the fatty acids from fats or fatty oils
    • C11C1/04Preparation of fatty acids from fats, fatty oils, or waxes; Refining the fatty acids from fats or fatty oils by hydrolysis

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23: Fettindustrie.
Zusatz-Patent zu No. 23464 vom 3. Juni 1882.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. Juni 1882 ab. Längste Dauer: 2. Juni i8g7.
Meine Verbesserungen erstrecken sich auf den zur Anwendung des Verfahrens dienenden Apparat. Der modificirte Apparat ist horizontal; er ermöglicht die Anwendung einer geringeren Spannung und eine Ersparnifs in der Heizung und Arbeitszeit.
Man kann diesen Apparat auch vortheilhaft verwenden, um Stearinsäure durch. Verseifung herzustellen, wobei man dann nur '/2 pCt. Alkalien und '/2 pCt. Säuren zum Nachsieden zu verwenden braucht. Die beiden Operationen, Vorsieden und Nachsieden, werden in demselben Apparat nach einander ausgeführt und bedürfen nur eines Druckes von 3 bis 5 Atmosphären und einer Arbeitsdauer von höchstens 6 Stunden.
In der Zeichnung stellt:
Fig. ι einen Längenschnitt und
Fig. 2 einen Querschnitt des Apparates dar.
Die zu behandelnden Fette werden in den Kessel A gefüllt, der in seiner ganzen Länge von einem durchlöcherten Blech B durchzogen ist und den eine an ihren Enden hohle Welle C durchdringt, die gleichzeitig den Kessel trägt und zur Zuführung des Dampfes dient.
Nachdem der Apparat gefüllt ist, erhält er eine continuirliche rotirende Bewegung durch die Zahnräder D E und die Riemscheiben FG.
Der Kessel A wird von einem festen Mantel H umgeben, der das Wasser aufnimmt, welches, durch Röhren // zugeführt, zum bestimmten Zeitpunkt den Kessel seiner ganzen Länge nach berieselt. Die Röhren / vereinigen sich bei dem Absperrhahn J und leiten das von einem Reservoir K kommende AVasser zu.
Nachdem der Kessel gefüllt ist, wird der Apparat durch ein Heizsystem für schwere OeIe erhitzt. Die schweren OeIe kommen aus dem Reservoir L durch das Rohr M, dessen Ende vor der Wand des Kessels A die Gestalt eines Brenners annimmt. Um die Verbrennung zu bewirken, wird durch das Rohr N in der Richtung des Pfeiles Luft eingeblasen, die zusammen mit den schweren Oelen eintritt. Die Verbrennungsproducte entweichen durch einen Schornstein O.
Der Kessel A wird durch ein Mannloch P gefüllt, zu dem man nach Wegnahme des Stutzens O1 mittelst der Gegengewichte Q, Fig. 2, Zutritt erhält.
Die Welle C ist an ihren Enden hohl; der Dampf tritt in der Richtung des Pfeiles in Fig. ι in die eine Höhlung ein, strömt in den Kessel und von dort durch die andere Höhlung zum Manometer. Zur vollständigen Abdichtung geht die Welle C an beiden Enden durch Stopfbüchsen.
Verwandlung der Fettstoffe in Fettsäuren und Glycerin.
Die Stoffe werden in folgendem Verhältnifs angewendet:
Talg . . 4000 Theile,
Wasser 1 000
Gebrannte kohlensaure Magnesia 10
5 ο 10 Theile.
Man läfst das Wasser kochen, und sobald es ioo° C. erreicht hat, fügt man die Magnesia
so zu, dafs eine milchige Mischung entsteht, die man in den Kessel füllt. Man schmilzt hierauf das Fett und füllt es durch das Mannloch P in den Apparat. Hierauf schliefst man das Mannloch und erhitzt den Apparat von aufsen während 6 Stunden auf 1500 C, indem man ihn in beständiger Rotation erhält, wobei das durchlöcherte Blech B das Vermischen bewirkt. Man hört nun mit dem Erwärmen auf und läfst einen Regen kalten Wassers auf den noch immer in Rotation befindlichen Apparat fallen, bis man ein Vacuum erzeugt und die Temperatur des Inhaltes im Apparat auf ein Minimum von 500 C. gebracht hat; dies kann eine halbe Stunde beanspruchen. Der Procefs ist nun beendet, d. h. die chemische Zerlegung des Talges in Stearin, Olein und Glycerin ist bewirkt.
Man entleert den Apparat nun durch einen Dampfdruck auf die Oberfläche, wobei der Inhalt durch das innere geneigte Rohr R und ein aufserhalb an dieses geschraubtes Rohr entweicht.
■ Zu diesem Zweck ist in dem Mantel H eine Oeffnung angebracht, die durch den Deckel 5 verschlossen ist. Die Entleerung kann auch nach unten durch die mittelst Deckels T geschlossene Oeffnung bewirkt werden. In diesem Falle läuft die Masse durch ihr eigenes Gewicht aus dem Apparat.
Diese Masse wird in Weifsblechgefäfsen von einem Inhalte von ca. 25 kg aufgefangen, in denen man sie bis zur Abkühlung läfst. Die drei Producte befinden sich nach ihrem Gewicht über einander: Glycerin, Stearin und Olein; die Säuren allein in festem Zustande.
Man schmilzt sie nun, nimmt das Stearin mit dem Olein fort, und sobald sie mittelst Dampfes, der in die Masse geleitet wird, in den flüssigen Zustand gebracht sind, füge man Viooo der Masse Oxalsäure und Y10 der Masse Wasser zu. Man rührt das Ganze dann während etwa 15 Minuten mittelst des Dampfes um. Um die Säure und die Farbstoffe zu entfernen, füge ich der Masse ihr Gewicht Wasser zu, rühre mittelst Dampfes 15 Minuten um, lasse etwa ι ο Minuten ruhen und ziehe das Stearin mit dem Olein ab, die ich von neuem mit ihrem Gewicht Wasser mittelst der durch den freien Dampf hervorgebrachten Umrührung wasche. Hierauf ziehe ich wieder in Formen von etwa 25 kg, die in einem auf 45 bis 500C. geheizten Raum stehen, ab, bis die Körnung des Stearins stattfindet. Nun bediene ich mich in der gewöhnlichen Weise der hydraulischen Presse, um das Olein zu trennen. Die Stearinmasse wird unter Zusatz ihres Gewichtes Wasser geschmolzen und mittelst freien Dampfes während 15 Minuten umgerührt, um sie vollständiger zu bleichen und zu entfärben.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die Anordnung eines um eine horizontale, an ihren Enden durchbohrte Achse rotirenden Kessels mit durchbrochener Scheidewand, welcher von einer Haube überdeckt ist, in die oberhalb ein doppelzweigiges Kaltwasserrohr und zu beiden Seiten die Brenner zur Erhitzung des Kessels eingeführt sind, und dessen Mannloch durch einen den Schornstein umgebenden, auf- und abbewegbaren Dom zugänglich ist. Ferner ist der Kessel mit einem geneigten, nach einer oberen Oeffnung führenden Rohre und einer unteren Abflufsöffnung versehen.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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