DE2362964B2 - Verfahren und vorrichtung zum thermischen vorspannen von glasgegenstaenden in einem fluessigkeitsbad - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum thermischen vorspannen von glasgegenstaenden in einem fluessigkeitsbadInfo
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Description
über
mit Flüssigkeit zum
Vorspannen versorgt werden, wobei der Speicher durch einen Überlauf (14) des Behälters mit
Flüssigkeit gespeist ist.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum thermischen Vorspannen von Glasgegenständen in
einem Flüssigkeitsbad sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Es ist bekannt, Glasgegenstände,
insbesondere Scheiben aus Flachglas, dadurch vorzuspannen, daß man sie nach ihrer Erwärmung
auf eine Temperatur in der Nähe ihrer Erweichungstemperatur in eine Kühlflüssigkeit taucht. Bei den
verwendeten Flüssigkeiten kann es sich um geschmolzene Salze, geschmolzene Metalle oder organische
Flüssigkeiten, wie z. B. öle, Polyäthylsiloxane od. dgl.
handeln.
Eine derartige thermische Vorspannung in einer Flüssigkeit bringt erhebliche Vorteile mit sich, von denen der eine Vorteil darin zu sehen ist, daß das Kühlvermögen von Flüssigkeiten wesentlich größer als das von Gasen ist und daß es daher möglich ist, während des Vorspannens einen stärkeren Temperaturgradienten zwischen der Haut und dem Kern des Glasgegenstandes zu erhalten; letzteres wiederum gestattet es, bei Gegenständen geringer Dicke, insbesondere Glasscheiben, einen Vorspannungsgrad zu erhalten, der beim Vorspannen in gasförmiger Atmosphäre praktisch nicht zu erreichen ist.
Eine derartige thermische Vorspannung in einer Flüssigkeit bringt erhebliche Vorteile mit sich, von denen der eine Vorteil darin zu sehen ist, daß das Kühlvermögen von Flüssigkeiten wesentlich größer als das von Gasen ist und daß es daher möglich ist, während des Vorspannens einen stärkeren Temperaturgradienten zwischen der Haut und dem Kern des Glasgegenstandes zu erhalten; letzteres wiederum gestattet es, bei Gegenständen geringer Dicke, insbesondere Glasscheiben, einen Vorspannungsgrad zu erhalten, der beim Vorspannen in gasförmiger Atmosphäre praktisch nicht zu erreichen ist.
Das Vorspannen von Glasgegenständen in einer Flüssigkeit führt leider aber auch zu Nachteilen und oft
insbesondere zu einer schlechten optischen Qualität der Oberflächen des vorgespannten Gegenstandes; vermutlieh
resultiert dies aus den unterschiedlichen Kühlbedingungen der Glasoberfläche von einem Punkt zum
anderen aufgrund von vorhandenen Blasen und/oder von aufsteigenden Konvektionsströmen, die im Bad in
dem Augenblick auftreten, wo der vorzuspannende heiße Gegenstand eingeführt wird.
Z'?r Vermeidung dieser Nachteile hat man bereits versucht, bei der Anordnung nach der DT-PS 6 40 176
für ein Durchrühren des Bades mit einer Rührvorrich-
tung zu sorgen, um die Temperaturbedingungen im Inneren des Bades zu homogenisieren. Die Erfahrung
zeigt jedoch, daß ein derartiges Verfahren nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Auch kann man gewisse
Unregelmäßigkeiten beim Vorspannen an dem vorzuspannenden Gegenstand insgesamt nicht vermeiden,
insbesondere nicht zwischen dem Teil des Gegenstandes, der als erster mit dem Flüssigkeitsbad in Berührung
kommt, und dem übrigen Teil des Gegenstandes.
Fernftr ist es aus der US-PS 20 52 254 bekannt, zum thermischen Vorspannen von Glasgegenständen ein
Kühlflüssigkeitsbad zu verwenden, wobei eine Relativbewegung zwischen dem Glasgegenstand einerseits und
der Kühlflüssigkeit andererseits vorgesehen ist. Zur
Erzielung dieser Relativbewegung ist dort entweder das Einleiten von Druckluft oder die Betätigung eines
Propellers zur Erzeugung einer Strömung im Flüssigkeitsbad vorgesehen, die im wesentlichen tangential an
den Glasscheiben entlangströmt. Bei einer abgewandelten Ausführung des Verfahrens nach der US-PS
20 52 254 ist eine Hin- und Herbewegung der Glasscheibe vorgesehen, damit der auf diese Weise intensivierte
Wärmeaustausch die erwünschte thermische Vorspannung herbeiführt In jedem Fall kommt es bei der
Anordnung nach der US-PS 20 52 254 darauf an, daß eine möglichst gleichmäßige Beaufschlagung des Glasgegensiandes
durch die Kühlflüssigkeit erfolgen soll. Abgesehen davon, daß bei einem derartigen Verfahren
gewisse Schwierigkeiten hinsichtlich der homogenen Beaufschlagung der gesamten Oberfläche von Glasscheiben
auftreten, ist es mit einem solchen Verfahren kaum möglich, in unterschiedlichen Bereichen einer
Glasscheibe gezielt unterschiedliche Vorspannungen hervorzurufen.
Es ist weiterhin bekannt, daß es die Flüssigkeiten zum thermischen Vorspannen mit einer geringen Viskosität
im allgemeinen ermöglichen, aufgrund ihres Kühlvermögens, das höher als das der viskoseren Flüssigkeiten
ist, einen erhöhten Vorspannungsgrad zu erhalten; sie haben jedoch bei den bisher bekannten Verfahren einen
ungünstigen Einfluß auf die optische Qualität der vorgespannten Oberflächen.
Aufgabe der Erfindung ist es, unter Vermeidung der oben erläuterten Nachteile ein Verfahren sowie eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens anzugeben, die es ermöglichen, erhöhte Vorspannungsgrade
auch bei Gegenständen geringer Dicke zu erzielen und gleichzeitig zufriedenstellende optische Eigenschaften
aufrechtzuerhalten.
Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, ein Verfahren zum Vorspannen von Glasgegenständen,
insbesondere Glasscheiben in einem Flüssigkeitsbad so zu führen, daß im Inneren des Flüssigkeitsbades
Flüssigkeitsstrahlen auf den Gegenstand aus vorzuspannendem Glas gerichtet werden.
In weiterer Ausbildung der Erfindung kann die in Form von Strahlen in das Bad eingeführte Flüssigkeit
zur Vorspannung der Glasgegenstände entweder die gleiche Flüssigkeit wie die das Bad bildende Flüssigkeit
sein oder aber es kann für die Flüssigkeitsstrahlen eine Flüssigkeit verwendet werden, die mit der Flüssigkeit
des Bades nicht mischbar ist und die ein höheres Kühlvermögen als das Bad aufweist.
Ferner kann das erfindungsgemäße Verfahren so geführt werden, daß nur ein Tei! des vorzuspannenden
Gegenstandes von den Flüssigkeitsstrahlen beaufschlagt wird.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die die Flüssigkeitsstrahlen abgebenden Organe auf eine ausreichende
Tiefe in das Bad getaucht werden und von einer im wesentlichen turbulenzfreien Flüssigkeitsschicht überlagert
werden.
Zweckmäßigerweise besteht die im wesentlichen turbulenzfreie Flüssigkeitsschicht aus einer Flüssigkeit,
die ein niedrigeres spezifisches Gewicht als die Flüssigkeit des Bades aufweist und die mit dieser nicht
mischbar ist, wobei eine an der Oberfläche schwimmende Flüssigkeit verwendet werden kann, die ein größeres
Kühlvermögen als die das Bad bildende Flüssigkeit besitzt.
In weiterer Ausführung der Erfindung sind die die Flüssigkeitsstrahlen abgebenden Organe in einer
Bewegung bezüglich der Glasoberfläche angetrieben.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die in Form von Strahlen eingeführte Flüssigkeit sich auf einer anderen
Temperatur befindet als die das Bad bildende Flüssigkeit.
Eine Vorrichtung zum thermischen Vorspannen von Glasgegenständen, insbesondere Glasscheiben, in einem
Flüssigkeitsbad ist zweckmäßigerweise so ausgebildet, daß Organe in dem die Flüssigkeit zum Vorspannen
enthaltenden Behälter vorgesehen sind, welche zur Vorspannung der Glasscheibe auf beiden Seiten
Flüssigkeitsstrahlen auf die Oberfläche der Glasscheibe abstrahlen.
Die die Flüssigkeitsstrahlen zum Vorspannen abstrahlenden Organe bestehen zweckmäßigerweise aus
Rohren mit Schlitzen längs einer Erzeugenden parallel zur Glasscheibe, wobei die mit Schlitzen versehenen
Rohre von einem Speicher aus über eine Pumpe mit Flüssigkeit versorgt werden, während der Speicher
durch einen Überlauf des Behälters mit Flüssigkeit gespeist ist.
In weiterer Ausbildung der Erfindung ist eine Vielzahl
von Organen in Form der mit Schlitzen ausgestatteten Rohre abgestuft über die Höhe des Behälters vorgesehen,
so daß die gesamte Oberfläche der Scheibe mit der abgestrahlten Flüssigkeit beaufschlagbar ist.
Bei einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung bestehen die die Flüssigkeitsstrahlen zur Vorspannung abgebenden Organe aus
vertikalen Kästen, die mit öffnungen auf ihrer der Glasscheibe gegenüberliegenden Oberfläche versehen
sind.
Zweckmäßigerweise kann ein Durchsatzregelschieber in der Versorgung der Organe zur Abstrahlung der
Flüssigkeitsstrahlen vorgesehen sein.
In weiterer Ausbildung der Erfindung weist der die Flüssigkeit zum Vorspannen enthaltende Behälter
oberhalb der die Flüssigkeitsstrahlen abgebenden Organe eine Flüssigkeitsschichtdicke auf, so daß die in
der Schicht enthaltene Flüssigkeit im wesentlichen frei von Turbulenzen ist.
Zweckmäßigerweise sind die Behälter der erfindungsgemäßen Vorrichtung geschlossen und unter Stickstoff
gehalten.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in vorteilhafter Weise die Möglichkeit geschaffen, bei Glasgegenständen und insbesondere bei Glasscheiben eine sowohl in ihrer Intensität als auch in ihrem Umfang bzw. in ihren Bereichen einstellbare Vorspannung bei den jeweiligen Glasgegenständen zu erreichen, ohne
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in vorteilhafter Weise die Möglichkeit geschaffen, bei Glasgegenständen und insbesondere bei Glasscheiben eine sowohl in ihrer Intensität als auch in ihrem Umfang bzw. in ihren Bereichen einstellbare Vorspannung bei den jeweiligen Glasgegenständen zu erreichen, ohne
f>5 daß die optischen Eigenschaften der Glasgegenstände
beeinträchtigt werden. Die Beaufschlagung eines vorzuspannenden Gegenstandes mit Gasstrahlen oder
auch mit fein verteilter Flüssigkeit in gasförmiger
Atmosphäre ist zwar bekannt, jedoch unterscheiden sich die Kühlbedingungen in einem Flüssigkeitsbad
aufgrund ihrer Art und Dauer von denen in gasförmiger Atmosphäre, insbesondere liegt das Verhältnis zwischen
den an der Oberfläche erreichten Druckspannungen und den im Kern erreichten Zugspannungen für ein und die
gleiche Glasdicke beim Vorspannen in einem Flüssigkeitsbad erheblich höher. Auch tritt bei der schnellen
Abkühlung der Glashaut im Moment der Berührung mit dem Flüssigkeitsbad eine Erstarrung des Molekularzu-Standes
des Glases ein, der sich von dem beim Vorspannen in gasförmiger Atmosphäre auftretenden
unterscheidet.
Darüber hinaus ergibt sich aus der Tastsache, daß der vorzuspannende Glasgegenstand nicht gleichzeitig über
die gesamte Oberfläche mit der Kühlflüssigkeit in Berührung gebracht wird, das Auftreten von dauernden
oder temporären Spannungen, die sich stark von denen unterscheiden, die man beim Vorspannen in gasförmiger
Atmosphäre sowohl hinsichtlich ihrer Verteilung als auch ihrer Intensität beobachtet.
Die Erfindung soll im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen und anhand der Zeichnungen
näher erläutert werden. Die Zeichnungen zeigen in
F i g. 1 eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßenVorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei der die Behandlung des unteren
Teiles der Glasscheibe durch Flüssigkeitsstrahlen erfolgt;
F i g. 2 eine weitere erfindungsgemäße Ausführungform,
bei der die Flüssigkeitsstrahlen auf die gesamte Oberfläche der Glasscheibe gerichtet sind;
F i g. 3 eine weitere, von der Ausführungsform nach F i g. 2 abgewandelte Ausführungsform zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In Fi g. 1 erkennt man einen Behälter 6, dessen Tank
das flüssige Bad 7 zum Vorspannen enthält, welches aus einer zum Vorspannen üblicher Weise verwendeten
Flüssigkeit besteht, z. B. schwerem und viskosem öl. Derartige öle sind insbesondere in der DT-PS 8 9!) 402
beschrieben.
Die vorzuspannende Glasscheibe 8 wird vertikal in das Bad 7 eingeführt und in diesem in an sich bekannter
Weise durch selbstklemmende Zangen 5 gehalten.
Bei der Anordnung gemäß dem Ausführungsbetspiel ordnet man in dem Bad zu beiden Seiten des unteren
Teiles der Glasscheibe 8 horizontale Rohre 10 und 10' an, die längs ihrer Erzeugenden mit der Glasscheibe
gegenüberliegend angeordneten Schlitzen 9 und 9' in Verbindung stehen. Die Rohre 10 und 10' sind mit einem
öl enthaltenden Speicher 11 über eine Pumpe 12 und Leitungen 13, 13a und 13b verbunden, wobei ein
Schieber 16 in der Leitung 13 vorgesehen ist.
Der Speicher 11 enthält geeignete, nicht dargestellte Einrichtungen, um das Ol auf der gewünschten
Temperatur zu halten. Ein Überlauf 14 ermöglicht es, das im Überschuß im Behälter 6 befindliche öl
kontinuierlich zum Speicher 11 zurückzuschicken.
In F i g. 2 ist eine beispielsweise Ausführungsform für
eine Vorrichtung zum Vorspannen in einem flüssigen Bad Hergestellt, die es ermöglicht, die gesamte
Ob?: tläche der Glasscheibe durch die Flüssigkeitsstrahlen
zum Vorspannen zu bestreichen.
In F i g. 2 erkennt man, daß der das Bad enthaltende
Behälter 6 mit drei Paaren von Rohren 10—10' zur Versorgung mit öl ähnlich den in F i g. 1 wiedergegebenen
Rohren ausgestattet ist, welche mit Longitudinalschlitzen 15—15' versehen sind. Diese Speiserohre sind
mit dem öl enthaltenden Speicher 11 über die Pumpe 12
sowie Leitungen 13 verbunden, wobei die die Speiserohre im linken Teil der Figur versorgenden Leitungen aus
Gründen der Übersichtlichkeit in der Zeichnung fortgelassen sind. Wie bei der Ausführungsform nach
F i g. 1 ermöglicht es ein Überlauf 14, die aus dein Behälter 6 überlaufende Flüssigkeit in den Speicher 11
zurückzuschicken.
Insbesondere erkennt man in F i g. 2, daß der Behälter 6 eine ausreichende Höhe besitzt, damit eine merkliche
Flüssigkeitsschichtdicke h über dem oberen Paar von Schlitzen steht. Auf diese Weise ist es möglich, eine
beträchtliche Flüssigkeitsschicht, die im wesentlichen frei von Turbulenzen ist, oberhalb des Bereiches des
Bades zum Vorspannen zu halten, in dem die Flüssigkeitsstrahlen austreten. Diese Anordnung ist
insofern vorteilhaft, als Versuche ergeben haben, daß es wünschenswert ist, wenn die in das Bad eingeführte
Glasscheibe während einer gewissen Dauer einen Kühlbeginn in ruhigem öl bei ihrer Durchführung durch
die Flüssigkeitsschichtdicke Λ erfährt.
F i g. 3 zeigt eine Ausführungsvariante gegenüber der Vorrichtung nach F i g. 2. Bei dieser Ausführungsform
werden die Paare von öl verspritzenden Rohren 10—10' durch zwei vertikale Kästen 18—18' ersetzt, die
mit öl aus dem Speicher 11 gespeist und mit öffnungen
17 auf derjenigen Seite versehen sind, die der vorzuspannenden Glasscheibe 8 gegenüberliegend
angeordnet ist. Um die Oxidation des Öles zu vermeiden, sind der Behälter 6 und der Speicher 11
abgesehen vom Schlitz 3 geschlossen und sind über eine Rohrleitung 4 mit Stickstoff beaufschlagt
Bei den Ausführungsformen der Vorrichtung nach F i g. 2 und 3 kann es vorteilhaft sein, den mit Schlitzen
versehenen Rohren 10—10' oder den perforierten Kästen 18—18' Schwingbewegungen in einer vertikalen
Ebene zu erteilen, um die Wirkung der Flüssigkeitsstrahlung auf die Glasüberfläche zu vergleiehmäßigen.
Diese Maßnahme ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn es sich um eine Glasscheibe geringer Dicke
handelt, d. h. wenn die Glasscheibe in der Größenordnung einiger Millimeter oder sogar noch darunter liegt
Je weiter die Dicke des Glases vermindert wird und je mehr man die Schlitze bzw. die Kästen an die
Glasoberfläche annähern muß, um den Wärmeaustausch zu intensivieren, desto mehr wird die Wirkung
der Flüssigkeitsstrahlen dann lokalisiert, wenn diese ortsfest gehalten sind.
Im allgemeinen ist das in das Bad eingeführte öl von
der gleichen Art wie das das Bad bildende öl, welches im Behälter 6 enthalten ist. Es kann jedoch in gewissen
Fällen, wenn man besondere Vorspannungseffekte erreichen will, vorteilhaft sein, eine einzuführende
Flüssigkeit zu verwenden, die ein größeres Kühlvermögen als das des Bades zum Vorspannen aufweist Um die
beiden Flüssigkeiten leicht trennen zu können, ist es in diesem Falle zweckmäßig, nicht mischbare Flüssigkeiten
zu wählen.
Insbesondere kann man beim Treffen dieser Wahl in
das Bad eine Flüssigkeit mit einer geringeren Dichte bzw. einem niedrigeren spezifischem Gewicht als dem
der Flüssigkeit des Bades einführen, so daß dieses eingeleitete öl eine an der oberfläche des Bades
schwimmende Schicht unbewegten Öles bildet, das durch den Überlauf 14 umgewälzt wird und dessen
Schichtdicke im übrigen auf jeden gewünschten Wert zwischen einigen Zentimetern und der Höhe Λ
eingestellt werden kann.
Werden die Flüssigkeitsverteiler über einzelne Schieber gespeist, beispielsweise über die Schieber 16
bei der Ausführungsform nach F i g. 2, so ist es möglich, den Durchsatz der ölstrahlen auf die verschiedenen
Teile der Glasscheibe auf unterschiedliche Werte einzustellen. Oft ist es insbesondere vorteilhaft, eine
größere Flüssigkeitsmenge auf den unteren Teil der Glasscheibe zu richten als auf den oberen Teil der
Scheibe, um die Fehler beim Vorspannen zu eliminieren, die ohne diese Vorkehrung aufgrund der Tatsache ι ο
auftreten können, daß der untere Teil der Glasscheibe notwendigerweise als erster in das Bad zum Vorspannen
eintaucht.
Die Flüssigkeitsstrahlen können kontinuierlich in das Bad eingeführt werden, in das man nacheinander die
vorzuspannenden Glasscheiben eintaucht; man kann aber auch in besonders gelagerten Fällen dazu
übergehen, die Glasscheiben in ein völlig ruhiges Bad einzutauchen und die Flüssigkeitsstrahlen gemäß den
vorstehend beschriebenen Ausführunbsbeispielen nur
dann auszulösen, wenn die Glasscheibe in die endgültige Stellung im Bad gelangt ist.
Im Prinzip findet sich die in Form von Strahlen
eingeführte Flüssigkeit auf der gleichen Temperatur wie das Bad zum Vorspannen, so daß man kontinuierlich
arbeiten kann. Wie bereits erwähnt, befinden sich die Heizorgane für diese Flüssigkeit vorteilhafterweise im
Speicher ί 1; der Behälter 6 enthält das eigentliche Bad zum Vorspannen und ist nicht notwendigerweise selbst
mit Heizorganen ausgestattet.
Bei der Herstellung ganz spezieller Glasgegenstände kann man dazu übergehen, eine Flüssigkeit in Form von
Strahlen in das Bad zum Vorspannen einzuführen, die sich auf einer unterschiedlichen Temperatur befindet,
insbesondere einer niedrigeren Temperatur als sie das Bad selbst aufweist. Dies iäßt sich leichi unter der
Bedingung realisieren, daß das Bad zwischen den einzelnen Vorspannungs-Operationen auf die gewünschte
Temperatur zurückgeführt wird, beispielsweise mit Hilfe von im Behälter 6 befindlichen Heizorganen.
Das oben beschriebene Verfahren soll im folgenden anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert
werden:
Verwendet wird eine Vorrichtung, wie sie in Fig.3
dargestellt ist, bei der die perforierten Platten der Kästen Abmessungen von 160 mm χ 130 mm und
6 mm aufweisen. Diese Platten sind jeweils mit 70 Löchern von 1 mm Durchmessern versehen. In
horizontaler Richtung stehen die Löcher 10 mm und in vertikaler Richtung 30 mm auseinander. Die Löcher
einer Reihe sind schachbrettartig bezüglich denen der oberen und unteren Reihe angeordnet.
Das Niveau des Öles im Flüssigkeitsbad wird auf einen Pegel von 130 mm oberhalb der oberen Reihe von
Löchern eingestellt. Die Außenflächen der perforierten Platten befinden sich in einem Abstand von 40 mm von
den Flächen der Glasscheibe.
Das Bad besteht aus einem handelsüblichen öl, dessen
Viskosität etwa 25,3 Centipoise bei 10O0C beträgt. Das <·ο
gleiche öl ist zur Einführung in die Kästen im Speicher I I enthalten. Das öl des Bades und das des Speichers 11
wird auf 1200C gehalten, und die Pumpe 12 wird derart
eingestellt, daß der Druckverlust in den öffnungen 15 bei 0,1 bar liegt.
Die vorzuspannenden Glasgegenstände sind Glas scheiben mit einer Dicke von 2 mm und mit Abmessungen
von 150 mm χ 100 mm. Sie werden in einem elektrischen Ofen über eine ausreichende Zeitdauer
erwärmt, so daß die Oberflächentemperatur im Augenblick des Eintauchens in das öl bei etwa 68O0C
liegt. Wie aus F i g. 3 erkennbar, sind die Glasscheiben an selbstklemmenden Zangen aufgehängt. Ihre Tauchgeschwindigkeit
in das ölbad liegt bei 75 cm/sec. Die Verweildauer jeder Scheibe im Bad liegt bei 30
Sekunden; das öl wird kontinuierlich über die öffnungen der Kästen eingeführt.
Beim Austritt aus dem Bad werden die Glasscheiben gekühlt und im Hinblick auf ihr Bruchbild geprüft: man
stellt fest, daß das Glas unter dem Aufschlag eines spitzen Gegenstandes in sehr kleine Stückchen splittert,
wobei die Anzahl der Bruchstücke bei etwa 20/cm2 liegt, d. h., daß man ein·* Vorspannung erhalten hat, wie sie für
sogenanntes Einscheibensicherheitsglas üblich ist.
Nimmt man die Vorspannung bei der gleichen Temperatur mit dem gleichen öl vor, ohne jedoch öl
entsprechend den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen einzuführen, so erreichen die Glasscheiben nur
eine wesentlich niedrigere Vorspannung; dies stellt sich im Bruchbild durch größere Bruchstücke dar.
Im übrigen kann man feststellen, daß die optische Qualität der Oberfläche des unter den Bedingungen der
obigen Ausführungsbeispiele vorgespannten Glases ausgezeichnet ist. Insbesondere ist sie wesentlich besser
als diejenige, die man für Scheiben des gleichen Glases in nicht durchrührtem öl erhalten hätte, die auf einen
hohen Vorspannungsgrad von etwa 20 Stücken pro Quadratzentimeter gebracht sind, was die Wahl eines
wesentlichen weniger viskosen öies als des oben verwendeten Öles erforderlich gemacht hätte, beispieis
weise eines Öles, dessen Viskosität nur 4 Centipoise bei 1000C beträgt.
Im vorstehenden Beispiel wurde versucht, in den vorgespannten Glasscheiben eine gleichförmige Vorspannung
zu erhalten.
Es ist einsichtig, daß es in vielen Fällen, insbesondere bei Kraftfahrzeug-Windschutzscheiben, wünschenswert
ist. Glasscheiben mit unterschiedlicher Vorspannung herzustellen. Beispielsweise versucht man in gewissen
Fällen, Windschutzscheiben aus vorgespanntem Glas herzustellen, deren Vorspannungsrad im Umfangsbereich
sehr viel höher als im zentralen Bereich liegt (vergleiche FR-PS 12 59 550).
Das oben beschriebene Verfahren ermöglicht es auch, solche Ergebnisse zu erhalten, indem man das
Auftreffen der ölstrahlen auf besondere, bestimmte Zonen der vorzuspannenden Scheibe begrenzt, wie z. B.
im Falle der Anordnung nach F i g. 1, wo ölstrahlen nur auf den unteren Rand der Glasscheibe auftreffen. Um
eine Windschutzscheibe zu erhalten, die am Umfang einen höheren Vorspannungsgrad als im mittleren
Bereich aufweist, kann man daher eine Vorrichtung der oben erläuterten Art so auslegen, daß ihre das Spritzöl
abgebenden Schlitze oder öffnungen nur den Umfangsbereich der Scheibe beaufschlagen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (17)
1. Verfahren zum thermischen Vorspannen von Giasgegenständen, insbesondere Glasscheiben, in
einem Flüssigkeitsbad, dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren des Flüssigkeitsbades
Flüssigkeitsstrahlen auf den Gegenstand aus vorzuspannenden Glas gerichtet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in Form von Strahlen in das Bad
eingeführte Flüssigkeit zur Vorspannung der Glasgegenstände die gleiche Flüssigkeit wie die das Bad
bildende Flüssigkeit ist
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in Form von Strahlen in das Bad
eingeführte Flüssigkeit mit der Flüssigkeit des Bades nicht mischbar ist und ein höheres Kühlvermögen als
das Bad aufweist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1—3, dadurch gekennzeichnet, daß nur ein Teil des
vorzuspannenden Gegenstandes von den Flüssigkeitsstrahlen beaufschlagt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1—4, dadurch gekennzeichnet, daß die die Flüssigkeitsstrahlen abgebenden Organe auf eine ausreichende
Tiefe in das Bad getaucht werden und von einer im wesentlichen turbulenzfreien Flüssigkeitsschicht
überlagert werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die im wesentlichen turbulenzfreie
Flüssigkeitsschicht aus einer Flüssigkeit besteht, die ein niedrigeres spezifisches Gewicht als die Flüssigkeit
des Bades aufweist und die mit dieser nicht mischbar ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine an der Oberfläche »chwimmende
Flüssigkeit verwendet wird, die ein größeres Kühlvermögen als die das Bad büdende Flüssigkeit
besitzt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1—7,
dadurch gekennzeichnet, daß die die Flüssigkeitsstrahlen abgebenden Organe in einer Bewegung
bezüglich derGlasoberfläche angetrieben sind.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1—8, dadurch gekennzeichnet, daß die in Form von
Strahlen eingeführte Flüssigkeit sich auf einer anderen Temperatur befindet als die das Bad
bildende Flüssigkeit.
10. Vorrichtung zum thermischen Verspannen von
Giasgegenständen, insbesondere Glasscheiben, in einem Flüssigkeitsbad, dadurch gekennzeichnet, daß
Organe (10-10', 18-18') in dem die Flüssigkeit zum Vorspannen enthaltenden Behälter ((i) vorgesehen
sind, welche zur Vorspannung der Glasscheibe (8) auf beiden Seiten Flüssigkeitsstrahlen auf die
Oberfläche der Glasscheibe (8) abstrahlen.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die die Flüssigkeitsstrahlen zur
Vorspannung abstrahlenden Organe aus Rohren (10—10') mit Schlitzen (9—9') längs einer Erzeugenden
parallel zur Glasscheibe bestehen.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Schlitzen
versehenen Rohre (10—10') von einem Speicher (11)
b i
13. Vorrichtung nach einem der Ansprü ehe 10—12. dadurch gekennzeichnet, daß eine
Vielzahl von Organen in Form der mit Schlitzer ausgestatteten Rohre abgestuft über die Höhe de:
Behälters (6) vorgesehen ist, so daß die gesamte Oberfläche der Glasscheibe mit der abgestrahlter
Flüssigkeit beaufschlagbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die die Flüssigkeitsstrahlen zum
Vorspannen abgebenden Organe aus vertikalen Kästen (18—18') bestehen, die mit öffnungen (17)
auf ihrer der Glasscheibe (8) gegenüberliegenden Oberfläche versehen sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10—14, gekennzeichnet durch einen Durchsatzregelschieber
(16) in der Versorgung der Organe zur Abstrahlung der Flüssigkeitsstrahlen.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10—15, dadurch gekennzeichnet, daß der die
Flüssigkeit zum Vorspannen enthaltende Behälter (6) oberhalb der die Flüssigkeitsstrahlen abgebenden
Organe eine Flüssigkeitsschichtdicke aufweist, so daß die in der Schicht enthaltene Flüssigkeit im
wesentlichen frei von Turbulenzen ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10—16. dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter
geschlossen und unter Stickstoff gehalten sind.
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