DE239958C - - Google Patents
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
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- H01B—CABLES; CONDUCTORS; INSULATORS; SELECTION OF MATERIALS FOR THEIR CONDUCTIVE, INSULATING OR DIELECTRIC PROPERTIES
- H01B11/00—Communication cables or conductors
- H01B11/02—Cables with twisted pairs or quads
- H01B11/12—Arrangements for exhibiting specific transmission characteristics
- H01B11/14—Continuously inductively loaded cables, e.g. Krarup cables
Landscapes
- Insulated Conductors (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
.-ΛΙ 239958-KLASSE 21c. GRUPPE
GEORG GRASZMANN in COLN.
Telegraphen- und Fernsprechleitung. Patentiert im Deutschen Reiche vom 23. April 1909 ab.
Es ist bekannt, daß bei Telephon- oder Telegraphenkabeln die Weite der Sprechfähigkeit
von dem Leitungswiderstand, der Ladung und der Selbstinduktion abhängt, und zwar
ist die Sprechfähigkeit um so größer, je niedriger die Ladung, je geringer der Leitungswiderstand
und je gleichmäßiger verteilt und erhöht die Selbstinduktion des Kabels ist.
Der Leitungswiderstand wird, wie bekannt,
ίο dadurch auf das Minimum beschränkt, daß
man dem Leiter einen möglichst großen Querschnitt gibt.
Ebenso wird in bekannter Weise die gleichmäßige Verteilung und Erhöhung der Selbstinduktion
dadurch erreicht, daß man den Draht auf elektrolytischem Wege mit einem Überzug von Eisen versieht oder auch, wie es z. B. in
der schweizerischen Patentschrift 23883 beschrieben ist, mit voneinander isolierten Drahtstücken
aus magnetischem Material, z. B. Eisen, umwindet. Endlich sucht man eine möglichst
geringe Ladung des Leiters bisher dadurch zu erzielen, daß man zwischen dem Kabel und
der isolierenden Hülle Luftzwischenräume schafft, indem man den Leiter mit Metalldrähten,
Papier oder Textilfasern (Fäden u. dgl.) hohlraumbildend umwickelt.
Diese Verfahren, dem Leiter eine möglichst hohe Selbstinduktion sowie eine möglichst geringe
Ladung zu geben, leiden aber an gewissen Übelständen.
Zunächst lehrt die Erfahrung, daß das galvanisch niedergeschlagene Eisen, namentlich
,in Gegenwart von Säuren oder Feuchtigkeit, sehr rasch rostet, so daß eine schnelle Zerstörung
des Leiters infolge dieser Rostbildung eintritt.
Ferner wird der durch die Umwicklung mit Drahtstücken, Papier oder Textilfasern gebildete
Luftraum des Kabels mehr oder weniger dadurch wieder unwirksam, daß die Hohlräume
durch den Druck der Verseilung einerseits sowie durch die Umpressung eines Bleimantels
oder einer anderen Umhüllung andererseits wieder vernichtet oder· zum wenigsten
stark verringert werden.
Auch ist die Umwicklung mit Drahtstücken namentlich dadurch sehr gefahrbringend, daß
die scharfen Enden der Drähte Zerstörungen der isolierenden Hüllen und dadurch Kurzschluß
verursachen oder zu anderen Fehlerbildungen Veranlassung geben können.
Die Erfindung betrifft nun ein Kabel, bei welchem die yorbenannten Übelstände wegfallen
und eine möglichst gleichmäßig verteilte und erhöhte Selbstinduktion sowie eine möglichst
geringe Ladung erzielt werden, so daß es in jeder Weise den Anforderungen bezüglich
Entfaltung einer möglichst weiten Sprechfähigkeit Genüge leistet.
Als Leiter dient ein Kupferdraht, der in bekannter Weise z, B. mit einem elektrolytischen
Überzug von Eisen versehen ist, um ihm eine gleichmäßig verteilte, erhöhte Selbstinduktion
zu verleihen. Um diesen Überzug von Eisen vor dem Einfluß von Säuren, Feuchtigkeit
u. dgl, die die Rostbildung und infolgedessen die Zerstörung desselben begünstigen würden,
zu bewahren, wird auf das Eisen ein zweiter Überzug galvanisch niedergeschlagen, der aus
Nickel oder Kobalt besteht, da diese beiden Metalle infolge ihrer paramagnetischen Eigenschaft
die Wirkung des Eisens unterstützen bzw. verstärken helfen, was bei anderen Metallen
nicht der Fall ist.
Weil sich bei dem galvanischen Prozeß Nickel und Kobalt in poröser oder netzartiger" Form
niederschlägt, wird der Draht der Glättung durch einen Diamanten, Achat o. dgl. unterworfen,
wodurch die poröse Schicht zu einem zusammenhängenden Überzug verdichtet wird, der den Zutritt von zerstörenden Einflüssen
auf das Eisen dauernd abhält.
Nunmehr wird der Leiter mit einer Umhüllung von Aluminiumoxyd versehen, welche in
Form von oxydiertem Drahtgeflecht, gelochten oder nach Art des bekannten Schermetalles
maschenförmig ausgezogenen Bändern den Leiter umgibt.
Der Vorteil, der daraus erwächst, besteht darin, daß Aluminiumoxyd, besonders wenn es
vorher geglüht wird, bekanntlich die Elektrizität nicht leitet, so daß selbst Ströme von ioo
und mehr Volt Stärke den Leiter durchfließen können, ohne daß eine Störung der Isolierung
eintritt. Man erzielt also durch die Beflechtung oder Umwicklung des Kabeldrahtes mit Aluminium
in oxydiertem Zustande, sei es in Form von Geflecht öder durchlochten oder maschenförmig
ausgezogenen Bändern, erstens eine nicht leitende Schicht und zweitens die Erzeugung
von Luft enthaltenden Hohlräumen zur Herabminderung der Ladung, welche durch mechanische Druckwirkungen nicht vernichtet
werden.
Die derart zugerichteten Leiter können nun als Einzel- oder Doppelleiter verwendet oder
zu mehradrigen Kabeln verseilt werden.
Um Erdschluß zu vermeiden, kann man den Draht oder das Kabel in bekannter Weise mit
einer Bewicklung von Papier oder Baumwollband versehen und mit einer Kautschukhülle
sowie einem Bleimantel umpressen. Es empfiehlt sich, um bei der Umpressung das Eindringen
der unter hohem Druck stehenden Isoliermasse in die maschenförmigen Hohl-, räume des Oxydmantels und somit deren Ausfüllung
und Vernichtung zu verhindern, die Ader zunächst mit einem geeigneten Band zu
umwickeln und dann erst die Umpressung mit der Masse vorzunehmen oder aber die Ader so
lange durch einen besonderen Dorn hindurchzuführen, bis der in der Presse vorhandene
Druck keine Einwirkung mehr auf die austretende Ader ausüben kann.
Bis jetzt hat man Aluminiumumhüllungen nur an Stelle von Eisen- und Bleiarmierungen
angewandt, um das Kabel leichter zu machen oder um die Einflüsse des in der Gummiumhüllung
enthaltenen Schwefels auf den Leiter aufzuheben, nicht aber zur Verringerung der
Ladung.
Man kann eine oder mehrere Hüllen von oxydiertem Aluminium anwenden; im letzteren
Falle können die Flechtungen entweder' direkt übereinander angebracht oder durch eine
Zwischenlage von Papierband voneinander getrennt werden.
Außerdem kann an Stelle von oxydiertem Aluminiummetall allein die Verwendung von
Eisendrähten mit oxydiertem Aluminiumüberzug treten; durch den Gebrauch solcher Beflechtungen
wird ebenfalls, wie durch den Gebrauch des Eisenüberzuges des Leiters, eine Vermehrung der Selbstinduktion erzielt.
Bei Seekabeln ist es, wenn man nicht einen Überzug des ganzen Kabels mit Guttapercha
oder Gummi vorzieht, angebracht, die Ader in bestimmten Abständen, z. B. von Kilometer
zu Kilometer, mit einem Guttaperchapfropfen, der bis auf den Leiter geht, zu versehen, um
das Eindringen von Wasser unmöglich zu machen. Bei Aderbündeln muß dies auch noch 8g
zwischen den Bündeln hindurch geschehen.
Die Zusammenstellung von erhöhter Selbstinduktion und geringer Ladung kann bei einem
Kabel sehr mannigfach sein. Ein Ausführungsbeispiel würde z. B. das folgende sein:
Der Leiter besteht z. B. aus einem Kupferdraht, der zunächst mit einem Überzug von
oxydiertem Aluminium versehen worden ist. Dieser Leiter wird mit einem Geflecht von
Eisendrähten versehen, die ebenfalls mit oxydiertem Aluminium überzogen sind. Die Oxydation
braucht dabei einstweilen auf irgendwelche Weise nur auf der Oberfläche der Aluminiumüberzüge
erfolgt zu sein, während der untere Teil dieser Überzüge aus Aluminium in noch unoxydiertem Zustande bestehen kann.
Durch das oxydierte Aluminium ist eine hinreichende Isolierung und gleichzeitig durch das
Drahtgeflecht eine erhöhte Selbstinduktion geschaffen, ebenso wie auch eine sehr geringe
Ladung, deren Bestand durch das Metallgeflecht unverändert erhalten bleibt.
Wird eine derartig zusammengesetzte Ader noch mit einer Schutzhülle von Gummi, Guttapercha
o. dgl. versehen, welche die durch das Geflecht geschaffenen Hohlräume unverändert
läßt, so entspricht das Kabel den. in bezug auf erhöhte Sprechfähigkeit an letzteres gestellten
Anforderungen im höchsten Grade. Außerdem hat es den Vorteil, daß seine Betriebsfähigkeit
auch dann nicht gestört wird, wenn eine Beschädigung des Gummi- oder Guttaperchamantels
eintritt. Die eindringende Feuchtigkeit bewirkt nämlich an der fehlerhaften Stelle
mit Hilfe der zersetzenden Einwirkung des Betriebsstromes eine vermehrte Oxydation des
Aluminiums und somit eine Verstärkung der
isolierenden Oxydschicht des Leiters. Die Eigenschaft des Aluminiums, in oxydiertem
Zustande ein hervorragendes Isoliermittel zu bilden, ist ja bekannt.
Solche Kabel eignen sich daher besonders als Seeminenkabel, in leichterer Ausführung als
Feldtelegraphen- und Feldtelephönkabel, weil solche Kabel namentlich durch den Transport
und Gebrauch stark beansprucht werden und
ίο infolgedessen bei der bisherigen Ausführung
sehr leicht Beschädigungen der isolierenden Umhüllungen ausgesetzt sind, wie sie z. B. auch
bei dem Kabel nach der schweizerischen Patentschrift 23883 sich nicht vermeiden lassen würden.
Bei Adern, die für Lichtleitungen dienen sollen, ergibt sich endlich noch der Vorteil, daß die
isolierende Schicht von Aluniiniumoxyd den dunkeln Entladungen, die von dem durchfließenden
Strom nach außen hin erfolgen, einen wirksamen Widerstand entgegensetzt, so daß eine bedeutend größere Durchschlagssicherheit
erreicht wird.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:■ . ι. Telegraphen- und Fernsprechleitung, dadurch gekennzeichnet, daß der in bekannter Weise mit einer die Selbstinduktion erhöhenden Schicht versehene Leiter zur weiteren Verminderung der Ladung mit einer isolierenden Hülle aus oxydiertem Aluminium in Form von Drahtgeflecht, gelochten oder maschenförmig auseinander- ' gezogenen Bändern o. dgl. hohlraumbildend umgeben ist.
- 2. Leiter nach Anspruch 1, dadurch ge·- kennzeichnet, daß der in bekannter Weise mit einem galvanischen Eisenniederschlag versehene Leiter noch einen zweiten galvanischen Schutzüberzug von Kobalt oder Nickel erhält, welcher zugleich eine weitere Erhöhung der Selbstinduktion zur Folge hat.
- 3. Leitung nach Anspruch 1, deren Leiter mit Eisendraht vollständig bewickelt oder gegebenenfalls gleichzeitig mit einem hohlraumbildenden Geflecht aus Metalldrähten umgeben sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiter (Kupfer, Eisen u. dgl.) selbst sowie die einzelnen umhüllenden Drähte jeder für sich mit einem isolierenden, fest anliegenden Mantel von Aluminium mit oxydierter Oberfläche überzogen sind.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE239958C true DE239958C (de) |
Family
ID=499356
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE239958C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE973911C (de) * | 1952-11-23 | 1960-07-14 | Telefunken Gmbh | Verfahren zur Aufbringung einer Isolierhuelle mit fein verteilten ferromagnetischen Teilchen auf einen elektrischen Leitungsdraht, insbesondere fuer Fernmeldekabel |
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE973911C (de) * | 1952-11-23 | 1960-07-14 | Telefunken Gmbh | Verfahren zur Aufbringung einer Isolierhuelle mit fein verteilten ferromagnetischen Teilchen auf einen elektrischen Leitungsdraht, insbesondere fuer Fernmeldekabel |
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