-
Zentralgesteuertes elektronisches Registrierkassensystem Die Erfindung
betrifft ein zentralgesteuertes elektronisches Registrierkassensystem, bestehend
aus einem zentralen elektronischen datenverarbeitenden Rechner und bis zu etwa 30
von demselben gesteuerten elektronischen Registrierkassen. Der zentrale Rechner
ist teils fest, teils wählbar programmiert und weist als Hauptspeichermittel eine
rotierende Magnetscheibe auf.
-
Derartige Systeme sind im Prinzip bekannt und werden auch von der
Schutzrechtsanmelderin bereits seit einigen Jahren für die Zwecke der Verwendung
in Warenhäusern und Supermärkten auf den Markt gebracht. Die hierbei zur Anwendung
gelangenden, dem zentralen Rechner gemeinsam zugeordneten
Registrierkassen
sind elektronisch ausge#bildet; sie haben ein elektronisch gesteuertes numerisches
Anzeigefeld sowohl für den Kunden wie für den Verkäufer, ein Druckwerk zum Drucken
von Verkaufsbelegen sowohl für den Kunden als auch für die ##arenhaus- bzw. Supermarktleitung,
und eine das eingezahlte Geld entgegennehmende schubladenartig ausgebildete Kassette,
und darüber hinaus ein von dem Verkäufer zu bedienendes Tastenfeld.
-
Das Tastenfeld selbst wird bei elektronischen Registrierkassen aus
zehn Zifferntasten entsprechend den Ziffern O ... 9 und einer größeren Anzahl, beispielsweise
23,Tasten zur Auslösung allgemeiner wählbarer Funktionen oder Druckzeichen gebildet.
-
Die Hauptaufgabe der Registrierkasse ist, sowohl dem Käufer als auch
dem Verkäufer den zu zahlenden bzw. zu vereinnahmenden Betrag anzuzeigen und einen
Rechnungsbeleg zu drucken, der dem Käufer Xeilbeträge, den gezahlten Endbetrag sowie
verschiedene informatorische Daten, wie z. B.
-
Datum, Personalnummer des Verkäufers, Uhrzeit des getätigten Kaufes,
Warenart, angibt, Der für die Warenhausleitung bestimmte Beleg kann Daten wie die
Summe der von einem vorgegebenen Zeitpunkt ab getätigten Umsätze, den Inhalt des
Geldes in der Geldkassette, eventuell den noch vorhandenen Warenbestand der durch
den Verkauf betroffenen Warenart in dem Bereich, für den die Kasse zuständig ist,und
dergleichen mehr enthalten. Ein Beispiel für die an den Kunden abzugebenden Rechenbelege
bildet Seite 10 des Bunker-Ramo-ESIS-Kataloges, herausgegeben von der Bunker-Ramo
Electronic Data Systems GmbH, München. Die für die Geschäftsleitung bestimmten Belege
sind zum Eeil im Prinzip wie die dem Käufer übergebenen
Belege,
enthalten darüber hinaus noch zusätzliche Daten der eingangs erörterten Art, die
nur für den Betrieb von Interesse sind, z. B. noch vorhandener Warenbestand, eingegangenes
Geld usw.
-
Die Registrierkasse kann auch für die Geschäftsleitung dem zentralen
Rechner allgemeine statistische,aus den Verkäufen abgeleitete Daten entnehmen und
auf einer gedruckten Statistik zusammenstellen, die die innerhalb einer bestimmten
Zeitspanne in den verschiedenen Abteilungen getätigten Umsätze, die maßgeblichen
Warenbestände und dergleichen wiedergibt.
-
Die an jeder Registrierkasse vorgesehenen Tasten allgemeiner Art können
sein: Gattungstasten (department keys), Rechenbefehlstasten (instruction keys),
Spezialtasten (special keys) und Zahlungsmittelarttasten (tender keys).
-
Die Gattungstasten charakterisieren die Gattung des getätigten Verkaufes
(Fleisch, Gemüse, Gebäck, allgemeine Haushaltsartikel).
-
Die Befehlstasten charakterisieren den durchzuführenden Befehl (Drucken
für Käufer, Drucken für Verkäufer, Einrechnen von Mehrwertsteuer, Löschen von Tasten).
Die Spezialtasten dienen zum Einstellen eines Spezialprogrammes, beispielsweise
Anschluß an eine elektronische Waage, Aufrufen bestimmter in dem zentralen Rechner
gespeicherter Spezialprogramme, die die Geschäftsleitung gerade durchgeführt zu
wissen wünscht; die Zahlungsmittelarttasten werden gedrückt, um zu charakterisieren,
ob Bargeld oder ein Scheck, Flaschenpfand oder Rabattmarken zur Bezahlung benutzt
wurden.
-
Bei einer derartigen zentralgesteuerten Anlage ist die Frage der Betriebssicherheit
von ausschlaggebender Bedeutung. Das
Auftreten von technischen Fehlern,
insbesondere in dem komplizierten zentralen Rechner, von dessen Rechenoperationen
sämtliche elektronischen Registrierkassen abhängen, ist nicht auszuschließen.
-
Die Erfindung bezweckt die Erhöhung der Betriebssicherheit in einem
durch einen zentralen elektronischen Rechner gesteuerten Registrierkassensystem
in einer aufwandsmäßig ökonomischen Weise.
-
#Es ist allgemein üblich, datenverarbeitende Maschinen so anzulegen,
daß bei Auftreten von technischen Fehlern möglichst schnell Ersatz der von dem Fehler
betroffenen Gerätegruppe des zentralen Rechners geschaffen wird.
-
Zu diesem Zweck sieht man häufig in einer datenverarbeitenden Maschine
gewisse besonders störanfällige Apparategruppen doppelt vor, so daß, während eine
Apparategruppe sich in Arbeit befindet, die zweite als Ersatz zur Verfügung steht.
Die in dieser Weise erzielte erhöhte Betriebssicherheit ist natUrgemäß aufwandsmäßig
ungünstig.
-
Man hat bei zentralgesteuerten Registrierkassensystemen bereits die
einzelnen Registrierkassen mit dem Arbeiten in Notfällen dienenden zusätzlichen
Apparate gruppen versehen, die dieselben datenspeichernden Funktionen auszuüben
vermögen, die bei ordnungsgemäßer Arbeitsweise die zentrale datenverarbeitende Maschine
ausführt. So ist bei einem solchen System jede Registrierkasse mit umfangreichen
magnetischen Speichermitteln versehen, die im Falle des Versagens der zentralen
datenverarbeitenden Maschine in Tätigkeit treten und sämtliche an der Registrierkasse
anfallenden Daten speichern, deren Speicherung normalerweise an der zentralen datenverarbeitenden
Ma#schine erfolgt.
-
Die dann während einer Betriebsstörung der letzteren gespeicherten
an der Registrierkasse anfallenden Daten werden nach Behebung der Störung -in die
zentrale datenverarbeitende Maschine eingegeben und füllen vollständig die so entstandene
Lücke der Datenmeldung aus.
-
Es ist offensichtlich, daß hierdurch die Kosten der vielen einzelnen
elektronischen Registrierkassen stark angehoben werden.
-
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht dementsprechend
darin, einerseits bei Ausfall des zentralen Rechners infolge Versagens einer von
dessen Gruppen den Verkauf an den einzelnen Registrierkassen möglichst ungestört
weitergehen zu lassen, andererseits die notwendigerweise entstehende Lücke der Datenmeldung
an den nach seiner Störung wieder in Betrieb gesetzten zentralen elektronischen
Rechner nur in beschränkter Weise auszufüllen und dadurch den zusätzlichen schaltungsmäßigen
Aufwand an den einzelnen Registrierkassen auf ein Minimum zu reduzieren.
-
Zur Lösung dieser Aufgabe ist die gemäß Oberbegriff des Anspruches
1 ausgebildete Registrierkasse mit im kennzeichnenden Teil dieses Anspruches charakterisierten
Mitteln ausgestattet, die bei Versagen des zentralen Rechners ein selbständiges
Arbeiten der Registrierkassen, wenn auch in registriermäßig stark beschränktem Umfang,
ermöglichen.
-
Figur 1 und Figur 2 veranschaulichen eine Aus-führungsform der Erfindung.
Dabei zeigen: Figur 1 das Tastenfeld einer der Registrierkassen; und Figur 2 das
Blockschema einer erfindungsgemäßen Registrierkasse.
-
In Figur 1 sind die zehn ziffernmäßigen Tasten O ... 9 zu erkennen,
die mit a bezeichneten Tasten bezeichnen die Warengattungen (department keys), die
mit b bezeichneten Tasten sind Rechenbefehlstasten (instruction keys), die mit c
bezeichneten Tasten sind Spezialtasten, uns die mit d bezeichneten Tasten sind Tasten
zur Charakterisierung der Zahlungsmittelarten.
-
Bei fehlerfreiem Betrieb des zentralen Rechenwerks wirken sämtliche
Tasten auf den zentralen Rechner zurück. Der Rechner selbst hat ein Hauptrechengerät
(master computer), das mit dem Kassenrechengerät (terminal computer) und einer Magnetspeicherplatte
über eine diese an sich heterogenen Geräte miteinander verbindende Zwischenstufe
(interface) verbunden ist.
-
Gemäß Figur 2 hat jede elektronische Registrierkasse ein Tastenfeld
1, eine elektronisch gesteuerte optische Anzeigevorrichtung 2 für den Käufer, eine
elektronische Anzeigevorrichtung 3 für den Verkäufer, eine Druckvorrichtung 4, eine
Steuervorrichtung 5 zum Öffnen der Geldkassette, einen Decodierer 6 zur Steuerung
der optischen Anzeigevorrichtungen und einen Mikrocomputer 13. Die Registrierkasse
hat einen selbständigen Anschluß an die Betriebsspannungsquelle 8. Bei ordnungsgemäßem
Betrieb des zentralen Rechners werden die eingetasteten Daten und Befehle an den
zentralen Rechner über die Leitung 11 und die dort errechneten Daten und Steuerkommandos
vom zentralen Rechner über die Leitung 10 an die Registrierkasse geliefert.
-
Tritt im zentralen Rechner eine Störung auf, so kann die elektronische
Registrierkasse auf selbständigen Betrieb umgeschaltet werden. Hierzu ist ein von
einer Aufsichtsperson
mittels eines Schlüssels bedienbarer Schalter
12 vorgesehen, der die Abschaltung der Rechenmaschine vom zentralen Rechner und
die Einschaltung des relativ einfachen Mikrocomputers 13 bewirkt.
-
Der Mikrocomputer hat etwa den Umfang einer transportablen üblichen
elektronischen lischrechenmaschine, er hat ein Rechenwerk zum Addieren, Subtrahieren,
Multiplizieren und Dividieren mit einem zugeordneten fest verdrahteten Speicher
zum alleinigen Auslesen der Programmoperationen und einen einschreibfähigen und
auslesefähigen Speicher für Daten.
-
In dem Notbetrieb sind nur einige der in Figur 1 dargestellten allgemeinen
Tasten wirksam; so werden beispielsweise sämtliche Warengattungstasten a parallelgeschaltet
und ebenso die verschiedenen Tasten, die in Figur 1 der Charakterisierung der Art
des Zahlungsmittels dienen.
-
Andere Tasten, z. B. die in der linken oberen Ecke deS Tastenfeldes
angeordnete Taste, die im ordnungsgemäßen Betrieb z. B. die Anschaltung an eine
elektronische Waage und die Umrechnung von auch zur Anzeige gebrachten Gewichtswerten
in Preise bewirkt, bleiben unwirksam.
-
Dagegen sind die Zifferntasten nach wie vor wirksam, und es findet
nach wie vor ein Addieren nacheinander eingetasteter Beträge und Drucken von Belegen
statt.
-
Ein Register der Kasse dient dabei dem Zweck, die Summe der einer
Steuer unterliegenden Waren zu bilden, und ein getrenntes Register dient dem Zweck,
die Summe der einer solchen Steuer nicht unterliegenden Waren zu bilden. Die Berücksichtigung
steuermäßiger Zuschläge erfolgt durch die Multiplikationsmittel des Mikrocomputers
13.
-
Von dem zentralen Rechner werden die Informationen als serienmäßige
Bitfolgen im Zeitmultiplexverfahren angeliefert. Ebenso werden die Informationen
als serienmäßige Bitfolgen über die Leitung 11 an den zentralen Rechner geliefert.
In der Stufe 7 sind Mittel vorgesehen, um die Serienbitfolgen für parallele Bitdarstellung
umzuwandeln, da parallele Bitdarstellung sowohl für die Durchführung der Rechnungen
selbst im Mikrocomputer 13 als auch für die Ansteuerung von festen Steuerregistern
in dem Decodierer 6 zweckmäßig ist.
-
Normalerweise werden die Verarbeitungstakte in der Registrierkasse
durch Ableitung aus den vom zentralen Rechner über die Leitung 10 zugeführten Signalen
abgeleitet. Die datenverarbeitenden Kreise erzeugen aus diesen empfangenen Impuls
signalen für die interne Taktgabe periodische Zeittaktgeberimpulse von 1/2 /u sec
Dauer entsprechend einer Brequenz von 2 Milz. Wenn daher der zentrale Rechner ausfällt,
so muß eine entsprechende 2 MHz Taktgeberfrequenz in der Registrierkasse selbst
erzeugt werden; zu diesem Zweck weist der Mikrocomputer 13 auch einen quarzgesteuerten
2 MHz Generator auf.
-
Die erfindungsgemäße Registrierkasse weist für den Notbetrieb Zähler
auf, die die während des Notbetriebes abgegebene Anzahl Quittungen zählen, auf jeder
abgegebenen Quittung eine entsprechende Notbetriebs-Zählnummer drucken und in einem
speziellen Speicher die Gesamtgeldsumme speichern, die durch die Verkäufe während
des Notbetriebes vereinnahmt wurde.
-
Ist die Störung im zentralen Rechner behoben und soll die Wiederanschaltung
der Registrierkasse an den zentralen
Rechner erfolgen, so werden
diese Daten zunächst dem zentralen Rechner zwecks Speicherung rUckgemeldet und es
findet alsdann automatisch eine Löschung der in der Registrierkasse vorgesehenen
Datenspeicherregister statt.
-
Patentansprüche: