DE2556111B2 - Verfahren zur Herstellung von Dispersionen von Hydroxylgruppen enthaltenden Copolymerisaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Dispersionen von Hydroxylgruppen enthaltenden CopolymerisatenInfo
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Description
100 Gew.-Teilen eines in bekannter Weise hergestellten niedermolekularen Lösungspolymerisats
aus 80 bis 50 Gew.-% eines Alkylmethacrylats mit einer geradkettigen Kohlenstoffkette mit 8 bis 18 C-Atomen und 20
bis 50 Gew.-% Glycidylmethacrylat bei 100 bis 1400C zunächst mit
1 bis 4 Gew.-Teilen (Meth)acrylsäure und anschließend bei derselben Temperatur mit
23 bis 57 Gew.-Teilen einer substituierten Monocarbonsäure aus der Reihe der Alkylbenzoesäuren und Alkyl-phenylessigsäuren, in denen der Alkylsubstituent mindestens 4 C-Atome trägt, ferner der Aryl-alkylbenzoesäuren, Aryl-benzolcarbonsäuren oder Naphthalincarbonsäuren
23 bis 57 Gew.-Teilen einer substituierten Monocarbonsäure aus der Reihe der Alkylbenzoesäuren und Alkyl-phenylessigsäuren, in denen der Alkylsubstituent mindestens 4 C-Atome trägt, ferner der Aryl-alkylbenzoesäuren, Aryl-benzolcarbonsäuren oder Naphthalincarbonsäuren
erhalten worden ist.
Aus der AT-PS 3 20 279 sind selbststabilisierende Polymerisatdispersionen in organischen Flüssigkeiten
bekannt, deren stabilisierender Anteil zum überwiegenden Teil aus Poly-p-tert.-Butylstyrol besteht, wodurch
eine ausgezeichnete Stabilität dieser Produkte in aliphatischen Benzinkohlenwasserstoffen gegeben ist.
In der Praxis hat es sich jedoch gezeigt, daß bei der Formulierung von Lacken aus diesen Dispersionen
applikationstechnisch notwendige geringe Mengen anderer Lösungsmittel in vielen Fällen zu Glanzstörungen
und verminderter Stabilität führen. Außerdem wird durch den hohen Anteil an Poly-p-tert.-Butylstyrol die
Elastizität der erhaltenen Filme herabgesetzt.
Es wurde nun gefunden, daß Dispersionen mit einem günstigeren lacktechnischen Verhalten erzielt werden
können, wenn eine andere Stabilisatorkomponente in die Dispersion einpolymerisiert wird.
Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Herstellung von Dispersionen von Hydroxylgruppen
enthaltenden Copolymerisaten in organischen Flüssigkeiten durch Copolymerisation von 10 bis 20 Gew.-°/o
eines polymerisierbaren Polymeren mit 80 bis 90 Gew.-% copolymerisierbaren äthylenisch ungesättigten
Monomeren, von denen wenigstens eines eine funktionelle Hydroxylgruppe aufweist, in einem oder mehreren
geradkettigen und/oder verzweigten aliphatischen Benzinkohlenwasserstoffen mit Siedebereichen zwischen
60 und 2100C, gegebenenfalls unter Mitverwendung
aromatischer Kohlenwasserstoffe, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man als polymerisierbares
Polymeres ein Reaktionsprodukt verwendet, das durch Erhitzen von
100 Gew.-Teilen eines in bekannter Weise hergestellten niedermolekularen Lösungspolymerisats
aus 80 bis 50 Gew.-% eines Alkylmethacrylats mit einer geradkettigen Kohlenstoffkette mit 8 bis 18
C-Atomen und 20 bis 50 Gew.-% Glycidylmethacrylat bei 100 bis 140° C zunächst mit
1 bis 4 Gew.-Teilen (Meth)acrylsäure und anschließend bei derselben Temperatur mit
23 bis 57 Gew.-Teilen einer substituierten Monocarbonsäure aus der Reihe der Alkylbenzoesäuren
und Alkyl-phenylessigsäuren, in denen der Alkylsubstituent mindestens 4 C-Atome trägt, ferner der
Aryl-alkylbenzoesäuren, Aryl-benzolcarbonsäuren oder Naphthalincarbonsäuren erhalten worden ist.
Vorzugsweise verwendet man als Lösungsmittel Benzinkohlenwasserstoffe mit Siedebereichen zwischen
60 und 1500C, gegebenenfalls unter Mitverwendung aromatischer Kohlenwasserstoffe.
Die erfindungsgemäß erhältlichen Dispersionen un-
.>-> terscheiden sich prinzipiell von durch amphipatische Stabilisatoren stabilisierte Dispersionen, handelt es sich
hier doch um echte Copolymerisate, die infolge der covalent eingebauten, benzinsolvatisierbaren Monocarbonsäureeinheiten
selbststabilisierte nichtwäßrige Po-
Ki lymerdispersionen darstellen. Die Stabilität wird nicht
durch nebenvalente Kräfte erzielt. Durch eine dadurch bedingte wesentlich geringere Temperaturempfindlichkeit
ist die Möglichkeit der Erhöhung der Reaktionstemperatur bei der Polymerisation gegeben, welche sich
r> sowohl auf den Umsatz wie in einer Verkürzung der
Reaktionszeit auswirkt, wodurch auch der Einbau reaktionsträgerer Monomerer möglich ist.
Die Herstellung der Stabilisatorkomponente erfolgt in 3 Stufen. In der ersten Stufe wird bei ca. 90°C unter
ίο Verwendung von bis zu 4% Regler, bezogen auf
Gesamtmonomere, ein niedrigmolekulares Lösungspolymerisat aus dem langkettigen Acrylat und Glycidylmethacrylat
in 50%iger Lösung in einem organischen Lösungsmittel, z. B. einem Benzinkohlenwasserstoff mit
4-, einem Siedebereich von etwa 100 bis 1400C hergestellt.
Dieses Copolymerisat wird in der 2. Stufe bei 100 bis 1400C mit 1 bis 4 Gew.-Teilen (Meth)acrylsäure und in
der 3. Stufe ebenfalls bei 100 bis 140° C mit der
substituierten Monocarbonsäure umgesetzt.
-,o 10 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 13 bis 16 Gew.-%
dieser Stabilisatorkomponente werden mit 80 bis 90 Gew.-%, vorzugsweise 84 bis 87 Gew.-% der übrigen
die Dispersion aufbauenden Monomeren gemischt und ein Teil, d. s. etwa 5 bis 10 Gew.-% der Mischung, in der
y, organischen Flüssigkeit vorgelegt. Die irn Reaktionsgefäß
befindliche Luft wird durch Inertgas verdrängt und der Ansatz auf eine Reaktionstemperatur von 9O0C
gebracht. Der Rest der Monomerenmischung sowie Initiatoren und gegebenenfalls Regler werden dann
langsam zugegeben und die Polymerisation in üblicher Weise durchgeführt.
Für das Verfahren geeignete substituierte Monocarbonsäuren sind Alkylbenzoesäuren, wie p-tert.-Butylbenzoesäure,
Alkyl-phenylessigsäuren, in denen der Alkylsubstituent mindestens 4 C-Atome trägt, ferner
Aryl-alkylbenzoesäuren, wie Phenyl-4 Carboxyphenylmethan,
oder Arylbenzolmonocarbonsäuren, wie p-Phenyl-benzolcarbonsäure
oder Naphthalincarbonsäuren.
Geeignete äthylenisch ungesättigte Monomere, die mit der Stabilisatorkomponente (»polymerisiert werden
können, sind folgende:
Methy!(meth)acrylat,Äthyl(meth)acrylat,
Propyl(meth)acrylat,Butyl(meth)acrylat,
Hydroxyäthyl(meth)acrylat,
Hydroxypropyl(meth)acrylat,
Hydroxybutyl(meth)acrylat,
Polypropylenglykolmonofmethjacrylat,
(Meth)acrylsäure, Styrol,
p-tert-Butylstyrol, Vinyltoluol.
Die erfindungsgemäßen herstellbaren Copolymerisatdispersionen sind völlig rückstandslos und zeichnen sich durch vollkommene Koagulat- und Stippenfreiheit aus, wodurch zeitraubende Filtrationsmaßnahmen eingespart werden können. Sie können mit einem Feststoffgehalt bis über 50 Gew.-% hergestellt werden und besitzen eins ausgezeichnete Stabilität und Beständigkeit gegenüber äußeren Einflössen, insbesondere gegenüber polaren Lösungsmitteln.
Gegenüber dem Stand der Technik zeigen die dispergierten Teilchen der erfindungsgemäß erhaltenen Dispersionen eine wesentlich erhöhte Verfließtemperatur. Als besonderer Vorteil resultiert daraus bei Metalleffektlacken eine längere Fixierung der Lage von blättchenförmigen Metallpigmenten während des Ablliftens b?w. des Einbrennvorganges. Dadurch werden einerseits Störungen, die durch eine teilweise Orientiaruiig der Pigmentblättchen (»Wolkenbildung«) resultieren, vermieden, andererseits resultiert ein erhöhter
Die erfindungsgemäßen herstellbaren Copolymerisatdispersionen sind völlig rückstandslos und zeichnen sich durch vollkommene Koagulat- und Stippenfreiheit aus, wodurch zeitraubende Filtrationsmaßnahmen eingespart werden können. Sie können mit einem Feststoffgehalt bis über 50 Gew.-% hergestellt werden und besitzen eins ausgezeichnete Stabilität und Beständigkeit gegenüber äußeren Einflössen, insbesondere gegenüber polaren Lösungsmitteln.
Gegenüber dem Stand der Technik zeigen die dispergierten Teilchen der erfindungsgemäß erhaltenen Dispersionen eine wesentlich erhöhte Verfließtemperatur. Als besonderer Vorteil resultiert daraus bei Metalleffektlacken eine längere Fixierung der Lage von blättchenförmigen Metallpigmenten während des Ablliftens b?w. des Einbrennvorganges. Dadurch werden einerseits Störungen, die durch eine teilweise Orientiaruiig der Pigmentblättchen (»Wolkenbildung«) resultieren, vermieden, andererseits resultiert ein erhöhter
ίο Glanzgrad des eingebrannten Films.
Die erfindungsgemäßen Dispersionen liefern in Kombination mit Aminoharzen und gegebenenfalls
anderen Harzen, die z. B. zur Verbesserung der Dispergierung von Pigmenten dienen, sowie den
üblichen Pigmenten, löslichen Farbstoffen, Vernetzungsmitteln, Weichmachern Überzüge mit ausgezeichneten
Eigenschaften, die z. B. als Einbrenndecklacke allen Anforderungen der Verbraucher gerecht werden.
Als organische Lösungsmittel werden in den folgenden Beispielen verwendet:
Als organische Lösungsmittel werden in den folgenden Beispielen verwendet:
Siedebereich
C
C
Anilinpunkt
C
C
Kauri-Butanol- Aromatenwert gehalt
Lösungsmittel A
Lösungsmittel B
Lösungsmittel B
100 bis 140
130 bis 175
130 bis 175
ca. 55
ca. 53
ca. 53
ca. 38
ca. 40
ca. 40
9
18
18
Die Erfindung wird durch folgende Beispiele erläutert, in denen alle Teile auf das Gewicht bezogen sind.
Zur Herstellung der Stabilisatorkomponente werden 271 Teile Decylmethacrylat, 114 Teile Glycidylmethacrylat,
385 Teile Lösungsmittel A, 7,7 Teile Azodiisobuttersäuredinitril und 7,7 Teile tert.-Dodecylmercaptan
in einem mit Rührer, Rückflußkühler, Zulaufgeväß und Thermometer ausgestatteten Reaktionsgefäß so lange
auf 90° C erhitzt, bis der Festgehalt der Copolymerisatlösung mindestens 47% erreicht hat. Dann steigert man
die Temperatur auf 120° C und läßt innerhalb von einer
Stunde eine Lösung von 7,3 Teilen Methacrylsäure, 0,6 Teilen Dimethylbenzylamin und 0,2 Teilen Hydrochinon
in 50 Teilen Lösungsmittel A zulaufen und hält noch 9 Stunden bei 120° C. Schließlich setzt man 128 Teile
p-tert.-Butylbenzoesäure zu und hält weitere 12 Stunden
auf 120°C Die erhaltene Stabilisatorlösung hat einen Festgehalt von 50%.
Eine Dispersion wird hergestellt, indem man eine Lösung von 45 Teilen der Stabilisatorlösung, 54 Teilen
Methylmethacrylat, 36 Teilen Styrol und 7,2 Teilen Dibenzoylperoxid(50%ig)in 1673 Teilen Lösungsmittel
A (Sdp. 100 bis 140° C) und 418 Teilen eines aromatischen Kohlenwasserstoff-Lösungsmittels mit
einem Siedebereich zwischen 160 und 180° C, einem Anilinpunkt von ca. 15°C, einem Kauri-Butanol-Wert
von ca. 90 und einem Aromatengehalt von ca. 98 Vol.-% im oben beschriebenen Reaktionsgefäß vorlegt und
unter Stickstoffatmosphäre 30 Minuten auf 9O0C hält, darauf im Laufe von 2 Stunden eine Mischung aus 558
Teilen Stabilisatorlösung, 450 Teilen Äthylacrylat, 360 Teilen Methylmethacrylat, 360 Teilen Styrol, 450 Teilen
j) Hydroxyäthylacrylat, 72 Teilen Dibenzoylperoxid
(50%ig) und 2 Teilen tert.-Dodecylmercaptan zugibt und die Temperatur von 900C weitere 3 Stunden
aufrechterhält. Die stabile, koagulat- und stippenfreie 50%ige Dispersion hat eine Viskosität von 30OcP
(Brookfield RVT, Spindel 3,100 Upm,20°C).
Man verfährt wie in Beispiel 1, setzt jedoch bei der Herstellung des Stabilisators anstelle von 271 Teilen
n-Decylmethacrylat 305 Teile n-Dodecylmethacrylat,
anstelle von 128 Teilen p-tert.-Butylbenzoesäure 142 Teile Biphenyl-4-carbonsäure und anstelle von 385
Teilen 433 Teile Lösungsmittel A ein.
Man erhält auch mit diesem Stabilisator eine stabile, koagulat- und stippenfreie, 50%ige Dispersion, jedoch
mit einer Viskosität von 140OcP (Brookfield RVT, Spindel 6,100 Upm, 20° C).
Man verfährt wie in Beispiel 1, setzt jedoch bei der Herstellung des Stabilisators anstelle von 271 Teilen 198
Teile n-Decylmethacrylat, anstelle von 114 Teilen 187
Teile Glycidylmethacrylat, anstelle von 128 Teilen p-tert.-Butylbenzoesäure 185 Teile 1-Naphtoesäureund
bo statt 385 Teilen Lösungsmittel A 442 Teile Lösungsmittel B ein.
Man erhält eine stabile, koagulat- und stippenfreie, 50%ige Dispersion mit einer Viskosität von 120OcP
(Brookfield RVT, Spindel 6,100 Upm, 200C).
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Dispersionen von Hydroxylgruppen enthaltenden Copolymerisaten in organischen Flüssigkeiten durch Copolymerisation von 10 bis 20 Gew.-% eines polymerisierbaren Polymeren mit 80 bis 90 Gew.-% copolymerisierbaren äthylenisch ungesättigten Monomeren, von denen wenigstens eines eine funktioneile Hydroxylgruppe aufweist, in einem oder mehreren geradkettigen und/oder verzweigten aliphatischen Benzinkohlenwasserstoffen mit Siedebereichen zwischen 60 und 2100C1 gegebenenfalls unter Mitverwendung aromatischer Kohlenwasserstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß man als polymerisierbares Polymeres ein Reaktionsprodukt verwendet, das durch Erhitzen von
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT1025774A AT328186B (de) | 1974-12-23 | 1974-12-23 | Verfahren zur herstellung verbesserter selbststabilisierender polymerisatdispersionen in organischen flussigkeiten |
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| DE2556111B2 true DE2556111B2 (de) | 1979-01-25 |
| DE2556111C3 DE2556111C3 (de) | 1979-09-20 |
Family
ID=3621072
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19752556111 Expired DE2556111C3 (de) | 1974-12-23 | 1975-12-12 | Verfahren zur Herstellung von Dispersionen von Hydroxylgruppen enthaltenden Copolymerisaten |
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| SU659096A3 (ru) | 1979-04-25 |
| GB1519319A (en) | 1978-07-26 |
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| 8328 | Change in the person/name/address of the agent |
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