DE257176C - - Google Patents
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- DE257176C DE257176C DENDAT257176D DE257176DA DE257176C DE 257176 C DE257176 C DE 257176C DE NDAT257176 D DENDAT257176 D DE NDAT257176D DE 257176D A DE257176D A DE 257176DA DE 257176 C DE257176 C DE 257176C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12N—MICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
- C12N1/00—Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
- C12N1/04—Preserving or maintaining viable microorganisms
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
- M 257176 KLASSE 6 a. GRUPPE
Hefe ist ein Pilz von mikroskopischer Klein- * heit, der durch seine Verwendung bei der
Herstellung von Spiritus und Bier und für Backzwecke zu einer Kulturpflanze ersten
Ranges geworden ist.
Zu anderen als den Gärungsgewerben, also namentlich in der Bäckerei, wird die Hefe
meistens in abgepreßtem Zustande benutzt, sie ist aber in dieser Form sehr leicht zersetzlieh
und nur kurze Zeit haltbar. Man war deshalb von jeher bestrebt, die Hefe durch Eintrocknen zu konservieren. Aber die zahllosen
Bemühungen in dieser Richtung scheiterten. Die Hefe ließ sich allerdings eintrocknen,
bei der Eintrocknung wurden die Hefezellen aber zum überwiegenden Teile abgetötet,
und die Trockenhefe hatte infolgedessen eine relativ kleine Gärkraft.
Als Grund für das unbefriedigende Ergebnis der bisherigen Trockenversuche wurde erkannt,
daß die gewöhnliche frische Hefe sich zunächst nicht in dem für die Eintrocknung notwendigen
Reifezustand befindet. In diesen muß sie also erst gebracht werden.
Die Hefe enthält als Hauptbestandteile Eiweißstoffe,
Kohlehydrate, Fette und Salze. In der frischen Hefe befinden sich diese Stoffe
in einer Form, in welcher die Hefe das Eintrocknen ohne große Schädigung nicht ertragen
kann. Erst wenn die Hefe veranlaßt wird, diese Stoffe durch Umbau zu verändern und
in eine für die Trocknung geeignete Form zu bringen, ist sie zum Eintrocknen geeignet.
Die besonders bemerkbar werdenden Lebensfunktionen der Hefe werden durch Enzyme
veranlaßt, nämlich durch die Invertase, die Zymase, die Oxydase und die Peptase. Von
diesen Enzymen sind die Invertase und die Zymase in technischer Beziehung am wichtigsten.
Die Invertase spaltet höhere Zuckerarten in niedere, und die Zymase vergärt die niederen Zuckerarten in Alkohol und Kohlensäure.
Für das Hefeleben sind aber die beiden anderen Enzyme, die Oxydase und die Peptase, ungleich wichtiger. Die Peptase versorgt
die Hefe mit ihrem vornehmsten Baustoff, mit diffusiblem Eiweiß, und die Oxydase
baut aus dem zugeführten diffusiblen Eiweiß das Leben erhaltende Plasmaeiweiß, das organisierte
Eiweiß, auf, aus welchem unter normalen Wachstumbedingungen die Tochterzelle gebildet wird. Die Oxydase bewirkt
gleichzeitig die für die aufbauende Tätigkeit nötige Atmung und verwendet zur Atmung
teils den im Wasser gelösten Sauerstoff der Luft, teils den Sauerstoff, den sie gewissen
chemischen Verbindungen entzieht.
Die Kunst, den für die Eintrocknung geeigneten Reifezustand der Hefe herbeizuführen,
besteht nun darin, das aufbauende Enzym, die Oxydase, weitmöglichst zu verstärken und
sie zu veranlassen, das in der Hefezelle vorhandene Reserveeiweiß in Plasmaeiweiß umzubauen,
die anderen, weniger wichtigen Reservestoffe aber zu veratmen. Der Reifezustand
für die Eintrocknung ist erreicht, wenn das Reserveeiweiß der Hefezelle ganz oder
überwiegend in Plasmaeiweiß umgewandelt ist.
Die Oxydase braucht zu ihrer aufbauenden Tätigkeit Sauerstoff und wird durch die Zuführung
reichlicher Mengen dieses Elements außerordentlich gekräftigt. Besonders leicht vermag die Oxydase den Sauerstoff aus Flüssigkeiten
aufzunehmen und nutzbar anzuwenden. Wasser ist übrigens zur Entwicklung der Hefe
ein nötiger Bestandteil. ' Alle Bedingungen, den Reifezustand der Hefe für die Eintrocknung
herbeizuführen, werden somit am vorteilhaftesten erfüllt, wenn man die Hefe in Wasser fein verteilt und ständig Luft durch
diese Aufschwemmung hindurchströmen läßt, wodurch reichliche Mengen von Sauerstoff für
die Oxydase und ihre Umwandlungsarbeit verfügbar werden.
Die im Wasser fein verteilte Hefe wird gleichsam mit Luft gewaschen. Die Oxydase
wird auf diese Weise zur lebhaftesten Atmung angeregt und dadurch gleichzeitig gekräftigt.
Dabei wird ein Teil der Reservestoffe veratmet, das Reserveeiweiß aber in das Leben
erhaltende Plasmaeiweiß umgebaut und damit der Reifezustand für die Eintrocknung herbeigeführt.
Wie schnell der Reifezustand erreicht wird, ist teils abhängig von der gesamten Beschaffenheit der Hefezelle, die starken
Schwankungen unterworfen ist, teils von der Menge der in der Hefezelle vorhandenen
Reservestoffe, die teils umgebaut, teils veratmet werden müssen. In einzelnen Fällen
war der Reifegrad in einigen Stunden erreicht, in anderen Fällen dauerte die Behandlung
etwa 70 Stunden, meistens aber waren 24 bis 48 Stunden für die Luftwaschung erforderlich.
Wenn man die frische Hefe in Wasser verteilt, um sie mit Luft zu waschen, so ist es
vorteilhaft, verhältnismäßig viel Wasser zu' verwenden. Denn je dünner die Aufschwemmung
ist, um so mehr Sauerstoff steht der einzelnen Hefezelle zur Verfügung. Die starke
Bewegung der Flüssigkeit, die durch das fortgesetzte Hindurchströmen der Luft hervorgerufen
wird, ist dem gewünschten Umbau der Stoffe in der Hefezelle gleichzeitig förderlich.
Kleine Zusätze von Zucker oder zuckerhaltigen Verbindungen zum Wasser, in welchem
die Luftwaschung der Hefe erfolgt, sind günstig. Der Zucker erleichtert der Oxydase den
Aufbau von Plasmaeiweiß und wirkt gleichzeitig anregend auf das zuckerspaltende Organ
der Hefe, die Zymase, ein.
Äußerst vorteilhaft wirken auch Stärkemehl oder noch besser die Substanzen, welche Stärkemehl
in größeren Mengen enthalten, wie Getreidemehl, Malz u. dgl., wenn man diese Stoffe
dem Wasser zusetzt, in welchem die Hefe mit Luft gewaschen wird, oder wenn man die mit
Luft gewaschene Hefe mit diesen Stoffen vermischt. Die Hefe wird dann zusammen mit
diesen Stoffen eingetrocknet.
Der Einfluß, den der herbeigeführte Reifezustand der Hefe bei der Eintrocknung ausübt,
erhellt am besten aus einigen Beispielen: Eine normale Preßhefe des Handels hatte im
frischen Zustande eine Triebkraft von 710 ecm. Diese frische Hefe wurde vorsichtig im Luftstrome
getrocknet, und die auf diese Weise hergestellte Trockenhefe hatte eine Triebkraft
von 185 ecm. Dieselbe frische Hefe wurde zunächst in den Reifezustand für die Eintrocknung
gebracht, dann in gleicher Weise im Luftstrome getrocknet, und diese Trockenhefe
hatte eine Triebkraft von 2595 ecm, hatte also-eine vierzehnmal so große Triebkraft als
jene Trockenhefe, bei welcher der Reifezustand nicht herbeigeführt war. Eine andere frische
Hefe des Handels trieb 870 ecm, im getrockneten Zustande ohne die Reifungsbehandlung
420 ecm, unter Anwendung der beschriebenen Behandlung hatte die aus derselben Hefe hergestellte
Trockenhefe aber eine Triebkraft von 2830 ecm. Ähnlich ist die Wirkung bei allen
Hefen. Die angegebenen Triebkraftzahlen gelten für je 10 g Hefe und für eine Prüfungszeit
von je 2 Stunden.
Aus der französischen Patentschrift 348573 ist es zwar bekannt, Hefe vor dem Eintrocknen
in zerbröckeltem Zustande mit einem Strom kalter Luft bei ungefähr 140 C. zu behandeln,
um sie »physiologisch zu beeinflussen«. Auf diese Weise gelingt es indessen, wie Versuche
ergeben haben, nicht, eine gärkräftige Trockenhefe zu erhalten. Es wird eben bei diesem
Verfahren der für die Trocknung erforderliche Reifezustand nicht erzielt.
Claims (1)
1. Verfahren zum Trocknen von Hefe, dadurch gekennzeichnet, daß die Hefe vor
der Eintrocknung in wässeriger Aufschlämmung mit Luft behandelt wird.
2, Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der in Wasser aufgeschlämmten Hefe kleine Mengen von Zucker oder zuckerhaltigen Substanzen zugesetzt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE257176C true DE257176C (de) |
Family
ID=515119
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT257176D Active DE257176C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE257176C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE927262C (de) * | 1949-11-01 | 1955-05-02 | Backhefe G M B H | Verfahren zur Herstellung von Backhefe |
| US7114251B2 (en) | 2001-05-21 | 2006-10-03 | Shinko Electric Industries Co., Ltd. | Method of producing of circuit board; for semiconductor device |
-
0
- DE DENDAT257176D patent/DE257176C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE927262C (de) * | 1949-11-01 | 1955-05-02 | Backhefe G M B H | Verfahren zur Herstellung von Backhefe |
| US7114251B2 (en) | 2001-05-21 | 2006-10-03 | Shinko Electric Industries Co., Ltd. | Method of producing of circuit board; for semiconductor device |
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