DE258004C - - Google Patents
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A24—TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
- A24B—MANUFACTURE OR PREPARATION OF TOBACCO FOR SMOKING OR CHEWING; TOBACCO; SNUFF
- A24B15/00—Chemical features or treatment of tobacco; Tobacco substitutes, e.g. in liquid form
- A24B15/18—Treatment of tobacco products or tobacco substitutes
- A24B15/24—Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by extraction; Tobacco extracts
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Description
DEUTSCHES REICH
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 79 c. GRUPPE
Dr.TH. OELENHEINZ in KARLSRUHE i.Baden.
zu unterziehen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 18. Oktober 1912 ab.
Über die chemischen Vorgänge bei der Tabakfermentation herrscht in der Wissenschaft
bis heute noch bis zu einem gewissen Grade Unklarheit. Doch erachtet man so viel
als feststehend, daß die Umwandlung der Eiweißstoffe in Amidokörper einen der wesentlichsten
Vorgänge bei der — äußerlich sich als Umbildung von Geschmack und Farbe darstellenden — Fermentation bildet. Mit
ίο dem Eintritt der Fermentation verbunden ist
ferner das Verschwinden des im grünen Tabak reichlich enthaltenen Zuckers und die starke
Abnahme der Stärkegehalte.
Da der Saft der Tabakpflanze für die Ver-
15- Wertung als Genußmittel im wesentlichen die
gleiche chemische Zusammensetzung hat wie das grüne Tabakblatt, so sprach die Vermutung
dafür, daß es möglich sein mußte, auch den Saft der Tabakpflanze den gleichen chemischen
Veränderungen zu unterwerfen, denen das Tabakblatt selbst bei Trocknung und Fermentation unterworfen ist.
Tatsächlich ist es nach langwierigen Versuchen gelungen, in dem Tabaksaft mittels
einer der Trocknung und Fermentation des Tabakblattes entsprechenden Behandlung dieselben
chemischen Veränderungen hervorzurufen, die sich in dem fermentierten Tabakblatt
feststellen lassen.
Dieses Resultat wird herbeigeführt durch
eine Weiterbildung des in der Patentschrift 222178 beschriebenen Verfahrens, indem die
nach dem Verfahren der genannten Patentschrift erhaltene Lauge, die nach vollzogener
Gärung und Filtrierung sowie eventuell kurzer Aufkochung bereits eine braune, dem fertigen
Tabakblatt ähnliche Farbe angenommen hatte, wieder (zweckmäßig bis auf 250) abgekühlt
und sodann langsam, in Abstufungen bis zu einer Temperatur von ungefähr 60 ° (bis
höchstens 70°) wieder erwärmt und schließlich längere Zeit in dieser Temperatur erhalten
wird. Bei dieser längsamen Erwärmung vollzieht sich eine ganz den Vorgängen bei der
Fermentation des Tabakblattes entsprechende Veränderung: die Farbe der Flüssigkeit wird
dunkler bis tief schwarz, der noch vorhandene strenge Geruch verschwindet vollständig und
es tritt der für die Fermentation charakteristische Geruch auf; Eiweißstoffe sind nicht
mehr oder nur noch/in ganz geringer Menge in dem fertigen Produkt nachweisbar.
Im wesentlichen dasselbe Resultat wird erzielt, wenn man die eingangs der Behandlung
erwähnte Gärung ohne Zuhilfenahme von künstlicher Wärme vornimmt, da die
Wärmeeinwirkung am Schluß der Behandlung die Wärmeeinwirkung bei der Gärung mitersetzt.
Die Behandlung der Tabakblätter im grünen, getrockneten oder fermentierten Zustand
sowie auch der Surrogatblätter mit dem nach vorliegendem Verfahren fermentierten
Saft ergibt vorzügliche Resultate.
Durch Einbringung von Reinkulturen der Spaltpilze besserer Sorten, in bekannter Weise
ist es möglich, dem Saft minderwertiger Ta-
baksorten den·Geruch und Geschmack besserer
Sorten zu verleihen.
Hierbei ist es vorteilhaft, die durch die Spaltpilze hervorgerufene Gärung während der
Behandlung der Blätter und eine Zeitlang nacher fortdauern zu lassen.
Ein besonderer Vorteil der geschilderten Fermentation des Tabaksaftes besteht darin,
daß die so behandelte Lauge auch ohne Zusatz von Chemikalien gegen aTle weiteren Veränderungen
durch Witterungseinfiüsse u. dgl. geschützt ist und jahrelang in diesem Zustand
aufbewahrt werden kann.
Die eingetretene chemische Veränderung macht den fermentierten Saft besonders bei
Zusatz entsprechender Chemikalien auch als Desinfektionsmittel hervorragend brauchbar.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren, den Tabaksaft einer der Fermentation der Tabakblätter ähnlichen Behandlung zu unterziehen, dadurch gekennzeichnet, daß der aus der grünen Tabakpflanze gewonnene, in bekannter Weise vergorene, filtrierte und zweckmäßig kurz aufgekochte Tabaksaft nach erfolgter Abkühlung langsam, in Abstufungen bis zu einer Temperatur von ungefähr 60 ° wieder erwärmt und lange Zeit auf dieser Temperatur erhalten wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE258004C true DE258004C (de) |
Family
ID=515864
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT258004D Active DE258004C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE258004C (de) |
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