DE259765C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08B—POLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
- C08B37/00—Preparation of polysaccharides not provided for in groups C08B1/00 - C08B35/00; Derivatives thereof
- C08B37/006—Heteroglycans, i.e. polysaccharides having more than one sugar residue in the main chain in either alternating or less regular sequence; Gellans; Succinoglycans; Arabinogalactans; Tragacanth or gum tragacanth or traganth from Astragalus; Gum Karaya from Sterculia urens; Gum Ghatti from Anogeissus latifolia; Derivatives thereof
- C08B37/0087—Glucomannans or galactomannans; Tara or tara gum, i.e. D-mannose and D-galactose units, e.g. from Cesalpinia spinosa; Tamarind gum, i.e. D-galactose, D-glucose and D-xylose units, e.g. from Tamarindus indica; Gum Arabic, i.e. L-arabinose, L-rhamnose, D-galactose and D-glucuronic acid units, e.g. from Acacia Senegal or Acacia Seyal; Derivatives thereof
- C08B37/0093—Locust bean gum, i.e. carob bean gum, with (beta-1,4)-D-mannose units in the main chain branched with D-galactose units in (alpha-1,6), e.g. from the seeds of carob tree or Ceratonia siliqua; Derivatives thereof
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Aus den Johannisbrotkernen läßt sich eine in der Textilindustrie vielfach verwendete, sehr
wertvolle Substanz gewinnen, die durch eine sehr große Quellfähigkeit ausgezeichnet, und
deswegen für ein Verdickungsmittel besonders geeignet ist. Die Gewinnung dieser Substanz
wird dadurch besonders erschwert, daß die Kerne von einer Hülle umgeben sind, die einen
Farbstoff enthält. Außerdem ist auch die
ίο Quellfähigkeit des Kerninhaltes bei der Entfernung
der Hülsen sehr störend, da sie bei jeder wässerigen oder Dampfbehandlung große Verluste gibt.
Aus der Literatur sind verschiedene Verfahren bekannt geworden, die sich mit der
Enthülsung solcher Kerne beschäftigen. Die meisten bestehen aus mechanischen Methoden,
die durch die Gestalt der Kerne und das äußerst feste Haften der Hülsen am Kerninhalt
unrationell arbeiten. Nach einem anderen bekannten Verfahren werden die Kerne
zum Zwecke ihrer Enthülsung mit Dampf behandelt, was aber ebenfalls wegen des Quellens
des Kerninhaltes und Verklebens mit der Hülse nicht zweckmäßig ist.
Das Verfahren, das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet, schlägt für das
Enthülsen der Kerne einen ganz anderen Weg ein, auf dem das Enthülsen unter Gewinnung
des enthülsten Kerns in sehr reiner Form und guter Ausbeute und unter fernerer Gewinnung
der Hülsen in Form eines wertvollen Produktes gelingt.
Es ist nämlich gefunden worden, daß Schwefelsäure eine trennende Wirkung auf die
Hülsen einerseits und die von ihnen umgebene Kernmasse andererseits ausübt, so zwar, daß
sie schon bei gewöhnlicher Temperatur rasch lösend auf die Hülsen wirkt, während sich die
Kernsubstanz bei der gleichen Temperatur nur sehr langsam und unvollkommen löst. Hierbei
werden die Hülsen in die Form eines voluminösen hochporösen Körpers übergeführt,
der wegen seiner großen Porosität als Aufsaugungsmittel in vielen gewerblichen Betrie-
ben Verwendung finden kann.
Man verfährt zu diesem Zweck in der Weise, daß man 100 kg Johannisbrotkerne mit 200 kg
Schwefelsäure von mindestens 75 Prozent-£i2S04
etwa 5 Stunden lang unter starkem Umrühren behandelt.
Schwefelsäure von weniger als 75 Prozent Gehalt löst sehr wenig und wirkt sehr langsam
ein. Auch wenn man die Einwirkungsdauer beliebig steigert, ist die Reaktion ungenügend
und praktisch wertlos.
Schwefelsäure von 80 bis 85 Prozent ist am zweckmäßigsten. Säure dieser Konzentration
reagiert schnell und löst gut.
Die Verwendung konzentrierterer Säure ist an sich möglich, aber unzweckmäßig. Einerseits
ist sie teuer und bietet wirtschaftlich deswegen keine Vorteile gegenüber der Verwendung
dünnerer Säure; andererseits erhitzt sich die Reaktionsmasse leichter, was zu
Nebenreaktionen und geringeren Ausbeuten Anlaß gibt. Man würde gegebenenfalls bei
Verwendung konzentrierterer Säuren künstlich kühlen müssen, was ebenfalls unnütze Kosten
verursachen würde. Ferner ist das Volumen konzentrierterer Säuren immer geringer als bei
verdünnteren. Man würde also zur bequemen
Benetzung der Kerne und Erhaltung der Dünnflüssigkeit beim Verarbeiten der Reaktionsmasse unnütz mehr Säure von 90 oder
95 Prozent verwenden müssen, als man von 80 bis 85 Prozent gebraucht. Man würde z. B.
von konzentrierterer Säure mindestens 220 kg anwenden müssen, um dieselbe Dünnflüssigkeit
der Reaktionsmasse zu bekommen wie mit 200 kg Säure von 80 bis 85 Prozent.
ιυ Die Reaktionsdauer kann ruhig auf etwa das Doppelte verlängert werden, ohne die Ausbeute
wesentlich zu beeinflussen. Es wird immer mehr oder weniger von der Form des Gefäßes und der Art des Rührens abhängen,
wie lange man die Säure einwirken läßt. Jedenfalls ist eine allzulange Reaktionsdauer
unzweckmäßig, da schließlich doch auch vom eigentlichen Kern nach und nach etwas gelöst
wird. Diese Gefahr steigert sich, je mehr von den Hülsen entfernt sind, da damit die Angriffsfläche
größer wird. Solange keine Erhitzung eintritt, ist der Unterschied der Löslichkeit
von Kernhülle und Kern selbst so groß, daß es auf einige Stunden Reaktionsdauer mehr nicht ankommt.
Da die Hülsen beim Auflösen schleimig und klebrig werden, so ist besonders im Anfang
ein sehr sorgfältiges ständiges Bewegen, Rühren oder Durchmischen der Kerne notwendig,
damit sie nicht zusammenkleben oder an den Gefäßwänden anhängen, weil sie sich an den
Klebestellen der weiteren Reaktion entziehen. Es wird immer bei gewöhnlicher Temperatur
gearbeitet und ein Erwärmen oder Selbsterhitzen der Reaktionsmasse sorgfältig vermieden,
da jede Erwärmung die Ausbeute ganz außerordentlich beeinflußt.
Nach Verlauf von 5 Stunden wird die dickflüssige schwarze Schwefelsäure abgesaugt und
mit dem gleichen Volumen Wasser verdünnt. Es scheiden sich hierbei große Mengen eines
sehr voluminösen schwarzen Produktes ab, das sich leicht durch Auswaschen von der Schwefelsäure
befreien läßt. Dieses schwarze Reaktionsprodukt soll, wie bereits bemerkt, wegen
seiner großen Aufsaugungsfähigkeit für die verschiedensten Flüssigkeiten praktische Verwendung
als Absorptionsmittel finden. Die abfiltrierte Schwefelsäure ist etwa 4oprozentig
und ziemlich rein. Jedenfalls kann sie nach erfolgter Konzentration ohne weiteres für die
Enthülsung einer neuen Kernmenge verwendet werden.
Die von der anhängenden Schwefelsäure möglichst befreiten Kerne werden dann unter
Bürsten mit kaltem Wasser gewaschen, wobei, sie sofort rein gelblichweiß werden. Die Kerne
werden dann zentrifugiert und getrocknet. Die weitere Verarbeitung geschieht nach bekannten
Methoden und bietet keine weiteren Schwierigkeiten.
Claims (2)
1. Verfahren zur Behandlung von Johannisbrotkernen, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Kerne unter Umrühren mit Schwefelsäure von mindestens 75 Prozent bei gewöhnlicher Temperatur einige Stunden
behandelt. ,
2. Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß
man die bei der Ausübung des Verfahrens gemäß Anspruch 1 entstehende Abfallsäure
mit Wasser versetzt und den sich hierbei abscheidenden voluminösen Körper von der
Schwefelsäure trennt, auswäscht und trocknet.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE259765C true DE259765C (de) |
Family
ID=517466
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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