DE2614862C2 - - Google Patents
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- G03C1/06—Silver halide emulsions; Preparation thereof; Physical treatment thereof; Incorporation of additives therein with non-macromolecular additives
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer photographischen
Silberhalogenidemulsion durch Ausfällen von Silberhalogenidkörnern in
einer wäßrigen Lösung eines Peptisierungsmittels in Gegenwart einer Thioätherverbindung.
Es ist allgemein bekannt, daß die photographische Grundempfindlichkeit,
d. h. die Empfindlichkeit vor einer chemischen
Sensibilisierung, von Silberhalogenidemulsionen mit ansteigender Korngröße
des Silberhalogenids zunimmt.
Bei der Herstellung der Emulsionen führt man das Wachstum der
Silberhalogenidkörner bis zur gewünschten Korngröße
und Korngrößenverteilung durch physikalisches Reifen herbei,
das nach oder gleichzeitig mit dem Ausfällen der Silberhalogenidkörner
erfolgt. Zum physikalischen Reifen kommt es in
Gegenwart von Lösungsmitteln für Silberhalogenid, wobei zu den
bekanntesten Silberhalogenidlösungsmitteln Halogenid im Überschuß
zu der zur Bildung der Körner erforderlichen Menge
sowie Ammoniak (ammoniakalische Emulsionen) zu zählen sind.
Vergleichsweise grobkörnige Emulsionen, insbesondere Silberbromidjodidemulsionen
z. B. für Röntgenaufnahmen, sind gewöhnlich
ammoniakalische Emulsionen, was ökologische Probleme
mit sich bringen kann, da die Abwässer der die Emulsionen
herstellenden Betriebe Ammoniak oder Ammoniumionen
enthalten können. Zu anderen Silberhalogenidlösungsmitteln,
von denen bekannt ist, daß sie als Reifungsmittel für Silberhalogenidkörner
während der Ausfällungs- und/oder physikalischen
Reifungs-Phase benutzt werden, gehören Thiocyanate,
die verschiedensten Amine, wie Morpholin, sowie Thioätherverbindungen.
Organische Thioätherverbindungen, die sich zur Verwendung beim
Ausfällen und beim physikalischen Reifen im Rahmen der Herstellung
von Emulsionen eignen, sind z. B. in der US-PS
32 71 157 (Herstellung von Auskopieremulsionen), in der US-PS
35 31 289 (Herstellung von Ausentwickelemulsionen,
die in Gegenwart von Rhodiumsalzen gefällt werden) und in der
US-PS 35 74 628 (Herstellung von Direktpositivemulsionen
und von monodispersen Negativemulsionen, d. h. mit
sehr gleichförmiger Korngröße) beschrieben. Diese Thioäther-
Silberhalogenidlösungsmittel sind im weiteren Sinne als Thioätherverbindungen
definiert worden, die bei der Anwendung als
wäßrige Lösungen (60°C) in Konzentrationen von 0,02 Mol-%
in der Lage sind, mehr als das Doppelte an Silberchlorid
(nach Gewicht) in Lösung zu bringen, als sich bei 60°C
in reinem Wasser auflösen läßt. Vorzugsweise finden die
Verbindungen Anwendung, die mindestens einen -OCH₂CH₂S-Anteil
enthalten, insbesondere geradkettige Thioalkandiole, wie sie
durch 1,8-Dihydroxy-3,6-dithiaoctan vertreten werden.
Die letzteren Verbindungen sind zwar wirksame Reifungsmittel
für Silberhalogenidkörner, pflegen aber normalerweise den
Schleier zu verstärken. Nun läßt sich zwar diese Gefahr der
Schleierbildung vermindern, indem man z. B. die Menge der zur
Anwendung kommenden Thioätherverbindung vermindert, die
verwendete Thioätherverbindung einer besonderen sorgfältigen
Reinigung unterwirft, oder bei der Herstellung der Emulsionen
zu besonderen Maßnahmen greift, wie z. B. Fällen bei pH-Werten
unterhalb 4, wie es z. B. in der in der US-PS
35 74 628 erwähnten FR-PS 14 97 202 beschrieben
ist, jedoch haben diese Maßnahmen zum Unterdrücken
der Schleierbildung mehrere Nachteile. Wenn man nämlich die Menge
Thioätherverbindung vermindert, steigt die zum Erreichen einer
gegebenen mittleren Korngröße erforderliche Fällungszeit stark
an, was für die industrielle Anwendung unzweckmäßig ist. Eine
besonders sorgfältige Reinigung der Thioätherverbindung ist
kostspielig, in großtechnischem Maßstab schwierig durchzuführen,
und außerdem ist die so erreichte Senkung des Schleiers
nicht voll befriedigend. Die Ausfällung bei pH-Werten unterhalb
4 schließlich verhindert den Einsatz des Koagulierungs-
Waschverfahrens, das auf der Anwendung von mit Säure koagulierbaren
Gelatinederivate, z. B. Phthaloylgelatine, während des
Fällens beruht.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Fällung von
Silberhalogenidkörnern in Gegenwart von Thioätherverbindungen
zur Beschleunigung des Kornwachstums
anzugeben, bei dem obenstehende Nachteile vermieden werden.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß man
als Thioätherverbindung eine solche der folgenden
allgemeinen Formel
in der bedeuten:
R¹eine Alkylgruppe mit 1 bis 5 C-Atomen, z. B. eine Methyl- oder Äthylgruppe, die Substituenten wie z. B. Hydroxy- oder Carboxygruppen in Säure-
oder Salzform, tragen kann,
R²ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe mit 1 bis 5 C-Atomen
oder eine Acylgruppe einer Carbonsäure, wie eine Acetyl- oder Benzoylgruppe,
oder die Gruppe
worin R⁵ ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 5 C-Atomen ist,
R³ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 5
C-Atomen,
R⁴ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe
mit 1 bis 5 C-Atomen, z. B. eine Methyl-, Äthyl- oder Benzylgruppe,
eine Arylgruppe, z. B. eine Phenyl-
oder Carboxyphenylgruppe, oder ein Kation, anders als das Wasserstoffkation, z. B. ein Natrium-, Kalium-, Ammonium- oder organisches
Ammoniumkation, dem dann ein Anion zuzuordnen ist, und
n1 bis 5,
in einer Menge zwischen 0,5 und 30 g pro Mol zu fällenden Silberhalogenids der Lösung des
Peptisierungsmittels vor oder während der Fällung des Silberhalogenids zusetzt.
R², R³ und R⁴ sind vorzugsweise Wasserstoffatome.
Die erfindungsgemäßen Thioätherverbindungen sind wirksame Silberhalogenidwuchsmittel,
die beim Fällen der Silberhalogenidkörner
das Kornwachstum beschleunigen, ohne den Schleier
in einem nennenswerten Umfang zu verstärken. In Gegenwart
dieser Verbindungen ist es bei akzeptabler Fällungszeit sogar
möglich, relativ grobe Körner bei annähernd neutralen oder
bei sauren pH-Werten zu bilden. Während die Wirkung der bisher
erwähnten Thioätherverbindungen praktisch pH-unabhängig
ist, wird die Wirkung der erfindungsgemäßen Thioätherverbindungen, wie Methionin und Äthionin
auf das Kornwachstum mit steigendem pH-Wert stärker,
so daß eine Steuerung des Kornwachstums über den pH-Wert möglich ist.
Außerdem lassen sich so Emulsionen
herstellen, die eine hohe Grundempfindlichkeit haben, d. h.
eine hohe Empfindlichkeit sogar schon vor einer chemischen
Sensibilisierung, so daß bei gleicher Korngröße
die Empfindlichkeit einer erfindungsgemäßen Silberhalogenidemulsion höher ist als einer solchen, die sich durch
herkömmliche Verfahren erhalten läßt.
Die erfindungsgemäßen Thioätherverbindungen kommen vorzugsweise
in Konzentrationen zwischen 1 g und 15 g pro Mol zu
bildenden Silberhalogenids zur Anwendung.
Repräsentative Beispiele für der obigen Formel entsprechende
Verbindungen sind: Methionin, Äthionin, S-Methylcystein,
Methioninmethylester-Hydrochlorid, N-Acetylmethionin, N-Acetyl
methionin-Methylester und das Hydrochlorid von Methionindipeptid:
CH₃S(CH₂)₂CH(COOH)NHCOCH(NH₂ · HCl)(CH₂)₂SCH₃.
Erfindungsgemäß wird Methionin vorgezogen, da es als natürliches
Abbauprodukt von Proteinen sehr billig und großtechnisch herstellbar ist und daher
in großen Mengen zur Verfügung steht. Außerdem ist
Methionin eine der für die Ernährung von höheren Lebewesen
essentiellen Aminosäuren, so daß es auch vom ökologischen
Standpunkt aus als unbedenklich angesehen werden kann.
Da Methionin eine der in Proteinen, z. B. Gelatine, normalerweise
enthaltenden Aminosäuren ist, ist in dieser Erfindung
beabsichtigt, Methionin selbst dann noch zuzugeben, wenn
möglicherweise in dem zur Herstellung der Emulsionen
benutzten Peptisierungsmittel bereits Methionin enthalten ist.
Es ist ziemlich erstaunlich, daß Methionin das Kornwachstum
während der Fällung von Silberhalogenid beschleunigt, denn
es ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß Methionin
in Gelatine das Kornwachstum hemmt (P. Glafkides, "Photographic
Chemistry", Fountain Press, London 1958, S. 281),
und aus der Veröffentlichung von Steigmann in J. Soc. Chem.
Ind., 63 (1944), S. 316-317, ist zu entnehmen, daß in Mengen
der oben angegebenen Größenordnung zur Anwendung kommendes
Methionin die Ostwald-Reifung behindert.
Die Bildung des Silberhalogenidkorns kann nach jedem dem
Fachmann bekannten Verfahren zur Herstellung von Silberhalogenidemulsionen
erfolgen, jedoch ist erfindungsgemäß
das Doppeleinlaufverfahren vorzuziehen. Beim
Doppeleinlaufverfahren werden eine wäßrige Lösung des Silbersalzes,
insbesondere von Silbernitrat, und eine mindestens ein
Halogenid, insbesondere Alkalimetallhalogenide, wie z. B. Kaliumbromid,
enthaltende, wäßrige Lösung gleichzeitig und in zwei
getrennten Strömen zu einer gerührten Lösung des Silberhalogenid-Peptisierungsmittels,
wie z. B. Gelatine oder ein Gelatinederivat,
zugegeben.
Die erfindungsgemäßen Thioätherverbindungen werden
vorzugsweise vor Beginn der Fällung zur Peptisierungsmittellösung
zugegeben. Es kann jedoch auch während
der Fällung zur Peptisierungsmittellösung zugegeben werden,
so z. B. in einem getrennten Strahl oder vermittels des Strahls,
aus dem die Halogenidlösung zugegeben wird und/oder vermittels
des Strahls, aus dem die Silbersalzlösung zugegeben wird.
Wird die Verbindung während der Fällung zugesetzt, so braucht
der Zusatz nicht die gesamte Zeit zu umfassen, die für die Zugabe
von Halogenid- und/oder Silbersalzlösung benötigt wird.
Es ist auch möglich, den Fällungsvorgang während der Zugabe
der Thioätherverbindung zu unterbrechen, somit kann die
Zugabe kontinuierlich
oder mit Unterbrechung erfolgen.
Wie bereits vorstehend erwähnt, ist die Wirkung der erfindungsgemäßen
Thioätherverbindungen
auf das Kornwachstum vom pH-Wert der Emulsion in der Weise abhängig,
daß bei einer gegebenen Menge dieser Verbindung mit steigendem
pH-Wert größere Körner erhalten werden. Ganz allgemein gesagt
ist es vorzuziehen, den pH-Wert während der Fällung zwischen
4 und 9 zu halten, jedoch vorzugsweise zwischen
5 und 7,5.
Der pAg-Wert der Emulsion ist vorzugsweise nicht zu hoch, um
eine mögliche Konkurrenz zwischen der Thioätherverbindung
einerseits und den überschüssigen Halogenidionen
andererseits zu vermeiden, die ebenfalls als Silberhalogenidlösungsmittel
wirken und beständigere Silberhalogenidkomplexe
bilden können.
Im allgemeinen ist es je nach Art des Silberhalogenids angemessen,
daß der pAg-Wert zwischen 5 und 11 liegt; ist das
Halogenid überwiegend Bromid, so liegt der pAg-Wert im allgemeinen
zwischen 6 und 11, vorzugsweise zwischen 7,7 und 9,7,
während der pAg-Wert im allgemeinen zwischen 4,5 und 9, vorzugsweise
zwischen 6 und 8, liegt, wenn das Halogenid überwiegend
Chlorid ist. Somit liegt der am meisten
vorzuziehende pAg-Bereich zwischen 6, dem vorzuziehenden niedrigsten
pAg-Wert für Silberchlorid, und 9,7, dem vorzuziehenden
höchsten pAg-Wert für Silberbromid.
Die Fällungstemperatur liegt zweckmäßigerweise zwischen
30 und 90°. Es ist auch möglich, die Temperatur während
der Fällung zu ändern, z. B. die Keime bei hoher Temperatur
zu bilden und dann den Rest des Kristallwachstumvorganges
bei einer niedrigeren Temperatur ablaufen zu lassen, wie es
z. B. in der US-PS 37 90 387 beschrieben ist.
Das Silberhalogenid kann bestehen aus
Silberchlorid, Silberbromid, Silberchloridbromid, Silberchloridbromidjodid,
Silberchloridjodid und Silberbromidjodid.
Bevorzugte Silberhalogenidemulsionen enthalten
höchstens 10 Mol-% Silberjodid. Besonders günstig ist das erfindungsgemäße
Verfahren für die Herstellung hochempfindlicher
Silberbromid- oder Silberbromidjodidemulsionen, wie z. B.
Röntgenemulsionen, und für die Herstellung von Emulsionen
für das graphische Gewerbe, wie z. B. lithographische Emulsionen,
die mindestens 50 Mol-% Silberchlorid, vorzugsweise
mindestens 70 Mol-%, mindestens 5 Mol-% Silberbromid und
zwischen 0 und 5 Mol-% Silberjodid, vorzugsweise weniger als
1 Mol-%, enthalten. Die mittlere Korngröße der Silberhalogenidkörner der erfindungsgemäß
hergestellten Silberhalogenidemulsionen kann stark schwanken
und hängt von der beabsichtigten Verwendung der Emulsion ab.
Es lassen sich erfindungsgemäß sowohl feinkörnige als auch
grobkörnige Emulsionen herstellen; die mittlere Korngröße
liegt vorzugsweise zwischen 150 nm und 1500 nm. Zur
Teilchengrößenbestimmung von Silberhalogenidkörnern lassen
sich herkömmliche Verfahren benutzen, wie sie z. B. von Trivelli
und M. Smith, Phot. J., 69 (1939), S. 330-338, von Loveland,
"ASTM Symposium on Light Microscopy", 1953, S. 94-122, und
von Mees und Jones "The Theory of the Photographic Process",
(1966), Chapter II, angegeben sind.
Je nach pH- und pAg-Wert und Konzentration der Thioätherverbindung
während der Fällung lassen sich
sowohl monodisperse als auch heterodisperse Emulsionen
herstellen, wobei jedoch monodispersen Emulsionen der Vorzug
zu geben ist. Monodisperse Emulsionen sind im Gegensatz zu
heterodispersen Emulsionen in der Fachsprache als Emulsionen
definiert, bei denen mindestens 95% (bezogen auf das Gewicht
oder die Anzahl) der Silberhalogenidkörner einen Durchmesser haben, der innerhalb
40%, vorzugsweise 30%, des mittleren Korndurchmessers
liegt.
Silberhalogenidkörner mit einer engen Korngrößenverteilung
lassen sich durch Steuerung der Bedingungen erhalten, unter
denen die Silberhalogenidkörner nach einem Doppeleinlaufverfahren
hergestellt werden. Bei einem derartigen Verfahren
werden die Silberhalogenidkörner dadurch hergestellt, daß
man gleichzeitig eine wäßrige Lösung eines wasserlöslichen
Silbersalzes, z. B. von Silbernitrat, und eines wasserlöslichen
Halogenids, z. B. eines Alkalimetallhalogenids wie Kaliumbromid,
in eine kräftig gerührte, wäßrige Lösung eines
Silberhalogenid-Peptisierungsmittels, vorzugsweise Gelatine,
ein Gelatinederivat oder irgendein anderes, aus Protein
bestehendes Peptisierungsmittel, einlaufen läßt. Bei einem
Verfahren dieses Typs besteht eine Wechselbeziehung zwischen
pH- und pAg-Werten. Wenn man z. B. bei gegebener Temperatur
die eine Größe ändert und die andere konstant hält, so
kann dies die Größenhäufigkeitsverteilung der entstehenden
Silberhalogenidkörner verändern. Vorzuziehen sind jedoch
die Bedingungen, wie sie bereits zuvor als vorzugsweise ausgewiesen wurden.
Geeignete Verfahren zur Herstellung photographischer
Silberhalogenidemulsionen, die eine allgemein gleichförmige
Teilchengröße haben, werden beschrieben in einer Veröffentlichung
von Klein und Moisar "Ia: Properties of Photographic
Emulsion Grains", J. Phot. Sci., 12 (1963), Seiten 242-251, in
einer Veröffentlichung von Markocki "The Spectral Sensitization of
Silver Bromide Emulsions on Different Crystallographic Faces",
J. Phot. Sci., 13 (1965), Seiten 85-89, in einer Veröffentlichung
von Ottewill und Woodbridge "Studies on Silver
Bromide Sols - Part I. The Formation and Aging of Monodispersed
Silver Bromide Sols", J. Phot. Sci., 13 (1965),
Seiten 98-103, und in einer Veröffentlichung von Ottewill
und Woodbridge "Studies on Silver Bromide Sols - Part II.
The Effect of Additives on the Sol Particles", J. Phot. Sci.
13 (1965), Seiten 104-107.
Die erfindungsgemäß erzeugten Silberhalogenidkörner können
eine im wesentlichen reguläre Form haben,
d. h., daß mindestens 80% und vorzugsweise mindestens ca.
90 bis 95 Gewichtsprozent regulär sind. Reguläre Körner
kann man erhalten, wenn man die Reaktionsbedingungen während
des Kornwachstums entsprechend steuert (siehe z. B. die oben
erwähnte Veröffentlichung von Klein und Moisar).
Die Fällung des Silberhalogenids kann so erfolgen, daß sogen.
"Schichtkorn"-Emulsionen entstehen, wie sie z. B. in der GB-PS
10 27 146 beschrieben sind. Dabei
wird erst eine monodisperse feinkörnige Silberhalogenidemulsion
nach dem Doppeleinlaufverfahren hergestellt und dann
die Fällung so fortgesetzt, daß sich um die zuvor erzeugten
Silberhalogenidkerne ein Außenmantel aus Silberhalogenid bildet.
Bei der Herstellung derartiger Schichtkornemulsionen kann die
Thioätherverbindung während der Kernfällung und/oder während
der Auffällung des Außenmantels zur Anwendung kommen.
Haben die Körner erst einmal ihre endgültige Größe und Form
erreicht, so werden die Emulsionen im allgemeinen gewaschen,
um die Nebenprodukte von Kornbildung und Kornwachstum zu entfernen.
Man kann die Emulsionen durch Abkühlen zum Erstarren bringen,
nudeln und in kaltem Wasser auslaugen oder sie durch Koagulieren
waschen.
Erfindungsgemäß werden die Emulsionen vorzugsweise nach dem
Säurekoagulationsverfahren gewaschen, bei dem säurekoagulierbare
Gelatinederivate oder anionische, polymere Verbindungen
verwendet werden.
Koagulierverfahren unter Verwendung säurekoagulierbarer Gelatinederivate
sind z. B. in den US-PS 26 14 928,
21 64 929 und 27 28 662 beschrieben. Die säurekoagulierbaren
Gelatinederivate sind Reaktionsprodukte von Gelatine mit
organischen Carbon- oder Sulfonsäurechloriden, Carbonsäureanhydriden,
aromatischen Isocyanaten oder 1,4-Diketonen.
Die Verwendung dieser säurekoagulierbaren Gelatinederivate
umfaßt im allgemeinen die Fällung der Silberhalogenidkörner
in einer wäßrigen Lösung des säurekoagulierbaren Gelatinederivats
oder in einer wäßrigen Lösung von Gelatine, zu der
ein säurekoagulierbares Gelatinederivat in einer Menge zugegeben
wird, daß die gesamte Masse säurekoagulierbar wird.
Als Alternative kann das Gelatinederivat auch nach dem
Emulgieren in normaler Gelatine und sogar nach der physikalischen
Reifung zugegeben werden, jedoch unter der Voraussetzung,
daß es in einer Menge zugegeben wird, die ausreicht,
um das Ganze im sauren Medium koagulierbar zu machen. Beispiele
für die erfindungsgemäß geeignete, säurekoagulierbare
Gelatinederivate findet man z. B. in den oben erwähnten US-
Patentschriften. Besonders geeignet sind Phthaloylgelatine
und N-Phenylcarbamoylgelatine.
Es ist auch möglich, die Emulsion nach dem Koagulierverfahren
unter Verwendung anionischer, polymerer Verbindungen zu
waschen. Derartige Verfahren sind z. B. in der DE-PS
10 85 422 beschrieben. Besonders geeignete,
anionische, polymere Verbindungen sind Polystyrolsulfonsäure
und sulfonierte Copolymerisate des Styrols. Die Zugabe
der anionischen Polymeren zur Gelatinelösung kann vor der
Fällung der Silberhalogenidkörner oder nach der Emulgierphase
erfolgen. Vorzugsweise werden sie zugegeben, nachdem die
Körner ihre endgültige Größe und Form erreicht haben, d. h.
unmittelbar vor dem Waschen. Es ist außerdem möglich,
anionische Polymere zusammen mit säurekoagulierbaren Gelatinederivaten
zu benutzen, wie es in der
DE-OS 23 37 172 beschrieben ist. Es ist vorzuziehen,
niedrigmolekulare Polystyrolsulfonsäure mit einem Molekulargewicht
von höchstens 30 000 zu verwenden. Die Polystyrolsulfonsäure
kann zur Gelatinelösung in Form von wäßrigen
Lösungen zugegeben werden, die vorzugsweise zwischen 5 und
20 Gew.-% Polystyrolsulfonsäure enthalten. Die zur Verwendung
kommenden Mengen, die ausreichen, um die Emulsion koagulierbar
zu machen, kann jeder Fachmann leicht bestimmen.
Nach Emulgierung und physikalischer Reifung wird die säurekoagulierbare,
ein Gelatinederivat oder anionisches Polymeres
enthaltende Silberhalogenidemulsion angesäuert, z. B. mit verdünnter
Schwefelsäure, Zitronensäure oder Essigsäure,
um die Koagulierung herbeizuführen. Die Koagulierung erfolgt
im allgemeinen bei einem zwischen 3 und 4 liegenden
pH-Wert. Das Koagulat kann von der Flüssigkeit nach jedem
beliebigen geeigneten Verfahren getrennt werden, wie z. B. durch
Dekantieren oder Abhebern der überstehenden Flüssigkeit, woraufhin
das Koagulat ein- oder mehrmals ausgewaschen wird.
Zum Auswaschen des Koagulats kann einfaches, kaltes Wasser benutzt
werden, jedoch wird vorzugsweise das erste Waschwasser
angesäuert, um den pH-Wert des Wassers gleich dem pH-Wert des
Koagulationspunktes zu machen. Sogar wenn ein säurekoagulierbares
Gelatinederivat benutzt worden ist, kann zum Waschwasser
ein anionisches Polymeres, z. B. Polystyrolsulfonsäure, zugegeben
werden, wie es z. B. in der bereits erwähnten DE-OS
23 37 172 beschrieben ist. Als Alternative
kann das Waschen auch so durchgeführt werden, daß das Koagulum
wieder bei erhöhter Temperatur in Wasser dispergiert
wird, dem eine kleine Menge Alkali, z. B. Natrium- oder Ammoniumhydroxid,
zugesetzt worden ist, eine erneute Koagulierung
durch Zugabe von Säure bis zum Koagulationspunkt-pH-Wert durchgeführt
wird und nachfolgend die überstehende Flüssigkeit entfernt
wird. Diese erneute Dispergierung und erneute Koagulierung
können so oft wiederholt werden, wie es notwendig ist.
Nach dem Waschen wird das Koagulat wieder dispergiert, um eine
photographische Emulsion zu bilden, die sich für die nachfolgenden
Fertigungs- und Gießoperationen eignet, und zwar durch
Behandlung, vorzugsweise bei einer Temperatur im Bereich zwischen
35 und 70°C, mit der erforderlichen Menge Wasser, normaler
Gelatine und falls notwendig Alkali, die so lange fortgesetzt
wird, bis das Koagulat vollständig redispergiert ist.
Anstelle von oder zusätzlich zu normaler Gelatine, die vorzugsweise
benutzt wird, können auch andere für photographische
Zwecke üblicherweise benutzte, hydrophile Kolloide verwendet
werden, wie z. B. die oben erwähnten Gelatinederivate, Albumin,
Agar-Agar, Natriumalginat, hydrolysierte Celluloseester,
Polyvinylalkohol oder hydrophile Polyvinyl-Copolymerisate.
Nach dem Waschen und Redispergieren können die Emulsionen
nach einem der üblichen Verfahren chemisch sensibilisiert
werden, z. B. können sie in Gegenwart kleiner
Mengen von Allylisothiocyanat, Thioharnstoff, Allylthioharnstoff,
Natriumthiosulfat, Thioacetamid, Allylselenoharnstoff,
Allyltelluroharnstoff oder kolloidalem Selen dispergiert werden.
Auch mit Reduktionsmitteln können die Emulsionen sensibilisiert
werden, wie z. B. mit Zinn(II)verbindungen, wie in den BE-PS
4 93 464 und 5 68 687 beschrieben ist, mit
Iminoaminomethansulfinsäuren nach der GB-PS
7 89 823, mit Polyaminen, z. B. Diäthylentriamin, Spermin und
Bis(β-aminoäthyl)sulfid oder Thioharnstoffoxid. Die Reduktionssensibilisierung
kann auch durch Digerieren bei niedrigen
pAg-Werten erfolgen, wie es von H. W. Wood, J. Phot. Sci., 1
(1953), S. 163, angegeben ist.
Die Emulsionen können weiterhin durch Edelmetallverbindungen sensibilisiert
werden. Die Edelmetallsensibilisierung erfolgt vorzugsweise
durch Digerieren mit einer Goldverbindung, jedoch können
auch
z. B. Ruthenium-, Rhodium-, Palladium-, Iridium- und Platinverbindungen
benutzt werden, wie es von R. Koslowsky, Z. Wiss.
Photogr. Photophys. Photochem., 46 (1951), S. 65-72, beschrieben
wird. Repräsentative Beispiele für Edelmetallsensibilisierungsmittel
sind Gold(III)chlorid, Gold(I)sulfid, Kaliumgold(III)-
thiocyanat, Kaliumchloroaurat, Ammoniumchloropalladat und Kaliumchloroplatinat.
Vor dem Aufbringen auf einen Schichtträger können übliche Zusätze zugegeben werden wie Sensibilisierungsfarbstoffe,
Farbkuppler, Schleierschutzmittel, Emulsionsstabilisatoren,
Beschichtungshilfsmittel, Filterfarbstoffe,
Härter und die Entwicklung beeinflussende Substanzen.
Eine Zusammensetzung dieser Additive findet man auf den Seiten
107-109 der Dezember-Ausgabe 1971 des Product Licensing Index
der Industrial Opportunities Ltd., Havant, England.
Die erfindungsgemäß hergestellten Silberhalogenidemulsionen
können auf die verschiedensten Schichtträger gegossen werden, wie
sie zur Herstellung photographischer Silberhalogenidmaterialien
üblich sind, wie aus Cellulosenitrat, Celluloseacetat,
Poly(vinylacetal), Polystyrol, Poly(äthylenterephthalat)
und Polycarbonatfilm,
sowie Glas, Papier und Metall. Es können Papierträger
benutzt werden, die teilweise acyliert oder mit Baryt und/oder
einem α-Olefin-Polymeren beschichtet sind, insbesondere mit
einem Polymeren eines α-Olefins mit 2 bis 10 C-Atomen, wie
Polyäthylen, Polypropylen oder ein Äthylen-Butylen-Copolymerisat.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern.
Dieses Beispiel veranschaulicht den Einfluß erfindungsgemäßer Thioätherverbindungen
auf das
Wachstum der Silberhalogenidkörner.
Es werden Silberhalogenidemulsionen hergestellt, und zwar
dadurch, daß gleichzeitig innerhalb von 30 Minuten eine
dreimolare Silbernitratlösung und eine dreimolare Kaliumhalogenidlösung
(siehe nachstehende Tabelle) mit einer
Geschwindigkeit von 20 ml/min zu einer gerührten Lösung
von 30 g Inertgelatine in 500 ml entmineralisiertem Wasser,
das eine der Thioätherverbindungen in der
angegebenen Menge enthält. Während der Fällung wird der
pH-Wert auf 5,8, die Temperatur auf 65°C und der pAg-Wert
auf dem in der nachstehenden Tabelle angegebenen Wert gehalten.
Die so erhaltene Emulsion wird wie üblich koaguliert, gewaschen
und redispergiert.
Die Silberbromid- und Silberchloridemulsionen sind sämtlich
monodisperse Emulsionen, während die Silberchloridbromidemulsionen
(50 : 50 Mol-%) heterodisperse Emulsionen sind.
Es wird eine monodisperse Silberbromidemulsion mit kubischen Silberbromidkörnern hergestellt,
und zwar durch gleichzeitigen Zusatz einer dreimolaren
Silbernitratlösung und einer dreimolaren Kaliumbromidlösung
in einer Geschwindigkeit von 20 ml/min innerhalb von 20 min
zu einer wäßrigen Mischung von Phthaloylgelatine und Inertgelatine
(2 : 1), die 20 g DL-Methionin enthält. Während der
Fällung wird der pH-Wert auf 7,5, der pAg-Wert auf 8,2 und die
Temperatur auf 65°C gehalten. Nach 5minütigem physikalischem
Reifen wird der pH-Wert durch Zugabe verdünnter Schwefelsäure
auf 3,5 gesenkt. Das entstandene Koagulat wird nach Entfernung
der überstehenden Flüssigkeit zweimal mit Wasser gewaschen,
wobei das erste Waschwasser Polystyrolsulfonsäure enthält.
Durch Zugabe von Gelatine und Wasser wird das Koagulat wieder
in Dispersion gebracht; man erhält eine Silberbromidemulsion,
die pro kg eine Menge Silberbromid enthält, die 100 g Silbernitrat
äquivalent ist.
Diese Emulsion wird wie Emulsion I hergestellt, jedoch mit dem
Unterschied, daß die Fällung bei einem pH-Wert von 6 erfolgt, so daß zum
Erreichen etwa der gleichen mittleren Korngröße die Fällungszeit
45 min beträgt.
Diese Emulsion wird wie Emulsion I hergestellt, jedoch mit dem
Unterschied, daß das Methionin durch 17 g DL-Äthionin ersetzt
wird.
Diese Emulsion wird wie Emulsion I hergestellt, jedoch mit
dem Unterschied, daß das DL-Methionin durch 1 g 1,8-Dihydroxy-
3,6-dithiaoctan (dargestellt nach der GB-PS
9 50 089 angegebenen Verfahren) ersetzt wird und die
Fällungszeit in 45 min geändert wird, um etwa die gleiche
mittlere Korngröße zu erhalten.
Diese Emulsion wird wie Emulsion IV hergestellt, jedoch mit
dem Unterschied, daß die Fällung nicht bei einem pH-Wert von 7,5, sondern
bei einem pH-Wert von 6 erfolgt. Auch bei dieser Emulsion beträgt die Fällungszeit
45 min, um annähernd die gleiche mittlere Korngröße
zu erhalten.
Diese Emulsion wird wie Emulsion V hergestellt, jedoch mit dem
Unterschied, daß hierbei 2,6 g 1,8-Dihydroxy-3,6-dithiaoctan
(dargestellt nach dem in der GB-PS 9 50 089
angegebenen Verfahren) zur Anwendung kommen, so daß die
Fällungszeit für etwa die gleiche mittlere Korngröße auf
20 min herabgesetzt werden kann.
Diese Emulsion wird wie Emulsion IV hergestellt, jedoch mit dem
Unterschied, daß anstelle der Phthaloylgelatine Inertgelatine
benutzt wird und das Auswaschen durch Erstarrenlassen, Schnitzeln
und Auslaugen mit kaltem Wasser erfolgt. Auch bei dieser
Emulsion beträgt die Fällungszeit zum Erreichen etwa der
gleichen mittleren Korngröße 45 min.
Die Emulsionen werden auf einen herkömmlichen Schichtträger aufgegossen,
und zwar so, daß pro m² eine Silberbromidmenge aufgebracht
wird, die 10 g Silbernitrat entspricht.
Um die Neigung zur Schleierbildung zu untersuchen, werden die
erhaltenen Materialien ohne vorherige Belichtung 3 min lang bei
20°C in einer Entwicklerlösung der folgenden Zusammensetzung
entwickelt:
Wasser800 ml
p-Monomethylaminophenolsulfat1,5 g
Wasserfreies Natriumsulfit50 g
Wasserfreies Natriumcarbonat32 g
Hydrochinon6 g
Kaliumbromid2 g
Mit Wasser aufgefüllt auf1000 ml
Die erzielten Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt:
Aus den obigen Resultaten geht hervor, daß Methionin und
Äthionin wirksame Kornwuchsmittel sind, ohne den Schleier
merklich zu verstärken und weiterhin, daß die Thioätherverbindung
nach dem Stand der Technik,
nämlich 1,8-Dihydroxy-3,6-dithiaoctan, unannehmbar hohe
Schleierwerte gibt, wenn die Fällung nicht bei einem pH-Wert von 2
stattfindet, der jedoch Koagulationswaschen unter Verwendung
von Phthaloylgelatine bei der Fällungsphase unmöglich macht.
Die Ergebnisse zeigen auch, daß die Wirkung von Methionin
pH-abhängig ist, so daß die Fällungszeit durch Erhöhung des
pH-Werts ohne zunehmenden Schleier herabgesetzt werden kann.
Bei Verwendung von 1,8-Dihydroxy-3,6-dithiaoctan dagegen
kann die Fällungszeit durch Erhöhung des pH-Werts nicht vermindert
werden. Wohl läßt sich die Fällungszeit durch Verwendung
größerer Mengen herabsetzen, aber nur mit dem Ergebnis,
daß der Schleier weiter verstärkt wird.
Es wird eine monodisperse Silberbromidemulsion mit kubischen Silberbromidkörnern durch
gleichzeitige Zugabe einer dreimolaren Silbernitratlösung und
einer dreimolaren Kaliumbromidlösung innerhalb von 25 min mit
einer Geschwindigkeit von 20 ml/min zu einer wäßrigen Gelatinelösung
hergestellt, die 20 g DL-Methionin enthält. Während
der Fällung wird der pH-Wert auf 7,5, der pAg-Wert auf 8,2
und die Temperatur auf 65°C gehalten.
Man läßt die Emulsion noch 5 min weiterreifen, dann wird sie
zum Erstarren gebracht, genudelt und mit kaltem Wasser gewaschen.
Dann wird sie, wie für Emulsion I in Beispiel 2
beschrieben, wieder in Dispersion gebracht.
Diese Emulsion wird wie Emulsion VIII hergestellt, jedoch mit
dem Unterschied, daß die Fällung bei einem pH-Wert von 6 erfolgt und das
Methionin durch 3 g 1,8-Dihydroxy-3,6-dithiaoctan ersetzt wird,
das wie folgt dargestellt worden war:
Zu einer Lösung von 400 g (10 Mol) Natriumhydroxid in 3 l
Methanol werden unter Rühren und zugleich unter
Stickstoffatmosphäre 780 g (10 Mol) β-Mercaptoäthanol
zugegeben. Die Mischung wird zum Sieden gebracht,
woraufhin 495 g (5 Mol) 1,2-Dichloräthan mit einer solchen
Geschwindigkeit zugegeben werden, daß die Reaktionsmischung
am Sieden bleibt. Dann wird das Sieden 4 h lang fortgesetzt. Man
läßt das Reaktionsgemisch auf Raumtemperatur abkühlen; nach
Abfiltrieren des gebildeten Natriumchlorid wird mit ein wenig
Methanol gewaschen. Das Filtrat wird unter vermindertem Druck
in einem Drehverdampfer eingeengt. Nach Zugabe von 200 ml
Toluol wird die Mischung destilliert. Dieser Arbeitsgang
wird noch zweimal wiederholt, um das Wasser zu entfernen.
Der Rückstand wird mit 2 l Chloroform gekocht, abfiltriert
und unter Rühren abgekühlt. Der Niederschlag wird bei 50°C
bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Ausbeute: 798 g
(87%). Schmelzpunkt: 64°C. Die Analyse durch Dünnschichtchromatographie
zeigt, daß das Produkt nur 0,2% Bis(β-hydroxy
äthyl)-disulfid enthält.
Diese Emulsion wird wie Emulsion IX hergestellt, jedoch mit dem
Unterschied, daß das 1,8-Dihydroxy-3,6-dithiaoctan chromatographisch
nach dem von H. Halpaap (Chem.-Ing.-Tech., 35 (1963),
Nr. 7, S. 488-493) und von E. von Arx (J. Chromatography,
64 (1972), S. 297-303) angegebenen Verfahren vor der Verwendung
weiter gereinigt wird. Adsorptionsmittel "Kieselgel 60 PF 254"
(Merck Art. 7747) und Äthylacetat als Verdünnungsmittel.
Dabei werden 8 g gereinigtes Produkt aus 15 g erhalten.
Schmelzpunkt: 64°C. Es konnte kein Bis(β-hydroxyäthyl)-
disulfid mehr nachgewiesen werden.
Diese Emulsion wird wie Emulsion X hergestellt, jedoch mit
dem Unterschied, daß die Fällung bei einem pH-Wert von 7,5 erfolgt.
Diese Emulsion wird wie Emulsion X hergestellt, jedoch mit dem
Unterschied, daß die Fällung bei einem pH-Wert von 4,5 erfolgt.
Gießen und Entwickeln der Emulsionen werden wie in Beispiel
2 beschrieben ausgeführt.
Die Resultate, die dabei erzielt werden, sind in der folgenden
Tabelle zusammengestellt.
Aus diesen Resultaten geht hervor, daß Methionin als Silberhalogenidkornwuchsmittel
dem 1,8-Dihydroxy-3,6-dithiaoctan
überlegen ist, denn auch nach weiterer Reinigung und nach Herabsetzung
des pH-Werts sind die mit der herkömmlichen Thioätherverbindung
erhaltenen Schleierwerte deutlich
höher als die mit Methionin erhaltenen.
Es wird eine Silberbromidemulsion A hergestellt, indem gleichzeitig
innerhalb von 45 min eine dreimolare Silbernitratlösung
und eine dreimolare Kaliumbromidlösung mit einer Geschwindigkeit
von 20 ml/min zu einer wäßrigen Lösung von 45 g
Gelatine in 500 ml entmineralisiertem Wasser zugegeben wird.
Während der Fällung werden der pH-Wert auf 5,8 (dem pH-Wert
der wäßrigen Gelatinelösung), der pAg-Wert auf 8,2 und die
Temperatur auf 65°C gehalten.
Andere Emulsionen werden unter den gleichen Bedingungen hergestellt,
jedoch mit dem Unterschied, daß die Fällung in Gegenwart
von Methionin erfolgt, das zu unterschiedlichen Zeitpunkten
während der Fällung zugesetzt wird. Der Emulsion B
werden 20 g Methionin vor Beginn der Fällung zur wäßrigen
Gelatinelösung zugesetzt. Bei Emulsion C werden 7 g Methionin
vor Beginn der Fällung zugegeben, 7 g nach 15 min Fällung und
6 g nach 30 min Fällung. Im Falle von Emulsion D werden die
20 g Methionin vor Beginn der Fällung zur Kaliumbromidlösung
zugegeben, so daß die Zugabe gleichmäßig auf die gesamte
Fällungszeit verteilt erfolgt.
Die Emulsionen werden zum Erstarren gebracht, genudelt und
mit kaltem Wasser gewaschen, wonach sie wie üblich wieder in
Dispersion gebracht werden.
An Mikroaufnahmen der so hergestellten Emulsionen werden die
folgenden mittleren Korngrößen ermittelt:
Emulsion A: 200 nm
Emulsion B:1000 nm
Emulsion C: 500 nm
Emulsion D: 400 nm
Die obigen Resultate zeigen, daß die stärkste Wirkung auf das
Kornwachstum dann erhalten wird, wenn das gesamte Methionin
bereits vom Beginn der Fällung an zugegeben wird.
Es werden mehrere Emulsionen so hergestellt, wie es für Emulsion
B, Beispiel 4, beschrieben ist, jedoch mit dem Unterschied,
daß die Fällungszeit 30 min beträgt und pH- und pAg-Werte
einen der in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Werte haben.
Die Emulsionen werden wie in Beispiel 2 beschrieben auf einen
Schichtträger gegossen und nach Belichtung in einem Sensitometer
3 min bei 20°C in der Entwicklerlösung von Beispiel 2 entwickelt.
Die Resultate sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
Aus den obigen Resultaten geht die Abhängigkeit des Kornwachstums
von pH- und pAg-Werten hervor. So wird bei einem pH-Wert von 7 das
stärkste Kornwachstum bei einem pAg-Wert zwischen 7,3 und
8,2 erhalten. Auch bei einem pH-Wert von 4,5 wird das stärkste Kornwachstum
bei einem pAg-Wert von 8,2 erhalten.
Es werden mehrere Emulsionen wie in Beispiel 4 beschrieben
hergestellt, und zwar mit oder ohne Thioätherverbindung als Kornwuchsmittel und bei
einem aufrechterhaltenen pH-Wert, der in der nachstehenden
Tabelle angegeben wird, der durch Zugabe von Natrium- oder
Ammoniumhydroxid bzw. von Schwefelsäure eingestellt wird.
Die mittlere Korngröße der Silberhalogenidkörner in den so hergestellten Emulsionen sowie
die nach Belichtung und Entwicklung wie in Beispiel 5 erhaltenen
Schleierwerte sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
Die obigen Resultate zeigen, daß das Kornwachstum in Gegenwart
von Methionin pH-abhängig ist, während das Kornwachstum
bei der Verwendung herkömmlicher Thioätherverbindungen
konstant bleibt. Auch die mit Methionin erhaltenen besseren
Schleierwerte gehen aus den obigen Resultaten hervor.
Es wird eine herkömmliche Silberhalogenidemulsion mit Silberhalogenidkörnern
eines mittleren Korndurchmessers
von 700 nm und mit 0,35 Mol-% Jodid durch Zugabe (innerhalb
von ca. 7 min) einer dreimolaren ammoniakalischen Silbernitratlösung
zu einer gerührten, wäßrigen Gelatinelösung hergestellt,
zu der eine dreimolare Ammoniumbromid- und eine dreimolare Kaliumjodidlösung
in einer der Menge Silbernitrat äquivalenten und
zum Erhalten des obigen Verhältnisses Bromid zu Jodid erforderlichen
Menge zugegeben worden waren, wobei die Temperatur auf
38°C gehalten wird.
Nach 4minütiger physikalischer Reifung wird die Emulsion durch
Zusatz von Ammoniumsulfat koaguliert und dann in der üblichen
Weise gewaschen und wieder in Dispersion gebracht.
Schließlich werden Wasser und Gelatine zugegeben, um eine
als äquivalente Menge Silbernitrat ausgedrückte Konzentration
von Silberhalogenid von 200 g pro kg Emulsion und ein (als
äquivalente Menge Silbernitrat ausgedrücktes) Verhältnis
Gelatine zu Silberhalogenid von 0,4 zu erhalten.
Es wird eine monodisperse Silberbromidemulsion mit Silberhalogenidkörnern einer mittleren
Korngröße von 800 nm hergestellt, indem man innerhalb
etwa 45 min eine dreimolare wäßrige Silbernitratlösung
und eine dreimolare wäßrige Kaliumbromidlösung mit einer
Geschwindigkeit von 50 ml/min zu einer gerührten Gelatinelösung
mit 40 g DL-Methionin zugibt.
Während der gesamten Fällung wird die Temperatur auf 65°C gehalten,
der pH-Wert auf 4 und der pAg-Wert auf 8,2. Nach 10minütiger
physikalischer Reifung wird die Emulsion auf 40°C abgekühlt
und der pH-Wert durch Zugabe verdünnter Schwefelsäure
auf 3 herabgesetzt. Dann wird die Emulsion durch Zusatz von
Polystyrolsulfonsäure koaguliert, gewaschen
und wieder in Dispersion gebracht.
Schließlich werden Wasser und Gelatine zugegeben, um eine als
äquivalente Menge Silbernitrat ausgedrückte Konzentration von
Silberhalogenid von 200 g pro kg Emulsion und ein Verhältnis
Gelatine zu Silberhalogenid (als äquivalente Menge Silbernitrat
ausgedrückt) von 0,4 zu erhalten.
Prüfportionen der Emulsionen werden bei einem pH-Wert von 6,0 und bei einem pAg-
Wert von 8,0 auf eine Seite eines Schichtträgers in einer Menge aufgegossen,
die 10 g Silberhalogenid (ausgedrückt als äquivalente
Menge Silbernitrat) pro m² ergibt. Die vergossenen Emulsionen
werden dann in einem Sensitometer Modell Mark VI der EG & G,
Inc. (Boston, Mass., USA) 10-4 s lang belichtet, wobei als Lichtquelle
eine Elektronenblitzröhre General Electric Type FT 118
mit einer Strahlungsenergie von 100 W · s benutzt wird.
Die Empfindlichkeit wird bei der Schwärzungsdichte 0,5 über
Schleier gemessen, nachdem das Material wie folgt verarbeitet
worden war:
- - 5 min Spülen in fließendem Leitungswasser (15°C)
- - 10 min Entwickeln bei 20°C in einer Entwicklerlösung der folgenden Zusammensetzung: p-Monomethylaminophenolsulfat2,50 g d-Isoascorbinsäure10,0 g Kaliumbromid1,0 g Natriummetaborat · 4 H₂O35,0 g Mit Wasser aufgefüllt auf1,0 l
- - 5 min Wässern in fließendem Leitungswasser (15°C)
- - 10 min Fixieren bei 20°C im Fixierbad der folgenden Zusammensetzung: Wasserfreies Natriumthiosulfat130,0 g Kaliummetabisulfit25,0 g Mit Wasser aufgefüllt auf1,0 l (pH = 4,55)
- und
- - 10 min Spülen in fließendem Leitungswasser (15°C).
Ordnet man der Vergleichsemulsion eine Empfindlichkeit von
100 zu, so stellt sich heraus, daß die erfindungsgemäße
Emulsion eine relative Empfindlichkeit von 295 hat, d. h. sie
ist fast dreimal so empfindlich.
Die Emulsionen von Beispiel 7 werden in Gegenwart von Toluolthiosulfonsäure
schwefel- und goldsensibilisiert durch Zugabe
von Natriumthiosulfat und von Hydrogentetrachloraurat · 4 H₂O
und Erwärmen bei 50°C, bis die optimale Beziehung
Empfindlichkeit/Schleier erreicht wird.
Zu jeder der chemisch sensibilisierten Emulsionen wird 5-
Methyl-7-hydroxy-s-triazolo[1,5-a]pyrimidin als Emulsionsstabilisator
in einer Menge von 5 mMol je Mol Silberhalogenid
zugegeben. Nach Zusatz von Beschichtungshilfsmitteln werden
die Emulsionen bei einem pH-Wert von 5 und einem pAg-Wert von 8,5 auf beide Seiten
eines Schichtträgers mit einem Silberhalogenidauftrag aufgegossen, der
30 g/m² Silbernitrat äquivalent ist.
Die erhaltenen Materialien werden in einem Röntgen-Sensitometer
mit einer Röntgenröhre so bestrahlt, daß in einem Abstand
von 0,90 m der Halbschichtwert 0,5 mm Kupfer beträgt (ca.
83 kV und 10 mA).
Die bestrahlten Materialien werden 7 min lang bei 21°C in einer
Entwicklerlösung der folgenden Zusammensetzung:
p-Monomethylaminophenolsulfat3,5 g
Wasserfreies Natriumsulfit60 g
Hydrochinon10 g
Borsäure7,5 g
Natriumhydroxid17,5 g
Kaliumbromid4 g
Mit Wasser aufgefüllt auf1000 ml (pH = ca. 11)
entwickelt und dann wie üblich fixiert und gewässert.
Die sensitometrischen Werte, die mit frischem Material und
mit Material erhalten werden, das vor der Bestrahlung und vor
Verarbeitung 36 h lang bei 57°C und 34% relativer Feuchte gelagert
worden war, sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
Die Empfindlichkeit ist in relativen Werten angegeben,
die bei der Schwärzung 2 über Schleier gemessen werden,
wobei dem nicht gelagerten Vergleichsmaterial ein Wert 100
zugeordnet wird.
Es wird eine monodisperse Silberbromidemulsion mit kubischen Silberhalogenidkörnern
einer mittleren Korngröße von ca. 700 nm hergestellt, indem
man gleichzeitig und innerhalb von 45 min eine dreimolare
wäßrige Silbernitratlösung und eine dreimolare wäßrige
Kaliumbromidlösung mit einer Geschwindigkeit von 50 ml/min
zu einer gerührten Gelatinelösung zugibt, die 35 g DL-
Methionin enthält.
Während der Fällung wird der pH-Wert auf 5,8, die Temperatur
auf 65°C und der pAg-Wert auf 8,2 gehalten.
Nach Abkühlen der Emulsion auf 40°C wird der pH-Wert mit
Hilfe verdünnter Schwefelsäure auf 3 herabgesetzt. Durch
Zugabe von Polystyrolsulfonsäure wird die Emulsion koaguliert,
gewaschen und redispergiert. Wie
in Beispiel 7 für die erfindungsgemäße Emulsion beschrieben
ist, werden Wasser und Gelatine zugegeben. Die Emulsion wird
in mehrere Portionen aufgeteilt und eine Portion (Emulsion A)
nicht chemisch sensibilisiert, während die anderen Portionen
wie folgt chemisch sensibilisiert werden:
Emulsion B:35 min Digerieren bei 48°C, pH-Wert 5 und pAg-
Wert 2,65
Emulsion C:35 min Digerieren bei 48°C, pH-Wert 5, pAg-Wert
2,65 und in Gegenwart von Natriumthiosulfat
Emulsion D:35 min Digerieren bei 48°C, pH-Wert 5, pAg-Wert
2,65 und in Gegenwart von Natriumsulfit und
Hydrogentetrachloroaurat
Emulsion E:35 min Digerieren bei 48°C, pH-Wert 5, pAg-Wert
2,65 und in Gegenwart von Natriumsulfit, Natriumthiosulfat
und Hydrogentetrachloroaurat.
Nach Zugabe von 5-Methyl-7-hydroxy-s-triazolo[1,5-a]pyrimidin,
Beschichtungshilfsmittel und Härter und nach Einstellen des
pH-Werts auf 5 und des pAg-Werts auf 6,8 werden die Emulsionsportionen
auf beide Seiten eines Schichtträgers in einer
Menge aufgegossen, die je Seite 15 g Silberhalogenid (ausgedrückt
als äquivalente Menge Silbernitrat) pro m² ergibt.
Nach dem Trocknen werden die Materialien wie in Beispiel 8
beschrieben, belichtet und entwickelt.
Die erzielten Resultate sind in der folgenden Tabelle aufgeführt,
wobei es sich bei den für die Empfindlichkeit angegebenen
Werten um bei einer Schwärzungsdichte von 1,5 über
Schleier gemessene, relative Werte handelt, bezogen auf einen
Wert von 100 für die chemisch nicht sensibilisierte Emulsion A.
Es wird eine lithographische Silberchloridbromidjodidemulsion
durch gleichzeitige Zugabe innerhalb von 25 min einer dreimolaren
Silbernitratlösung und einer dreimolaren Lösung von
84 Mol-% Chlorid, 15,5 Mol-% Bromid und 0,5 Mol-% Jodid
mit einer Geschwindigkeit von 50 ml/min zu einer wäßrigen
Lösung von 100 g Inertgelatine und 12 g Methionin in 2500 ml
Wasser hergestellt. Während der Fällung wird der pH-Wert
auf 4 gehalten, der pAg-Wert auf 7,95 und die Temperatur auf
55°C. Nach 5minütiger physikalischer Reifung wird der pH-
Wert durch Zugabe verdünnter Schwefelsäure auf 3,5 herabgesetzt
und das gebildete Koagulat gewaschen und redispergiert.
Es wird eine monodisperse Emulsion mit einer mittleren Größe
der Silberhalogenidkörner von ca. 300 nm erhalten.
Diese Emulsion wird durch Digerieren mit einem Schwefel-
Sensibilisierungsmittel und einem Gold-Sensibilisierungsmittel
chemisch sensibilisiert.
Nach Zugabe der in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten
Bestandteile und anderen üblichen Emulsionsingredienzen und
Beschichtungshilfsmitteln wird die Emulsion auf einen herkömmlichen
Schichtträger gegossen und getrocknet.
Die sensitometrischen Resultate, die mit Filmstreifen nach
Belichtung durch einen Graukeil mit einer Konstanten 0,20
hindurch und nach 3minütiger Entwicklung bei 20°C in einer
herkömmlichen N-Methyl-p-aminophenolsulfat-Hydrochinon-Entwicklerlösung (MQ-Entwicklung)
oder 2,5minütiger Entwicklung bei 26°C in einer Hydrochinon-
Formaldehydbisulfit-Entwicklerlösung (Lith-Entwicklung) erhalten
werden, sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt.
Die Ergebnisse werden mit Resultaten verglichen, die mit
einem herkömmlichen Lithmaterial mit gleicher Halogenidzusammensetzung,
gleicher mittlerer Korngröße und gleicher sonstiger
Zusammensetzung erhalten wurden.
Bei den für die Empfindlichkeit angegebenen Werten handelt
es sich um bei der Schwärzungsdichte 1 über Schleier gemessene,
relative Werte auf der Basis eines Wertes 100 für das frisch
hergestellte herkömmliche Lithmaterial, zu dem 6 g Cadmiumchlorid
pro Mol Silberhalogenid zugegeben wurden.
Die obigen Resultate zeigen, daß sich mit einer erfindungsgemäßen
Emulsion bessere Empfindlichkeits- und γ-Werte
erreichen lassen als mit einer herkömmlichen Emulsion gleicher
mittlerer Korngröße.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung einer photographischen Silberhalogenidemulsion durch Ausfällen von Silberhalogenidkörnern
in einer wäßrigen Lösung eines Peptisierungsmittels in Gegenwart
einer Thioätherverbindung, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Thioätherverbindung eine solche der allgemeinen
Formel
in der bedeuten:R¹eine Alkylgruppe mit 1 bis 5 C-Atomen,
R²ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe mit 1 bis 5 C-Atomen
oder eine Acylgruppe einer Carbonsäure,
R³ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis
5 C-Atomen,
R⁴ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe mit 1 bis 5
C-Atomen, eine Arylgruppe oder ein Kation, anders
als das Wasserstoffkation, dem dann ein Anion zuzuordnen
ist, und
n1 bis 5,in einer Menge zwischen 0,5 und 30 g pro Mol zu fällenden
Silberhalogenids der Lösung des Peptisierungsmittels vor
oder während der Fällung des Silberhalogenids zusetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man als Thioätherverbindung Methionin zusetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
man als Peptisierungsmittel Gelatine und/oder säurekoagulierbare
Phthaloylgelatine verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Silberhalogenidkörner durch gleichzeitiges Einlaufenlassen
einer wäßrigen Silbernitratlösung und einer
wäßrigen Lösung mindestens eines Halogenids in der die
Thioätherverbindung enthaltenden wäßrigen Lösung des
Peptisierungsmittels ausfällt unter Herstellung einer
monodispersen Silberhalogenidemulsion, deren Silberhalogenidkörner
dem Gewicht nach zu mindestens 95% einen Korndurchmesser
haben, der innerhalb 30% des mittleren Korndurchmessers
liegt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
man Silberhalogenidkörner mit überwiegend Silberbromid ausfällt
und dabei einen pAg-Wert zwischen 7,7 und 9,7 einhält.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
man Silberhalogenidkörner mit mindestens 50 Mol-% Silberchlorid,
mindestens 5 Mol-% Silberbromid und höchstens 5 Mol-% Silberjodid
ausfällt und dabei einen pAg-Wert zwischen 6 und 8
einhält.
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1976
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