DE3246826C2 - - Google Patents

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbringen von photographisch wirksamen Zusätzen einer Löslichkeit von höchstens 1 Gew.-% in Wasser von 20°C und einer mittleren Teilchengröße von höchstens 1 µm in eine photographische Silberhalogenidemulsion unter Anwendung erhöhter Temperatur und unter Verzicht auf ein organisches Lösungsmittel.
Es ist bekannt, verschiedene wasserunlösliche photographische Zusätze einer photographischen Silberhalogenidemulsion in Form einer Lösung in einem geeigneten organischen Lösungsmittel, wie z. B. Methanol, zuzusetzen. Die Verwendung eines organischen Lösungsmittels hat jedoch den Nachteil, daß in der photographischen Silberhalogenidemulsion Agglomerate entstehen, welche die Beschichtung eines Trägers mit der photographischen Silberhalogenidemulsion erschweren und eine Streifenbildung in der Überzugsschicht hervorrufen.
Es ist auch bereits bekannt, photographische Zusätze in Form einer wäßrigen Dispersion in Gegenwart eines Netzmittels oder eines Dispergiermittels ohne Verwendung eines organischen Lösungsmittels einer photographischen Silberhalogenidemulsion zuzusetzen. So ist beispielsweise aus der JP-OS 110 012/77 (entsprechend der GB-PS 15 70 362) ein Verfahren bekannt, bei dem ein Sensibilisator in wäßriger Phase in Gegenwart eines Dispergiermittels bis zu einer feinen Korngröße gemahlen, das Wasser aus der dabei erhaltenen wäßrigen Dispersion entfernt und das trockene Produkt entweder als solches oder nach dem erneuten Dispergieren in Wasser oder einer wäßrigen Gelatinelösung einer photographischen Silberhalogenidemulsion zugesetzt wird.
In der JP-OS 102 733/78 (entsprechend der US-PS 41 40 530) ist ein Verfahren zur Herstellung einer homogenen Mischung aus feinkörnigen photographischen Zusätzen und einem Dispergiermittel, wie Sorbit oder Gelatine, beschrieben. Die erhaltene Mischung wird zu nudelartigen Körpern geformt und dann mit Heißluft getrocknet, wobei man das gewünschte granulierte Produkt erhält, das dann einer wäßrig photographischen kolloidalen Beschichtungsmischung zugesetzt wird.
Aus der US-PS 40 06 025 ist ein Verfahren zum Einbringen von photographisch wirksamen Zusätzen in eine photographische Silberhalogenidemulsion bekannt, bei dem beispielsweise zuerst ein spektraler Sensibilisierungsfarbstoff in Wasser aufgeschlämmt, die dabei erhaltene Aufschlämmung dann auf 40 bis 50°C erwärmt und in Gegenwart eines oberflächenaktiven Mittels unter Verzicht auf ein organisches Lösungsmittel unter Verwendung eines Homogenisators oder einer unter Mahlvorrichtung in Wasser fein dispergiert wird. Die so hergestellte Dispersion, die den spektralen Sensibilisierungsfarbstoff in Form von Teilchen mit einer mittleren Größe von höchstens 1 µm enthält, wird dann einer photographischen Silberhalogenidemulsion zugesetzt.
Diese bekannten Verfahren zum Dispergieren photographischer Zusätze in einem wäßrigen System ohne Verwendung eines organischen Lösungsmittels haben jedoch den Nachteil, daß die in der wäßrigen Dispersion enthaltenen Netz- oder Dispergiermittel die Homogenität der photographischen Silberhalogenidemulsion, der die wäßrige Dispersion einverleibt werden soll, beeinträchtigen und daß durch ihre Anwesenheit die Beschichtung erschwert und die Haftfestigkeit zum Schichtträger oder zwischen den photographischen Schichten untereinander beeinträchtigt wird.
Aufgabe der Erfindung war es daher, die bekannten Verfahren zum Einbringen von photographisch wirksamen Zusätzen in photographische Silberhalogenidemulsionen dahingehend weiterzuentwickeln, daß es unter Vermeidung der vorstehend geschilderten Nachteile nunmehr möglich ist, photographisch wirksame Zusätze auf technisch einfache und dennoch wirksame Weise einer photographischen Silberhalogenidemulsion zuzusetzen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß man die Zusaätze in einem wäßrigen System unter Einstellung eines pH-Wertes von 6 bis 8 bei einer Temperatur von 60 bis 80°C unter Verzicht auf ein Netzmittel durch Mahlen oder Rühren dispergiert und in dieser Form der Silberhalogenidemulsion zusetzt.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird weder die Homogenität der photographischen Silberhalogenidemulsion beeinträchtigt noch die Beschichtung eines photographischen Trägers erschwert. Bevorzugt stellt man den pH-Wert auf 6,5 bis 7,5 ein und hält eine Temperatur von 65 bis 75°C aufrecht. Zur Einstellung des pH-Wertes der Dispersion können beispielsweise Kaliumhydroxid, Natriumhydroxid, Essigsäure, Phosphorsäure und Schwefelsäure verwendet werden.
Die erfindungsgemäß photographisch wirksamen Zusätze weisen eine mittlere Teilchengröße von vorzugsweise 0,1 bis 1 µm auf und ihre Löslichkeit in Wasser von 20°C beträgt vorzugsweise höchstens 0,1 Gew.-%.
Beispiele für erfindungsgemäß photographisch wirksame Zusätze sind spektrale Sensibilisierungsfarbstoffe, Antischleiermittel, Farbkuppler, Sensibilisatoren, Härter, UV-Absorptionsmittel, Antistatikmittel, Aufheller, Desensibilisatoren, Entwicklungsverbindungen, Verfärbungsinhibitoren und Beizmittel. Diese photographischen Zusätze sind beispielsweise in Research Disclosure, Band 176, RD-17 643, Seiten 22-31 (Dezember 1978), beschrieben.
Geeignete Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare spektrale Sensibilisierungsfarbstoffe sind Methinfarbstoffe, wie Cyaninfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe, Hemicyaninfarbstoffe, Rhodacyaninfarbstoffe, Styrylfarbstoffe, Oxonolfarbstoffe und Hemioxonolfarbstoffe. Unter diesen Farbstoffen sind die anionischen Farbstoffe besonders bevorzugt, z. B. diejenigen, die als Substituenten eine oder vorzugsweise zwei oder mehrere Sulfo- oder Sulfoalkylgruppen aufweisen.
Neben den in der obigen Druckschrift veröffentlichten spektralen Sensibilisierungsfarbstoffen können auch die in den folgenden Druckschriften enthaltenen Farbstoffe erfindungsgemäß verwendet werden: DE-PS 929 080, US-PS 24 93 748, 36 72 897, 25 03 776, 25 19 001, 29 12 329, 36 56 959, 36 94 217, 40 25 349, 40 46 572, 26 88 545, 29 77 229, 33 97 060, 35 22 052, 35 27 641, 36 17 293, 36 28 964, 36 66 480, 36 72 898, 36 79 428, 37 03 377, 38 14 609, 38 37 862 und 40 26 707, GB-PS 12 42 588, 13 44 281 und 15 07 803, JP-PS 14 030/69, 24 844/77 (US-PS 39 82 950), 49 36/68 und 12 375/78, JP-OS 110 618/77 (US-PS 41 52 163), 109 925/77 (GB-PS 15 47 045) und 80 827/75 (US-PS 39 55 996).
Als photographisch wirksame Zusätze können in dem erfindungsgemäßen Verfahren neben den spektralen Sensibilisierungsfarbstoffen auch Benzotriazolverbindungen, 4-Thiazolidon-, Benzophenon-, Cinnamat-, Butadien- und Benzoxazolverbindungen, kationische Polymerisate, Chromsalze, Aldehyde, N-Methylolverbindungen, Dioxanderivate, aktive Vinylverbindungen, aktive Halogenverbindungen, Mucohalogensäuren, Nitroindazole, Triazole, Benzotriazole, Benzimidazole, Mercaptothiazole, Mercaptobenzothiazole, Tetraazaindene und 5-Pyrazolon-, Pyrazolobenzimidazol-, Acylacetamid-, Naphthol- und Phenolkuppler verwendet werden.
Zum mechanischen Mahlen und Dispergieren der photographisch wirksamen Zusätze in dem wäßrigen System können verschiedene Arten von Dispergiervorrichtungen verwendet werden, beispielsweise Hochgeschwindigkeitsrührer, Kugelmühlen, Sandmühlen, Kolloidmühlen, Reibmühlen und Ultraschall-Dispergiervorrichtungen. Vorzugsweise wird ein Hochgeschwindigkeitsrührer verwendet. Ein Beispiel für einen erfindungsgemäß verwendbaren Hochgeschwindigkeitsrührer ist in den Fig. 1 und 2 der beiliegenden Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäß verwendbare Hochgeschwindigkeitsrührvorrichtung und
Fig. 2 eine Draufsicht auf das in der Vorrichtung gemäß Fig. 1 verwendete Rührblatt.
Die in Fig. 1 dargestellte, erfindungsgemäß verwendbare Hochgeschwindigkeits-Rührvorrichtung besteht aus einem Behälter 1, einem Rührflügel 3 mit einem vertikalen Schaft 4. Wie in der Fig. 2 dargestellt, besteht der Rührflügel 3 aus einem Schnellrührer 31 mit am Rand abwechselnd nach oben gerichteten sägezahnartigen Zacken 32. Der Schnellrührer 31 ist am Ende eines vertikalen Schafts 4 befestigt, der das Rührblatt mit hoher Geschwindigkeit im Zentrum des Behälters, der eine zylindrische Form hat, dreht. Ein geeignetes Verhältnis der Durchmesser des Schnellrührers und des Behälters liegt bei 1 : 5 bis 2 : 5. Das geeignete Verhältnis der Durchmesser des Schnellrührers und des Abstands zwischen dem Schnellrührer und dem Boden des Behälters liegt bei 2 : 1 bis 1 : 1. Das Verhältnis des Durchmessers des Schnellrührers zur Höhe der stationären Flüssigkeit im Behälter liegt vorzugsweise bei 1 : 1 bis 1 : 3.
Weiterhin können für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens solche Rührer verwendet werden, die eine Vielzahl von Schnellrührern an dem vertikalen Schaft aufweisen und solche, die mit mehreren vertikalen Schäften und daran befestigten Schnellrührern ausgerüstet sind. Neben den Hochgeschwindigkeitsrührern, die mit Schnellrührern allein ausgerüstet sind, können auch Hochgeschwindigkeitsrührer mit Vorteil verwendet werden, die sowohl ein Schnellrührblatt als auch einen Ankerflügel aufweisen.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Dispersion kann direkt zu der photographischen Emulsion, z. B. einer Silberhalogenidemulsion und einer hydrophilen Kolloidemulsion, hinzugefügt werden. Die so hergestellte Dispersion kann aber auch vorher mit einem Schutzkolloid vermischt werden und dann im flüssigen Zustand oder im Gelzustand zu einer photographischen Emulsion, z. B. einer Silberhalogenidemulsion und einer hydrophilen Kolloidemulsion, hinzugegeben werden. In all diesen Fällen werden befriedigende photographische Eigenschaften erhalten.
Wenn eine Dispersion nach der Erfindung mit einem Schutzkolloid versetzt wird, kann die erhaltene Mischung kurzzeitig bei bis zu 30°C gelagert werden. Für längere Lagerungszeiten ist die Benützung eines Kühlschranks angebracht. Diese so gelagerte Mischung kann dann verwendet werden und dann zu der Silberhalogenidemulsion hinzugegeben werden, wenn dies wünschenswert ist. Geeignete Schutzkolloide umfassen alle üblichen hydrophilen Schutzkolloide, wie Gelatine, Carboxymethylcellulose, Cellulosesulfat und Polyvinylalkohol, wovon Gelatine bevorzugt ist.
Das einzusetzende Schutzkolloid kann in Form einer wäßrigen Lösung oder als Feststoff verwendet werden. Bei Zugabe des Schutzkolloids zu der Dispersion gemäß der Erfindung können gegebenenfalls auch noch Desinfektionsmittel mit eingesetzt werden.
Die Menge des photographisch wirksamen Zusatzes hängt ab von seiner Art und seinem Zweck.
Als Silberhalogenid kommt Silberbromid, Silberjodidbromid, Silberjodidchloridbromid, Silberchloridbromid und Silberchlorid in Frage. Die Korngröße des Silberhalogenids soll möglichst nicht über 3 µm liegen. Die Silberhalogenidemulsionen können hergestellt z. B. unter Verwendung der Verfahren, wie sie in den folgenden Literaturstellen beschrieben sind: Chimie et Physique Photographique, Paul Montel, Paris (1967); Photographic Emulsion Chemistry, The Focal Press, London (1966); und Making and Coating Photographic Emulsion, The Focal Press, London (1964).
Geeignete Verfahren gemäß den oben beschriebenen Druckschriften erfassen das Säureverfahren, das neutrale Verfahren und das Ammoniakverfahren. Geeignete Verfahren für die Umsetzung eines wasserlöslichen Silbersalzes mit einem wasserlöslichen Halogenid erfassen z. B. das Einfach-Einlauf- Verfahren, das Doppel-Einlauf-Verfahren und eine Kombination hiervon.
Es kann auch ein Verfahren angewendet werden, bei dem die Silberhalogenidteilchen hergestellt werden in Gegenwart von überschüssigen Silberionen. Es kann weiterhin das sogenannte kontrollierte Doppel-Einlauf-Verfahren angewendet werden, bei dem der pAg- Wert der flüssigen Phase, in der die Silberhalogenidteilchen ausgefällt werden, konstant gehalten wird. Gemäß diesem Verfahren kann eine Silberhalogenidemulsion erhalten werden mit regulärer Kristallform und dazu gleichförmiger Teilchengröße. Es kann auch eine gemischte Emulsion verwendet werden, hergestellt durch Vermischen von zwei oder mehreren Silberhalogenidemulsionen, die nach verschiedenen Verfahren hergestellt worden sind.
In einem Verfahren zur Herstellung der Silberhalogenidteilchen oder beim physikalischen Wachsenlassen der hergestellten Silberhalogenidteilchen können Cadmiumsalze, Zinksalze, Bleisalze, Thalliumsalze, Iridiumsalze oder deren Komplexe, Rhodiumsalze oder deren Komplexe, Eisensalze oder deren Komplexe oder die Mischungen davon mitverwendet werden.
Zusätzlich zu den oben beschriebenen Salzen können verschiedene Zusätze in den photographischen Emulsionen verwendet werden, insbesondere Sensibilisatoren, wie Schwefel-, Reduktions-, Edelmetallsensibilisatoren, Stabilisatoren, oberflächenaktive Mittel, Härter, Verdickungsmittel, Farbstoffe, UV-Absorbierungsmittel, Antihaftmittel, Aufheller Desensibilisatoren, Entwicklungsmittel und Verfärbungsinhibitoren. Zusätzlich dazu können Dispersionen von Kupplern, z. B. Farbkupplern in Ölen, verwendet werden. Die Zusätze sind beschrieben in Research Disclosure, Vol. 176, RD-17 643, seiten 22 bis 31 (Dezember 1978) und The Theory of The Photographic Process, 4th Ed., Macmillan Publishing Co., Inc., New York (1977).
Als geeigneter Binder für die Silberhalogenidemulsionen gemäß der Erfindung kann Gelatine verwendet werden. Zusätzlich zu Gelatine ist es jedoch möglich, Gelatinederivate zu verwenden, z. B. phthaloylierte Gelatine, Albumin, Agar-Agar, Gummi arabicum, Cellulosederivate, Polyvinylacetat, Polyacrylamid und Polyvinylalkohol.
Gemäß der Erfindung werden die photographisch wirksamen Zusätze nicht in pulverisierter Form zu der Silberhalogenidemulsion gegeben. Es wird daher keine unnötig lange Zeitdauer benötigt für die Adsorption an den Silberhalogenidteilchen. Außerdem treten keine Beschichtungsschwierigkeiten aufgrund von irgendwelchen Ausfällungen auf.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß die photographisch wirksamen Zusätze in der Emulsion dispergiert werden können ohne die Verwendung eines Netzmittels und/oder eines Dispergiermittels, von denen man bisher angenommen hatte, daß sie unbedingt erforderlich wären. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, die Aggregatbildung der emulgierten Substanzen und die nachteiligen Effekte auf die Hochgeschwindigkeitsbeschichtung und andere unerwünschte Nebenwirkungen, z. B. die Verringerung der Haftfestigkeit zwischen den Schichten des photographischen Materials und damit die Beeinträchtigung der Verwendbarkeit der Materialien, zu verhindern.
Nach einer Ausgestaltung der Erfindung kann das Gemisch hergestellt werden unter Verwendung eines Schutzkolloids. Das Gemisch, enthaltend ein Schutzkolloid, kann für einen langen Zeitraum, z. B. für einen Monat und länger, gelagert werden, wenn das Produkt unter Kühlung gehalten wird. Um das erfindungsgemäß hergestellte Produkt für einen langen Zeitraum zu lagern, ist es somit nicht notwendig, das Produkt einem Trocknungsprozeß, wie bisher üblich, zu unterziehen.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
10,4 g eines Sensibilisatorfarbstoffs A gemäß der nachfolgenden Formel wurden zu 285,6 g destilliertem Wasser gegeben und der pH-Wert des erhaltenen Gemisches wurde auf 7,0 eingestellt mittels einer 0,1 n-Natronlauge. Die so hergestellte Mischung wurde dann in verschiedene Anteile aufgeteilt mit unterschiedlicher Erwärmung auf Temperaturen von 20, 35, 50, 65 bzw. 90°C. Jeder Anteil wurde für 30 bis 120 Minuten unter Verwendung eines Hochgeschwindigkeitsrührers, wie in Fig. 1 dargestellt, bei 8000 Umdrehungen pro Minute gerührt, um eine Dispersion des Sensibilisierungsfarbstoffs herzustellen. Danach wurde die mittlere Teilchengröße des Sensibilisierungsfarbstoffs in jeder der so hergestellten Dispersion gemessen. Die Ergebnisse werden in der Tabelle 1 zusammengefaßt.
Tabelle 1
Die Ergebnisse von Tabelle 1 zeigen, daß es nicht möglich war, die mittlere Teilchengröße auf einen Wert von unter 5 µm bei einer Temperatur von weniger als 50°C zu verringern, und zwar selbst dann nicht, wenn das Dispergieren über einen Zeitraum von länger als 120 Minuten fortgesetzt wurde.
Die Ergebnisse der Tabelle 1 zeigen weiterhin, daß es überraschenderweise möglich ist, den Sensibilisierungsfarbstoff in einfacher Weise zu vermahlen und zu dispergieren zu einer Teilchengröße von höchstens 1 µm, wenn die Temperatur erhöht wird auf 65°C. Wenn die Temperatur während des Dispergierens 20, 35 bzw. 50°C betrug, war es nicht möglich, die Teilchengröße auf etwa 1 µm zu verringern, und zwar unabhängig davon, wie lange der Dispergierprozeß durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Tabelle 1 zeigen weiterhin ein wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens, und zwar die Maßnahme, daß bei Durchführung der Dispergierung bei einer Temperatur von 90°C der Sensibilisierungsfarbstoff zersetzt wurde und daß der Farbstoff bei dieser Temperatur nicht im festen Zustand dispergierbar war.
Das nachfolgende Verfahren wurde durchgeführt unter Verwendung einer Dispersion A, die erhalten wurde bei einer Dispersionstemperatur von 50°C und einer Dispersionszeit von 90 Minuten und der Dispersion B, die erhalten wurde unter Verwendung einer Dispersionstemperatur von 65°C und einer Dispersionszeit von ebenfalls 90 Minuten. Zu jeder der Dispersionen wurden 1600 g einer wäßrigen, 6,25gew.-%igen Gelatinelösung gegeben. Die erhaltenen Mischungen wurden für 30 Minuten bei 1000 Umdrehungen pro Minute gerührt und dann durch einen Filter mit einer Porengröße von 30 µm gepreßt. Die so hergestellte Mischung wurde für einen Monat bei einer Temperatur von 5 bis 7°C gelagert. Danach wurde die Mischung zu einer Silberchloridbromidemulsion (Bromidgehalt: 70 Mol-%, Korngröße: 0,5 µm) gegeben. Dann wurde die Emulsion auf einen Polyethylenterephthalatträger aufgeschichtet und getrocknet. Mit dem Silberhalogenidmaterial, hergestellt unter Verwendung der Dispersion B, wurde die gewünschte photographische Empfindlichkeit erreicht. Dagegen wurde mit dem empfindlichen Silberhalogenidmaterial, hergestellt unter Verwendung der Dispersion A, die gewünschte photographische Empfindlichkeit nicht erreicht. Die damit erreichte Empfindlichkeit war beachtlich geringer als die des vorhergenannten Materials.
Selbst nach der Lagerung der Mischung, enthaltend die Dispersion B, über einen Zeitraum von mehr als einen Monat unter Kühlung wurde keine Zersetzung des Produkts und keine Ausfällung von Agglomeraten festgestellt, und der Spektralsensibilisierungsfarbstoff war unverändert. Außerdem wurde festgestellt, daß sich die Mischung ohne Schwierigkeiten auf ein Trägermaterial aufschichten ließ, da das Material keine Ausfällungen aufwies. Die so hergestellte Beschichtung besaß eine ausgezeichnete Qualität.
Beispiel 2
10,4 g des Sensibilisierungsfarbstoffes A, der gemäß Beispiel 1 verwendet wurde, wurden zu 285,6 g destilliertem Wasser gegeben. Die erhaltene Mischung wurde dann in verschiedene Anteile aufgeteilt und der pH-Wert dieser Mischung wurde auf 5,5, 7,0 bzw. 9,5 unter Verwendung einer 0,1 n-Natronlauge eingestellt. Jede dieser Mischungen wurde bei 65°C für 120 Minuten in der gleichen Weise, wie in Beispiel 1 angegeben, dispergiert. Während des Rührens wurden Veränderungen hinsichtlich der Konzentration des Sensibilisierungsfarbstoffes A mittels eines Spektrophometers gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.
Tabelle 2
Die Konzentration des Sensibilisierungsfarbstoffs zu Beginn des Dispergierens bei dem jeweiligen pH-Wert wurde willkürlich als 100 festgelegt.
Die Ergebnisse der Tabelle 2 zeigen, daß, wenn der pH-Wert auf 7,0 während der Dispergierung eingestellt war, sich die Konzentration des Sensibilisierungsfarbstoffs während des Dispergiervorganges kaum verändert. Wenn jedoch der pH-Wert auf 5,5 oder 9,5 eingestellt wurde, sanken die Konzentrationen des Sensibilisierungsfarbstoffs in kurzer Zeit in beachtlichem Ausmaß.
Beispiel 3
Das Dispergierverfahren wurde in der gleichen Weise durchgeführt wie in Beispiel 1 angegeben, jedoch mit der Ausnahme, daß der Sensibilisierungsfarbstoff B bzw. C mit den nachfolgenden Formeln anstelle des Sensibilisierungsfarbstoffs A verwendet wurde.
Sensibilisierungsfarbstoff B
Sensibilisierungsfarbstoff C
Analog zu der Maßnahme von Beispiel 1 wurde jeder Sensibilisierungsfarbstoff dispergiert in Form von feinen Teilchen einer Größe von höchstens 1 µm während der pH-Wert auf einen Wert von 7,0 eingestellt worden war und die Dispergiertemperatur bei 65°C gehalten wurde. Der Rührvorgang dauerte 60 Minuten. Bei jedem der so hergestellten Materialien wurden die gewünschten photographischen Empfindlichkeiten erreicht. Außerdem wurden keine Beschichtungsschwierigkeiten aufgrund von eventuellen Ausfällungen festgestellt, so daß die Beschichtungen eine hervorragende Qualität aufwiesen.

Claims (6)

1. Verfahren zum Einbringen von photographisch wirksamen Zusätzen einer Löslichkeit von höchstens 1 Gew.-% in Wasser von 20°C und einer mittleren Teilchengröße von höchstens 1 µm in eine photographische Silberhalogenidemulsion unter Anwendung erhöhter Temperatur und unter Verzicht auf ein organisches Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß man die Zusätze in einem wäßrigen System unter Einstellung eines pH-Wertes von 6 bis 8 bei einer Temperatur von 60 bis 80°C unter Verzicht auf ein Netzmittel durch Mahlen oder Rühren dispergiert und in dieser Form der Silberhalogenidemulsion zusetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den pH-Wert auf 6,5 bis 7,5 einstellt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Temperatur von 65 bis 75°C einhält.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man der erhaltenen Dispersion wäßrige Gelatinelösung als Schutzkolloid zusetzt und sie erst dann der Silberhalogenidemulsion zusetzt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die mit Gelatinelösung versetzte Dispersion bei einer Temperatur bis zu 30°C lagert, ehe man sie der Silberhalogenidemulsion zusetzt.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz aus einem spektralen Sensibilisierungsfarbstoff, einem Antischleiermittel, einem Farbkuppler einem Sensibilisator, einem Härter, einem UV-Absorptionsmittel, einem Antistatikmittel, einem Aufheller, einem Desensibilisator, einer Entwicklungsverbindung, einem Verfärbungsinhibitor oder einem Beizmittel besteht.
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