DE262144C - - Google Patents

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DE262144C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B15/00Peroxides; Peroxyhydrates; Peroxyacids or salts thereof; Superoxides; Ozonides
    • C01B15/055Peroxyhydrates; Peroxyacids or salts thereof
    • C01B15/12Peroxyhydrates; Peroxyacids or salts thereof containing boron

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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  • Cosmetics (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Vi 262144 KLASSE 12«. GRUPPE
CHEMISCHE FABRIK REISHOLZ G. m. b. H. in REISHOLZ β. DÜSSELDORF.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 16. März 1909 ab.
Verfahren zur Herstellung von Persalzen aus Superoxyden oder Superoxydhydraten sind mehrere bekannt geworden. Nach dem Verfahren der Patentschrift 193559 wird Alkalisuperoxyd mit Borsäure trocken gemischt, wobei keine Reaktion eintritt. Dann wird das Gemisch in sehr viel Wasser eingetragen, wobei Perborat auskristallisiert.
Nach dem Verfahren gemäß Patentschrift 193722 wird-Natriumsuperoxyd, das in Wasser gelöst oder suspendiert ist, mit Kohlensäure oder Alkalibicarbonat behandelt und darauf Alkaliboraten, z. B. Natriummetaborat zugesetzt. An Stelle der Kohlensäure sollen auch kohlensäurehaltige Abgase verwendet werden, wobei man die Mischung des Natriumsuperoxyds mit Wasser durch Zusatz von Eis kühlen soll, damit keine Temperaturerhöhung eintrete. Bei diesem Verfahren erhält man ebenfalls Perborate.
Nach dem Verfahren der Patentschrift 213457 läßt man Superoxyde oder Superoxydhydrate der Erdalkalien auf saure Carbonate oder Sulfate von Alkalien einwirken und er-^ hält so Percarbonate neben Carbonaten, oder Persulfate neben Sulfaten.
Bei allen diesen Verfahren wird in wässeriger Lösung gearbeitet. Die Persalze kristallisieren aus den Lösungen aus und müssen auf umständlichem Wege getrennt werden. Die Persalze werden auch in der wässerigen Lösung mehr oder weniger, je nach der Dauer der Berührung mit dem Wasser, zersetzt und infolgedessen keine zuverlässig stets gleich zusammengesetzten
man erhält reinen und Salze.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird ohne Wasser als Lösungsmittel der Superoxyde oder der Borsäure gearbeitet; man erhält keine Mutterlauge. Man erhält das Persalz direkt in fester Substanz. Es ist ferner möglich, das Persalz rein wie auch als Doppelsalz in konstanter Zusammensetzung herzustellen. Da kein Lösungsmittel vorhanden ist, kann sich das gebildete Persalz nicht unter Alkaliabspaltung zersetzen. Es entsteht nur die theoretische Menge freies Alkali, welches für viele Anwendungszwecke dem festen Sake beigemischt bleiben kann, oder aber gegebenenfalls nach dem Anfeuchten mit etwas Alkohol leicht ausgeschleudert werden kann. Die Doppelsalze erhält man, wenn man die zur Neutralisation des abgespaltenen Alkalis erforderliche Menge Säure direkt mehr verwendet. Dr. Bauer (Verhandlungen der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte, 78. Versammlung zu Stuttgart, 1906, Bericht 1907, 2. Teil, S. 106 u. f., Leipzig, Verlag von F. C. W. Vogel) hat gefunden, daß, wenn man Natriumsuperoxyd mit Eis mischt, unter BiI-dung von Natriumsuperoxydhydrat eine Kältemischung entsteht. Das vorliegende Verfahren beruht einerseits auf dieser Beobachtung, andererseits auf der bisher unbekannten Eigenschaft des Natriumsuperoxydhydrats, in trokkenem Zustand mit Borsäure zu reagieren.
Hierzu kommt die weitere bisher unbekannte Feststellung, daß Eis und Borsäure schon allein eine Kältemischung bilden.
Das vorliegende Verfahren ist nach Vorstehendem Hydratation und Saturation in einer Operation; man erhält quantitative Ausbeuten. Die Menge Eis muß mindestens der zur Hydratation erforderlichen Wassermenge entsprechen. Wenn praktisch etwas mehr genommen wird., so geschieht es deshalb, weil es schwer ist, gepulvertes Eis auch nur kurze Zeit (während des Zerkleinerns) trocken zu erhalten und weil die völlig harte Kristallmasse sehr schwer von den Gefäßwandungen loszulösen ist. Das, was an Eis im Überschuß genommen wird, bleibt, wenn die Reaktionsmasse nicht zu lange stehenbleibt und nicht zu viel Eis genommen wird, Eis und kann meist leicht von der Oberfläche der Reaktionsmasse mechanisch getrennt (abgehoben) werden.
Das Verfahren ist folgendes:
i. Leichtlösliches Perborat von der
Zusammensetzung
Na2B4O7 + 2,NaB Oz +XoH2O.
Man mischt 100 Teile Borsäure mit 120 bis 140 Teilen möglichst fein gestoßenem Eis und läßt das Gemenge so lange ruhen, bis die Temperatur unter o° gesunken ist. Alsdann fügt man allmählich unter beständigem Umrühren und vorsichtigem Einstreuen 40 Teile fein pulverisiertes Natriumsuperoxyd hinzu.
3^ Das Gemenge wird flüssig ohne jegliche Erwärmung und bleibt so lange kalt, bis die Kristallisation des gebildeten Perborats beginnt. Die dabei eintretende Wärme ist durch Abkühlen zu beseitigen, am besten durch Ausgießen der Masse in flache Metallgefäße. Wenn die Reaktion beendet ist, ist die ganze Masse erhärtet. Das Salz ist sehr beständig, nicht ätzend, in Wasser leicht löslich. Da aus dem Salz durch fraktionierte Kristallisation sich kein Perborat
NaBO3 + 4H2O
isolieren ließ, ist dieses Salz als ein Doppelsalz anzusprechen.
2. Schwerlösliches Perborat von der
Zusammensetzung
Na B O3+ 4 H2 O.
Man mischt 62 Teile Borsäure mit 200 Teilen Eis, fügt 78 Teile Natriumsuperoxyd hinzu und verfährt wie unter 1. angegeben. Soll die Kristallmasse alkalifrei sein, so nimmt man statt der 200 Teile Eis besser 240 Teile, damit die Kristallmasse etwas feucht bleibt, befeuchtet sie mit wenig Alkohol und schleudert letzteren mit dem freien Alkali ab.
3. Völlig neutrales Perborat von der
Zusammensetzung
Na2 S4 O8 4- 10 H2 O.
Dieses völlig neutrale Perborat, bei dem jede Spur freien Alkalis bei der Entwicklung von Sauerstoff ausgeschlossen ist, und welches daher einen besonderen Wert als Desinfizienz für menschliche und tierische Körperteile hat, erhält man wie unter 1. angegeben mit der Abänderung, daß man auf 78 Teile (= 1 Molekül) Natriumsuperoxyd 248 Teile (= 4 Moleküle) Borsäure nimmt.
Bei der Herstellung der Perborate kann man auch so verfahren, daß man zunächst das möglichst trockene Eis mit dem Natriumsuperoxyd mischt und dann die Borsäure einträgt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung ■ von Alkaliperboraten in fester Form aus Borsäure und Alkalisuperoxyd ohne Verwendung von Wasser als Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß man die Borsäure mit der zur Hydratation erforderlichen Menge oder wenig mehr Eis mischt und dann Alkalisuperoxyd zusetzt oder erst Eis und Superoxyd miteinander mischt und dann die Säure zusetzt.
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