DE268555C - - Google Patents

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DE268555C
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    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61K—PREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K31/00—Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/33—Heterocyclic compounds
    • A61K31/395—Heterocyclic compounds having nitrogen as a ring hetero atom, e.g. guanethidine or rifamycins
    • A61K31/435—Heterocyclic compounds having nitrogen as a ring hetero atom, e.g. guanethidine or rifamycins having six-membered rings with one nitrogen as the only ring hetero atom
    • A61K31/47—Quinolines; Isoquinolines
    • A61K31/485—Morphinan derivatives, e.g. morphine, codeine

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Vi 268555 KLASSE 30 h. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 13. August 1911 ab.
Den Hauptbestandteil des Opiums, des bekanntesten Hypnotikums, Sedativums und Anodynums, bildet das Morphium. -Die Wirkung des Opiums ist aber von derjenigen einer entsprechenden Morphiummenge verschieden. Dieser Unterschied beruht auf der Anwesenheit von weiteren Alkaloiden im Opium, den sogenannten Nebenalkaloiden. Es war bisher nicht bekannt, die Gesamtmenge der im Opium enthaltenen Nebenalkaloide in dem Mengenverhältnisse, wie sie sich im Opium ' finden, in fester Form frei von Morphium herzustellen. Dies ist der Zweck der vorliegenden Erfindung. Es hat sich gezeigt, daß die von Morphium befreiten Nebenalkaloide in dem Mengenverhältnisse, wie sie sich im Opium befinden, ein außerordentlich gutes Schlafmittel darstellen. Sie bewirken einen Schlaf, der sich besonders durch das Fehlen aller Nebenerscheinungen im Vergleiche zu dem durch Morphium erzeugten Schlaf auszeichnet. Die Patienten sind beim Erwachen frisch, ohne irgendwelche Benommenheit im Kopfe und ohne Müdigkeit in den Gliedern.
, Man hat bereits (Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie, Supplementband 1908, Seite 237) eine morphinfreie Opiumtinktur hergestellt. Dieses Verfahren war aber außerordentlich umständlich und lieferte schließ-Hch die Alkaloide nicht in fester Form, sondern in Lösung. Als Ausgangsmaterial des vorliegenden Verfahrens kann Opium oder auch mit Vorteil das nach der Patentschrift 229905, Kl. 30 h, hergestellte Produkt, das die Gesamtalkaloide des Opiums in Form ihrer salzsauren Salze enthält, angewendet werden. Zur Herstellung des neuen Präparats kann beispielsweise wie folgt· verfahren werden.
Beispiel 1.
500 g Opium werden zerkleinert und während 24 Stunden mit verdünnter Schwefelsäure ausgezogen. Diese Auslaugung wird so oft wiederholt, bis die Opiumrückstände alkaloidfrei sind, was gewöhnlich nach drei- 4^ bis viermaliger Auslaugung der Fall ist. Hierauf wird im Säureauszug mit Bariumhydroxyd die freie Schwefelsäure ausgefällt, worauf die Flüssigkeit mit Alkalikarbonat, am besten Natriumbikarbonat und wenig Soda, etwa 10 Prozent, alkalisch gemacht und mit Chloroform wiederholt ausgeschüttelt wird.
Die vorhandene freie Schwefelsäure kann auch mit einem Alkali neutralisiert werden, worauf durch Alkalikarbonat, am besten mit Natriumbikarbonat und wenig Soda alkalisch gemacht wird. Um Spuren von Morphium, die in Chloroform gelöst sind, zu entfernen, wird diese Lösung mit der berechneten Menge 1Z10 normaler Natronlauge einmal ausgeschüttelt. Die Chloroformlösung enthält die Alkaloide des Opiums mit Ausnahme des Morphiums; sie wird eingedampft, worauf der Rückstand mit Alkohol aufgenommen, die Lösung mit alkoholischer Salzsäure neutralisiert und im Vakuum eingedampft wird. Auf diese Weise erhält man ein violettbraunes Pulver, das sich klar und leicht in Wasser
löst; auf Lackmuspapier reagiert es sauer, auf Congopapier dagegen neutral. Gegen einige gebräuchliche Alkaloidreagentien zeigt das Präparat folgendes Verhalten:
Fröhdes Reagens gibt unmittelbar eine blaugrüne Färbung, während ein morphinhaltiges Produkt zuerst sich intensiv violett färbt, worauf die Farbe erst später in Moosgrün übergeht.
ίο Mayers Reagens erzeugt in gleichkonzentrierten Lösungen von morphinfreien und morphinhaltigen Produkten in der ersteren eine dickere weiße Fällung als in der letzteren. Gleich verhält sich auch konzentrierte Natriumacetatlösung, die hauptsächlich Narcotin und Papaverin fällt. Auch hier entsteht beim morphinfreien eine dickere Fällung. . Wismutjodid-Jodkalium gibt einen orangebis rotbraunen Niederschlag, der im Vergleich zu morphinhaltigen Präparaten rotstichiger ist. Bourchardats Reagens (Jod-Jodkalium) verhält sich ähnlich, wie Wismut j odid-Kaliumjodid.
Beispiel 2.
100 g des nach der Patentschrift 229905, Kl. 30 h, hergestellten Produkts werden in destilliertem Wasser gelöst. Diese Lösung wird zunächst mit Chloroform versetzt und dann mit Natriumbikarbonat alkalisch gemacht. Die ausgeschiedenen Nebenalkaloide werden vom Chloroform aufgenommen, während das Morphium als flockiger Niederschlag in der Flüssigkeit zurückbleibt. Die Chloroformlösung wird vom Wasser getrennt, worauf dieses nochmals mit Chloroform ausgeschüttelt wird. Die beiden Extraktionsflüssigkeiten werden vereint und, um geringe Spuren von Morphium, die gelöst sind, zu entfernen, mit der berechneten Menge 1Z10 normaler Natronlauge einmal ausgeschüttelt, dann im Vakuum eingedampft, worauf der Rückstand mit Alkohol aufgenommen und mit einem geringen Überschuß von alkoholischer Salzsäure versetzt wird. Durch Eindampfen dieser Lösung im Vakuum erhält man die Gesamtheit der Nebenalkaloide des Opiums in fester Form. Das nach diesem Beispiel gewonnene Produkt stimmt mit demjenigen nach Beispiel 1 überein. Statt Salzsäure kann natürlich auch jede andere Säure, die wasserlösliche Salze bildet, verwendet werden.
Die Möglichkeit, mit dem vorliegenden Verfahren dem Produkte des Verfahrens der Patentschrift 229905, Kl. 30h, oder einem zweckmäßig hergestellten Auszug aus Opium das Morphium völlig zu entziehen, ohne im übrigen an dem Verhältnis der Nebenalkaloide' etwas zu ändern, muß als überraschend bezeichnet werden.
Nach Hager (Handbuch der pharmazeutischen Praxis, 1903, Band II, Seite 396) wird, wie auch ausdrücklich angegeben ist, nur ein unreines Morphinsalz erhalten; es gelingt also nach dem Verfahren von Hager nicht, Morphin frei von Nebenalkaloiden zu gewinnen, wodurch aber das Verhältnis der zurückbleibenden Nebenalkaloide beeinflußt wird. Auch aus der bekannten Löslichkeit des reinen Morphiums und einzelner reiner Nebenalkaloide in den angewandten Lösungsmitteln war ein Schluß auf das Gelingen der Trennung nicht zu ziehen; denn Gemische organischer Verbindungen verhalten sich oft vollkommen anders als die reinen Stoffe. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die einzelnen organischen Stoffe sich in ihrer Löslichkeit gegenseitig beeinflussen, ein Umstand, der ihre Trennung meist außerordentlich erschwert. Dann ist ferner hervorzuheben, daß die Unterschiede in der Löslichkeit bei den einzelnen Alkaloiden nicht derartig sind, daß eine, so weitgehende Trennung vorauszusagen war.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung eines morphiumfreien, die Gesamtalkaloide des Opiums in wasserlöslicher Form enthaltenden Präparats, dadurch gekennzeichnet, daß man die durch Ausziehen von Opium mit verdünnten Mineralsäuren, am besten Schwefelsäure, und Neutralisation der Lösung mit einem Alkali oder die nach der Patentschrift 229905 erhaltene neutrale Lösung der Salze der Gesamtalkaloide des Opiums nach dem Versetzen mit Chloroform mit. einem Alkalikarbonat, zweckmäßig mit einem Alkalibikarbonat, alkalisch macht, ausschüttelt, die Chloroform-. lösung, welche die sämtlichen Nebenalkaloide enthält, eventuell nach vorherigem Ausschütteln mit verdünnter Natronlauge zur Trockne bringt und den Rückstand auf bekannte Weise in wasserlösliche Salze überführt.
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DE (1) DE268555C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US6857147B2 (en) 2003-03-04 2005-02-22 Ge Medical Systems Global Technology Company, Llc Synchronization drive for a longitudinal axis telescopic guidance mechanism
US7125167B2 (en) 2003-03-04 2006-10-24 Ge Medical Systems Global Technology Company, Llc Method and apparatus for tilting in a patient positioning system

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