DE2736653C2 - Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Polystyrol - Google Patents
Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von PolystyrolInfo
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Description
Die kationische Polymerisation von Styrol und anderen
äthylenisch ungesättigten Monomeren Ist im Laboratorlumsmaßstab
in großem Umfang studiert worden, vergleiche »The Chemistry of Cationic Polymerization«
(P. H. Plesch, Edltor, 1963) und Ist auch technisch für
die Herstellung von synthetischem Kautschuk aus Isobutylen
allein oder mit Comonomeren, wie Styrol, verwendet worden. Dabei wurden aber Im allgemeinen niedrige
Temperaturen von weniger als 0° C und bevorzugt noch niedrigere benutzt.
Alpha-Methylstyrol Ist auch schon kationisch polymerisiert
worden, doch wurden auch In diesem Fall Temperaturen unter 0° C benutzt, wogegen tert.-Butylstyrol
kationisch bei Temperaturen von 25 bis 125° C polymerisiert
wurde, wobei aber ein Produkt von einem sehr niedrigen Molekulargewicht von nur etwa 500 bis 2500 erhalten
wurde.
Styrol allein Ist kationisch schon bei niedrigen Temperaturen
In der Größenordnung von -50 bis -150° C polymerisiert
worden. Bei Umgebungstemperatur Ist diese Reaktion In erster Linie als Laboratoriumskuriosität für
kinetische und mechanistische Zwecke studiert worden, vergleiche z. B. Kapitel 6 aus dem bereits genannten
Werk von Plesch. Das mangelnde kommerzielle Interesse für die kanonische Polymerisation von Styrol Ist
möglicherweise auf die schlechten physikalischen Eigenschaften der dabei erhaltenen Produkte zurückzuführen.
Dies geht auch aus den Bemerkungen In dem Work »Cationic Polymerization of Olefins; A Critical Inventory«
von Josenh P. Kennedy ! Wilev-intersclence 1<>75)
Seiten 229 und 238 hervor, wo festgestellt wird, daß dle-
4(i ses Verfahren In der Zukunft für eine großtechnische
Anwendung wahrscheinlich ohne Interesse bleiben wird. Es wurde nun Überraschenderwelse gefunden, daß man
unter bestimmten Bedingungen durch kationische Polymerisation ein Polystyrol In einem mehrstufigen Verfah-
■»> ren unter Verwendung von Bortrlfluorid als Kationengenerator
herstellen kann. Das so hergestellte Polystyrol eignet sich für die Verwendung auf einer Vielzahl von
Gebieten.
Gegenstand der Erfindung Ist deshalb das In den
Gegenstand der Erfindung Ist deshalb das In den
ίο Patentansprüchen definierte Verfahren.
Der Kationengenerator läßt sich herstellen, Indem man
Bortrlfluorid mit einer aktivierenden Menge Wasser, besonders »In situ« In der Lösung des monomeren
Styrols, In Berührung bringt. Bevorzugt wird das mit
■'' dem Wasser behandelte Bortrlfluorid als eine Lösung von
BFj in einem zweiten Inerten organischen Lösungsmittel
verwendet, wobei dieses Lösungsmittel das gleiche sein kann, wie das zuerst genannte organische Verdünnungsmittel.
Das erste und das zweite inerte organische Ver-
rl) dünnungsmlitel kann das gleiche sein. Der Kationengenerator
und das monomere Styrol werden bevorzugt dadurch In Berührung gebracht, daß man zwei oder mehrere
Portionen des Kationengenerators in einer gleichen Anzahl von Stufen In die Lösung des monomeren Styrols
einführt. Noch bevorzugter Ist es, diese Einführung In
drei oder mehr Portionen oder Stufen vorzunehmen, und am meisten bevorzugt Ist die Verwendung von vier oder
mehr Portionen und Stufen. Da das Verfahren bei Tem-
peraturen in der Nähe der Umgebungstemperatur oder
bei höheren Temperaturen durchgeführt werden kann. Ist
eine aufwendige und teure Kühleinrichtung nicht erforderlich, wie bei den bekannten Verfahren dieser Art.
Bei der weiteren Schilderung der Erfindung wird das mit einer aktivierenden Menge von Wasser In Berührung
gebrachte Bortrifluorid auch als »Bortrlfluoridkatalysatorsystem« oder »Kationengenerator« bezeichnet.
Bei einer bevorzugten Ausführungsfurm der Erfindung
wird Polystyrol von ejnerr^ M„ zwischen 10 000
und 30 000 und einem Μ,,/Μ,,-Verhältnls zwischen 2
und 6 durch ein Verfahren hergestellt, bei dem eine 50 gew.-%ige oder verdünntere Lösung von monomeren!
Styrol in einem inerten organischen Verdünnungsmittel, wobei die Lösung 10 bis 100 ppm Wasser enthält, mit
1000 bis 2000 ppm Bortrifluorid (beide bezogen auf das Gewicht des monomeren Styrols) bei einer Temperatur
von 20 bis !00° C hergestellt, Indem man die Lösung des
monomeren Styrols kontinuierlich durch einen röhrenförmigen Reaktor hindurchführt und kontinuierlich in
zwei oder mehr Portionen das Bortrifluorid In die Lösung des monomeren Styrols an zwei oder mehr Zuführungspunkten entlang des Fließweges der Lösung des monomeren
Styrols einführt und genügend Polymerisationswärme von dem sich bildenden Polystyrol unter Lösung
des monomeren Styrols (hler auch als Reaktionsmasse bezeichnet) entlang des Segmentes des Fließweges im
Anschluß an jeden Zuführungspunkt abführt, so daß die Temperatur des gebildeten Polystyrols und/oder Lösung
des monomeren Styrols In diesem Segment nicht mehr als 15° C von der Temperatur dieser Reaktionsmasse an
dem Punkt vor der Zugabe schwankt, mit der Bedingung, daß die Temperatur der Mischung nach dem letzten
Zuführungspunkt mehr als 150C schwanken kann.
Durch Erhöhung des Temperaturprofils der Reaktion des Verfahrens kann das M„ erniedrigt und umgekehrt durch
Senkung des TemperaturprofÜs das M„, erhöht werden.
Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung wird Polystyrol mit einem M11, zwischen 200 und 1000
und einem MB./M„-Verhältnls von drei oder weniger In
einem Inerten organischen Verdünnungsmittel In der bereits angegebenen Welse bei einer Temperatur von 90
bis 18O0C, bevorzugt 100 bis 160° C hergestellt. Die
anderen Bedingungen bleiben die gleichen wie in dem vorhergehenden Absatz.
Die gesamte Menge an BF), die mit der Lösung des monomeren Styrols in Berührung gebracht wird, liegt
bevorzugt bei 500 bis 2500 ppm, insbesondere 1000 bis
2000 ppm, bezogen auf das Gesamtgewicht des monomeren Styrols. Die gesamte Menge an Wasser Ist bevorzugt
0,5 bis 10%, Insbesondere 2 bis 6%, bezogen auf das Gesamtgewicht an BFj. Für ein Verfahren mit einer kontinuierlichen
Strömung werden diese Mengen berechnet auf der Basis des pro Zeiteinheit gewonnenen Produktes
bei einer bekannten Strömungsgeschwindigkeit und einem bekannten Querschnitt des Reaktionsgefäßes. In
dieser Welse kann eine gute Kontrolle der Herstellung des Kationengenerators durch Zugabe der BF)-Lösung
mit einer festgesetzten Geschwindigkeit erfolgen. Bevorzugt wird das Bortrlfluorldkatalysatorsystem In jeder der
Verfahrensstufen eingeführt.
Das durch das Verfahren der Erfindung hergestellte Polystyrol 1st ein geeigneter Weichmacher für Polystyrol
von hohem Molekulargewicht für die Herstellung von Formkörpern, außerdem Ist es ein geeigneter Binder für
wärmeempfindllche reprographlsche Toner, bei denen ein
scharf definierter Schmelzpunkt besonders erwünscht wird. Außerdem laßt sich dieses Polystyrol auch als
Überzugsmasse auf anderen Gebieten und als Bindeharz für Pigmente und andere Zusätze verwenden. In dem
mittleren M „.-Bereich ist es besonders geeignet als Vorprodukt
für die Herstellung von chlormethylierten und quaternislerten Polystyrolen, die als wasserlösliche, kationische
Flockungsmittel und Filtrierhilfsmittel verwendet werden.
Das bei der Erfindung verwendete Monomere kann handelsübliches monomeres Styrol sein und kann bis zu
100 ppm Wasser enthalten.
Da das Verfahren in Lösung ausgeführt wird, wird das
monomere Styrol zuerst in einem inerten organischen Verdünnungsmittel gelöst, das ein Lösungsmittel für
monomeres Styrol bis zu einer Konzentration von 80 Gew.-% Styrol ist. Bevorzugt liegt die Konzentration des
monomeren Styrols In dem Verdünnungsmittel bei weniger
als 50 Gew.-%. Das Verdünnungsmittel reagiert nicht mit dem monomeren Styrol und auch nicht nennenswert
mit dem Kationengenerator, mit der Ausnahme, daß es In einem gewissen Umfang als »Cokatalysator« wirken
kann, wodurch die Aktivität des Kationengenerators in der später diskutierten Art und Weise erhöht werden
kann. Das Verdünnungsmittel Ist in der Regel ein aromatischer oder aliphatischer Kohlenwasserstoff oder ein
hologenierter Kohlenwasserstoff, der bei den Temperaturen der Polymerisationsreaktion flüssig ist und der bevorzugt
einen Siedepunkt Im Bereich von 80 bis 100° C hat. Dadurch läßt er sich leicht von dem gebildeten Polystyrolprodukt
nach der Beendigung der Reaktion trennen. Wenn ein Produkt mit einem MK. von größer als 1000
hergestellt wird, Ist das Lösungsmittel bevorzugt eine polare Flüssigkeit und besonders bevorzugt 1,2-Dlchloräthan.
Wenn ein Produkt mit einem M11 von kleiner als
1000 hergestellt wird. Ist das Verdünnungsmittel bevorzugt
eine nichtpolare Flüssigkeit, wie Äthylbenzol, Toluol oder Benzol, Insbesondere aber Toluol. In der
Literatur 1st eine Vielzahl von geeigneten Lösungsmitteln für die kationische Polymerisation von Styrol genannt,
vgl. z. B. Kapitel 6 des bereits genannten Werkes von Plesch. Beispiele solcher Verdünnungsmittel sind Tetrachlorkohlenstoff,
Äthylchlorid, Methylendichlorid, Benzol, Toluol, Äthylbenzol, Nltrobenzol, Chlorbenzol, Isopropylchlorid,
tert.-Butylchlorld, Hexan, Cyclohexan,
Schwefeldioxid und Dimethylformamid.
Das Bortrlfiuoridkatalysatorsystem wird In einer
Menge verwendet, die Insgesamt etwa der stöchiometrischen Menge oder mehr des gesamten zu poiymerislerenden
monomeren Styrols entspricht. Unter stöchiometrischer Menge wird eine Menge verstanden, die ausreichend
Ist, um Im wesentlichen das gesamte monomere Styrol zu polymerisieren, so daß weniger als 0,1 Gew.-%
restliche Doppelbindungen In dem Polystyrolprodukt verbleibt. Für den BFj-Wasser-Katlonengenerator bedeutete
dieses die Verwendung von Mengen von 500 bis 2500 ppm, bezogen auf das monomere Styrol.
Ein besonders kritisches Merkmal des Verfahrens besteht in der sorgfältigen Kontrolle des Gehaltes des
Kationengenerators. Wenn ein großer Überschuß an Wasser In Kontakt mit dem monomeren Styrol vor der
Berührung mit Bortrifluorid steht, kann der Überschuß an Wasser die Bildung des Kationengenerators unterdrücken.
Es Ist dann notwendig, mehr und mehr Bortrilluorid
zuzugeben, bis eine latente »katalytisch^« Wirkung stattfindet. Dies kann eintreten bei einer zweiten
oder dritten Stufe des Verfahrens, wodurch diese Stufe eigentlich zu der ersten Reaktionsstufe wird. An dieser
Stelle kann eine unerwartet große Menge an Katlonengencrator
»in situ« entstehen, so daß die Reaktion durchge-
hen kann. Ein ähnlicher Effekt kann auftreten, wenn man versucht, eine stöchlometrische Menge Kat4onengenerator
in einer einzigen Stufe zuzugeben. Es wird außerdem beobachtet, daß eine einzige Zugabe des Kationengenerators
weniger wirksam ist, da die £ssamle erforderliche Menge an Kationengenerator für eine vollständige
Reaktion in diesem Fall größer ist, als wenn die Reaktion in mehreren Stufen durchgeführt wird.
Bei den bereits angegebenen Konzentrationen von Wasser und BF3 führt man bevorzugt 20 bis 50% des
gesamten BF3 in der ersten Stufe ein, besonders bevorzugt
25 bis 40%. Der Rest wird In mehr oder weniger gleichen
Mengen über die verbleibenden Stufen des Verfahrens zugeführt. Ein Überschuß an Kationengenerator In
der letzten Stufe des Verfahrens ist nicht schädlich und 1st sogar wünschenswert um sicherzustellen, daß die restlichen
Doppelbindungen auf ein Minimum reduziert werden.
Als Reaktionsgefäß wird bei dem Verfahren der Erfindung zweckmäßigerweise ein Kessel, ein Rohr oder eine
Serie von Rohren oder andere übliche Reaktionsgefäße für das Polymerisieren einer Lösung von Styrol verwendet.
Diese Reaktionsgefäßc bestehen aus üblichen Materialien, die von den Reaktionsteilnehmern nicht angegriffen
werden und nicht durchlässig für diese sind. Die Konstruktion des Reaktors .soll derartig sein, daß der
Kationengenerator In zwei oder mehreren Stufen vahrend
des Fortschreitens der Reaktion zugegeben oder »In situ« gebildet werden kann. Bevorzugt wird ein geschlossener
Röhrenreaktor verwendet, um das Verfahren In einem kontinuierlichen Strom durchzuführen, wobei
man eine Lösung des monomeren Styrols bei dem einen Ende zuführt und das gebildete Produkt bei dem anderen
Ende abnimmt. In ähnlicher Welse läßt sich eine Serie
von Kesselreaktoren benutzen.
Wenn bei höheren Temperaturen gearbeitet wird, z. B.
bei 100 bis 180° C, sollte das Reaktionsgefäß In der Lage sein, niedrige Drücke von einigen Atmosphären auszuhaken,
z. B. i bis 7 Atmosphären, da es wünschenswert ist, die Reaktionsmasse unter solchen Drücken zu halten.
Dies gilt insbesondere mindestens für Drücke, die größer
sind als der autogene Druck des Systems, so daß die
Reaktion in der flüssigen Phase durchgeführt werden kann.
Man kann einen röhrenförmigen Reaktor mit Einführungsstellen
entlang seiner Längsachse versehen, so daß die entsprechenden Anteile des Kationengenerators unter
gutem Mischen an zwei oder mehreren, bevorzugt drei
oder mehreren und besonders bevorzugt vier oder mehreren Punkten, entlang der strömenden Styrollösung züge- ;
setzt werden können. Unter »röhrenförmlß« ist nicht notwendigerweise
ein im Querschnitt zylindrisch geformter Gegenstand gemeint, sondern es wird hler darunter eine
längliche geschlossene Kammer verstände!·, die zweckmäßigerweise
zwei oder mehrere Rohrsegmente von übll- ■
eher Größe und Art enthält, wobei dieses Reaktionsgefäß eine Querschnlttsfläche hat, die ausreichend Ist, um die
gewünschte Strömungsgeschwindigkeit der Reaktionsmasse zu erzielen. Alternativ kann das Reaktionsgefäß
ein Rohr sein, das zu einer Schlange aufgewickelt ist, f
oder es kann einen rechteckigen oder dreieckigen Querschnitt haben, wobei jedoch ein kreisförmiger Querschnitt
in den meisten Fällen bevorzugt Ist.
Bei einem derartigen Reaktionsgefäß sind die Einführungspunkte,
z. B. ein T-Abschnltt. an den zwei Rohr-
< segmente angekuppelt sind. In relativ regelmäßigen
Abständen entlang der Länge des Reaktors und der fließenden Reaktionsmasse angeordnet. So kann z. B. ein
röhrenförmiger Reaktor von e'ner Länge von 6 m vier Zuführungspunkte haben, wobei diese Punkte in Abständen
von 1,5 m angeordnet sind.
Es 1st wünschenswert. In den Strömungsweg der Reaktlonsmasse
gleich nach dem Zuführungspunkt für den Kationengenerator eine geeignete Mischeinrichtung vorzusehen,
die einen statischen Mischer oder einen Satz von Abierikeinrichtungen besitzt, um eine gute Durchmischung
des zugeführten Materials mit dem Rest der ίο Reaktionsmasse sicherzustellen. Um die bei der Berührung
des Kationengenerators mit dem monomeren Styrol entstehende Reaktionswärme in jeder Stufe de: Umsetzung
abführen zu können, ist es üblicherweise erforderlich, einen Wärmeaustauscher in Kontakt mit der Ober-Ii
fläche des Reaktionsgefäßes zu halten. Dies kann man dadurch erreichen, daß man das Reaktionsgefäß mit
einem Kühlmantel versieht, in dem ein geeignetes Wärmeübergangsmittel
enthalten ist, oder indem man eine Wärmeaustauscherflüsslgkelt durch das Reaktionsmedium
in einer oder rru ireren Leitungen führt. Die Stufen
des Reaktionsgefäßes können z. B. aus Wärmetauschern mit untereinander verbundener Schale und Rohr bestehen,
wobei die Reaktlonsmasse durch die Rohre und das Wärmeübertragungsmedium durch die Schale bzw.
Ummantelung oder umgekehrt geht. Die Größe des Reaktionsgefäßes und des Wärmeaustauschers ist nicht
kritisch, doch sollten die Größen in einem solchen Verhältnis stehen, daß die Kapazität des Wärmeaustauschers;
ausreicht, um die Reaktionswärme mit einer solchen Geschwindigkeit zu entfernen, daß die Temperatur in
einem Segment nach der Zuführung des Kationengenerators weniger als 150C steigt. Von dieser Begrenzung Ist
jedoch das Segment nach der letzten Zuführung des Kationengenerators ausgenommen.
Der Kationengenerator wird zweckmäßigerweise mit dem monomeren Styrol In Berührung gebracht. Indem
man eine Lösung des Kationengenerators in die Styrollösung einführt oder Indem man das monomere Styrol mit
einer Lösung eines Vorläufers des Kationengenerators in ι» Berührung bringt, wobei sich dann »In situ« In dem
monomeren Styrol der Kationengenerator bildet. Dies Ist beispielsweise der Fall, wenn Bortrlfluorid einer Lösung
von monomerem Styrol zugegeben wird, die geeignete kleine Mengen an Wasser enthält.
ö Eine Lösung, die den Kationengenerator enthält, oder
eine Aufschlämmung des Kationengenerators, wird zweckmäßigerweise In einem organischen Lösungsmittel
hergestellt, das bevorzugt das gleiche Medium wie das Verdünnungsmittel für das monomere Styrol Ist. Man
■<> kann eine Lösung von Bortrifluorld herstellen, Indem
man das gasförmige BF1 mit dem organischen Lösungsmittel
In einer geschlossenen Kammer unter Druck In
Berührung bringt, so daß die gewünschte Konzentration des Gases In dem organischen Verdünnungsmittel aufge-
> löst wird. Die Konzentration des Gases in der Lösung
kann unter Benutzung des Gesetzes von Henry berechnet werden. Für BFj Ist die Konzentration gleich dem
Gleichgewichtsdruck von BFj, geteilt durch eine Konstante
für BFj bei einer gegebenen Temperatur. Die Κόπο
stanten für das Gesetz von Henry können experimentell durch bekannte Methoden ermittelt werden. Bei dieser
Kenntnis der Konzentration von BF3 in Lösung wird eine
geeignete Menge der Lösung abgemessen und dem Reakuonsgefäß an den vorgesehen Punkten mit einer solchen
■^ Geschwindigkeit zugeführt, daß eine relativ konstante
Konzentration von BFj, bezogen auf monomeres Styrol, über die gesamte Zelt aufrechterhalten werden kann.
Für das Katalysatorsystem BFj-Wasser Ist die folgende
Beziehung bei einer Benutzung von Äthylendlchlorld als organisches Verdünnungsmittel nützlich:
BF, Glelchgewlchtspartlaldruck (In kg/cm') = 0,07 K„ + KxGew.-% gelöstes BF1 [BF1 Glelchgewlchtspartialdruck
(in psla) = P = K0 + K χ Gew.-»6 gelöstes BF1]. ->
K„ Ist ein konstanter Ausdruck, der experimentell bestimmt wird und der von der Menge des In dem
Lösungsmittel vorhandenen Wassers abhängt, wodurch der Partlaldruck von BF1 durch den Effekt dieses Wassers
korrigiert wird. K Ist die Proportionalitätskonstante in
In dem Gesetz von Henry. Für Äthylendichlorld, das etwa 260 bis 280 ppm Wasser enthält, sind die Beziehungen
wie folgt:
bei etwa 23° C K„ = -7,3 und K = 68,5;
bei etwa 39° C K0 = -6,4 und K = 77,2. ''
In Äthylendlchlorld (ÄDC), das etwa 1100 ppm Wasser enthält, ist K0 = -33,7 und K = 73,6 bei etwa 39,5° C.
Bei diesen Beziehungen ist der Partlaldruck von ÄDC berichtigt worden, und der Effekt der Bildung eines BF1- 2«
Wasserkomplexes ist in K„ eingeschlossen worden, so daß die Gew.-Prozente gelöstes BF1 das BF, dieses Komplexes
einschließen.
Bei der praktischen Durchführung der Erfindung kann die Herstellung des BF,-Kata!ysatorsystems erreicht wer- 2-j
den, indem man ein Gefäß, das ein organisches Verdünnungsmittel enthält, unter einem bekannten Druck von
BFi setzt, konstant einen Teil der Lösung des BF3 In dem
organischen Verdünnungsmittel entnimmt, frisches Verdünnungsmittel
zuführt und den Druck von BF, über der 3« Flüssigkeit konstant hält und die BF,-Lösung dem Reaktionsgefäß
durch geeignete Einrichtungen zuführt. In ÄDC, das z. B. 260 bis 280 ppm Wasser bei 39° C und
einem BF,-Partia!druck von 7,5 Atmosphären enthält, wird eine 1.5 gew.-%lge Lösung von BF, erhalten, die 3r>
ausreichend verdünnt ist. daß sie leicht dem Reaktor In
kontrollierter Weise zugeführt werden kann.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird die Lösung des monomeren Styrols in Toluol gleich vor dem
ersten Berührungspunkt mit dem Kationengenerator 4Ι>
etwa auf die Temperatur gebracht, die in der ersten Stufe
des Reaktionsgefäßes aufrechterhalten werden soll. Bevorzugt handelt es sich dabei um eine Temperatur von
50 bis 85= C, undbesonders bevorzugt von 60 bis 70°C
für die höheren M, und 90 bis 18O=C. besonders bevor- -»5
zugt 100 bis 160GC für die Produkte mit einem M» von
200 bis 1000. Dadurch wird die Verengung des M11VMn-Verhältnisses
begünstigt. Besonders bei den höheren Temperaturen sollte die Lösung des Monomeren so
schnell wie möglich auf Reaktionstemperatur gebracht werden und danach so schnell wie möglich mit dem
Kutioricrigcneriitcr in Berührung gebracht werden. Bei
den oberen Grenzen des Temperaturbereiches, z.B. 130 90% oder mehr) Reaktionswärme, die nach dem letzten
Zugabepunkt entsteht, wird in der Reaktionsmasse gelassen, bis das fertige Polystyrolprodukt weniger als 0,1
Gew.-%, bevorzugt weniger als 0,05 Gew.-%, restliche
Doppelbindungen enthält. Die restlichen Doppelbindungen werden durch Jod-Monochlorld-Titratlon bestimmt.
Die Verweilzelt In dem letzten Segment des Reaktionsgefäßes
wird für eine geeignete Zeltdauer eingestellt, so daß
das gewünschte Ergebnis erzielt wird, und es kann auch überschüssiger Kationengenerator während der letzten
Stufe zugegeben werden, um dies zu erreichen.
Nachdem die Reaktion beendigt ist, wird das restliche
BF, in geeigneter Welse mit Ammoniak neutralisiert. Der sich bildende BF3 : Ammoniak-Komplex fällt aus
und wird dann durch Filtration oder Waschen mit Wasser entfernt. Alternativ kann BFj durch Berührung der
Reaktionsmasse mit einem trocknen, schwach basischen lonenaustauscherharz, bevorzugt vom makroporösen
Typ, entfernt werden. Das verbrauchte Harz kann regeneriert oder verworfen werden.
Ein Polystyrol vom M11, etwa 13 000 und einem
MHVM„-Verhältnis von etwa 5 wird hergestellt, Indem
man eine 30 gew.-%lge Lösung von Stryol In Äthylendichlorld,
die 100 ppm, bezogen auf Styrol, enthält, vor dem Hlndurchlelten dieser Lösung durch einen Reaktor
auf 60° C erwärmt. Der Reaktor enthält 4 Segmente eines Doppelrohr-Wärmeaustauschers mit Wasser als Kühlmedium.
Das In Äthylendlchlorid gelöste Bortrlfluorld wird dem Reaktionsgefäß an 4 Punkten entlang seiner Länge
in einer Gesamtmenge von 1500 ppm BF3, bezogen auf das Gesamtgewicht des Styrols, zugeführt. Durch Ab-
!enkelnrlchtungen wird In dem Reaktionsgefäß unmittelbar
nach dem Zuführungspunkt eine gute Durchmischung erreicht. Das gesamte BF3 wird an 4 aufeinanderfolgenden
Punkten etwa im Verhältnis 35:15:20:30 zugeführt.
Durch Kühlen des Segments des Reaktors nach dem ersten Zuführungspunkt wird in der Reaktionsmasse eine
Temperatur von etwa 75° C aufrechterhalten. Nach dem zweiten Zuführungspunkt wird in dem zweiten Segment
die Reaktionsmasse auf etwa 50° C vor dem dritten Zuführungspunkt gekühlt. Dann läßt man die Temperatur
auf etwa 65° C vor dem vierten Zuführungspunkt steigen, und sie bleibt dann bei etwa 65° C bis die Reaktionsmasse
den Reaktor verläßt. Die Reaktionsmasse wird dann mit einer ausreichenden Ammoniakmenge In
Berührung gebracht, um das restliche BF3 zu neutralisieren.
Der Ammoniak : BF3-Komplex fällt aus und wird durch Filtrieren oder kurzes Waschen mit Wasser entfernt.
Danach wird Äthy!end!ch!or'fi ahdestilliert bei 85
bis 120° C, wobei ein Polystyrolprodukt zurückbleibt, das weniger als 0,1 Gew.-96 restliche Doppelbindungen, bezo-
bis Ϊ 80; C, kann es wünschenswert sein, das Niveau des
normalerweise In den handelsüblichen Styrolmonomeren 55 gen auf das Polystyrolprodukt, enthält,
vorhandenen Radikalfängers zu erhöhen, um eine nennenswerte thermische Polymerisation des Monomeren zu
verhindern. Solche Zusätze sind als Inhibitoren gut bekannt, wie beispielsweise tert.-Butylcatechol, Methyläther
von Hydrochinon und ähnliche Inhibitoren.
Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Styrol unter Verwendung von 1,2-Dichloräthan
als Verdünnungsmittel in drei oder mehr Stufen bei 100 bis 160° C polymerisiert.
In ähnlicher Weise wie In Beispiel 1 wird eine 3O5fcige
Lösung von monomerem Styrol In ÄDC, die 75 ppm Wasser enthält, auf 75° C erwärmt und dann mit Insgesamt
etwa 1600 ppm BF3, das über 4 Punkte zugeführt wird, in Berührung gebracht. Das BF. wird über die 4
Zuführungspunkte In folgender Menge verteilt : 42 : 6 : 6. Die mittlere Temperatur In den Reaktorseg-
Bei einer anderen Ausführungsform wird die Reak- 65 menten nach den 4 Zuführungspunkten liegt bei etwa
tionsmasse nach dem letzten Zuführungspunkt des 85° C, 78° C, 75° C und 72° C. Das Polystyrolprodukt hat
Kationengenerators nicht wesentlich durch Wärmeaus- ein M„ von etwa 4400 und ein Μ,,/Μ,-Verhältnls von
tausch gekühlt und im wesentlichen die gesamte (80 oder etwa 2,9.
In ähnlicher Welse wie In Beispiel 1 wird eine 15%lge
Lösung von monomerem Styrol In ÄDC, die etwa 50 ppm Wasser enthält, bei einer Temperatur von 20° C
dem Reaktor zugeführt und dort mit Insgesamt etwa 2500 ppm BFj an 4 Punkten In Berührung gebracht. Die
Verteilung des BF3 auf die 4 Zuführungspunkte Ist etwa
24 : 17 : 24 : 35. Die mittlere Temperatur In den 4 Segmenten
liegt bei etwa 26° CbT C, 51° C und 3Γ C. Das
Polystyrolprodukt hat ein M„ von etwa 28 800 und ein
M„./M„-Verhältnls von etwa 4,5; der Gehalt an restlichen
Doppelbindungen liegt bei etwa 0,6%.
In ähnlicher Weise wird ein Polystyrolprodukt mit
einem M , von etwa 200 bis 1000 heruestellt. Indem man
das Verfahren bei einer Temperatur zwischen 90 und 1801 C durchführt.
Claims (11)
1. Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Polystyrol mit_ einem M11. zwischen 200 und 50 000 s
und einem M JM „-Verhältnis von weniger als 8 durch Berühren einer Lösung von Styrol in einem
inerten Verdünnungsmittel mit einem Kationengenerator, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren
in zwei oder mehr Stufen unter im wesentlichen κι isothermen Bedingungen in jeder Stufe bei einer Temperatur
zwischen 0 und 180° C in Gegenwart von Bortrlfluorid und einer aktivierenden Menge von Wasser
als Kationengenerator durchgeführt wird und daß das monomere Styrol vor der letzten Stufe immer In einer ι ί
größeren als der stöchiometrlschen Menge in bezug auf den Kationengenerator vorhanden Ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gesamtmenge des mit der Lösung
des monomeren Styrols In "Berührung gebrachten Bor- la trifluorids 500 bis 2500 ppm beträgt, bezogen auf das
Gesamtgewicht des monomeren Styrols, und daß die Gesamtmenge von Wasser 0,5 bis 10 Gew.-%, bezogen
auf die Gesamtmenge Bortrlfluorid, beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das mit dem Wasser in Berührung
gebrachte Bortrlfluorid In einem zweiten inerten organischen Verdünnungsmittel gelöst ist, das das gleiche
sein kann wie das erste organische Verdünnungsmittel. J(I
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß 25 bis 40% der stöchiometrischen
Menge des Bortrifluorldkatalysatorsystems mit 'lern monomeren Styrol In der ersten Stufe in
Berührung gebracht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es in drei oder mehr
Stufen durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es bei einer Temperatur zwischen 100
und 160° C unter Verwendung von Toluol als Verdünnungsmittel
durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung des monomeren Styrols
unmittelbar vor der Berührung mit dem Bortr'-fluoridkatalysatorensystem
bei einer Temperatur zwischen 100 und 160° C gehalten wird.
8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es bei einer Temperatur zwischen 20
und 100° C durchgeführt wird und als Verdünnungsmittel 1,2-Dlchloräthan verwendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung des monomeren Styrols vor
der Berührung mit dem Bortrlfluorldkatalysatorsystem
bei einer Temperatur zwischen 50 und 85° C gehalten wird.
10. Verfahren nach Anspruch 6 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration des monomeren
Styrols In dem ersten Inerter, organischen Verdünnungsmittel
weniger als 50 Gew.-% beträgt.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Teil des Bortrlfluoridkatalysatorsystems In die Lösung des monomeren Styrols In jeder
der Stufen eingeführt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US71558576A | 1976-08-18 | 1976-08-18 |
Publications (2)
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