DE27727C - Verfahren und Apparat zur Herstellung einer luftfreien Masse für künstliche Steine - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Herstellung einer luftfreien Masse für künstliche SteineInfo
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Description
Bruno Jfflertelmeyer in Serlw, gn
(träte 67, bejto. ftotfiftr. 3. — Sßerfafaen imb
itoarat ?,ur fceriMung einer Iuftfteten UJcaffe
fite funftiije ©teM·. 3Som 30. Dftober
1883 ab. //
KAISERLICHES
■'■'■-Λ
PATENTAMT.
■^&i— JV° 27727 -
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues Verfahren zur Herstellung von künstlichen
Steinmassen und den dazu gehörenden Apparat.
Letzterer ist auf beiliegender Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. ι einen Verticalschnitt und
Fig. 2 eine Ansicht des Mischbehälters,
Fig. 3 eine Ansicht der Gesammtanordnung.
Nach den bis jetzt angewendeten Verfahrungsarten wird fast durchgängig reiner Quarzkies
oder Sand mit Kalksilicaten, als Cement, hydraulischer Kalk u. s. w., und Wasser gemischt.
Mit wenig Wasser angefeuchtet, wird solche Masse in Formen gestampft, mit mehr Wasser
zu einem Brei angerührt und in Formen gegossen, oder sie wird auch wie Mörtel behandelt
und mit Ziegel- oder anderen Steinen vermauert.
Die auf diese Weise hergestellten Fabrikate sind aber, wenn sie im Freien zum Bau verwendet
werden, nicht widerstandsfähig gegen die Einflüsse der Witterung.
Die Luft, welche sich durch das gewöhnliche Mischen der Bestandtheile zu Tausenden von
gröfseren und kleinen Blasen und Bläschen in Masse befindet, kann aus dieser nicht entfernt
werden, ohne den Bindeprocefs zu zerstören. Das verwendete Wasser enthält aufserdem
noch an und für sich ziemlich viel Luft, welche, nachdem ersteres von den Kalk- und
Thonsilicäten chemisch gebunden worden und Hydrate gebildet hat, in der Masse verbleibt
und zwischen den sich darin befindlichen Luftblasen mikroskopisch feine Kanäle bildet. Das
Regenwasser und sonstige Ausdünstungen werden nun von diesen Kanälen capillarisch aufgesaugt
und verdunsten wieder bei warmer Witterung. Bei eintretendem Frost dagegen ist
der Vorgang ein anderer: das aufgesaugte Wasser gefriert, dehnt sich infolge dessen mit
grofser Kraft aus und erweitert, wenn auch zuerst hur unmerklich, die feinen Kanäle durch
Sprengung der Masse. Bei mehrfacher Wiederholung dieses Vorganges entstehen dann die
bekannten und sichtbaren Haarrisse. Ist es erst so weit gekommen, so schreitet infolge derselben
Ursachen die Zerbröckelung immer weiter vor, bis nach gewisser Zeit der Stein vollständig
zerfällt.
Nach dem vorliegenden Verfahren werden diese Mifsstände fast vollständig beseitigt und
erhält man einen Stein, dessen specifische Schwere fast der des natürlichen Sandsteines
gleichkommt. Das Verfahren beruht im wesentlichen darauf, dafs der zu verwendende Kies
oder Cement unter Vacuum mit Wasser oder sonst einer Flüssigkeit gemischt wird, wobei
letztere durch Kochen u. s. w. ebenfalls von. Luft und sonstigen Gasen befreit ist.
Das Verfahren ist folgendes:
Die zu verwendenden Bestandtheile, reiner Kies, Cement u. s. w., werden gehörig getrocknet
in den Apparat A gebracht. Dieser wird darauf luftdicht verschlossen und durch Hahn h mit
einer Luftpumpe in Verbindung gesetzt. Letztere saugt sämmtliche in den Bestandtheilen befindliche
Luft'ab. Um Staubtheile von der Pumpe abzuhalten, wird in die Leitung eine Woulf'sche
Flasche eingeschaltet, welche mit einem Vacuummeter versehen ist und daher zugleich als Controle
für die Luftentleerung hierdurch und noch einfacher durch die aufsteigenden Luftbläschen
dient. Darauf wird der Hahn h geschlossen und der Hahn i unten am Apparat A geöffnet
und Wasser, welches zugleich mit der für das Aussehen der Steine bestimmten Farbe vermischt
ist, in den Apparat aus dem Behälter B eingelassen. Letzterer ist mit einem Wasserstandsglase
versehen, um das Hinzutreten des Wassers genau controliren zu können.
Durch das Vacuum im Apparat A veranlafst, durchsaugt die eintretende Flüssigkeit schnell
und intensiv die pulverigen Bestandteile; eine weitere innige Mischung wird durch das im
Apparat befindliche Rührwerk durch Rechtsdrehung, wodurch die Theile von unten nach
oben durchgemischt werden, hervorgerufen.
Nun öffnet man den oben am Apparat befindlichen Hahn k und läfst Luft in den freien
Raum über der Masse ein, öffnet sodann die Verschlufsschraube b und läfst die breiige Masse
in die untergehaltene Form laufen. Die Entleerung des Apparates A wird durch Linksdrehung
des Rührwerkes noch beschleunigt.
Die so erhaltenen Steine, Blöcke u. s. w. sind vollständig luftfrei und folglich auch dichter,
specifisch schwerer und härter als die nach bisherigen Methoden erhaltenen Steine. Dieselben
lassen nach erfolgtem Birideprocefs und nach erfolgter Härtung Wasser nicht eindringen
und sind so der Zerstörung durch Witterungseinflüsse nicht ausgesetzt.
Der Apparat besteht aus einem cylindrischen, unten konisch verlaufenden und mit Ausfiufsöffhung
versehenen Behälter A, welcher innen am oberen Ende eine Querstange α mit Bock a'
besitzt. Die Ausflufsöffhung wird durch eine Verschlufsschraube b mit Packung luftdicht verschlossen.
In der Querstange α wird eine verticale Welle c geführt, welche bei kleinen Apparaten
unten in der Verschlufsschraube b ein Stehlager findet oder bei gröfseren Apparaten
in einem eigens dazu construirten Lager ruht.
An der Welle c befindet sich eine Anzahl Flügel c', welche etwas schräg stehen und an
beiden Seiten gegen einander verstellt sind, so in gewissem Sinne einen Schraubengang bildend,
wodurch die vorerwähnte Mischung von unten nach oben bezw. umgekehrt hervorgebracht
wird. Ganz unten, dicht über der Austrittsöffnung, sind an Welle c noch zwei gerade
Flügel <r2 angebracht, welche eine vollständige
Durchmischung der Bestandteile ermöglichen.
In der Seitenwand und im Bock α' ist eine
Welle e gelagert, auf welcher aufsen eine Kurbel oder Riemscheibe sitzt, während innen ein
Winkelrad d' aufgekeilt ist, " welches mit dem auf Welle c sitzenden Winkelrade d in Eingriff
steht. Die Welle e ist durch Stopfbüchse g und Packung luftdicht abgeschlossen.
In gleicher Höhe mit der Welle e befinden sich am Behälter A noch Oeffhungen für Hahn h
und k. Oben wird A durch Lederscheibe, Deckel und Schrauben luftdicht geschlossen.
Unten an dem kurzen cylindrischen Theile des Behälters A, welcher die Verschlufsschraube b
aufnimmt, -ist noch eine Oeffnung mit Flantsch i angebracht, zur Aufnahme des Einlafshahnes für
die Flüssigkeit.
Claims (2)
1. Das Verfahren, Masse für künstliche Steine herzustellen, indem die zur Herstellung erforderlichen
Bestandteile, Kies oder Sand einerseits und Cement, hydraulischer Kalk
oder ähnliche Materialien andererseits, in einem luftdicht verschlossenen Apparat vor
dem Zusammenbringen mit der ebenfalls von Luft befreiten Flüssigkeit, Wasser bezw. mit
Farbe getränktem Wasser, unter Vacuum gebracht werden.
2. Der bei dem unter i. gedachten Verfahren benutzte Apparat, bestehend aus dem Behälter
A mit Verschlufsschraube b, Welle c mit schrägen Flügeln c' . . .^ und geraden
Flügeln c2 i2, der Welle e und Kurbel /,
Stopfbüchse g, Winkelrädern d d1 und Hähnen
bezw. Oeffnungen h i und k in Combination mit dem Flüssigkeitsbehälter B, der
Woulf'schen Flasche Cund einer Luftpumpe.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
XX. 5te. '27 727. ß. Zu*er in SS,
SUertmberftr. 10 unb Eduard Dick, in SBerlin. !
VA — aSetfa^rett unb apparat jut £>erftettung einer ',
/nuftfreten Sftaffe für iünftlidje ©leine. Sßom'
30. DftoBer 1883 ab. !
Publications (1)
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| DENDAT27727D Active DE27727C (de) | Verfahren und Apparat zur Herstellung einer luftfreien Masse für künstliche Steine |
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