DE277790C - - Google Patents

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DE277790C
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    • G—PHYSICS
    • G01—MEASURING; TESTING
    • G01C—MEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C19/00—Gyroscopes; Turn-sensitive devices using vibrating masses; Turn-sensitive devices without moving masses; Measuring angular rate using gyroscopic effects
    • G01C19/02—Rotary gyroscopes
    • G01C19/34—Rotary gyroscopes for indicating a direction in the horizontal plane, e.g. directional gyroscopes
    • G01C19/38—Rotary gyroscopes for indicating a direction in the horizontal plane, e.g. directional gyroscopes with north-seeking action by other than magnetic means, e.g. gyrocompasses using earth's rotation

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 277790 KLASSE 42 c. GRUPPE
Kreiselaufhängung in Kreiselkompassen. Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. September 1912 ab.
Die bekannten Kreiselkompasse besitzen den Nachteil, daß bei Fahrtänderungen ballistische Ausschläge entstehen. Stoppt z. B. das Schiff auf Nordkurs plötzlich, so wird die Kreiselauf hängung mit dem Schifi zurückgehalten, der Kreisel aber prellt vor. Dies wirkt, da der Kreisel sich um einen über ihm liegenden Aufhängepunkt dreht, wie ein Versuch, das hintere (südliche) Kreiselachsenende zu senken, und es ίο schlägt auf diesen Achsendruck nach Westen aus, da dorthin die Kreiselteilchen unten laufen. Entgegengesetzte Ausschläge würden das Stoppen auf Südkurs oder Losfahren auf Nordkurs hervorrufen. Am schlimmsten sind die durch taktmäßige Schiffsschwingungen (Schlingern, Maschinenstöße usw.) erzeugten Kreiselfehler, die bei starkem Seegang sogar zum Versagen der Kreiselkompasse geführt haben.
Die den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende Kreiselaufhängung bezweckt die Vermeidung dieser Übelstände.
Die Zeichnung veranschaulicht den Erfindungsgegenstand beispielsweise, und zwar zeigt:
Fig. ι die Aufhängung schematisch im Ruhezustand,
Fig. 2 dieselbe bei ausschwingendem Kreisel,
Fig. 3 einen mit der Aufhängung versehenen Kompaß im Längsschnitt, und
Fig. 4 einen rechtwinklig zu letzterem ausgeführten Längsschnitt des Kompasses, während
Fig. 5 eine andere Ausführungsform der Aufhängung schematisch darstellt.
In den Figuren bedeutet k den Kreisel mit
seiner Achse a; derselbe sitzt mit seinem Gehäuse fest in oder auf einer Platte oder Ebene β, die mittels ausgeschnittener Platten f an den Armen eines T-förmigen Gewichtshebels aufgehängt ist. Die Verbindungen der verschiedenen Teile bei b, V, c, c' sind scharnierartig. Der Gewichtshebel hat in d seinen Aufhängepunkt, und das Gewicht ist ungefähr so schwer wie der Kreisel. Während die Entfernungen c-b und c'-V gleich lang sind, ist b-V etwas kürzer als c-c'. Liegt das Schiff ruhig, so hängt der Gewichtshebel senkrecht, die Platte e wagerecht und der Kornpaß k senkrecht unter dem Aufhängepunkt d (s. Fig. 1). Verändert der Punkt d seine Lage durch Stoß, Schwanken, Losfahren, Stoppen des Schifies, so bleiben der Kompaß k und das Gewicht g infolge des Beharrungsvermögens zurück; hierbei kommt c tiefer als c' und c-b schräger als c'-V zu liegen (weil b-V kürzer als c-c'), somit können Platte e und Kompaßachse a wagerecht (s. Fig. 2) bleiben. Kehrt der Aufhängepunkt d wieder in seine Ruhelage zurück, oder hat sich die Bewegung dem Kompaß und dem Gewicht mitgeteilt, so schwingen diese von selbst wieder in die ursprüngliche Lage zurück.
Bei der Aufhängung nach Fig. 5 ist der Vorgang ganz ähnlich. Hier liegen c, d, c', g für gewöhnlich in einer senkrechten Linie, ebenso b, k, V. c-b ist gleich c-c' und länger als c'-V. Letztere Entfernung ist gleich b-V. Durch das Ausweichen von d bleiben wieder Kompaß k undGewicht g zurück, c-c' liegt schräg, und da c-b länger ist als c'-V, so kann b-V senkrecht, d. h. die Achse α des Kompasses wagerecht bleiben.
Die in Fig. 3 und 4 dargestellte Ausführungsform entspricht im Prinzip ganz der in Fig. 1 und 2 veranschaulichten, nur ist auf möglichste Ausnutzung des Raumes Rücksicht genommen.
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Das Gewicht g sitzt hierbei unten an einem Ring h, der mittels Zapfen i in einem Ring / hängt. Letzterer ist um eine senkrechte Achse drehbar, und zwar unten auf einer Schraube m und oben mittels Zapfens, an welchem die Kompaßrose ο befestigt ist. Der Kreisel kann sich also aus seiner Ruhelage entfernen (nach beiden Richtungen) und wieder zurückschwingen, wobei seine Achse α stets wagerecht bleibt.
ίο Ablenkungen der Kreiselachse werden durch die Ringe h und I auf die Kompaßrose übertragen.
Das Gehäuse ist oben durch eine Glasscheibe geschlossen, auf der sich der Steuerstrich befindet. Der an dem Gehäuse befestigte Ring p ist mit einem Ring q durch Zug- und Druckfedern verbunden, die den Zweck haben, Erschütterungen von dem Kompaß fernzuhalten bzw. abzuschwächen. Der Ring q ist außen mit
ao Zähnen versehen, in welche ein Sperrzahn r eingreift, um unbeabsichtigte Drehungen des Gehäuses zu verhindern. Durch Druck auf den an dem Zahnrad s sitzenden Knopf kann man dieses mit dem gezähnten Ring q in Eingriff bringen, wobei gleichzeitig der Sperrzahn r nach unten gedrückt wird. Zur Sperrung des Zahnrades s ist ein fester Zahn t vorgesehen. Mit Hilfe von zwei Zahnrädern s, die nach je einer entsprechenden Skala auf der Tischoberfläche einzustellen sind, können die Abweichungen (Fahrt- und Breitenfehler), die auch der ruhig hängende Kreisel zeigt, berichtigt werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Kreiselaufhängung in Kreiselkompassen, bei welcher der Kreisel in einer Ebene angebracht ist, die derart mit einem senkrecht hängenden Gewichtshebel verbunden ist, daß sie bei Lagenänderungen ihre wagerechte oder senkrechte Lage beibehält, dadurch gekennzeichnet, daß der Kreisel durch ein trapez- oder trapezoidförmiges Gelenkviereck mit dem Gewichtshebel verbunden ist, so daß die Kreiselachse bei ballistischen Ausschlägen des Gewichtshebels in horizontaler Lage verbleibt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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