DE2811182C2 - Verfahren zur Herstellung reiner 4,4'-Dihydroxydiphenylalkane bzw. -cycloalkane - Google Patents

Verfahren zur Herstellung reiner 4,4'-Dihydroxydiphenylalkane bzw. -cycloalkane

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Description

Die Erfindung betrifft ein einfaches Verfahren zur Herstellung von 4,4'-Dihydroxidphenylalkanen bzw. -cyclo-
alkanen durch saure Kondensation von Phenolen mit aliphatischen bzw. cycloaliphatischen Ketonen. Diese allgemein als Bisphenole bezeichneten Produkte werden dabei ohne eine zusätzliche Reinigungsoperation bereits in so ausgezeichneter Qualität gewonnen, das sie direkt als Rohstoffe zur Erzeugung hochwertiger Kunststoffe verwendet werden können.
Zur Synthese von Bisphenolen sind sehr verschiedene Methoden hinsichtlich der Wahl der Ausgangsstoffe als auch der Herstellungs- und Reinigungsverfahren entwickelt worden.
Von größerer ökonomischer Bedeutung sind jedoch nur die Verfahren zur Herstellung von Bisphenol A (2^-Bis(4-hydroxyphenyl)-pröpari), insbesondere die Umsetzung von Aceton mit überschüssigem Phenol in Gegenwart stark saurer KondensationsmitteL Zur Beschleunigung der Reaktion werden vorzugsweise Mercaptoverbindungen eingesetzt
Als saure Kondensationsmittel können anstelle von starken Mineralsäuren wie Salz- und Schwefelsäure mit Vorteil wasserfreie, unlösliche, Sulfonsäuregruppen enthaltende Kationenaustauscher eingesetzt werden, deren Verwendung vor allem dazu dient, Korrosionsprobleme zu vermeiden.
Dabei wird die phenol-acetonhaltige flüssige Reaktionsmischung bei erhöhter Temperatur längere Zeit durch ein festes Ionenaustauscherbett geleitet wobei so verfahren wird, daß das entstandene Bisphenol zusammen mit den Nebenprodukten in der phenolischen Schmelze gelöst bleiben muß und daraus nach Abtrennung des Austauschers und anschließender Entfernung von Ausgangsstoffen und Nebenprodukten gewonnen wird (DE-AS 11 86 874). Bei dieser Verfahrensweise wird also ausdrücklich gefordert daß das Auskristallisieren des entstehenden Bisphenols im Austauscherbett verhindert werden muß.
Bei allen bisher bekannten Bisphenol-Herstellungsverfahren werden unerwünschte Nebenprodukte in mehr oder weniger großer Menge gebildet, insbesondere a!s stellungsisomere ο,ρ-Bisphenol und/oder andere Kondensationsprodukte wie Trisphenol, Chromane, Indane sowie höherkondensierte Harze und farbige Verunreinigungen.
So enthält beispielsweise eine Reaktionslösung nach 6-stQndiger Verweilzeit bei 700C im Austauscherbett nach Entfernung von restlichem Aceton, Phenol und Reaktionswasser Kondensationsprodukte in folgender Zusammensetzung:
40
Bisphenol A (p,p-Verbindung) 76,2%
o,p-Bisphenol 12,8%
Indan- und Spiroindan-Verbindungen 4,1%
Chromane 1,6%
Trisphenol 13%
sonstige Nebenprodukte 4,0%
Dieses so verunreinigte rohe Bisphenol muß in der Regel vor der weiteren Kondensation zu einem Kunststoff gereinigt werden.
so Bei der Qualitätsbeurteilung sind aber nicht nur die Mengen, sondern besonders auch die Art der Verunreinigungen von Bedeutung. So ist ein gewisser Anteil von o,p-3isphenol nur wenig schädlich, da dieses sich bei der Weiterverarbeitung ähnlich wie die ρ,ρ-Verbindung verhält. Beimengungen von mono- und trifunktionellen S'ibstanzen wirken sich meist erheblich ungünstiger aus. Aber auch die schwer definierbaren höherkondensierten, z.T. harzartigen Nebenprodukte sind von großem Nachteil, da sie bereits in geringer Beimengung eine starke Verfärbung der Reaktionsprodukte verursachen.
Um daher ein technisch brauchbares Bisphenol zu erhalten, das zur Erzeugung hochwertiger Kunststoffe wie Polycarbonate und Triazinharze geeignet ist, sind aufwendige Reinigungsoperationen erforderlich. Besonders wirksam ist die Kristallisation von Bisphenol-Phenol-Addukten aus phenolischer Lösung. Hierbei verbleiben die Nebenprodukte in der Mutterlauge und können entweder in alkalisch wäßriger Lösung thermisch zu Phenol und Aceton zurückgespalten oder nach teilweiser Umlagerung zum ρ,ρ-Bisphenol in den Reaktionsprozeß zurückgeführt werden.
Eine solche Recyclisierung der Nebenprodukte in den Reaktionsprozeß ist bereits in älteren Herstellungsverfahren beschrieben worden und findet auch beim Inonenaustauscherverfahren Anwendung. Die Methode hat den Nachteil, daß zur Erzielung eines hohen Rohstoffumsatzes viel Bisphenol im Kreis gefahren wird und dazu große Mengen von Reaktionslösungen destilliert und kristallisiert werden müssen. So werden beispielsweise bei einem 50%igen Umsatz von Aceton mit Phenol bei 70—75°C im Austauscherbett ca. 25,7% des gebildeten Bisphenols zusammen mit den Nebenprodukten, d. h. 53,7% des gesamten Umsatzproduktes in den Reaktionsprozeß zurückgeführt.
Aber auch andere Reinigungsmethoden, wie das Umkristallisieren oder Extrahieren mit verschiedenen Lösungsmitteln sowie die Hochvakuumdestillation erfordern einen hohen technischen Aufwand.
Überraschenderweise geling es nun, durch Kondensation von Aceton und Phenol in Gegenwart von Kationenaustauscherharzen in einfacher Weise ein Bisphenol zu erzeugen, das nur etwa ein Zehntel der sonst üblichen Verunreinigungen enthält und daher ohne eine besondere Abtrennung von Nebenprodukten direkt zur Herstellung hochwertiger Kunststoffe eingesetzt werden kann.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung reiner 4.4'-Dihydroxydiphenylalkane bzw. -cycloalkane durch Kondensation von Phenolen, die eine freie p-Stellung besitzen, mit aliphatischen bzw. cycloaliphatischen Ketonen im Molverhältnis 3 bis 8 zu 1 in Gegenwart eines unlöslichen wasserfreien sauren Kationenaustauscherharzes, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Umsetzung bei einer Reaktionstemperatur durchführt, bei welcher das entstehende Bisphenol bereits im Austauscherharzbett auskristallisiert und das entstandene Bisphenol anschließend durch Lösen oder Schmelzen von dem Austauscherharz abtrennt.
Die erfindungsgemäße Umsetzung zu Bisphenol wird nun in der Weise durchgeführt, daß man die zunächst meist flüssige Mischung aus Carbonylverbindung und Phenol zweckmäßig zwischen 0 und 500C, vorzugsweise bei 15—300C mit dem Austauschermaterial durchmischt und am besten durch mechanische Bewegung dafür sorgt, daß beide Phasen gut miteinander in Berührung bleiben. Dabei muß beachtet werden, daß die Temperatur in dem angegebenen Bereich immer so gewählt und eingehalten wird, daß das entstehende Bisphenol im Austauscherbett auskristallisiert. Durch einen einfachen Vorversuch ist die entsprechende Temperatur für das jeweilige Bisphenol schnell festzustellen. Selbstverständlich ist es auch möglich, das Phenol separat in flüssiger oder fester Forfi* oder zusammen mit dem Austauscher in den Reaktionsraum einzubringen. Schon wenige Minuten danach ist ein Temperaturstieg zu beobachten, und das Bisphenol beginnt als Bisphenol-Phenol-Addukt in zunehmendem Maße auszukristallisieren.
Es ist vorteilhaft bei einem Molverhältnis von Phenol zu Keton von höchstens 8:1, bevorzugt zwischen 5 :1 und 3 :1 zu arbeiten.
Bei Verwendung sehr hoher Überschüsse von Phenol (10:1 und höher) ist sogar eine nachteilige Vermehrung der Nebenprodukte zu beobachten. Dieses überraschende Phänomen ist wohl dadurch zu erklären, daß unter den gegebenen Bedingungen die Reaktionsprodukte im Austauscherbett nicht vollständig genug auskristallisieren. Aus diesem Grunde wird bei größerem Phenolüberschuß (4 :1 und mehr) auch eine Reaktionstemperatur angestrebt, die unterhalb der Schmelztemperatur des Phenols liegt, während bei geringerem Phenoleinsatz auch höhere Temperaturen günstig sind, soweit ein Durchkristallisieren des Reaktionsgutes nicht beeinträchtigt wird.
Überraschend is« weiterhin, daß der Kationenaustauscher, obwohl er zu Beginn der Reaktion durch Aufnahme von Phenol und Carbonylverbindune stark aufgequollen ist, durch die nachfolgende Kristallisation des Kondensationsproduktes nicht zerstört wird, so daß er nach Entfernung des Reaktionswassers ohne weiteres wieder eingesetzt werden kamt.
Als Ausgangsverbindungen könnet· aliphatische und cycloaliphatische Ketone der allgemeinen Formel (1)
R —C —R1 0)
in der
R und R1, gleich oder verschieden, für einen aliphatischen Rest mit Ci — C10 oder einen cycloaliphatischen Rest mit Cs-Ce stehen,
bevorzugt eingesetzt werden. Besonders geeignet sind Ketone wie Aceton, Methyläthylketon, Methyl-n-propylkcton. Cyclohexanon.
Als Phenole mit einer freien p-Stellung werden vorzugsweise Verbindungen der allgemeinen Formel (II) verwendet:
(R2)n (Π)
in der
R2 für einen aliphatischen Rest mit Ci -Ce, vorzugsweise Methyl-, tert.-Butyl-, Isopropyl,
η für 0 oder eine ganze Zahl von 1 —4 stehen.
Besonders bevorzugt werden Phenol und o-Kresol.
Als saure Austauscherharze eignen sich besonders unlösliche, wasserfreie sulfonierte Kationenaustauscherharze wie sulfonierte Styrol- Divinylbenzolharze, sulfonierte vernetzte Styrolpolymerisate, Phenol-Formaldehydsulfonsäureharze und Benzol-Formaldehydsulfonsäureharze.
Die Reaktionsgeschwindigkeit kann durch Zusatz der bekannten schwefelhaltigen Katalysatoren beschleunigt werden. Sie ist darüber hinaus auch abhängig von Art und Menge des ICationenaustauscherharzes. sowie von der Reaktionstemperatur. Vor allem aber wirkt sich der Wassergehalt des Austauschers auf die Komiensationsgeschwindigkeit aus. Es sollte zu Beginn nicht mehr als 1% betragen, da sich die Reaktion schon bei 3—4% Wassergehalt deutlich verlangsamt Zweckmäßigerweise werden zur besseren Ausnutzung der Betriebsapparatur große Mengen des Austauscherharzes, das meist in Form kleinster Perlen hiergestellt wird und daher leicht zu handhaben ist, im Kreisprozeß gefahren, wobei es vor der Wiederverwendung getrocknet werden muß. Reiiktionsmischungen, bei denen die ein- bis mehrfache Austauscherharzmenge bezogen auf entstehendes Bisphenol verwendet wird, sind dabei durchaus praktikabel und vorteilhaft.
ίο Zur Beschleunigung der Reaktion kann es auch nützlich sein, zunächst bei erhöhter Temperatur zu beginnen und danach durch fortlaufende Kühlung ein möglichst vollständiges Durchkristallisieren des Kondensationsproduktes im Austauscherbett zu bewirken.
Die Aufarbeitung des Gemisches aus festem Reaktionsprodukt und Austauschermaterial geschieht sehr einfach durch Hrrauslösen des kristallinen Kondensationsproduktes mit Hilfe inerter Lösungsmittel. Hierzu eignen sich viele aliphatische und aromatische Äther, Ester, Kohlenwasserstoffe und Halogenkohlenwasserstoffe, aber auch verschiedene andere Verbindungen, soweit sie Bisphenole und/oder ihre Addukte lösen. Vorzugsweise werden Cyclohexan, Benzol, Toluol, Xylol, ChlorbenzoL o-Dichlorbenzol, Diäthyläther, Diisopropyläther, Diphenyläther, Dioxan, Tetrahydrofuran, Äthylacetat verwendet.
Prinzipiell eignen sich hierzu auch Phenole und bzw. oder Carbonylverbindungen gegebenenfalls unter Zusatz anderer Lösungsmittel.
Problemlos kann man den Löseprozeß bei Temperaturen unterhalb 400C mit geeigneten Lösungsmittel durchführen, da hierbei das entstarviene Bisphenol immer ohne Schädigung von dem Austauschermaterial abgetrennt werden kann.
Um den Vorgang jedoch rascher und bisweilen auch vollständiger zu bewirken, arbeitet man zweckmäßiger bei höheren Temperaturen, wie 100— 1300C, wobei sich, verfahrenstechnisch vorteilhaft, zugleich das Reaktionswasser destillativ oder extraktiv aus dem Austauscherharz entfernen läßt
Hierbei sollte man allerdings sehr darauf achten, daß man nicht den Vorteil der erfindungsgemäßen Festphasenreaktion, bei welcher ein wesentlich reineres Bisphenol als bei der bisher üblichen Reaktion in der flüssigen Schmelze erhalten wird, dadurch wieder zunichte macht daß man das Reaktiorisprodukt durch längeres Verweilen in der heißen Lösung in Gegenwart des Austauschers thermisch schädigt indem dabei die erwähnten unerwünschten Nebenprodukte vermehrt gebildet werden. Eine schonende und rasche Aufarbeitungsweise, besonders bei einem wasserarmen reaktiveren Austauscher, ist deshalb unbedingt erforderlich.
Die gleiche Vorsichtsmaßnahme ist vor allem auch dann zu beachten, wenn man das Reaktionsprodukt, anstatt es zu lösen, durch Erwärmen aus dem festen Reaktionsgemisch herausschmelzen will. Erst nach Abtrennung des Austauschers ist das Produkt thermisch stabil.
Zur Gewinnung des hergestellten Bisphenols wird die vom Austauscher abgetrennte Lösung bzw. Schmelze in an sich bekannter Weise durch Destillation oder Extraktion vom Lösungsmittel und von noch vorhandenen Ausgangsprodukten befreit, wobei das Bisphenol als ein überraschend helles und reines Rohprodukt zurückbleibt.
Die so erhaltenen Produkte liefern ohne Zwischenreinigung wasserhelle alkalische Lösungen, aus denen ohne Schwierigkeit hochmolekulare Polycarbonate, Polytriarinharze und hochwertige Epoxidharze hergestellt werden können, was mit nach anderen Verfahren gewonnenen Rohprodukten nicht gelingt
B e i s ρ i e 1 1
Um den Einfluß des Molvorhältnisses bei der Kondensation von Phenol mit Aceton am Ionenaustauscher zu ermitteln, wurden in einer Versuchsserie die in der nachfolgenden Tabelle angeführten Mengen umgesetzt.
Dazu wurden ai's Phenol und Aceton entsprechende flüssige Mischungen von 20°c hergestellt und jeweils mit
30 g eines wasserfreien Kationenaustauschers und 25 mg Mercaptopropionsäure in einer 500 ccm-Glasflaschc (0 7 cm) vermengt und die Temperatur des Breies auf 3O0C eingestellt. Anschließend wurde das Gemisch ohne weiteres Kühlen oder Erwärmen von außen durch Rollen des Gefäßes (25 UpIM) 3 Stunden bewegt und dabei dei Verlauf der Reaktionstemperatur verfolgt
Als saures Kationenaustauscherharzmittel wurde ein su'.foniertes Styroldivinylbenzol-Copolymerisat mit 4,2 Millival Säure pro Gramm verwendet (Typ Lewatit SC 102/H<R>, Perlendurchmesser 03 bis 1,2 mm), das durch Waschen mit Phenol vorgetrocknet und anschließend mit Toluoldanrsf im Vakuum bis auf 3;i% wasserfrei gemacht wurde.
Nach dreistündiger Reaktion wurde die verhärtete Reaktionsmasse grob zerkleinert, darauf eine Stunde mit
150g Diisopropyläther in der Flasche wie oben bewegt, wobei das Reaktioinsprodukt gelöst wurde. Durch anschließendes Filtrieren und Nachwaschen mit 50 g Äther wurde ein- Lösung: erhalten, die durch Destillation bei 80—100°C vom Lösungsmittel und danach im Vakuum bis 160°C von noch vorhandenem Aceton und Phenol befreit wurde.
Aus der Menge des Rückstandes wurde der Umsatz bezogen auf eingesetztes Aceton festgestellt. Durch gaschromatographische Analyse wurde die Zusammensetzung des Reaktionsproduktes ermittelt.
Molverhältnis 1,5: 1
Phenol: Aceton 48,8
Phenol (g) 20,0
Aceton (g) 30
Austauscher (g) 30-35
Reaktionstemperatur (0C) 3
Zcit(Stdn.) 33,9
Umsatz (%) 93,73
p,p-Bisphenol (%) 6,27
Nebenprodukte
28 11 182 5:1
3:1 58,8
56,4 7,3
11,6 30
30 30-40
30-37 3
3 75,5
65,2 99,37
98,47 0,63
1,53
8:1 11:1
62.2 64,2
4.8 3,b 5
30 30
30-35 30-35
3 3
80,5 80,8
98,95 92,80 io
1,05 7,20
Unter den in Spalte 3 angegebenen Bedingungen (Molverhältnis Phenol: Aceton = 5 : 1) wurde eine größere Menge Bisphenol A mit folgender durch Gaschromatographie ermittelter Zusammensetzung hergestellt:
Bisphenol A (pp-Verbindung) 99,37%
o,p-Bisphenol 0,38%
Indanverbindungen 0,06%
Chromane 0,01 %
Trisphenol 0,01%
sonstige Nebenprodukte 0,18%.
45,6 g dieses Bisphenols wurden in 246 g einer 6,5%igen Natronlauge gelöst und mit 457 g Methylenchlorid und 0,99 g p-tert.-Bulylphenol unter Kühlen bei 24 bis 250C gerührt. Nun wurden innerhalb von 30 Minuten 25,7 g gasförmiges Phosgen eingeleitet und dabei durch Zugeben von wenig 6,5%iger Natronlauge der pH-Wert der Mischung zwischen 13 und 13,5 gehalten. Darauf wurden 4 ecm einer 4%igen wäßrigen Triäthylaminlösung zugefügt und weitere 45 Minuten gerührt. Anschließend wurde die untere organische Phase abgetrennt und mehrmals mit destilliertem Wasser salzfrei gewaschen.
Danach wurde das Polycarbonat durch Abdestillieren des Lösungsmittels in üblicher Weise gewonnen. Es wurde ein sehr helles und klares Produkt mit der relativen Viskosität (0,5% in Methylenchlorid) von 1,296 erhalten, wie es für ein hochwertiges Polycarbonat vorausgesetzt wird.
Beispiel 2(Vergleich)
In Analogie zum Beispiel 1 wurden Phenol und Aceton im Molverhältnis 8 :1 umgesetzt, jedoch unter Erwärmung durch Berieselung der rotierenden Flasche mit 75° heißem Wasser, so daß das Reaktionsprodukt zusammen mit den nicht umgesetzten Ausgangsprodukten bis zum Schluß flüssig blieb. Nach 3 Stunden wurden aus 4,8 g Aceton und 62,2 g Phenol Aiii 30 g Austauscher und 25 mg rvlercapiöpröpiönääure durch Extraktion mit Diisopropyläther und anschließender Destillation ein Rückstand erhalten, der in Bezug auf eingesetztes Aceton einem Umsatz von 82% entsprach. Das Kondensationsprodukt enthielt 27,6% Nebenprodukte und war im Gegensatz zu dem entsprechenden wasserhellen Bisphenol aus Beispiel 1 braun verfärbt. Die Zusammensetzung der Nebenprodukte entspricht den in der Tabelle zu Beginn der Beschreibung angeführten Werten. Eine Herstellung von hochmoleklarem Polycarbonat, wie sie unter Beispiel 1 beschrieben wird, gelang mit diesem Bisphenol nicht. Es wurden nur niedrigviskose Schmieren (i/ni£ 1.17) von dunkler Farbe erhalten, die nicht als thermoplastischer Kunststoff zu verwenden sind.
Beispiel 3
In einer Versuchsreihe wurden wie in Beispiel 1 32,9 g Phenol mit 5,8 g Aceton (Molverhältnis 3,5 :1) mit 30 g Austauscher und 25 mg Mercaptopropionsäure 6 Stunden bei Raumtemperatur umgesetzt, die feste Reaktionsmischung anschließend mit 100 g Toluoldampf extrahiert und aus der gewonnenen toluolischen Lösung das Kondensationsprodukt durch Destillation als Rückstand gewonnen. Der ausgedampfte Austauscher wurde mit trockenem Stickstoff kalt geblasen und für einen neuen Ansatz mit frischem Aceton und Phenol verwendet Es wurden auf diese Weise 30 Ansätze hintereinander mit demselben Austauscher gefahren und dabei festgestellt, daß bis zum Schluß mit großer Konstanz jeweils 68% des eingesetzten Aceton umgesetzt wurden und ein stets weißes Bisphenol-Rohprodukt erhalten wurde, das im Durchschnitt 2,4% Nebenprodukte enthielt.
55 Beispiel 4
Mit der in Beispiel 1 geschilderten Reaktions- und Aufarbeitungsweise wurden folgende andere Bisphenole hergestellt:
a) 4,4r-Dihydroxydiphenyl-cyclohexan-l,l aus 9,82 g Cyclohexanon und 37,6 g Phenol. 23 g Austauscher. Reaktionszeit 24 Stdn, Umsatz 82.6%, Nebenprodukte 037%.
b) 4,4'-Dihydroxydiphenyi-butan-2^ aus 7,21 g Methyläthylketon und 37,6 g Phenol, 23 g Austauscher, Reaktionszeit 24 Stdn, Umsatz 78,7% Nebenprodukte 0,69%.
c) 4,4'-Dihydroxydiphenyi-peian-2^ aus 8,62 g Methyi-n-propyiketon und 37,6 g Phenol, 23 g Austauscher, Reaktionszeit 24 Stdn, Umsatz 75,1 %, Nebenprodukte 352%.
d) 4,4'-Dihydroxy-22'-Dimethyldiphenyl-propan-2^ aus 5,8 g Aceton und 43,26 g o-Kresol. 23 g Austauscher, Reaktionszeit 24 Stdn, Umsatz 623%, Nebenprodukte 6,83%.

Claims (1)

10
Patentanspruch:
Verfahren zur Herstellung reiner 4.4'-DihydroxydiphenylaIkane bzw. -cycloalkane durch Kondensation von Phenolen, die eine freie p-Stellung besitzen, mit aliphatischen bzw. cycloaliphatischen Ketonen im Molverhältnis 3 bis 8 zu 1 in Gegenwart eines unlöslichen wasserfreien sauren Kationenaustauscherharzes, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung bei einer Reaktionstemperatur durchführt, bei welcher das entstehende Bisphenol bereits im Austauscherharzbett auskristallisiert und das entstandene Bisphenol anschließend durch Lösen oder Schmelzen von dem Austauscherharz abtrennt
DE2811182A 1978-03-15 1978-03-15 Verfahren zur Herstellung reiner 4,4'-Dihydroxydiphenylalkane bzw. -cycloalkane Expired DE2811182C2 (de)

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