DE2934793C2 - Verwendung eines Verfahrens zur Schnellentgasung von Kohlenstaub zur Prozeßwärmebereitstellung für die Gewinnung von flüssigen Kohlenwasserstoffen durch Kondensation von Kohlenwasserstoffdämpfen - Google Patents
Verwendung eines Verfahrens zur Schnellentgasung von Kohlenstaub zur Prozeßwärmebereitstellung für die Gewinnung von flüssigen Kohlenwasserstoffen durch Kondensation von KohlenwasserstoffdämpfenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung eines Verfahrens zur Schnellentgasung von Kohlenstaub mit
Korngrößen <1000μη-ι zur Prozeßwärmebereitstellung
für die Gewinnung von flüssigen Kohlenwasserstoffen durch Kondensation von Kohlenwasserstoffen,
die bei der Schnellentgasung von Kohlenstaub entstehen.
Es sind Schwel-Verfahren bekannt, die auf der Behandlung von Kohlenstaub in einer Entgasungsstufe
beruhen. Die Bereitstellung der Prozeßwärme geschieht dabei auf verschiedene Art und Weise.
Bei einem ersten Verfahren wird so vorgegangen, daß die Prozeßwärme auf den zu entgasenden Kohlenstaub
mittels eines mechanischen Mischorganes übertragen wird. Beim Einsatz backender Kohlen treten jedoch in
dem Mischorgan Schwierigkeiten auf, die sich durch den
mechanischen Vorgang bei diesem Mischorgan nicht beheben lassen. Überdies sind größere Kohlenstaubdurchsätze
durch die ausführbare Apparategröße stark eingeschränkt. Die Übertragung der Prozeßwärme auf
den Kohlenstaub erfolgt in dem Mischorgan über einen festen Wärmeträger, Koks, der als Teilstrom aus der
ersten Verfahrensstufe bereitgestellt wird. Die übertragbaren Wärmemegen sind aber beschränkt, zum
einen durch die Begrenzung des aus der ersten Verfahrensstufe stammenden Produktstromes und zum
anderen durch die eingeschränkte Temperaturbeiastbarkeit des Mischorganes.
Bei einem zweiten bekannten Verfahren erfolgt die Wärmeübertragung im Flugstrom. Hierbei wird, wie im
dem Verfahren zuvor, die Prozeßwärme über den aus einer ersten Verfahrensstufe stammenden Feststoff
bereitgestellt. Die Einbringung dieses Feststoffes, Koks, in die Entgasungsstufe erfolgt durch ein prozeßfremdes
Fördermittel, wie beispielsweise Stickstoff, dessen Bereitstellung sehr kostenaufwendig ist.
Beiden genannten Verfahren ist gemeinsam, daß die bei der Aufheizung des festen Prozeßwärmeträger
Koks entstandenen Rauchgase vor der Einbringung des festen Wärmeträgers in die Entgasungsstufe abgetrennt
werden. Dadurch geht die fühlbare Wärme der Rauchgase für den Entgasungsvorgang verloren.
Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die Ausbeute der bei einer Entgasung von
Kohlenstaub gewinnbaren Kohlenwasserstoffdämpfe unter der Voraussetzung zu maximieren, daß die dafür
benötigte Prozeßwärme auf eine verfahrenstechnisch günstige Art und Weise bereitgestellt wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird nach der Erfindung vorgeschlagen, daß zur Prozeßwärmebereitstellung für
die Gewinnung von flüssigen Kohlenwasserstoffen durch Kondensation von Kohlenwasserstoffen, die bei
der Schnellentgasung von Kohlenstaub entstehen, ein Verfahren zur Schnellentgasung von Kohlenstaub mit
Korngrößen < 1000 μιη Verwendung findet, bei dem die
gesamte, für die Schnellentgasung von Kohlenstaub erforderliche Prozeßwärme der Entgasungsstufe direkt
mit dem gesamten in einer vollständigen oder teilweisen Kohlen- oder Koks-Flugstaubschnellvergasung erzeugten
Produktstrom zugeführt wird.
Nach der Erfindung wird femer vorgeschlagen, daß
bei Verwendung eines Verfahrens zur Schnellentgasung von Kohlenstaub die Übertragung der Prozeßwärme
bei der Schnellentgaüung von Kohlenstaub im Flugstrom
oder in einer Wirbelschicht, vorzugsweise in einer zirkulierenden Wirbelschicht, erfolgt In Abhängigkeit
von den für den Entgasungsvorgang benötigten Verweilzeiten wird der Entgasungsprozeß entweder im
Flugstrom bei kurzen Verweilzeiten oder in der Wirbelschicht bei langen Verweilzeiten durchgeführt.
Dadurch, daß ein Verfahren zur Schnellentgasung von Kohlenstaub mit Korngrößen
< 1000 μιη, bei dem die Prozeßwärme für einen Entgasungsprozeß insgesamt
und direkt aus dem von einem vorgeschalteten Kohlen- oder Koks-FlugstaubschnellvergasungsprczeS
stammenden Produktstrom genommen wird crf.r. dungsgemäß Verwendung findet, werden die ober.
beschriebenen Nachteile der bekannten Verfahren vermieden. Anhand der in den Zeichnungen dargestellten
Figuren ist die erfindungsgemäße Verwendung eines Verfahrens zur Schnellentgasung von Kohlenstaub
nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 in schematischer Darstellung eine erste mögliche Ausführungsform den Verfahrensablauf des
erfindungsgemäßen Verfahrens in Verbindung mit einer Verbundanlage,
Fig.2 in schematischer Darstellung eine zweite
mögliche Ausführungsform den Verfahrensablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens in Verbindung mit einer
Verbundanlage.
Bei der in der F i g. 1 dargestellten Verbundanlage erfolgt die Prozeßwärmebereitstellung in einem
Schnellvergaser 1. Von dort gelangt die Wärme unmittelbar in einen Reaktor 2, dem wahlweise in 4
voroxidierter Kohlenstaub über die Leitung 4 zugegeben wird. Der aus dem Reaktor 2 austretende
Produktstrom, der sich aus Koks, Gas und Kohlenwasserstoffdämpfen'
zusammensetzt, wird zunächst in eine Trennstation 5 geleitet, wo der Feststoff abgeschieden
wird. Der Feststoff (Koks) kann seinerseits dem Schnellvergaser 1 über die Leitung 18 und 6 ganz oder
teilweise zugeführt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Koks über die Leitung 19 und 7 einem
Dampferzeuger 8 mit einer Dampfturbine 29 als Brennstoff zuzuführen, wobei der heiße Koks vorher in
einem Wärmetauscher 9 mit der in der Leitung 10 geförderten Luft für die Schnellvergasung abgekühlt
worden ist. Die aus der Trennstation 5 abgeführten Gas- und Dampfanteile des Produktstromes werden in eine
Station 11 geleitet, wo die Kohlenwasserstoffdämpfe ausgekondensiert und über die Leitung 12 einer
weiteren Verwertung zugeführt werden. Das verbleibende Gas wird über die Leitung 13 einer Gasreinigung
14 zugeleitet und über die Leitung 15 entweder einer Gasturbine 16 oder als Brennstoff dem Dampferzeuger
8 zugegeben. Das in der Leitung 13 befindliche ungereinigte Gas wird als Teilstrom über die Leitung 17
als Trägergas dem aus der Trennstation 5 über die Leitung 18 oder die Leitung 19 anfa'Jenden Koks
zugemischt und dem Schnellvergaser t über Leitung 6 oder dem Dampferzeuger 8 über Leitung 7 zugeführt.
Die in der Fig.2 dargestellte Verbundanlage unterscheidet sich gegenüber der in der F i g. 1
dargestellten dadurch, daß dem Reaktor 2 die in der Schnellvergasung 1 bereitgestellte Prozeßwärme in
Teilströmen 20,21,22 zugegeben wird.
Dem aus der Schnellvergasung 1 austretenden gasförmigen Produktstirom kann auch im Schnellentgaser
2 hergestelltes und eventuell im Wärmetauscher 9 erhitztes Gas über die Leitung 23 zugegeben werden.
Es besteht auch die !Möglichkeit, über die Leitung 24
in den Schnellvergaser 1 direkt oder in den aus diesem sustretenden Produktstrom Wasserdampf oder andere
dampf- oder gasförmige Stoffe zuzugeben
Das durch den Wärmeaustauscher 9 geführte Gas kann beispielsweise über die Leitung 25 einer
Luftvorwärmung 26 zugegeben werden, um die ebenfalls über den Wärmeaustauscher 9 geführte Luft
für die Schnell vergasung weiter vorzuwärmen.
In einer weiteren Verfahrensvariante wird ein Teilstrom von über die Leitung 6 rückgeführtem Gas
und Koks über Leitung 27 dem wahlweise in 3 voroxidierten in Leitung 4 transportierten Kohlenstaub
zugemischt
Ferner kann aus der Leitung 4 wahlweise in 3 voroxidierter Kohlenstaub über Leitung 28 für den
Anfahrvorgang oder als teilweiser oder vollständiger Ersatz von rückgeführtem Koks in den Schnellvergascr
eingeführt werden.
Die Vorteile, die mit der Erfindung erreicht werden, bestehen darin:
1. Kohle wird als Kraitwerkbrennstoff vor ihrer
energietechnischen Nutzung ihre hochwertigen flüssigen Kohlenwasserstoffe entzogen.
2. Beim Aufbereitungsprozeß der Kohle — Entgasung
— wird durch die Verfahrensführung eine gleichzeitige Brennstoffentschwefelung erzielt, die
zu einer wesentlich geringeren SCVBelastung im Rauchgas der Feuerung des Dampferzeugers führt.
Die Nachschaltung einer Rauchgasentschwefelungsanlage kann dadurch gegebenenfalls entfallen.
3. Durch das bei dem Behandlungsprozeß der Kohle gewonnene Gas schafft man die Möglichkeit, die
Stromerzeugung im Kombiprozeß durchzuführen. Dies führt bekannterweise zu einer erheblichen
Verbesserung des Gesamtwirkungsgrades einer solchen Verbundanlage.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verwendung eines Verfahrens zur Schnellentgasung von Kohlenstaub mit Korngrößen
< 1000 μιη, bei dem die gesamte, für die Schnellemgasung
von Kohlenstaub erforderliche Prozeßwärme der Entgasungsstufe direkt mit dem gesamten in
einer vollständigen oder teilweisen Kohlen- oder Koks-Flugstaubschnellvergasung erzeugten Produktstrom
zugeführt wird, zur Prozeßwärmebereit- ίο
stellung für die Gewinnung von flüssigen Kohlenwasserstoffen durch Kondensation von Kohlenwasserstoffen,
die bei der Schnellentgasung von Kohlenstaub entstehen.
2. Verwendung eines Verfahrens nach Anspruch 1, bei der die Übertragung der Prozeßwärme bei der
Schnellentgasung von Kohlenstaub im Flugstrom oder in einer Wirbelschicht, vorzugsweise in einer
zirkulierenden Wirbelschicht, erfolgt
20
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