DE2941704C2 - Abgasturbolader mit Turbinen-Bypass für Brennkraftmaschinen - Google Patents
Abgasturbolader mit Turbinen-Bypass für BrennkraftmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Abgasturbolader gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Abgasturbolader werden in zunehmendem Maße im Zusammenhang mit Kraftfahrzeug-Brennkraftmaschinen
eingesetzt. Der Druck der Auspuffgase der Maschine dreht eine Abgasturbine, die unmittelbar mit
dem Pumpenrad eines Luftverdichters in Verbindung steht, der komprimierte Ansaugluft dem Einlaß der
Maschine zuführt und dadurch die verfügbare Luftmenge und damit die Leistung der Maschine erhöht.
Die durch den erhöhten Ladedruck bewirkte Leistungssteigerung nimmt jedoch nicht linear über den
gesamten Drehzahlbereich zu. Daher ist ein Ladedruck oberhalb eines bestimmten Grenzwertes unerwünscht,
und zwar insbesondere deshalb, weil bei Benzin-Brennkraftmaschinen die Möglichkeit einer unerwünschten
Frühzündung besteht und diese Möglichkeit mit zunehmendem Ladedruck wahrscheinlicher wird. Es ist
daher bekannt, bei zunehmendem Ladedruck einen zunehmend größeren Anteil der Auspuffgase an der
Turbine vorbeizuführen. Dies geschieht mit Hilfe eines Auslaßventils in einer die Turbine umgehenden
Bypass-Leitung. Dieses Auslaßventil wird durch ein Betätigungsorgan gesteuert, das auf einen Druck der
Ladeluft oberhalb eines vorgegebenen Grenzwertes anspricht und das Auslaßventil öffnet, so daß eine
weitere Zunahme des Turbinendrehmoments verhindert wird.
Das Betätigungsorgan ist im allgemeinen derart aufgebaut, daß der Druck der Ladeluft eine Membran
τ verschiebt, die das Auslaßventil steuert Ein Problem bei
herkömmlichen Vorrichtungen diese«1 Art besteht darin,
die richtige Anbringung des Betätigungsorgans sicherzustellen. Andernfalls ist die Arbeitsweise und Lebensdauer
unzureichend.
ίο F i g. 1 der Zeichnung, auf die später näher eingegangen
werden soll, zeigt beispielsweise ein Betätigungsorgan, das zusammen mit einer Abdeckplatte mit Hilfe
von Schrauben 3 über einen Arm 4 an einem Gehäuse des Luftkompressors des Turboladers befestigt ist Eine
is Ventilstange 5 erstreckt sich von dem Betätigungskanal
1 in den Bypass- oder Umgehungs-Kanal 7 und trägt an ihrem Ende innerhalb des Kanals 7 einen Ventilteller 6,
der den Kanal öffnet oder schließt Eine Steuerdruckleitung 8 führt die unter Druck stehende Luft von dem
Kompressor zu. Die Vorrichtung der F i g. 1 besteht aus verhältnismäßig vielen Einzelteilen und erfordert
erhebliche Sorgfalt bei der Montage. Insbesondere ist es schwierig, das Betätigungsorgan in die richtige Position
zu bringen, so daß die Ventilstange 5 gleichmäßige Hübe durchführt Unzureichende Steifigkeit des Armes
4 kann die Bewegung der Ventilstange 5 beeinträchtigen. Wenn das Betätigungsorgan demontiert und
anschließend wieder montiert oder durch ein anderes Betätigungsorgan ersetzt werden soll, besteht die
jo Gefahr, daß es in einer gegenüber der Ausgangsposition geringfügig versetzten Position angebracht wird oder
einen geringfügig anders eingestellten Ansprechdruck aufweist, da übliche Herstellungstoleranzen in Kauf
genommen werden müssen. Da das Betätigungsorgan in der Nähe des Umgehungs-Kanals montiert werden
muß, besteht die Gefahr, daß es der Wärmestrahlung der Auspuffgase ausgesetzt wird. Die Wärme, die
unmittelbar an das Auslaßventil gelangt, wird über die Ventilstange an die Membran Oberwagen, so daß diese
weich werden kann und vielfach zerstört wird.
F i g. 2 zeigt ein anderes bekanntes Betätigungsorgan 11, dessen Gehäuse 11a über einen Ansatz 12a an dem
Turbinen-Gehäuse 12 mit Hilfe eines Haltebandes 13 befestigt ist. Diese Vorrichtung ist insoweit noch
ungünstiger als diejenige der F i g. 1, als die Temperatur der Auspuffgase (800-9000C) über das Turbinen-Gehäuse
12, das Gehäuse 11a des Betätigungsorgans und
die verhältnismäßig kurze Ventilstange 5 auf die Membran 14 übertragen wird, deren Funktionsfähigkeil
dadurch stark beeinträchtigt wird.
Im übrigen haben beide bekannten Lösungen den Nachteil, daß die Steuerdruckleitung 8 zur Zuführung
des Ladedrucks in ihrer Form relativ kompliziert ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
V) Abgasturbolader der gattungsgemäßen Art derarl
auszubilden, daß trotz vereinfachter Montage die Funktionsfähigkeit des Bypass-Systems sicherer wird.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus dem kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs.
ho Bei dem erfindungsgemäßen Abgasturbolader wird
die dem Betätigungsorgan des Ventils zugeführte Wärme und insbesondere die in Richtung der Membran
gelangende Wärme absorbiert durch das auf verhältnismäßig niedriger Temperatur liegende Kompressorge-
*> hause, so daß die Membran gegenüber Beschädigung
und Zerstörung geschützt wird. Im übrigen ist es nicht notwendig, besondere Sorgfalt auf die Positionierung
des Ventil-Bctätigiingsorgans zu verwenden, so daß die
Montage in einfacher Weise erfolgen kann. Das Betätigungsorgan für das Ventil ist kompakt ausgebildet
und besteht aus verhältnismäßig wenigen Teilen, so daß auch insoweit die Montage erleichtert wird. Die
Hubbewegung des Ventilbetätigungsorgans wird durch äußere Einflüsse nicht beeinträchtigt
Aus der US-PS 24 70 565 ist ein Kompressor bekannt, der ein Ventil aufweist, das bei erhöhten Gegendrücken
oder Druckwellen, die von einem nachgeschalteten Verbraucher ausgehen, den Auslaß des Kompressors
unmittelbar mit dem Einlaß verbindet und damit eine Beeinflussung des Kompressor-Laufrades verringert
Die öffnung dieses Ventils liegt unmittelbar in dem Kompressor-Gehäuse, während das Gehäuse des
Betätigungsorgans direkt an das Kompressorgehäuse angeflanscht ist Obgleich damit eine zusammenhängende
Gehäuseeinheit für den Kompressor und das Ventil mit dessen Betätigungsorgan entsteht, beruht diese
Konstruktion erkennbar nicht auf thermischen Erwägungen, sondern darauf, daß eine Kompressor-Umgehung,
und nicht eine Turbinen-Umgehung verwendet wird. Die Steuerung eines Umgehungs-Kcnals der
Turbine mit einem am Kompressorgehäuse angebrachten Betätigungsorgan wird damit nicht nahegelegt Im
übrigen verlaufen die Steuerdruckleitungen des Betätigungsorgans von diesem frei zu dem Verbraucher.
Insgesamt besteht daher nur geringe Obereinstimmung mit der Erfindung.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie die bereits erwähnten
bekannten Lösungen anhand der Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 ist eine perspektivische, teilweise aufgeschnittene
Darstellung einer bekannten Vorrichtung;
Fig.2 ist ein Schnitt einer weiteren bekannten Vorrichtung;
Fig.3A ist eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen
Betätigungsorgans, das an einem Kompressor befestigt ist;
Fig.3B ist ein Schnitt entlang der Linie B-B in
Fig.3A;
Fig.4 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform
eines Betätigungsorgans;
F i g. 5 zeigt eine Schnittdarstellung einer weiteren Abwandlung des Betätigungsorgans.
In Fig.3A und 3B ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Ein Betätigungsorgan
Ai für das nicht gezeigte Auslaßventil umfaßt ein
Gehäuse 20, das in einem Stück mit einer Wand ausgebildet ist, die einen schneckenförmigen Bereich 22
bildet, der den Auslaß eines Kompressorgehäuses 21 darstellt. D:ese Konstruktion kann beispielsweise durch
Gießen, Schmieden oder Spritzguß, beispielsweise aus Aluminium hergestellt werden. Das Gehäuse At weist
einen Deckel 24 auf, der mit dem Gehäuse durch Schrauben 25 verbunden ist. Eine Membran 23 ist an
ihrem Umfang luftdicht zwischen dem Gehäuse 20 und dem Deckel 24 eingespannt. Zwischen der Membran 23
und dem Deckel 24 befindet sich daher eine Kammer 26 zur Aufnahme des Steuerdrucks, und auf der gegenüberliegenden
Seite der Membran 23 liegt eine weitere Kammer 27, die auf Atmosphärendruck gehalten ist. Die
Kammer 27 nimmt eine Membran-Feder 29 auf, die die Membran 23 nach links in Fig.3B, d. h. in Schließrichtung
des Auslaßventils drückt. Eine Ventilstange 28 ist an einem Ende mit der Membran 23 verbunden und
erstreckt sich durch einr Bohrung 20a in dem Gehäuse
20. Das andere Ende der Ventilstange steht mit einem Ventilglied, wie etwa einem Ventilteller 6 gemäß F i g, 2
in Verbindung, Das Gehäuse 20 und der Deckel 24 weisen innerhalb ihrer Wände Steuerdruckleitungen
303 und 30/> auf, die eine Verbindung zwischen dem
ί Schnecken-Bereich 22 und der Kammer 26 herstellen.
Der Kompressor wird durch eine nicht gezeigte Abgas-Turbine angetrieben, die ihrerseits durch die
Auspuffgase der nicht gezeigten Brennkraftmaschine angetrieben wird. Da die Drehzahl des Kompressors mit
lü der Drehzahl der Brennkraftmaschine zunimmt, fördert
der Kompressor komprimierte Luft in den Einlaß der Brennkraftmaschine mit einem Druck, der entsprechend
den Druck-Durchsatz-Charakteristika des Kompressors zunimmt Der Luftdruck innerhalb des Bereichs 22
π entspricht im wesentlichen dem Druck der Ladeluft
innerhalb des Auslaßkanals des Kompressors. Der Druck innerhalb des Bereichs 22 wird über die
Steuerdruckkanäle 30a und 30Z> in die Kammer 26 des
Betätigungsorgans A\ übertragen, so daß mit zunehmendem
Druck die Membran 23 in Richtung einer öffnung des Ventils, d. h. nach ;c-chts in F i g. 3B
verschoben wird. Wenn diese auf die Membran 23 einwirkende Kraft ausreicht, um den Schließdruck der
Feder 29 zu überwinden, wird das Auslaßventil, wie
2t etwa der Ventilteller 6 gemäß F i g. 2, der den Umgehungö-Kanal
7 gemäß Fig.2 verschließt, geöffnet, und zwar entsprechend der auftretenden Kraft so daß
ein Umgehungs-Kanal gebildet wird, der die Abgasturbine umgeht, wie sie etwa in Fig.5 unter der
Bezugsziffer 72 gezeigt ist. Dadurch wird ein Anstieg des Drehmoments der Turbine und damit ein Anstieg
des Ausstoßes des Kompressors unterdrückt und verhindert, daß der Ladedruck über einen vorgegebenen
Wert hinaus zunimmt
r> Entsprechend einem Merkmal der Erfindung ist das Gehäuse 20 des Betätigungsorgans in einem Stück mit
dem Kompressorgehäuse 21 ausgebildet. Das besagt, daß das Betätigungsorgan an einer vorgegebenen
Position in bezug auf das Kompressorgehäuse iestge-
•tn legt ist. Es sind daher keine Befestigungsglieder, wie
Schrauben oder dgl. zur Festlegung des Betätigungsorgans in bezug auf das Kompressorgehäuse notwendig,
wie es bei den bekannten Vorrichtungen der Fall ist. Dadurch ergibt sich eine kompakte Konstruktion des
4i Abgas-Turboladers mit Bypass-Ventil, und die Montage
des Turboladers wird vereinfacht. Zugleich wird die Montage des Betätigungsorgans erleichtert, da eine
Einstellung der Position des Betätigungsorgans nicht notwendig ist. Es treten daher keine Fehler bei der
Einstellung des Betätigungsorgans auf, so daß ein gleichmäßiger und zuverlässiger Betrieb des Ventils
sichergestellt ist.
Da eine große Luftinenge durch den Kompressor siröiiit. wird das Kompressorgehäuse 21 auf einer
:·■ relativ niedrigen Temperatur gehalten. Obwoh1 die
Wärme der Auspuffgase durch Strahlung auf das Betätigungsorgan A\ einwirkt und über das Ventil und
die Ventilstange auf die Membran 23 übertragen wird, kann diese übertragene Wärme ohne weiteres durch das
w Kompressorgehäuse 21 absorbiert werden, das mit dem
Gehäuse 20 in einem Stück ausgebildet ist. Auf diese Weise wird ein Verbrennen oder eine Zerstörung der
Membran 23 verhindert.
Die Steuerdruckkanäle 30a und 30i>des Betätigungs-
"■· organs A\ liegen innerhalb der Gehäusewand des
Betätigungsorgans. Es ist daher nicht notwendig, gesonderte Leitungen für den Steuerdruck vorzusehen.
Diese können sich nicht von Jem Gehäuse des
Betätigungsorgans oder dem Kompressor lösen, und es
können keine Leckstellen durch fehlerhafte Verbindung der Leitungen entstehen.
F i g. 4 zeigt eine Abwandlung der Erfindung. Steuerdruckleitungen 51 befinden sich auf derselben
Seite der Membran 21, wie die Ventilstange 28. Eine Bohrung 20a des Ventilgehäuses, durch die sich die
Ventilstange 28 erstreckt, nimmt mehrere Dichtungen 53 auf. Mit 54 und 55 sind die Steuerdruckkammer und
die Atmosphärendruckkammer bezeichnet, die
umgekehrter Anordnung in bezug auf die zuvor beschriebene Ausführungsform vorgesehen sind. Wenn
daher der Ladedruck übermäßig zunimmt, wird die Membran 23 und damit das Ventil (71 in Fig.5)
entgegengesetzt zu der bisher beschriebenen Richtung, d. h. nach links in F i g. 5 verschoben. Die Steuerdruckleitung 51 gemäß Fig.4 befindet sich innerhalb der
Wand des Gehäuses 20 des Betätigungsorgans A)t und
es werden keine zusätzlichen Leitungen benötigt. In in in Fig. 5 ist mit 72 die Abgasturbine bezeichnet.
Claims (3)
1. Abgasturbolader für Brennkraftmaschinen mit
einem Kompressor, einer durch die Auspuffgase der Brennkraftmaschine antreibbaren Abgasturbine, die
in mechanischer Antriebsverbindung mit dem Kompressor steht, einem Bypass-Kanal, der es
gestattet, Auspuffgase an der Abgasturbine vorbeizuleiten,
einem Auslaßventil in dem Bypass-Kanal und einem Betätigungsorgan zur Betätigung des
Ventflglieds des Auslaßventils in Abhängigkeit von
dem Druck der Ladeluft, das ein Gehäuse mit einer in diesem angeordneten Membran umfaßt, welche
Membran das Gehäuse in eine erste, auf im wesentlichen konstanten Druck gehaltene, und eine
zweite, über Steuerdruckleitungen mit dem Ladedruck verbundene Kammer unterteilt, und mit einer
Ventilstange, die an einem Ende mit der Membran und am anderen Ende mit dem Ventilglied des
Auslaßventil verbunden ist und durch eine der Kammern hindurchläuft, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gehäuse (20) des Betätigungsorgans (A 1) und das Gehäuse (21) des Kompressors
aus einem zusammenhängenden Gußteil bestehen und daß die Steuerdruckleitungen (30a, 306, 51)
innerhalb der Wände des Kompressorgehäuses (21) verlaufen.
2. Abgasturbolader nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (20) des Betätigungsörgans
einen Deckel (24) umfaßt, der einen Teil der Steur.rdruckleitung (3Oi^einschließt
3. Abgasturbolader nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von der zweiten, auf dem
Ladedruck gehaltenen Kammer (27) eine Bohrung (20a) ausgeht, durch die sich die Ventilstange (28)
erstreckt, und daß zwischen der Ventilstange und der Innenfläche der Bohrung Dichtungen (53)
vorgesehen sind.
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