DE294858C - - Google Patents

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DE294858C
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Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C05—FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05D—INORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C; FERTILISERS PRODUCING CARBON DIOXIDE
    • C05D3/00—Calcareous fertilisers
    • C05D3/04—Calcareous fertilisers from blast-furnace slag or other slags containing lime or calcium silicates

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die bereits versuchte Verwendung von Braunkohlen- oder Brikettasche als Düngemittel scheiterte daran, daß die vorhandenen Schwefelverbindungen schädlich auf die Pflanzen wirken. Einfache, völlig befriedigende Mittel zur Beseitigung dieser Schwefelverbindungen, die keine beträchtlichen Unkosten verursachen, waren bisher nicht bekannt.
Es ist zwar vorgeschlagen worden, die Braunkohlenasche in Haufen an der Luft lagern zu lassen, um sie dann, nach der angenommenen Oxydation des Kalziumsulfids, auf den Acker zu bringen. Indessen kann eine solche Behandlung nicht zum Erfolg führen.
Bei trockener Lagerung erfolgt gar keine chemische Veränderung. Bei feuchter Lagerung bindet die obere Schicht des Aschehaufens ab, so daß kein Sauerstoff in die mittleren Teile der Masse hineingelangen kann und dieHauptmenge der schädlichen Sulfide bestehen bleibt. Bei nasser Lagerung oder durchdringender Feuchtigkeit werden die Schwefelverbindungen aus der lagernden Masse herausgewaschen und der Boden geschädigt. Dabei wird auch das in der Asche enthaltene Kalziumoxyd entfernt, so daß schließlich eine wertlose Ballastmasse übrigbleibt. Zur praktischen Durchführung beansprucht dieses unvollkommene
■ Verfahren noch dazu große Lagerplätze, lange Zeiträume und viel Arbeitsaufwand wegen des notwendigen Umschaufeins.
Man hat andererseits auch vorgeschlagen, Hausmüll mit Kalk zusammen zu einem künstlichen Düngemittel zu verarbeiten. Diesem Gemenge hafteten jedoch die gleichen Mängel an, die für die unversetzte Asche, soweit bisher eine Benutzung in Frage kam, gelten.
Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß die Schwefelverbindungen völlig und schnell vernichtet werden, wenn man die Braunkohlen- oder Brikettasche in Mischung mit gebranntem Kalk nach schwacher Anfeuchtung, vorteilhaft unter Erwärmung, an der Luft bewegt. Durch Vereinigung dieser Merkmale ergibt sich ein rein mechanisches, intensives Verfahren, das betriebsmäßig und mit sicherem Erfolg schnell durchzuführen ist.
Das Bewegen hat derart zu geschehen, daß die Luft Gelegenheit bekommt, an jedes einzelne Schlackenteilchen heranzutreten und so eine schnelle Oxydation des Kalziumsulfides zu Kalziumsulfat zu bewirken. Sie wird beispielsweise in Trommeln vorgenommen, in denen die Asche durch Hebevorrichtungen über den ganzen Querschnitt verteilt, und durch die ein Luftstrom hindurchgeleitet wird.
Das Gemenge von Braunkohlenasche- und Kalk ist in solchem Maße zu nässen, daß eine vollständige Löschung der Kalkteile, also so- 6Q wohl des zugesetzten Kalkes als auch des in der Asche vorhandenen, erfolgt, das Gemisch aber nicht feucht bleibt. Die dadurch auftretende Wärme, die durch Benutzung eines Trommelapparates vorteilhaft zusammengehalten wird, befördert den Oxydationsvorgang.
Auch der Kalk an sich beschleunigt die .Sauerstoffaufnahme. In stark alkalischer Re-
aktion verläuft die Oxydation schneller. Der Kalküberschuß stellt dieAusfällung von Eisensulfid und Eisensulfat,·um die es sich in erster Linie handelt, so\vie die Oxydation des ersteren sicher und sorgt dafür, daß soviel wie möglich Gips entsteht. Bei Anwesenheit überschüssigen Kalkes kann auch unmittelbar eine Ausfällung der Sulfide eintreten, und das frisch gebildete Kalziumsulfid oxydiert sich
ίο dann in statu nascendi bedeutend schneller.
Für das neue Verfahren eignen sich besonders die feinen Teile der Braunkohlenasche,, die durch die Roste hindurchfallen oder vom Zug mitgeführt und im Feuerraum oder in den Rauchkanälen abgelagert werden. Diese feinen Aschenteile enthalten im allgemeinen beträchtliche Mengen Ätzkalk, daneben auch kohlensauren und schwefelsauren Kalk. Die Menge des letzteren wird durch die Oxydation des Sulfides noch vermehrt.
Dadurch erhält das nach dem neuen Verfahren gewonnene unschädliche Düngemittel die wertvolle Eigenschaft, Stickstoffverbindungen, wie Ammoniumsulfat oder Ammoniumkarbonat, zu binden.
Außer in einer mit Hebevorrichtung versehenen Trommel kann das Bewegen auch in einer großen Kammer erfolgen, indem das Gemenge in eine solche mit einem Luftstrom eingeblasen oder in der Kammer durch ein Schleuderrad verstäubt wird.
Auf der Zeichnung ist eine trommelartige Vorrichtung zur Ausführung des neuen Verfahrens dargestellt, die beispielsweise mit spiralförmigen Einsätzen zum Transport des Gutes und mit an diesen angebrachten Hebetaschen versehen ist.
Die näheren Einzelheiten sind aus dem Querschnitt in Fig. 1 und dem Längsschnitt in Fig. 2 zu entnehmen.
α ist die Trommel, deren Achse b zur Einleitung von Luft siebartig durchbrochen ist. Die spiralförmigen, den Transport des Gutes durch die Trommel fördernden Einsätze c tragen die Taschen d, durch die die Masse emporgehoben und besonders stark dem Luftstrom ausgesetzt wird.
Zum Heben des Gutes in der gleichzeitig der ■ Löschung dienenden Trommel können auch
radial an der Wandung angebrachte Schienen Verwendung finden. Erforderlichenfalls ,ist die.behandelte Düngemasse noch zu mahlen.
Beispielsweise arbeitet man in folgenden Verhältnissen:
2 Gewichtsteiie trockene Braunkohlen- oder Braunkohlenbrikettasche werden mit 1 Gewichtsteil Ätzkalk vermengt und das Gemisch mit so viel Wasser angefeuchtet, daß der Kalk vollständig hydratisiert wird. Alsdann läßt man die Masse durch die dargestellte Einrieb.-tung laufen.
In Rücksicht auf die ungeheuren Mengen von Asche, die aus den verschiedenen Braunkohlenfeuerungen dauernd abfallen und zur Zeit mit Mühe und Kosten beseitigt werden ^5 müssen, bedeutet die neue Verwertung einen hohen wirtschaftlichen Erfolg. Sie stellt nicht nur eine Entlastung der Braunkohle verfeuernden Industrie von dem unerwünschten Ballast dar, sondern bringt, auch für die Landwirtschaft eine Ersparnis durch das preiswerte Düngemittel, für die Kalkindustrie eine Entlastung.

Claims (4)

Patent-An Sprüche:
1. Verfahren zur Herstellung eines unschädlichen Düngemittels aus Braunkohlenasche, dadurch gekennzeichnet, daß diese mit gebranntem Kalk gemischt, ^0 schwach angefeuchtet Und unter Durchleiten von Luft, gegebenenfalls unter Erwärmen, mechanisch bewegt wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das angefeuchtete Gemisch aus Kalk und Asche innerhalb geräumiger, lufthaltiger Gefäße verstäubt wird.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das angefeuchtete Gemisch aus Kalk und Asche durch eine mit Hebevorrichtungen versehene Trommel, in die Luft eingeblasen wird, hindurchgeführt wird.
4. Vorrichtung zur Ausführung des '9S Verfahrens nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine Trommel (α) mit gelochter Welle (b) und an der Trommelwand befestigten, mit Hebetaschen (d) ausgestat- ' teten Schaufeln (c). ■' 1°°
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3320087A1 (de) * 1983-06-03 1984-12-06 Mannesmann Veba Umwelttechnik Verwertung von reststoffen aus der herstellung pflanzlicher oele

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
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