DE3045888C2 - Hydraulische Bremsanlage - Google Patents
Hydraulische BremsanlageInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine hydraulische Bremsanlage für Personenkraftwagen, mit auf eine hohe
Fahr- bzw. Bremsstabilität ausgelegter Festabstimmung der installierten Bremskraftverteilung auf einen Vorderachs-
und einen Hinterachsbremskreis, mit einem die Umsetzung vorn Fahrer ausgeübter Brcrns-Bctätigungskräfte
in in dem Vorderachs- und dem Hinterachs-Bremskreis wirksame Bremsdrücke und daraus resultierende
Bremskräfte vermittelnden Zweikreis-Hauptbremszylinder.
Bei Fahrzeugen mit Festabstimmung der installierten Bremskraftverteilung ist das Verhältnis der über die
Vorderräder und die Hinterräder ausübbaren Bremskräfte konstant. In einem Bremskraftverteilungsdiagramm,
bei dem als Ordinate die auf das Fahrzeuggewicht Fg bezogene Hinterachsbremskraft FbhIFg und
als Abszisse die ebenfalls auf das Fahrzeuggewicht bezogene Vorderachsbremskraft FbWFg aufgetragen
sind, ist demgemäß eine fest abgestimmte Bremskraftverteilung durch eine durch den Koordinatenursprung
gehende Gerade repräsentiert, deren Steigung dem installierten Bremskraftverhältnis entspricht. Die für
den dynamischen Fall ideale Bremskraftverteilung ist in einem solchen Diagramm ein Pirabelast, der mit
endlicher positiver Steigung im Koordinatenursprung beginnt und die Abszisse wieder in einem Punkt
schneidet, der dem Fall der völlig entlasteten Hinterachse bei hoher Bremsverzögerung entspricht. Jeder Punkt
der Parabel repräsentiert einen dynamischen Zustand bei dem gleiche Kraftschlußausnutzung an der Vorderwie
an der Hinterachse verwirklicht ist, d.h. die Abbremsung gleich dem Kraftschlußbeiwert ist, was bei
vorgegebener Bremskraft optimaler Bremsverzögerung entspricht. Soweit in diesem Diagramm die für ein
bestimmtes Fahrzeug mit fest abgestimmter Bremskraftverteilung repräsentative Gerade zwischen der für
dieses Fahrzeug charakteristischen Parabel der idealen Bremskraftverteilung und der Abszisse des Diagramms
verläuft, zeigt das Fahrzeug ein stabiles Bremsverhalten, d. h. es blockieren bei einer zunehmenden Steigerung
der auf die Räder ausgeübten Bremskräfte zuerst die Vorderräder, während die die Geradeaus-Fahrstabilität
vermittelnde Seitenführung durch die zunächst jedenfalls noch nicht blockierenden Hinterräder erhalten
bleibt, bis schließlich, nach Ausschöpfung der Stabilitätsreserve, auch diese an die Blockiergrenze gelangen. Im
Sinne einer guten Fahrstabilität ist es daher zweckmäßig eine Festabstimmung so zu treffen, daß die für diese
charakteristische Bremskraft-Verteilungsgerade im gesamten Bereich der ausnutzbaren Kraftschlußbeiwerte
zwischen der Parabel der idealen Bremskraftverteilung und der Abszisse des Bremskraft-Verteilungsdiagramms
verläuft.
Eine solche Auslegung einer Bremsanlage mit Priorität auf Fahrstabilität hat jedoch den Nachteil, daß
Fahrtechniken, die z. B. unter sportlichen Wettbewerbsbedingungen anwendbar sein müssen, aber auch vom
»Normalfahrer« heute vielfach geübt werden, um in nicht zu seltenen Fahrsituationen ein Fahrzeug besser
beherrschen zu können, deutlich erschwert sind. So ist es z. B. bei einer auf hohe Fahrstabilität ausgelegten
Bremsanlage praktisch nicht mehr möglich, durch ein gezieltes, kurzzeitiges Blockieren der Hinterräder ein
kontrolliertes Versetzen der Hinterachse des Fahrzeuges zu erzielen, um dadurch bei einer Kurvenfahrt ein
definiertes Übersteuerungiverhalten ausnutzen oder in besonderen Gefahrensituationen das Fahrzeug durch
einen kontrollierten Schleudervorgang schnell gegen die Fahrtrichtung drehen zu können. Es kommt hinzu,
daß bei einer im vorstehenden Sinne auf hohe Fahrstabilität ausgelegten Festabstimmung der Bremskraftverteilung
der Beitrag des Hinterachsbremskreises zur Abbremsung des Fahrzeuges gegenüber dem
Idealfall stark reduziert sein kann und da',\er auch verlängerte Bremswege in Kauf genommen werden
müssen.
Zwar ist es grundsätzlich möglich, unter Ausnutzung der üblicherweise auf die Hinterräder eines Kraftfahrzeuges
wirkenden Feststellbremse, die nach den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften als parallel
geschaltete mechanische Bremse ausgebildet und unabhängig von der — hydraulischen — Fahrbremsanlage
betätigbar ist, auch im Fahrbetrieb zusätzliche Bremskraft an den Hinterrädern eines Fahrzeuges
aufzubringen und dadurch ein Überbremsen der Hinterachse zu ermöglichen oder im Rahmen der
Stabilitätsreserve eine erhöhte Bremsverzögerung zu erzielen.
Eine derartige Benutzung der Feststellbremse ist jedoch problematisch, weil eine fahrsituationsgerechte
Dosierung der zusätzlich an den Hinterrädern aufzubringenden B· emskraft sehr schwierig ist. Dies rührt
zum einen daher, daß der Fahrer bei einer gleichzeitigen Betätigung der Fahr- und der Feststellbremse, da diese
funktionell parallelgeschaltet sind, an deren Betätigungsgliedern — dem Fahrbremspedal einerseits und
einem weiteren Fuß- oder Handhebel andererseits — eine Rückmeldung jeweils nur übe·· die mittels der
Fahrbremse einerseits und der Feststellbremse andererseits ausgeübten Bremskraftanteile, je für sich gesehen,
erhält und daher auch die für einen erwünschten Summeneffekt erforderlichen Bremskraftbeiträge einzein
abschätzen und dosieren muß, die, je nach Fahrsituaticn, sehr verschieden sein können; des
weiteren ist eine genaue Dosierung der mittels einer Feststellbremse ausübbaren Bremskraft auch deshalb
schwierig, weil dit Feststellbremse als mechanische Bremse, bei der die Betätigungskräfte über Seilzüge,
Waagebalken und Umlenkrollen und/oder über Hebelgestänge auf die Bremsglieder übertragen werden,
wegen der in einem solchen Übertragungssystem durch Reibung und Verformung auftretenden Verluste mit
einer erheblichen Hysterese behaftet ist, d. h. die Entfaltung und Aufhebung der Bremskraft jeweils
zeitverzögert gegenüber der entsprechenden Bremsbetätigung erfolgt, und im übrigen — wegen der
genannten Verluste — auch einen niedrigen Wirkungsgrad der mechanischen Kraftübertragung von nur etwa
50% aufweist.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Bremsanlage
der eingangs genannten Art anzugeben, die sowohl eine gute Fahrstabilität gewährleistet, als auch im Bedarfsfall
eine Überbi emsung der Hinterräder bzw. eine verbesserte
Ausnutzung der maßgeblichen Hinterachs-Kraftschlußbeiwerte und eine hinreichend genaue Dosierung
der an der Hinterachse des Kraftfahrzeuges wirksamen Bremskräfte ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß im Hinterachs-Bremskreis ein mittels eines eigenen
Betätigungsgliedes aktivierbarer, weiterer Hauptbremszylinder vorgesehen ist, durch dessen Aktivierung ein
den Ausgangsdruck des Zweikreis-Hauptbremszylinders übersteigender Wert des Bremsdruckes im
Hinterachs-Bremskreis erzielbar ist, wobei der weitere Hauptbremszylinder mit dem Zweikreis-Hauptbremszylinder
in Reihe geschaltet ist und den von diesem in den Hinterachs-Bremskreis eingekoppelten Druck verstärkt.
Die erfindungsgemäße Bremsanlage ermöglicht — bei einer durch Betätigung des Zweikreis-Hauptbremszylinders
eingeleiteten Bremsung — ..arch Aktivierung des zusätzlichen, dem Hinterachs-Brems^reis zugeordneten
Hauptbremszylinders eine gezielte Steigerung der Hinterachs-Bremskraft, sei es, um eine gezielte
Überbremsung der Hinterachse zu erzielen oder um eine verglichen mit der Festabstimmung der Bremskraftverteilung
verbesserte Bremswirkung zu erzielen. Sie ist aber auch in der Weise benutzbar, daß — durch
alleinige Betätigung des zusätzlichen Hauptbremszylinders — lediglich im Hinterachs-Bremskreis Bremsdruck
aufgebaut wird, um dadurch z. B. ein kontrolliertes Übersteuerungsverhalten des Fahrzeuges im Sinne der
bei einem Wettbewerbseinsatz des Fahrzeuges erforderlichen Fahrtechniken erzielen zu können. Im
Unterschied zu einer zweckanalogen Benutzung der üblichen Feststellbremse wird bei der erfindungsgemäßen
Bremsanlage eine erwünschte Steigerung der Hinterachs-Bremskraft durch zusätzliche Druckbeaufschlagung
des Hinterachsbremskreises der hydraulischen Fahrbremse erzielt. Da der Wirkungsgrad der
Kraftübertragung bei einer hydraulischen Bremse mit ca. 95% wesentlich höher ist als derjenige einer
mechanischen Feststellbremse und die Umsetzung der Betätigungskraft in Bremsdruck bzw. Bremskraft
weitgehend hysteresefrei erfolgt, ist schon allein dadurch bei der erfindungsgemäßen Bremsanlage eine
fahrsituationsgerichte Dosierung der an der Hinterachse auszuübenden Bremskräfte wesentlich erleichtert.
Von besonderem Vorteil ist dabei weiter, daß wegen der Hintereinanderschaltung des Zweikreis-Hauptbremszylinders
mit dem cllein dem Hinterachs-Bremskreis zugeordneten weiteren Hauptbremszylinder die an
dessen Betätigungsglied wirksame Rückstellkraft jeweils eine exakte Rückmeldung über den im Hinterachs-Bremskreis
herrschenden Bremsdruck vermittelt, wodurch die zweckgerechte Dosierung der Kinterachs-Bremskraft
weiter erleichtert wird, da sich der Fahrer hinsichtlich für eine bestimmte Bremswirkung, z. B.
eines Überbremsen« der Hinterachse aufzubringenden Betätigungskraft nunmehr an Erfahrungswerten orientieren
kann, die auf einfache Weise dadurch ermittelt werden können, daß durch eine alleinige Betätigung des
weiteren Hauptbremszylinders diejenige Betätigungskraft ermittelt wird, die erforderlich ist, um ein
Blockieren der Hinte-achse zu erreichen.
Zwar sind für Zweiradfahrzeuge hydraulische Bremsanlagen bekannt (DE-OS 28 47 571), bei denen durch
Pedalbetätigung sowohl der Hinterachs- wie auch der
Vorderteils Breniskreis in einem hestiiiinileii Abstiinmungsvcrhaltnis
heaiifsclilagbar ist und. jedenfalls inner
speziellen Betriebsbedingungen, bei einer zusätzlichen,
durch I landhebelbelätigung erzielten Aktivierung tier
Vorderachsbremse die am Handhebel wirksame Rückstellkrad ein MaIJ für die insgesamt an der Vorderachse
wirksame bremskraft darstellt. Derartige /weirad-Nremsanlagen
sind jedoch hinsichtlich der Abstimnumg
der Bremskraftverteilung stets so atisgelegt, daß ein
l'berbremsen tier Vortier- otler der Hinterachse
möglichst ausgeschlossen ist und zu diesem /.week mit
Bremsdruckverteilern ausgerüstet, die bei einer Steigerung ties an tier Vorderachsbremsc wirksamen Bremsdruckes
eine damit korrelierte Minderung ties an der I linterachsbremse wirkenden Bremsdruckes vermitteln,
um dadurch instabile Fahr- bzw. Breimziistände
w ei test gehend auszuschließen.
Im Unterschied dazu ist die für Vierrad-Straßeiifahrzeuge
konzipierte erlindungsgemaße Bremsanlage so ausgelegt, daß sie insbesondere unter motorsportlichen
Wettbewerbsbedingungen auch instabile Fahr- bzw. Breins/usiändc eines Fahrzeuges bewußt herbeiführen
kann und so diese Zustände ausnutzende Fahrteehniken ermöglicht.
In der durch die Merkmale des Anspruchs 2 umrissenen und durch diejenigen des Anspruchs 3 näher
spezifizierten Gestaltung einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgcmäßen Bremsanlage zeichnet
sich diese durch einen besonders einfachen Aufbau aus.
Als Betätigun rsglied für den weiteren Hauptbremszylinder kann ein weiteres Bremspedal vorgesehen sein,
das bei Fahrzeugen mit automatischem Getriebe zweckmäßigerweise unmittelbar neben dem für die
Betätigung des Zweikreis-Hauptbremszvlinders vorgesehenen Bremspedal angeordnet ist.
Bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe kann es /. B. aus
Platzgründen vorteilhafter sein, wenn das Betätigungsg'ned des weiteren Hauptbremszylinders als Handhebel
ausgebildet ist.
Insbesondere in der letztgenannten Gestaltung des Betüiigungsgliedes ist es vorteilhaft, wenn dieses mit
einer Rasteinrichtung versehen ist. mit der es in der bremswirksamen Stellung feststellbar ist. Der Hinterachs-Bremskreis
der hydraulischen Fahrbremse kann dann auch in einer Funktion als Feststellbremse
ausgenutzt werden, was allerdings nur bei ausschließlich für Wettbewerbszwecke eingesetzten Fahrzeugen, z. B.
Rallev-Fahrzeugen. zulässig ist. da bei Straßenfahrzeugen die Feststellbremse von der Fahrbremse funktionell
völlig unabhängig sein muß.
Es soll nicht verkannt werden, daß die volle Ausnutzung der durch die erfindungsgemäße Bremsanlage
vermittelten Vorteile und fahrtechnischen Möglichkeiten eine gewisse Übung wie auch Kenntnisse der bei
einem Bremsvorgang wirksamen Einflüsse erfordern. Voraussetzungen, die jedoch durch Fahrpraxis und
geeignete Anleitung ohne weiteres erworben werden können und bei der Mehrzahl der motorsportlich
aktiven Fahrer als gegeben angesehen werden können. -
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines
speziellen Ausfuhrungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigt
F i g. ί eine ernndungsgernäSe Bremsanlage mit einem
Zweikreis-Hauptbremszylinder und einem diesem im Hinterachsbremskreis nachgeschalteten weiteren
Hauptbremszylinder und
l'iir. _' ein ,ils Handhebel ausgebildetes Hetäligungsglietl
zur Aktivierung des weiteren Hauptbrcmszylindersder
Bremsanlage genial.) Ii g. I.
Die in tier I·' ig. I. aiii tieren l.in/elheiten ausdrücklich
verwiesen sei. dargestellte erfindiingsgemälie Bremsanlage IO unterscheidet sich von einer konventionellen
/.wcik'eis-Bremsanlage mit Fesiabsiimniung tier installierten
lireniskial'tverleilung auf einen Vorderachs- und
einen Hinteraehs-Bremskreis im wesentlichen nur
dadurch, daß zusätzlich zu einem /weikreis-Hauptbremszylinder
I I an sieh bekannter Bauart, tier die
Bremsilruckbeau I sch lagung des Vorderaelisbremskreises
und ties I linierachsbremskreises in einem vorgegebenen
Druckverhältnis vermittelt, ein weiterer Hauptbremszylinder 12 vorgesehen ist. durch dessen Aktivierung
eine gezielte Steigerung ties Bremsdruckes in dem in seinen Einzelheiten nicht näher dargestellten
I linterachsbremskreis erzielbar ist.
in tiem Gehäuse J3 ue>
/.V\Oiki'OiS-i itiüjm;rOnn/Vniiders
11 sind in der aus der I·" i g. I ersichtlichen Anordnung ein Primärkolben 16 und ein Sekundärkolben
17 druckdicht axial verschiebbar gelagert. Der Primärkolben 16 und der Sekuntlärkolben 17 sind über
eine vorgespannte Druckieder 18 gegeneinander abgestützt.
Der Sekundärkolben 17 hat zwei in axialem Abstand voneinander angeordnete Kolbenflansche 19 und 20. die
durch -iiic Kolbenstange 21 miteinander verbunden
sind. Der gemäß F i g. I rechte, innere Kolbenflansch 19 des Sekundärkolbens 17 und der Kolbenflansch 22 des
Primärkolbens 16 begrenzen in ;,\ialer Richtung einen Primärdruckraiim 23. der über die Ausgangs-Druckbohrung
24 des Gehäuses 13 mit dem nicht näher dargestellten Vorderachsbremskreis und in der dargestellten
Ruhestellung des Primärkolbens 16 über das Schnüffelloch 26 mit dem den erforderlichen Bremsflüssigkeitsvorrat
enthaltenden Nachfüllbehälter kommuniziert. Durch das Schnüffelloch 26 und eine am Gehäuse
13 vorgesehene Nachlaufbohrung 27 ist sichergestellt, daß der Primärdruckraum 23 und an diesen angrenzende,
vom Primärkolben 16 begrenzte Hohlräume des Hauptbremszylinder 11 mit Bremsflüssigkeit gefüllt
bleiben.
Der gemäß F i g. I linke, äußere Kolbenflansch 20 des
Sekundärkolbens 17 ist seinerseits über eine vorgespannte Druckfeder 28 an der äußeren Stirnwand 29 des
Gehäuses 13 abgestützt, die den Sekundärkolben 17 in seine dargestellte Ruhestellung drängt, die durch seine
innere Anlage an einem radial in einen Längsschlitz der Kolbenstange 21 hineinragenden Anschlagstift 31
markiert ist. Der innenseitig durch den Kolbenflanich 20 des Sekundärkolbens 17 begrenzte Sekundär-Druckraum
32 kommuniziert über ein in der dargestellten Ruhestellung des Sekundärkolbens !7 offenes, insgesamt
mit 33 bezeichnetes Zentralventil mit dem durch die beiden Koibenflansche 19 und 20 des Primärkolbens
17 begrenzten, von der Kolbenstange 21 durchsetzten Zwischen-Hohlraum 34, der seinerseits über eine
Nachlaufbohrung 36 mit einem nicht dargestellten Nachfüllbehälter in Verbindung steht.
Das Zentralventil 33 ist beim dargestellten speziellen Ausführungsbeispiel als Tellerventil ausgebildet, dessen
Ventilkörper 37 mittels einer Kegelstumpffeder 38, die sich an einem Innenfalz eines den Ventilkörper 37
koaxia! umgebenden hakenförmigen Fonsatzes 39 des inneren Kolbenflansches 20 abstützt, gegen seinen
Ventilsitz 41 drängt in der dargestellten Ruhelage des Primärkolbens 17 jedoch infolge der Abstützung des die
Veil l ilhi >li [iitiiz 42 ihn iIim.·' /ciutcn VenliKihaites 4i ;in
dem radialen Anschlagseil !I in soinrr (Hfen-Slellung
trt-ΙκιΙten ist.
Hei konventioneller Men u ι/tin ι: des /w ei kreis-1 I au ptbremszyiinders
Il werden die hei einer Verschiebung des l'niiuirkolbens [b und des Sckundärkolhcns 17 sieh
im Priinärdriickraum 2? und im Sekimdärdriickraum 32
aufbau -iiden Drücke zur Beaufschlagung des Vorder-
;ichsbremskreises b/u. des Himerachsbremskreises
ausgenutzt.
Auch bei dem erfindungsgeiiiaU vorgesehenen weiteren
I lauptbremszvlindcr 12 der Bremsanlage 10 h;il der insgesamt mit 44 be/eichnele Kolben zwei mit ;i\i;ilem
Abstand voneinander ungeordnete, durch eine geschlitzte
Kolbenstiinge starr miteinander verbundene Kolbenflansche 46 und 47. Der sich zwischen den beiden
Kolbenflanschcn 46 um! 47 erstreckende Vordriickraum
48 ist über eine Druckleitung 49 mit dem Sekundärdnickraum
32 des Zweikreis-iiauplbreniszyiiniiers ii
verbunden. Der gegenüber dem Vordriickraum 48 durch den einen Kolbenflansch 46 abgesetzte Ausgangs-Druckraum
51 ist über tlie stirnseitige Ausgangsbohrung 52 ties /ylindergehäiises 53 mit den nicht dargestellten,
zu den Hinterrad-Bremsgliedern weiterführenden Btemsdruckleiluiigen verbunden. Solange der Hauptbremszylinder
12 nicht betätigt wird, ist sein Kolben 44
durch e;ne vorgespannte Druckfeder 54 in der dargestellten Ruhestellung gehalten. Der in dieser
Stellung an dem radialen Anschlagstift 56 anliegende Kolbenflansch 46 ist wiederum mit einem Ventil 57
versehen, das hinsichtlich seines Aufbaus und seiner
Funktion dem Zentralventil 33 des Zweikreis-Hauptbremszvlinders 11 völlig analog ist und in der
dargestellten Ruhestellung des Kolbens 44 eine Verbindung des Vordruckraiimes 48 mit dem Ausgangs-Druckraum
51 des Hauptbremszylinders 12 vermittelt.
Die Bremsanlage 10arbeite! wie fo!"t·
Bei Betätigung des Bremspedals der Fahrbremse wird der Primärkolben 16 mittels der etwa in axialer
Richtung an ihm angreifenden Druckstange 58 in Richtung des Pfeils 59 gemäß Fig. 1 nach links
verschoben. Sobald die Manschette 61 das Schnüffelloch 26 überfahren hat. was bereits nach einem kleinen
Bruchteil des insgesamt möglichen Kolbenhubes erfolgt ist. baut sich im Primärdruckraum 23 der Bremsdruck
des Vorderachskreises auf. der über die Ausgangs-Druckbohrung 24 und die an diese angeschlossenen
Druckleitungen unmittelbar an die Vorderachs-Bremszangen weitergegeben wird.
Unter dem Einfluß dieses Druckes wird auch der Sekundärkolben 17 nach links geschoben, wobei das
Zentralventil 33, ebenfalls nach einem kleinen Bruchteil des möglichen Kolbenhubes des Sekundarkolbens 17 in
seine Absperrstellung gelangt und sich im Sekundärdruckraum 32 ein Druck aufbaut, der unter Vernachlässigung
der Feder-Rückstellkräfte und der Reibung der Kolbenmanschetten 62—64 dem im Primärdruckraum
23 herrschenden Druck entspricht
Ober die Druckleitung 49 wird der im Sekundärdruckraum
32 des Zweikreis-Hauptbremszylinders 11 herrschende Druck in den Vordruckraum 48 des
weiteren Hauptbremszylinders 12 weitergeleitet. Solange der Kolben 44 in der dargestellten Ruhestellung
verharrt, ist das Ventil 57 offen, so daß sich auch im Ausgangs-Drjckraurn 51 der im Vordmckraurn 48 des
Hauptbremszylinders 12 bzw. im Sekundärdruckraum 32 des Zweikreis-Hauptbremszylinders 11 herrschende
Druck einstellt. Bei dieser Benutzung der erfindungsgemäl.tcii
Bremsanlage kommt dem weiteren Hauptbremszylinder 12 lediglich die Funktion eines l.citungsabschnittes
der vom Sekundär-l>uekraum 32 zu den
Hinterachs-Uremsgliedern führenden Bremsleitung zu. und die Bremskraitverteiluiig entspricht dem durch die
lesiabstimmimg gegebenen Verhältnis.
Winl nun der Kolben 44 des weiteren 1 lauptbremszylinders
12 mittels des der Finfachheit der Darstellung halber durch eine Druckstange 66 repräsentierten
Beiüligungsgliedes mit hinreichender Kraft in Richtung
des Pfeils 67 nach links geschoben, wobei das Ventil 57 bereits nach einem kleinen Bruchteil des möglichen
Kolbenhubes in seine Schließstellung gelangt, so kann sich im Ausgangs-Druckraum 51 und damit im
Ilinteraehs-Bremskreis ein höherer Bremsdruck aufbauen
als in dem Vordriickraum 48, in dem lediglich der der festabgestimmien Brcmskraftvericilung entsprechende
Druck herrscht.
Da die zur Verschiebung des Koibens 44 aufzubringende Kraft gleich der Kolbcnfläche mal dem Druck im
A'isgangs-Druckraum 51 des Hauptbremszylinders 12
ist. ist der Fahrer stets genau über den Druck im Ilinterachs-Bremskreis und damit auch über die an den
I linierrädern wirksame Bremskraft informiert, die er
dadurch feinfühlig dosieren kann.
Steigert der Fahrer nunmehr bei festgehaltenem Betätigungsgüed des Hauptbremszylinders 12 den
Druck im Zweikreis-Hauptbremszylindcr II. so bleiben tlie im Hiiiterachs-Bremskreis herrschenden Druckverhältnisse
erhalten, solange der Druck im Vordruckraum 48 kleiner ist als im Ausgangs-Druckraum 51 des
Hauptbremszylinders 12. Sobald der Druck im Vordruckraum 48 jedoch den im Ausgangs-Druckraum 51
herrschenden Druck übersteigt, öffnet das Ventil 57 wieder und der Druck im Ausgangs-Druckraum 51 folgt
wieder dem im Vordruckraum 48 herrschenden, mittels cics Zweikreis Hauptbremszylinder !! erzeugten Druk
kes. In jedem Brems-Betriebszustand der Bremsanlage 10 läßt sich somit durch Aktivierung des weiteren
: Hauptbremszylinders 12 über dessen Betätigungsgüed
66 eine exakte Rückmeldung über den Wert des Bremsdruckes im Hinterachs-Bremskreis erzielen.
Abschließend sei anhand der F i g. 2 mit Bezug auf die Gestaltung des Betätigungsgliedes für den zusätzlichen
; Hauptbremszylinder 12 eine sowohl für den Fahrbetrieb
wie auch als Feststellbremse geeignete Gestaltung einer erfindungsgemäßen Bremsanlage erläutert:
Das Betätigungsgüed ist als ein in der Art eines Handbremshebels % ausgebildeter zweiarmiger Winkelhebel
gestaltet mit einem Kraft/Lastarm-Verhältnis von ca. 10/1. Dieser Winkelhebel ist in der aus der
Fig. 2. auf deren Einzelheiten ausdrücklich verwiesen
sei, ersichtlichen Anordnung an einer fahrzeugfesten Stütze 97 schwenkbar gelagert, an der auch der
" Hauptbremszylinder 12 fest montiert ist. Eine am Kolben 44 des Hauptbremszylinders 12 angreifende
Druckstange 98 ist gelenkig mit dem Lastarm 99 des Winkelhebels verbunden. Die Anordnung des Schwenkgelenks
100 des Winkelhebels und des diesen mit der
*>o Druckstange 98 verbindenden Gelenks 101 ist so
getroffen, daß die Längsachse 102 der Druckstange 98 im Verlauf einer Betätigung des Winkelhebels nur
geringfügig von der dargestellten mit der feststehenden Längsachse 103 des Hauptbremszylinders 12 fluchtenden
Stellung abweicht. Der am Kolben 44 angreifende Kopf 104 der Druckstange 98 ist von einer konischen
Vertiefung 106 des Koibens 44 aufgenommen, die ausreichenden Spielraum für die geringfügigen Ab-
weichbcwegungen der Druckstangc 98 läßt.
Der Handbremshebel 96 ist an seinem mit einem Handgriff 107 versehenen freien Endabschnitt 108
rohrförmig, ansonsten aber als zur Stütze 97 hin offenes U-Profil ausgebildet, in das eine stützenfeste Sperrscheibe
109 hineinragi. in deren Rastzahnung 111 eine am
Handbremshebel 96 schwenkbar gelagerte Rastklinke 112 einfallen un'J- diesen dadurch in einer bremswirksamen
Stellung fixieren kann. Mit der Rastklinke 112 ist gelenkig ein langgestreckter Stab 113 gekoppelt, der
den Handbremshebel 96 in dessen Längsrichtung durchsetzt und mit einem aus dem Griffende herausragenden,
zylindrischen Handknopf 114 versehen ist, der mit dem Stab 113 zug- und schubfest, jedoch drehbar
verbunden ist. Durch die Vorspannung einer sich an dem Handknopf 114 und einem inneren Federteller 116
abstützenden Druckfeder 117 wird der Stab 113 nach
K)
außen gedrängt und dadurch die Rastklinke 112 in Eingriff mit der Rastzahnung Ul gehalten, aus der sie
durch Eindrücken des Handknopfes 114 ausgerückt werden kann. Durch gleichzeitiges Drehen des Handknopfes
114 kann ein von diesem radial abstehender Zapfen 118 mit einer an dem rohrförmigen Endabschnitt
108 des Handhebels % vorgesehenen L-schlitzförmigen Rastkulisse 119 in Eingriff gebracht und dadurch die
Rastklinke 112 in ihrer unwirksamen Stellung verriegelt werden.
In der vorstehend beschriebenen Gestaltung des Handbremshebels 96 des zusätzlichen Hauptbremszylinder
12 ist der hydraulische Hinterachs-Bremskreis auch als Feststellbremse benutzbar, was bei Wettbewerbsfahrzeugen
mit nicht zwingend vorgeschriebener unabhängiger mechanischer Feststellbremse möglich
ist.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Hydraulische Bremsanlage fur Personenkraftwagen mit auf eine hohe Fahr- bzw. Bremsstabilität
ausgelegter Festabstimmung der installierten ■>
Bremskraftverteilung auf einen Vorderachs- und einen Hinterachsbremskreis, mit einem die Umsetzung
vom Fahrer ausgeübter Breins-Betätigungskräfte in in dem Vorderachs- und dem Hinterachsbremskreis
wirksame Drücke und daraus resultie- ■'> rende Bremskräfte vermittelnden Zweikreis-Hauptbremszylinder,
dadurch gekennzeichnet, daß im Hinterachs-Bremskreis ein mittels eines
eigenen Betätigungsgliedes aktivierbarer, weiterer Hauptbremszylinder (12) vorgesehen ist, durch i"
dessen Aktivierung ein den Ausgangsdruck des Zweikreis-Hauptbremszylinders (11) übersteigender
Wert des Bremsdruckes im Hinterachs-Bremskreis erzielbar ist, wobei der weitere Hauptbremszylinder
(12) mit dem Zweikreis-Hauptbremszylinder (11) in
Reihe geschaltet ist und den von diesem in den Hinterachs-Bremskreis eingekoppeiten Druck verstärkt
2. Bremsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der einseitig den Ausgangsdruckraum (51) des weiteren Hauptbremszylinders (12) begrenzende
Kolben (44) seinersei's einen Vordruckraum (48) begrenzt, an dem der dem Hinterachsbremskreis
zugeordnete Sekundärdruckraum (32) des Zweikreis-Hauptbremszylinders (11) angeschlossen
ist, daß der Vordruckraum (48) über ein in der Ruhestellur.,, des Kolbens (44) geöffnetes Ventil (57)
kommunizierend mi; dem A'isgangsdruckrautn (51) verbunden ist, und daß dieses Ventil (57) nach einem
kleinen Anfangsabschnvtt d*· Arbeitshubes des
Kolbens (44) geschlossen ist.
3. Bremsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (44) des weiteren
Hauptbremszylinders (12) zwei in axialem Abstand voneinander angeordnete, durch eine mit einem -»ο
zentralen Längsschlitz versehene Kolbenstange miteinander verbundene Kolbenflansche (46 und 47)
aufweist, deren einander zugewandte Stirnflächen den Vordruckraum (48) in axialer Richtung begrenzen,
und daß das Ventil (57) als ein zentral -»3
angeordnetes Tellerventil ausgebildet ist, dessen Sitz an der den Ausgangsdruckraum (51) einseitig
begrenzenden, äußeren Stirnseite des einen Kolbenflansches (46) angeordnet ist, und dessen Ventilkörper
durch eine vorgespannte Druckfeder in Schließ- >o
richtung beaufschlagt, jedoch in der Ruhestellung des Kolbens (44) mittels eines die Ventilbohrung des
äußeren Flansches (46) durchsetzenden Distanzstiftes an einem im Vordruckraum (48) gehäusefest
angeordneten, den Schlitz der Kolbenstange radial durchsetzenden Anschlagstift (56) abgestützt und
dadurch in seiner Offenstellung gehalten ist.
4. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Betätigungsglied
für den weiteren Hauptbremszylinder h" (12) ein zusätzliches Bremspedal vorgesehen ist.
5. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1—3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Betätigungsglied für den weiteren Hauptbremszylinder (12) als Handbremshebel (96) ausgebildet ist. h>
6. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ihren Einsatz in
Rallye-Fahrzeugen.
7. Bremsanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Rastvorrichtung (109, 111, 112)
vorgesehen ist, mit der das Betätigungsglied des weiteren Hauptbremszylinders (12) in der Bremsstellung
lösbar feststellbar ist
8. Bremsanlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet daß die Rasteinrichtung eine selbsttätig in
eine Rastzahnung(lll) einer fahrzeugfest angeordneten Sperrscheibe (109) einrückende und von Hand
aus der Rast-Eingrsffstellung ausrückbare rederbelastete
Rastklinke (112) aufweist öie in ihrer ausgerückten Stellung lösbar verriegelbar ist
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19803045888 DE3045888C2 (de) | 1980-12-05 | 1980-12-05 | Hydraulische Bremsanlage |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19803045888 DE3045888C2 (de) | 1980-12-05 | 1980-12-05 | Hydraulische Bremsanlage |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3045888A1 DE3045888A1 (de) | 1982-06-09 |
| DE3045888C2 true DE3045888C2 (de) | 1983-08-11 |
Family
ID=6118400
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19803045888 Expired DE3045888C2 (de) | 1980-12-05 | 1980-12-05 | Hydraulische Bremsanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3045888C2 (de) |
Families Citing this family (3)
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|---|---|---|---|---|
| IT1248418B (it) * | 1990-05-11 | 1995-01-16 | Fiat Auto Spa | Dispositivo per la frenatura di soccorso e stazionamento di un veicolo |
| DE19813019A1 (de) | 1998-03-25 | 1999-09-30 | Bosch Gmbh Robert | Verfahren und Vorrichtung zur Regelung wenigstens einer Fahrdynamikgröße eines Fahrzeuges |
| EP2112491B1 (de) | 2008-04-26 | 2014-11-05 | JR-ISOTRONIC GmbH | Vorrichtung, System und Verfahren zur Detektion und Ortung von Undichtigkeiten |
Family Cites Families (1)
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| DE2822933C2 (de) * | 1978-05-26 | 1984-07-26 | Alfred Teves Gmbh, 6000 Frankfurt | Bremskraftregler für ein Motorradverbund-Bremssystem |
-
1980
- 1980-12-05 DE DE19803045888 patent/DE3045888C2/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3045888A1 (de) | 1982-06-09 |
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