DE307007C - - Google Patents
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A23—FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
- A23L—FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; PREPARATION OR TREATMENT THEREOF
- A23L11/00—Pulses, i.e. fruits of leguminous plants, for production of food; Products from legumes; Preparation or treatment thereof
- A23L11/30—Removing undesirable substances, e.g. bitter substances
- A23L11/32—Removing undesirable substances, e.g. bitter substances by extraction with solvents
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Description
KAISERLICHES A
PATENTAMT,
Der Gehalt der Lupinen an Stickstoffsubstanz ist verhältnismäßig groß. Er beträgtzwischen
30 Prozent, und 40 Prozent und steigt nach einigen Autoren bis 52 Prozent; Man hat
daher schon früher Versuche angestellt, die
Lupinensamen der Tierernährung zugänglich zu machen. Einer unmittelbaren Benutzung
der Samen als Viehfutter steht* aber der Umstand
im Wege, daß die Lupinen giftige und widerlich schmeckende Stoffe enthalten.
In erster Linie kommen hier Bitterstoffe in Betracht, und eine Reihe patentierter Verfahren
hat denn auch die Entfernung dieser Bitterstoffe zur Gewinnung eines Viehfutters. zum
»5 Gegenstand. :
Neben den Bitterstoffen sind es aber Alkaloide und außerdem ein widerlich schmeckendes öl, welche der Benutzung auch der bereits
entbitterten Lupinen zu einem brauchbaren Nährmittel entgegenstehen, insbesondere auch
deshalb, weil das öl der Haltbarkeit der aus
entbitterten „Lupinensamen hergestellten Erzeugnisse Grenzen setzt. Nach vorliegendem
Verfahren ist es nun gelungen, aus den Lupinen ein sehr haltbares, wohlschmeckendes
Nährpulver herzustellen, welches weder Bitterstoffe; noch schädliche Alkaloide, noch das
dem Ranzigwerden unterworfene öl enthält, so* daß das Erzeugnis nicht nur als Viehfutter,
sondern wegen seines angenehmen Geschmacks und hohen Eiweißgehalts auch für die menschliche Ernährung geeignet ist.
Die zerkleinerten Samen werden zunächst
durch Extraktion mit einem fettlösenden Mittel, wie Benzol, Äther o. dgl., von dem
widerljeh schmeckenden öl befreit, mit welchem
gleichzeitig ein Teil der Alkaloide entfernt wird.
Das ölfreie, an und für sich schon sehr
haltbafe Pulver wird sodann einer Behandlung
mit 50 Prozent Alkohol, welcher 0,5 Prozent
Weinsäure enthält, unterworfen. Dies kann
durch Perkolieren, Schütteln bder auf irgendeine
iandere Weise geschehen. Wie Versuche gezeigt haben, ist reiner säurefreier Alkohol
zur Entbitterung und gleichzeitigen vollkommenen "Entfernung der Alkaloide nicht ausreichend.
Die Benutzung von 50 Prozent Alkohol hat
sich am zweckmäßigsten enyiesen, j edoch ist
auch etwas stärkerer oder schwächerer Alkohol geeignet, wobei mir die Zeit· der "Behandlung
wechselt. '
Der Gehalt an Weinsäure, kann ebenfalls
innerhalb 0,1 Prozent und einigen Prozenten schwanken. Auch kann statt Weinsäure eine
andere Säure benutzt werden.
Durch die Behandlung mit solchem Alkohol findet nicht nur eine völlige Entbitterung statt,
sondern es werden auch gleichzeitig die Älka- :
loide in Lösung übergeführt und durch nachträgliches
Auswaschen der behandelten Lupinensamen mit Alkohol zugleich mit den Bitterstoffen
entfernt.
Um das so entgiftete und entbitterte Lupinenpulver in eine möglichst leicht resorbierbare
Form -überzuführen, wird es noch einem Auf-Schließungsprozeß
mit Alkalikarbonaten in der Wärme unterworfen, so daß nach darauffolgendem
Trocknen und Vermählen ein feines Pulver
: yon außerordentlich gutem Geschmack erhalten wird, welches das zum Genuß fertige Eiweißnährpulver darstellt.
Das nach vorstehend beschriebenem. Verfahren,
hergestellte Lupinenmehl ist, .was Ent-.
bitterahg und Entgiftung betrifft, dem nach
bekannten Verfahren hergestellten überlegen.
Bei einem dieser bekannten Verfahren, nach
welchem'Mehl aus Bockshornsamen gewonnen
ίο wird, ist überhaupt nicht von einem Säurezusatz die Rede, durch den bei vorliegendem
Verfahren die Bindung der Alkaloide gesichert wird.
Nach einem anderen Verfahren wird zwar eine Säure verwendet; ein wesentlicher Unterschied
zwischen diesem und dem vorliegenden Verfahren besteht jedoch, darin, daß dort die
Säure dem fettlösenden Mittel und nicht wie hier dem alkaloidlösenden Alkohol zugesetzt
wird. Entsprechend diesem wesentlichen Unterschied wird denn auch nach vorliegendem Verfahren
die Entfernung der Alkaloide'erreicht, was mit einem angesäuerten Fettextraktionsmittel,
wie es nach dem bekannten Verfahren benutzt wird, wegen der Unlöslichkeit der durch Säurezusatz sich bildenden Alkaloidsalze
in Benzin, Äther o. dgl. nicht möglich ist,
ebenso wie aueh die Bitterstoffe in den genannten ' Extraktionsmitteln unlöslich sind.
Bei einem dritten Verfahren endlich, nach.30
welchem ebenfalls Säure mitverwendet, wird, handelt es sich überhaupt nicht um die Bindung
von Alkaloiden, da die dort zu entbitternden
Stoffe kein Alkaloid enthalten, sondern stickstofffreie Stoffe von Glykosidcharakter. Der
Zusatz von Säure bezweckt dort vielmehr wesentlich die Überführung der Pflanzeneiweißstoffe
in leicht verdaulichen Zustand.
Claims (1)
- Patent-An Spruch:Verfahren zur Herstellung eines eiweißreichen Nährmittels aus Lupinen, darin bestehend, daß zerkleinerte Lupinensamen durch Extraktion mit Benzol, Äther o. dgl. von dem fetten öl befreit und darauf der Behandlung mit Alkohol unterwarfen werden, welchem zwecks Bindung der Alkaloide eine Säure zugesetzt wird, worauf die vorbehandelten Rückstände zum Zwecke der leichten Resorbierbarkeit mit Alkalikarbonaten aufgeschlossen und nach dem Trocknen fein pulverisiert werderiT ;
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE307007C true DE307007C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=560383
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT307007D Expired DE307007C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE307007C (de) |
-
0
- DE DENDAT307007D patent/DE307007C/de not_active Expired
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