DE307817C - - Google Patents
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- DE307817C DE307817C DENDAT307817D DE307817DA DE307817C DE 307817 C DE307817 C DE 307817C DE NDAT307817 D DENDAT307817 D DE NDAT307817D DE 307817D A DE307817D A DE 307817DA DE 307817 C DE307817 C DE 307817C
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01J—CHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
- B01J39/00—Cation exchange; Use of material as cation exchangers; Treatment of material for improving the cation exchange properties
- B01J39/02—Processes using inorganic exchangers
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT,
Bekannt ist die Enthärtung von Wasser durch basische Aluminatsilikate, die sog. Permutite,
die durch Zusammenschmelzen von Quarz, Soda und Kaolin und Ausziehen der
Schmelze mit Wasser erhalten werden. Bei der Erzeugung dieser Körper muß mit sehr
hohen Temperaturen gearbeitet werden, wodurch deren Herstellung verhältnismäßig kompliziert
und kostspielig ist, insbesondere deshalb, weil die aus starken Schamottesteinen
bestehenden öfen so stark angegriffen werden, daß sie schon nach wenigen Chargen erneuert
werden müssen (T h i e s i η g , Zeitschrift »Wasser und Gas« vom 15. Juni 1914)· Die
auf diese Weise hergestellten basenaustauschenden Stoffe haben die Eigenschaft, daß sie im
trockenen Zustande völlig zerfallen, wodurch sie naturgemäß zur Wasserenthärtung unbrauchbar
werden. Deshalb muß mit Sorgfalt darauf geachtet werden, daß sie beim Lagern dauernd
feucht gehalten werden, weshalb sie auch von den Erzeugern nur mit einem erheblichen
Wassergehalt, der bis zu 55 Prozent betragen kann, zur Versendung gelangen (A. Bardt,
Die Wasserenthärtung nach dem Permutitverfahren. Die ehem. Ind. 1914, Nr. 5, S. 124).
Gegen Säuren sind diese Aluminatsilikate äußerst empfindlich. Schon durch die freie
Kohlensäure des Wassers werden sie derart angegriffen, daß man gezwungen ist, den Enthärtungsanlagen
ein besonderes Entsäuerungs-" filter vorzuschalten, um die freie Kohlensäure
des Wassers zu binden. Durch Mineralsäuren werden sie völlig aufgelöst.
Nach der vorliegenden Erfindung werden nun Körper hergestellt, die die vorerwähnten
Mängel jener basenaustauschenden Doppelsilikate zum Teil überhanpt nicht und zum Teil
in weit geringerem Maße besitzen und deren Herstellung durch ein Fällungsverfahren sich
weit einfacher und mithin auch billiger gestaltet als durch ein Schmelzverfahren.
Diese Körper werden der Erfindung gemäß durch Fällung von Wasserglas mit in Lösung
befindlichen Eisensalzen erhalten. Vorteilhaft benutzt man Eisenchlorid, doch kommen auch
andere Eisensalze, wie z. B. Eisensulfat, in Betracht.
Die Fällung geschieht zweckmäßig in großer Verdiinnung, und zwar so, daß das Fällungsgemisch
immer möglichst dünnflüssig bleibt. Es werden z. B. 3 kg Natronwasserglas mit
30 1 Wasser verdünnt, worauf diese Lösung ganz allmählich unter beständigem Umrühren
mit einer Lösung von · etwa 750 g Eisenchlorid in etwa 20 1 Wasser gefällt wird.
Das Fällungsprodukt wird nach vorherigem Auswaschen (bei kleineren Mengen durch Dekantation)
oder auch ohne dieses abgepreßt und bei etwa ioo° C getrocknet. Bei der Her-Stellung
des Produktes im großen geschieht das Abpressen vorteilhaft in Filterpressen. Das getrocknete Produkt stellt harte, auf dem
Bruch glänzende Stücke dar, die beim Anfeuchten mit Wässer in kleine Teilchen von
ι bis 2 mm Größe gesprengt werden können. Das auf diese Weise zerkleinerte Material wird
bei niedriger Temperatur wieder getrocknet.
Das angeführte Ausführungsbeispiel, bei dem 3 kg Natronwasserglas und etwa 750 g Eisenchlorid
verwendet wurden, ergibt ungefähr 1100 g lufttrockenes Material.
Das vorbeschriebene Herstellungsverfahren durch Fällung, die kalt erfolgen kann, ist im
Vergleich zu dem Schmelzverfahren naturge- ' maß mit geringen Unkosten verbunden, worin
schon ein großer Vorteil liegt. Abgesehen hiervon, besitzt das Produkt an sich aber
auch außerordentlich wertvolle Eigenschaften. Das ist zunächst die Tatsache, daß es auch
in lufttrockenem Zustande durchaus lagerbeständig ist und auch nach noch so langer
trockener Lagerung seine körnige Beschaffenheit behält und seine ursprüngliche Austauschfähigkeit
nicht verliert.
Des ferneren ist das neue Produkt sehr säurebeständig. Es wurden z. B. 50 g desselben
mit 200 g Salzsäure in der Verdünnung 1:5 übergössen und über Nacht stehen gelassen.
Eine gleiche Probe wurde mit dem durch Schmelzen erhaltenen Mittel, wie es im Handel unter dem Namen »Permutit« zu erhalten
ist, gemacht. Während letzteres sich in der Säure vollständig auflöste, behielt das
neue Material seine körnige Struktur völlig und wies auch noch etwa die Hälfte seiner
ursprünglichen Austauschfähigkeit auf.
Wenn schon das neue Mittel gegen Mineralsäuren derart beständig ist, so kann es nicht
überraschen, daß eine Probe des Materials, die bereits längere Zeit zur Enthärtung von
Wasser gedient hatte und wodurch mehrere Tage lang kohlensäuregesättigtes Wasser geleitet
wurde, auch nachher gegen die härtebildenden Salze des Wassers in der gleichen Weise aufnahmefähig blieb wie vorher.
Längere Zeit durchgeführte Versuche mit dem neuen Mittel haben ergeben, daß hiermit
bei einem Wasser von insgesamt 19,88° deutscher Härte eine durchschnittliche Austauschfähigkeit
von 1,093 Prozent erzielt wurde (berechnet nach der aufgenommenen CaO-Menge
auf 100 g Substanz). Zur Regenerierung des erschöpften Materials wurde jeweils das 4,4fache
der Theorie an Kochsalz verbraucht. In Anbetracht dessen, daß man bei den übrigen bekannten
Enthärtungsverfahren nach dem Basenaustausch mit dem durchschnittlich Fünffachen
der theoretisch erforderlichen Kochsalzmenge rechnet, arbeitet das vorliegende
Mittel also auch in dieser Hinsicht. günstig. Bereits früher hat man sich eines aus getrocknetem
Eisenchlorid, überschüssigem Wasserglas, Ammoniak und Kaliumpermanganat
auf Bimssteinstücken hervorgerufenen Kontaktüberzuges zur Herrichtung eines Filters
für die gleichzeitige Reinigung, Enteisenung und Entmanganung von Wasser bedient. Wie
aus der Literatur hierüber (z. B. Patentschrift 253835) hervorgeht, tritt neben der durch die
Filtereinrichtung und das Kontaktmaterial bewirkten gleichzeitigen Reinigung, Enteisenung
und Entmanganung auch eine stufenweise Abscheidung von Kalk ein. Bezüglich dieser
enthärtenden Wirkung wird noch angegeben, daß: »der Gehalt des Bimssteins an unzersetztem
Wasserglas den im Wasser enthaltenen Kalk sowie die anderen Bikarbonate ausfällt«.
Die Enthärtungsfähigkeit dieses Materials ist also hiernach auf die zufällige Anwesenheit
von überschüssigem Wasserglas zurückzuführen. Unter Berücksichtigung der Herstellungsweise
des Kontaktmaterials ist es auch nicht zu erwarten, daß neben dem Wasserglas noch
eine andere enthärtungsfähige Substanz hierin vorhanden ist. Insbesondere ist es nach den
gemachten Erfahrungen ausgeschlossen, daß durch bloße Einwirkung von Wasserglas auf
getrocknetes Eisenchlorid ein ähnlicher Körper entsteht, wie er den Gegenstand der vorliegenden
Erfindung ausmacht. Demgemäß-ist es auch verständlich, daß in der angeführten
Literatur von einem regenerierfähigen Enthärtungsmittel nicht die Rede ist, daß vielmehr
die Enthärtungsfähigkeit als eine durch. überschüssiges Wasserglas hervorgerufene Nebenwirkung
aufgefaßt wird. Daß es sich im übrigen bei diesem Mittel um ein rationelles Enthärtungsmittel nicht handeln kann, geht
schon aus der Art seiner gleichzeitigen Anwendung zur Reinigung, Enteisenung und Entmanganung
hervor, denn es gibt kein Produkt, mit welchem neben den vorgenannten Wirkungen auch noch eine rationelle Enthärtung
durchführbar wäre.
Im Gegensatz ■ hierzu wird nach dem neuen Verfahren ein basenaustauschendes, regenerier-,
fähiges Produkt gewonnen, welches sich dauernd zur Wasserenthärtung eignet.
Zur Feststellung der Zusammensetzung .des nach der Erfindung hergestellten, gleichmäßig
hartkörnigen Enthärtungsmittels vor und nach der Regenerierung wurde je eine Probe eines
Materials, von welchem 100 g bei einer Wasserhärte von insgesamt 20,44° deutscher Härte
fortlaufend etwa 6,5 1 nullgrädigen Wassers lieferte, vor und nach der Regenerierung untersucht,
wobei sich folgende Zusammensetzung ergab:
Enthärtungs- Enthärtungsmittel nach der mittel nach der Enthärtung: Regenerierung:
Glühverlust. . . 31,61 Prozent, 31,33 Prozent,
Kieselsäure . . . 50,46 - 51,01
Eisenoxyd 15,35 - !5.34
Kalk . 1,60 - 0,43
Magnesia 0,53 - 0,13 -
Alkali (Natron) 0,54 - 1,68
100,09 Prozent, 99,92 Prozent.
Wird die Weiterbildung des Mittels nicht in der Weise vorgenommen, daß die Fällung
in großer Verdünnung geschieht, und daß das abgepreßte, bei etwa 100° C getrocknete Fällungsprodukt
mit Wasser behandelt wird, so kann zwar auch ein mehr oder weniger aus-
tauschfähiges Mittel entstehen, welches aber von weniger günstiger physikalischer Beschaffenheit
ist, weil es nicht die erforderliche homogene und gleichmäßig hartkörnige Form aufweist. Ein auf diese Weise gefälltes und
ausgewaschenes, teilweise zu Pulver zerfallenes Material ergab folgende quantitative Zusammensetzung
:
Glühverlust . .
Kieselsäure . .
Eisenoxyd .. .
Kieselsäure . .
Eisenoxyd .. .
Kalk.
Magnesia ....
Alkali (Natron)
Alkali (Natron)
25,71 Prozent,
53.26
18,22
1,12
.1,01
0,72
100,05 Prozent.
Claims (3)
1. Verfahren zur Enthärtung von Wasser, bestehend in der Verwendung des Nieder- ao
Schlags, den Wasserglas mit in Lösung befindlichen Eisensalzen erzeugt.
2. Verfahren zur Herstellung des Mittels zur Wasserenthärtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fällung in großer Verdünnung erfolgt.
3. Verfahren zur Herstellung des Mittels zur Wasserenthärtung nach Anspruch 1
und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das abgepreßte, bei etwa 100 ° C getrocknete
Fällungsprodukt mit Wasser behandelt wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE307817C true DE307817C (de) |
Family
ID=561123
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT307817D Active DE307817C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE307817C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1297426B (de) * | 1966-07-11 | 1969-06-12 | Nitzschke Otto | Drosselklappe mit schraegstehender Betaetigungswelle |
-
0
- DE DENDAT307817D patent/DE307817C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1297426B (de) * | 1966-07-11 | 1969-06-12 | Nitzschke Otto | Drosselklappe mit schraegstehender Betaetigungswelle |
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