DE3125932C2 - Verfahren und Einrichtung zum Dichten einer Koksofentür - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Dichten einer KoksofentürInfo
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Abstract
Zum Dichten von Koksofentüren gegenüber den Türrahmen werden Dichtmassen in einen Kanal eingepreßt. Es soll zum Einbringen der Dichtmasse kein hoher Druck notwendig sein. Hierfür wird die Dichtmasse vor dem Schließen der Koksofentür in einen sich längs des Kanals erstreckenden Vorratsraum eingebracht. Beim Schließen der Tür wird die Dichtmasse aus dem Vorratsraum in einen durch den Türrahmen abgeschlossenen Dichtraum des Kanals gedrückt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Dichten einer Koksofentür mit einer aufbereitbaren Dichtmasse,
z. B. Lehm, die in einen um die Tür umlaufenden und durch Anlage gegen den Türrahmen abgeschlossenen
Kanal eingedrückt wird. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Dichteinrichtung zur Durchführung dieses
Verfahrens.
In der DE-OS 25 48 714 ist ein derartiges Verfahren beschrieben. Dabei wird in den Kanal, dann wenn dieser
an den Türrahmen angesetzt ist, die Dichtmasse eingedrückt. Am Boden des Kanals sind hierfür einzelne
Bohrungen vorgesehen. Entsprechend der Anzahl der Bohrungen müssen Anschlüsse an einen Vorratsbehälter,
der die Dichtmasse enthält, vorgesehen sein. Sind viele Bohrungen vorgesehen, dann ist der Aufwand,
diese anzuschließen, beträchtlich; sind wenige Bohrungen vorgesehen, ist es schwierig, die gewünschte
gleichmäßige Einbringung der Dichtmasse zu erreichen. Der Einstellung der Fließfähigkeit vor deren Erhärten
sind durch das mögliche Nichtanliegen der Kanalränder am Türrahmen Grenzen gesetzt
In der DE-OS 28 52 013 ist ein Verfahren beschrieben,
bei dem der Kanal an zwei Stellen von unten her gefüllt wird und oben eine Oberströmöffnung aufweist Um den
Kanal mit der Dichtmasse füllen zu können, muß ein beträchtlicher Druck aufgebracht werden. Dies ist
notwendig, da sichergestellt sein soll, daß die Dichtmasse den Kanal nicht nur im wesentlichen ausfüllt, sondern
auch in den Bereich der Anlagestellen der ICaialränder
ίο und Türrahmen gelangt
In der DE-PS 2 73 606 ist eine Koksofentürabdichtung beschrieben, die zur Bildung eines Aufnahmeraumes
für Dichtungsmaterial eine die Flanken und die Oberseite der Tür rahmenartig umgebende Wandung
i* aufweist Dieser Aufnahmeraum ist auf der Oberseite
des Türrahmens offen und wird von dort aus erst nach dem Schließen der Tür mit dem Dichtmaterial aufgefüllt
Diese Anordnung des seitlich und oben ran die Tür gebildeten Hohlraumes soll die Verwendung kleinstükkigen,
porösen Materials wie Koksasche als Dichtmaterial ermöglichen. Diese Koksasche wird nach DE-PS
3 00 577 aus einem längs der Koksofenbatterie verfahrbaren Beschickungsgefäß in den Hohlraum eingefüllt.
Mangels eines unteren waagerechten Verbindungskanals zwischen den Türflankenräumen kann das Einfüllen
der Koksasche ohne Druck erfolgen und man setzt zur weitgehenden At-dichtung die Wirkung ein, daß das
poröse Material die austretenden Teerdämpfe aufsaugt und mit dem verdichteten Teer zu einer dicht
schließenden Masse zusammenbackt Mindestens bis dahin ist das Dichtmaterial undicht und auf der
Türunterseite fehlt diese Abdichtung gänzlich. Eine solche Koksofentürabdichtung entspricht nicht den
heutigen Anforderungen an den Umweltschutz, zumal sie zu Beginn der Ofenreise mit frischgefüllten
Ofenkammern während der besonders intensiven Rauchgasentwicklung kaum abdichtend wirkt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein von Anfang an gut wirkendes Abdichtverfahren und eine Vorrichtung der
eingangs genannten Art vorzuschlagen, wobei das Einfüllen der Dichtmasse in den Abdichtkanal unabhängig
von dem Druck ist, mit dem die Dichtmasse an den Türrahmen gedruckt wird.
Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe dadurch gelöst, daß die Dichtmasse vor dem Schließen der Koksofentür
in einen sich längs im Kanal erstreckenden Vorratsraum der Tür eingebracht und beim Schließen der Tür aus
diesem Vorratsraum in einen an den Türrahmen anschließenden EXichtraum des Kanals gedruckt wird.
Hierdurch wird eine in der Handhabung und Wirkung verbesserte Abdichtung erreicht. Es wird dabei der zum
Kanal offene Vorratsraum bei offenem Kanal, d. h. bei abgehobener Tür, auf die Länge des Kanals gut verteilt,
mit der blähenden Dichtmasse befüllt. Eines hohen Druckes bedarf es hierfür nicht. Danach wird die Tür an
den Türrahmen angesetzt und die Dichtmasse gleichmäßig aus dem Vorratsraum an den Türrahmen gedrückt,
wodurch sich die gewünschte Dichtwirkung ergibt.
Eine Dichteinrichtung zur Durchführung des vorbeschriebenen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal einen längs neben dem Diehtraum verlaufenden, in diesen übergehenden Vorratsraum aufweist, welcher so bemessen ist, daß er die gesamte zur Dichtung vorgesehene Dichtmasse aufnimmt, und daß im Vorratsraum an der Kanalsohle ein sich parallel zum Verlauf des Dichtraumes erstreckendes Druckelement in Richtung zum Diehtraum bewegbar ist und Dichtmasse des Vorratsraumes in den Diehtraum preßt.
Eine Dichteinrichtung zur Durchführung des vorbeschriebenen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal einen längs neben dem Diehtraum verlaufenden, in diesen übergehenden Vorratsraum aufweist, welcher so bemessen ist, daß er die gesamte zur Dichtung vorgesehene Dichtmasse aufnimmt, und daß im Vorratsraum an der Kanalsohle ein sich parallel zum Verlauf des Dichtraumes erstreckendes Druckelement in Richtung zum Diehtraum bewegbar ist und Dichtmasse des Vorratsraumes in den Diehtraum preßt.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der folgenden Beschreibung
erläutert. In der Zeichnung zeigt
F i g. 1 eine Schnittdarstellung einer an einen Türrahmen angesetzten Keksofentür, jeweils abgebrochen, mit
einem Querschnitt durch eine Dichteinrichtung;
F i g. 2 eine Tßilansicht der abgehobenen Koksofentür nach F i g. 1, mit der Draufsicht auf die Dichteinrichtung
und eine angesetzte Füll- und Reinigungskatze, im Schnitt längs der Linie II-II nach Fig.3 und im
verkleinerten Maßstab; und
F i g. 3 einen Querschnitt nach Linie III-1II der F i g. 2,
im vergrößerten Maßstab.
Eine Koksofentür 1 weist einen umlaufenden Kanal 2 auf, dessen Seitenwände Dichtleisten 3 zur Ablage an
einem Türrahmen 4 (vgl. F i g. 1) bilden.
Der Kanal 2 ist in einen Vorratsraum 5 und einen Dichtraum 6 durch Profilleisten 7 unterteilt. Die
Profilleisten 7 sind so geformt, daß der Dichtraum 6 eine im Querschnitt trichterförmige, sich zum Vorratsrauji 5
verjüngende Form aufweist. An der Trichterengstelle 8 gehen der Vorratsraum 5 und der Dichtraum 6 in der
gesamten Kanallänge frei ineinander über. Der Dichtraum 6 liegt in dem der Kanalsohle 9 gegenüberliegenden
Kanalbereich. An der Kanalsohle 9 ist ein sich über die gesamte Kanallänge erstreckendes Druckblech 10
gelagert Zu dessen Verschiebung in Richtung auf den Dichtraum 6 sind an verteilten Stellen Druckstempel 11
vorgesehen (vgl. F i g. 1 und 3).
Das Volumenverhältnis des Vorratsraum 5 zum Dichtraum 6 beträgt etwa 3:1. Der Vorratsraum 5 ist
zur Befüliung mit einer aufbereitbaren Dichtmasse wie Lehm vorgesehen.
Der Vorratsraum 5 wird gefüllt, wenn die Koksofentür 1 mittels einer nicht näher dargestellten Türabhebeeinrichtung
vom Türrahmen 4 abgehoben ist. Hierbei liegt der Kanal 2 mit seinen vorstehenden Dichtleisten 3
frei und offen. Zur Befüliung des Vorratsraums 5 dient -ίο
eine von der kanaloffenen Seite aus auf die Dichtleisten 3 aufsetzbare Füll- und Reinigungskatze 12 (F i g. 3). Sie
hat einen Querschnitt U-förmigen Körper und weist an ihren Schenkelenden innenseitig Rollen 13 auf, mit
denen sie an Schienen 14, die auf beiden Außenseiten der Dichtleisten 3 fest angeordnet sind, längs des Kanals
2 Verfahrbar ist An der Katze 12 ist ein Rohr 15 m=t
einer nicht näher dargestellten Exzenterschneckenpumpe und einem Vorratsbehälter, welcher die Dichtmasse
liefert, sowie wahlweise mit einer Lieferstelle für Hochdruckwasser oder Preßluft verbunden.
Die Funktionsweise der beschriebenen Einrichtung ist
etwa folgende:
1st die Tür 1 vom Türrahmen 4 abgehoben, dann wird die Katze 12 an sie angefahren. Durch das Rohr 15 wird
der Vorratsraum 5 gleichmäßig und blasenfrei mit Dichtmasse gefüllt, indem die Katze 12 längs des
Rahmens 4 fährt Ist die Befüliung des Vorratsraums 5 abgeschlossen, dann wird die Katze 12 von dem Kanal 2
entfernt und die Tür mit dem Kanal 2 an den Türrahmen 4 angefahren. Es Hegen dann die Dichtleisten 3 dichtend
am Türrahmen 4 an.
Anschließend werden die Druckstempel 11 betätigL Zur Betätigung der Druckstempel 11 können Feder-,
Spindel-, Hydraulik- oder Pneumauäantriebe vorgesehen
sein. Mittels der Druckstempei 11 wird das Druckblech 10 in Richtung auf den Dichtraum 6 bewegt
Dabei wird die Dichtmasse über die gesamte Kanallänge aus dem Vorratsraum 5 in den Dichtraum 6 gepreßt.
Durch die trichterförmige — venturidüsenartige — Formung des Dichtraums 6 ist eine Strömungsbeschleunigung
gegeben. Die Dichtmasse gelangt damit unter dem Druck des Druckblechs 10 über die gesamte
Kanallänge praktisch gleichzeitig in die kritischen Zonen zwischen Dichtleisten 3 und Türrahmen 4. Es ist
damit eine wirkungsvolle Abdichtung der Tür 1 schnell erreicht. Solange die Dichtmasse unter der Einwirkung
der Ofenhitze noch nicht erhärtet ist, steht sie unter dem Druck des Druckblechs 10.
Nach dem Erhärten der Dichtmasse kann der Druck von dem Druckblech 10 genommen werden.
Nach Abschluß der Ofenreise wird die Tür 1 wieder abgehoben und die Katze 12 angefahren. Durch das
Rohr 15 wird jetzt Wasser unter Hochdruck in den VoTatsraum 5 gedrückt. Es wird damit die verbrauchte
Dichtmasse aus dem Dichtraum 6 herausgedrückt und dieser gereinigt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Verfahren zum Dichten einer Koksofentür mit einer aufbereitbaren Dichffiiasse, z. B. Lehm, die in
einen um die Tür umlaufenden, und durch Anlage gegen den Türrahmen abgeschlossenen Kanal
eingedrückt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dichtmasse vor dem Schließen der Koksofentür in einen sich längs im Kanal erstrekkenden
Vorratsraum der Tür eingebracht und beim Schließen der Tür aus diesem Vorratsraum in einen
an den Türrahmen anschließenden Dichtraum des Kanals gedrückt wird.
2. Dichteinrichtung einer Koksofentür mit einem durch den Türrahmen abgeschlossenen, um die Tür
umlaufenden Kanal, der einen Dichtraum für eine aufbereitbare Dichtmasse, z. B. Lehm, enthält, zur
Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (2) einen
längs neben dem Dichtraum (6) verlaufenden, in diesen übergehenden Vorratsraum (5) aufweist,
welcher so bemessen ist, daß er die gesamte zur Dichtung vorgesehene Dichtmasse aufnimmt, und
daß im Vorratsraum (5) an der Kanalsohle (9) ein sich parallel zum Verlauf des Dichtraumes (6)
erstreckendes Druckelement (10, 11) in Richtung zum Dichtraum bewegbar ist und Dichtmasse des
Vorratsraumes (5) in den Dichtraum (6) preßt.
3. Dichteinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Vorratsraum (5)
und dem Dichtraum (6) eine Verengung (8) vorgesehen ist.
4. Dichteinrichtk/ig nac-i Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtraum (6) im Querschnitt trichterförmig au; jebüdet ist.
5. Dichteinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
das Volumenverhältnis des Vorratsraums (5) zum Dichtraum (6) etwa 3 :1 beträgt
6. Dichteinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Füll- und Reinigungskatze (12) vorgesehen ist, welche mit einem Rohr (15) in den Vorratsraum (5)
ragt und längs des Kanals (2) verfahrbar ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3125932A DE3125932C2 (de) | 1981-07-01 | 1981-07-01 | Verfahren und Einrichtung zum Dichten einer Koksofentür |
| ZA824344A ZA824344B (en) | 1981-07-01 | 1982-06-18 | A method of and an arrangement for sealing a coke oven door |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3125932A DE3125932C2 (de) | 1981-07-01 | 1981-07-01 | Verfahren und Einrichtung zum Dichten einer Koksofentür |
Publications (2)
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|---|---|
| DE3125932A1 DE3125932A1 (de) | 1983-01-20 |
| DE3125932C2 true DE3125932C2 (de) | 1983-09-22 |
Family
ID=6135853
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE3125932A Expired DE3125932C2 (de) | 1981-07-01 | 1981-07-01 | Verfahren und Einrichtung zum Dichten einer Koksofentür |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| DE1039027B (de) * | 1951-05-08 | 1958-09-18 | Sulzer Ag | Dichtung fuer Tueren und Deckel, insbesondere an Koksoefen und Kokskuehlkammern |
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| DE2852013C2 (de) * | 1978-12-01 | 1981-11-26 | Didier Engineering Gmbh, 4300 Essen | Dichtungsanordnung für die Ofenkammertür an einem Verkokungsofen |
-
1981
- 1981-07-01 DE DE3125932A patent/DE3125932C2/de not_active Expired
-
1982
- 1982-06-18 ZA ZA824344A patent/ZA824344B/xx unknown
Also Published As
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| ZA824344B (en) | 1983-04-27 |
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