DE312832C - - Google Patents
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- G—PHYSICS
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- G01N25/00—Investigating or analyzing materials by the use of thermal means
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Description
AUSGEGEBEN
AIN18. JUNI 1919
Die Bestimmung des Heizwertes von Gasen erfolgt nach zweierlei verschiedenen Methoden,
nämlich mit Hilfe der Strömungskalorimeter und mit Hilfe der Explosionskalorimeter.
Die erste Methode wird bei dem Junkerschen Kalorimeter und ähnlichen Kalorimetern,
die zweite bei der'Bestimmung des Heizwertes von Gasen in der Berthelot-Mahlerschen
Bombe verwendet, bei der die Temperaturerhöhung des die Bombe umgebenden Wassers gemessen wird, ferner bei jenen
Kalorimetern, bei welchen die Verpuffung eines Gasluftgemisches ebenfalls in einem ge-
schlossenfen Gefäß durchgeführt wird und die
Erwärmung des Gefäßes selbst ζ. B. auf thermoelektrischem Wege gemessen wird, und
bei dem Stracheschen Explosionskalorimetern, bei dem die bei der Verpuffung entstehende
Wärme auf ein das Gefäß umgebendes Luftvolumen als kalorimetrische Substanz übertragen
wird, die in diesem Falle* gleichzeitig als thermometrische Substanz dient.
Die Strömungskalorimeter erfordern eine große Gasmenge; die Explosipnskalorimeter
besitzen, wenn die Ausstrahlung, welche während der Zündung entsteht, nicht durch die
kalorimetrische Substanz, aufgenommen wird, keine große Genauigkeit, da die Ausstrahlung
bei verschiedenen Gasen je nach der Entzündungsgeschwindigkeit und der auftretenden
Flammtemperätur eine verschiedene ist.
Aus diesem Grunde wurde beim Stracheschen Explosionskalorimeter die kalorimetrische
Substanz (Luft) als Hülle um dasExplosionsgefäß angeordnet. Dies bedingt aber
Komplikationen, die durch die Anwendung eines Luftthermometers überhaupt bedingt
sind (Abhängigkeit von Druck und Temperatur) und ein Ersatz der Luft durch eine sich
ausdehnende Flüssigkeit ist nicht zulässig, weil der bei der Explosion auftretende Druck
das Volumen des Explosionsgefäßes in geringem Maße ändert und dadurch' Ungenauigkeiten
in der Ablesung der Flüssigkeitsausdehnung bedingt würden.
Diese Übelstände lassen sich, vermeiden, wenn man die die Wärme aufnehmende kalorimetrische
Substanz, die gleichzeitig als thermometrische Substanz dient, daher von
kleiner Wärmekapazität sein kann, im Innern ■ des Kalorimeters anordnet und die_ Ausstrahlung
durch die von Dewar angegebene Isolierung mit Hilfe eines luftleeren und durch
Versilberung gegen Ausstrahlung geschützten Raumes verhindert. Die Erfindung besteht
demgemäß darin, die bei der Verpuffung eines Gasluftgemisches in einem geschlossenen Ge- ■
fäß entstehende Wärme, auf ein im Innern
dieses Gefäßes befindliches Thermometer,
dessen Quecksilberfüllung selbst als kalorimetrische
Substanz dient, zu übertragen und die während und nach der. Verbrennung entstehende
Ausstrahlung in an sich . bekannter Weise dadurch zu vermeiden, daß das Explosionsgefäß
durch ein Dewarsches Vakuum vor Ausstrahlung geschützt wird.
Das Abmessen des Gases erfolgt zweckmäßig außerhalb des Explosionsgefäßes und
ίο kann durch Ansaugen mit Hilfe einer Flüssigkeit,
oder indem man das Gas durch ein Meßgefäß von bestimmter Größe strömen läßt, er-]
folgen. Diesem Meßgefäß wird jene Größe gegeben, die der Eichung des Instrumentes
zugrunde gelegt ist. Als Meßgefäß kann auch ein Pumpenzylinder dienen, aus welchem das
Gas mit Hilfe eines Kolbens in das Explosionsgefäß gepreßt wird.
Da zur vollkommenen Verbrennung aller Gase ein Vielfaches ihres Volumens an Luft
erforderlich ist, erfolgt die Überführung des abgemessenen Gases in das Explosionsgefäß
am einfachsten, indem man die zuzusetzende Verbrennungsluft durch das Gefäß hindurchströmen
läßt und mit ihr das Gas in das Explosionsgefäß hinüberspült.
Die Gase besitzen bekanntlich oft einen sehr engen Explosionsbereich und die Größe
des Meßgefäßes muß daher dem jeweils zu messenden Gase entsprechend in ein richtiges
Verhältnis zur Größe des Explosionsgefäßes gebracht werden. Das Meßgefäß wird ι
daher bei solchen Kalomrhetern, die zur Heiz-Wertbestimmung
verschiedener Gase dienen sollen, auswechselbar angeordnet.
Das Instrument besteht demgemäß nach Fig. ι aus dem Explosionsgefäß 1, in dessen
Innern sich die Thermometerkugel 2 befindet und das von der luftleeren versilberten Hülle 3
umgeben ist. Das Meßgefäß 4 ist z. B. mit Hilfe des Schlauches 5® derart an das Explosionsgefäß
angesetzt, daß das hier abgemessene Gas in das Explosionsgefäß eintreten kann. Die Abmessung des Gases erfolgt hier,
wie Fig. ι zeigt, indem man von dem Zuströmungsrohr 5 aus das Gas mittels der zwei
Dreiweghähne 6 und 7 durch das Meßgefäß 4 hindurch- nach dem Ausströmungsrohr 8 strömen läßt. Zwec'kmäßig bringt man inner-'halb
des Meßgefäßes 4 ein Thermometer 9 an, welches die Temperatur des abgemessenen Gases anzeigt, so daß die Reduktion auf die
normale Temperatur durchgeführt werden kann.
Fig. 2 zeigt die Stellung, welche den Dreiweghähnen 6 und 7 gegeben wird, um das Gas
in das Explosionsgefäß 1 zu spülen. Zu diesem Zwecke wird das Niveaugefäß Ίο, das durch
den Hahn 11 mit dem Explosionsgefäß verbunden
ist und eine Sperrflüssigkeit (Wasser) enthält, gesenkt und das Gas durch die beim
Rohre 12 (Fig. 2) -eintretende Luft aus dem Meßgefäß ,4 durch das Rohrζα in das Explosionsgefäß
ι getrieben.
Nachdem dies geschehen ist und das ganze Explosionsgefäß 1 bis zum Hahn. 11 mit dem ,
.Gasluftgemisch gefüllt ist, wird der Hahn 11
geschlossen und mit Hilfe der Zünddrähte 13 durch einen Funken die Zündung bewirkt.
Die Ablesung, des Temperaturanstieges an dem Thermometer 2 erfolgt mit Hilfe der
Lupe 14 und ergibt nach Eichung des > Instrumentes
(am besten mit reinem Wasserstoff) sofort die Anzeige des Heizwertes.
Claims (2)
1. Vorrichtung zur Bestimmung des ■ Heizwertes von Gasen durch Zündung des
.mit Luft gemischten Gases im Innern eines Gefäßes, dadurch gekennzeichnet,
' daß dieses in üblicher Weise mit Hilfe des 'Dewarschen Vakuums gegen Ausstrahlung
geschützte Gefäß im Innern ein -. Thermometer enthält;, dessen Quecksilberfüllung
selbst als kalorimetrische Sub-
;■ stanz dient.
2. Vorrichtung nach ■ Anspruch 1, da-. durch gekennzeichnet, daß das Innere des
Dewarschen Gefäßes mit einem Gefäß (4) zum Abmessen des Gases und mit einer
Gaspumpe (10) in Verbindung steht, welche zuerst das Gas und dann auf demselben
Wege die zuzusetzende Verbrennungsluft in das Explosionsgefäß saugt.^
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB896018A GB116707A (en) | 1918-05-30 | 1918-05-30 | Improvements in or relating to Apparatus for Determining the Heating Value of Gases. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE312832C true DE312832C (de) |
Family
ID=32670757
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT312832D Active DE312832C (de) | 1918-05-30 |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE312832C (de) |
| GB (1) | GB116707A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102014105619A1 (de) * | 2013-06-19 | 2014-12-24 | Dr. Ing. H.C. F. Porsche Aktiengesellschaft | Verfärbungsschutz |
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1918
- 1918-05-30 GB GB896018A patent/GB116707A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB116707A (en) | 1919-10-23 |
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