DE3140154C2 - - Google Patents

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Description

Isoolefine mit 4 Kohlenstoffatomen sind schwer von dem entsprechenden normalen Olefin durch einfache Fraktionierung infolge der Nähe ihrer Siedepunkte abzutrennen. Bei den Verfahren nach dem Stand der Technik, wie sie im allgemeinen technisch durchgeführt werden, wird das Isoolefin selektiv durch Schwefelsäure absorbiert und der Isoolefin enthaltende Schwefelsäureextrakt wird dann verdünnt und erhitzt oder mit Wasserdampf behandelt, um das Isoolefin abzutrennen.
Isobuten und Diisobuten sind von bedeutendem Wert und haben verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel ist Isobuten eines der Comonomeren für Butylkautschuk und Diisobuten ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Detergentien. Die Isobutenoligomeren sind vorteilhaft als Poly­ mergasolin (Benzin). Die n-Butene müssen in reiner Form für die Homopolymerisation und als Beschickungen für die oxidative Herstellung von Butadien vorliegen. Eine Methode zur Abtrennung dieser Komponenten besteht darin, die Mischung durch ein kaltes saures Extraktionsverfahren zu leiten, wobei der Strom in ein Bad von konzentrierter Schwefelsäure eingeführt wird. Die Abtrennung wird mittels der Löslichkeit des Isobutens in der Schwefelsäure er­ reicht, wobei die n-Butene und andere anwesende Kohlen­ wasserstoffe überkopf strömen, z. B. wie es in den US-PS 35 46 317 und 38 23 198 gezeigt ist.
Andere Verfahrensweisen verwendeten verschiedene Katalysatoren zur Umwandlung des Isobutens in Diisobuten, das dann leicht aus dem Produktstrom abgetrennt wird. Z. B. wird ein Verfahren unter Verwendung eines Molekularsiebs und erhöhter Temperatur in der US-PS 35 31 539 offenbart; die US-PS 35 18 323 verwendet einen Trägernickeloxydkatalysator; und die US-PS 38 32 418 verwendet ein Metall der Gruppe VI oder VIII, aufgebracht auf saures, amorphes Silicium­ dioxyd-Aluminiumoxyd in gleicher Weise.
Vor kurzem offenbarte die US-PS 42 15 011 die Verwendung eines Säurekationenaustauscherharzes in einem heterogenen Kombinationsreaktions-Destillationssystem für die selektive Dimerisierung von Isobuten in Gegenwart von normalen Butenen. Die Beschickungsströme weisen einen hohen Isobutengehalt von beispielsweise etwa 50 Mol-% auf.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Entfernung von Isobuten aus einem 0,5 bis 5 Mol-% Isobuten enthaltenden Beschickungsstrom, der überwiegend C₄-Kohlenwasserstoffe umfaßt und neben Isobuten n-Buten enthält, dadurch gekennzeichnet, daß
  • (a) dieser Beschickungsstrom in flüssiger Phase mit einem Festbettkationenaustauscherharz in einem Reaktor bei einem Druck im Bereich von 2,4 bis 20,7 bar Überdruck und bei einer Temperatur von 50 bis 80°C bei einer flüssig­ stündlichen Raumgeschwindigkeit des Beschickungsstroms von etwa 2,5 bis 12 in Kontakt gebracht wird,
  • (b) das Isobuten unter Bildung von Oligomeren hiervon mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von C₁₆- Kohlenwasserstoffen oder weniger, wobei das Hauptprodukt Diisobuten ist, umgesetzt wird, und
  • (c) der Produktstrom aus dem Reaktor entfernt und gegebenenfalls fraktioniert wird.
Das vorliegende Verfahren ist von be­ sonderem Wert für die Gewinnung von Produktströmen mit ausreichend niederen Anteilen an Isobuten zum Erhalt von verwendbaren n-Butenen und insbesondere Buten-1, welches das n-Butenisomere ist, das bei der Homopolymerisation zur Herstellung von Polybuten oder der Copolymerisation mit anderen Monomeren und als die bevorzugte Beschickung für die oxdative Dehydrierung zur Herstellung von Butadien-1,3 verwendet wird.
Nach dem vorliegenden Verfahren kann der Anteil an Isobuten in dem Strom auf ausreichend niedrige Werte vermindert werden, um eine weitere Abtrennung eines wertvollen Buten-1-Produkts zu erlauben. Aus dem Isobuten kann z. B. Polymergasolin (Benzin) hergestellt werden. Es ist ein besonderer Vorteil des vorliegenden Verfahrens, daß die vorhergehenden Resultate mit einem begrenzten Verlust an Buten-1 erhalten werden können.
Es ist ein weiterer Vorteil des vorliegenden Verfahrens, daß das Diisobutenprodukt niedrigere Verhältnisse von Codimerem (dem Reaktionsprodukt von n-Buten und Isobuten) und Triisobuten zu Diisobuten aufweisen kann als die Kaltsäuremethode nach dem Stand der Technik zur Entfernung von Isobuten aus C₄-Strömen. Gegenüber der Kaltsäuremethode ist bei dem vorliegenden Verfahren auch eine wesentliche Energieersparnis und eine Herabsetzung der Kosten für den Ersatz und/oder die Reparatur der Verfahrensvorrichtungen, die infolge der kor­ rodierenden Natur der Schwefelsäure unbrauchbar werden, möglich.
Bei dem vorliegenden Verfahren ist das Isobuten das reaktionsfähigste C₄-Olefin und wird vorwiegend reagieren. Je höher daher die Molprozente an Isobuten, desto weniger leicht ist das n-Buten zu oligomerisieren.
Der in Stufe (b) erhaltene Produktstrom wird bei einer bevorzugten Ausführungsform zur Gewinnung einer Überkopf-C₄-Fraktion mit einem wesentlich niedrigeren Isobutengehalt als der Beschickungsstrom und einer Bodenfraktion, die im wesentlichen aus den Oligomeren besteht, fraktioniert.
Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft die Gewinnung eines Produktstroms mit weniger als 0,2 Vol-% Isobuten aus einem Beschickungsstrom, wie vorausgehend definiert. Vorzugsweise enthält der Produktstrom mindestens 50% Buten-1 des Be­ schickungsstroms und insbesondere mindestens 80% des Buten-1 des ursprünglichen Beschickungsstroms.
Bei anderen Ausführungsformen ist die Herstellung von einem Isobutenoligomeren, insbesondere Diisobuten, das gewünschte Resultat, wobei ein sehr niedriger Isobutengehalt oder der Verlust von Buten-1 weniger entscheidend sind.
Bedingungen der Raumgeschwindigkeit und der Temperatur werden innerhalb der spezifizierten Bereiche eingestellt, um eine maximale Isobutenentfernung und einen minimalen Verlust von Buten-1 durch die Isomerisierung oder den Verlust von n-Butenen durch Reaktion zu erzielen.
Ein Mittel der Aufrechterhaltung der Temperatur in dem Reaktor ist die Verwendung eines Wärmeaustauschmediums, das mit ihm verbunden ist. Die bevorzugte Temperatur des Kontaktierens beträgt 60 bis 70°C, vorzugsweise 70°C.
Fig. 1 stellt eine schematische Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens dar.
Fig. 2 ist eine Querschnittsansicht eines Reaktors zur Durchführung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung.
Fig. 3 ist ein Querschnitt des Reaktors der Fig. 2 entlang der Linie 3-3.
Hauptsächliche Beachtung bei der Behandlung eines Isobuten, Buten-1, Buten-2, n-Butan und Isobutan enthaltenden C₄-Stroms gemäß der vorliegenden Erfindung findet die Entfernung von Isobuten daraus. Zwar wäre eine vollständige Entfernung wünschenswert, jedoch ist dies in der Praxis ohne ernsthafte Beeinträchtigung des verbleibenden Beschickungs­ stroms nicht möglich. Daher wird in einer Ausführungsform eine Überkopf-C₄-Fraktion, die weniger als 0,2 Mol-% an Isobuten enthält, als diejenige angesehen, die zur Herstellung einer verwendbaren Buten-1-Fraktion geeignet ist. Inzwischen ist es jedoch möglich, C₄-Ströme herzustellen, die im wesentlichen frei von niedrigeren oder höheren Kohlen- Kohlenwasserstoffen sind.
Die C₄-Beschickungsströme können kleine Anteile an C₃ und C₅ aufweisen. Jedoch machen diese üblicherweise weniger als 1,0 Vol-% des Gesamtstroms aus, was ohne Folge ist.
Bei Durchführung des vorliegenden Verfahrens wurde gefunden, daß die Temperatur des Kühlmediums (die die Exotherme in dem Katalysatorbett widerspiegelt) besondere Bedeutung besaß. Es wurde gefunden, daß bei Kühltemperaturen unterhalb etwa 50°C selbst bei längeren Verweilzeiten der Isobutengehalt nicht auf die erforderlichen 0,2 Vol-% oder weniger während mehr als wenigen Tagen am Strom zu vermindern war.
Höhere Temperaturen begünstigen die Oligomerisierung des Isobutens. Der Temperaturbereich von 50 bis 80°C gibt den operablen Bereich wieder, der zur Durchführung der Reaktion innerhalb einer vorteilhaften Zeitspanne für den Katalysator verwendet werden kann, der dazu neigt, in seiner Aktivität nachzulassen, sobald höhere Polymere darauf niedergeschlagen werden. Das heißt mit einem frischen Katalysator wird eine möglichst niedrige Temperatur aufrechterhalten werden können, bis ein Abfall in der Isobutenentfernung höhere Temperaturen erfordert.
Wie festgestellt wurde, ist der Hauptzweck des vorliegenden Verfahrens die Entfernung von Isobuten aus dem Beschickungsstrom auf einen Stand von 0,2 oder weniger Mol-%. Jedoch sind höhere Temperaturen als hierfür erforderlich schädlich, da sie den Verlust an dem gewünschten Buten-1- durch (1) Iso­ merisierung zu Buten-2, (2) Copolymerisierung mit dem Isobuten und/oder (3) Polymerisierung der n-Butene begünstigen. So ist die Durchführung des vorliegenden Verfahrens bei irgendeiner höheren Temperatur innerhalb des zitierten Bereichs als notwendig, um den Isobutengehalt unter 0,2 Vol-% zu vermindern, der Bereitstellung des Buten- 1-Gehalts entgegengesetzt. Die Bestimmung der oberen Arbeitstemperatur kann leicht bei der Durchführung des Verfahrens erfolgen, und bei einer Routineüberprüfung auf den Gesamtumfang kann der Durchführende zur Ansicht kommen, Buten-1 für die Isobutenentfernung zu opfern. Oberhalb der oberen Grenze von 80°C würde selbst mit der verminderten Aktivität des Katalysators der Anteil an Buten-1-Verlust, z. B. durch Isomerisierung, nicht mehr annehmbar sein.
Auch bei höheren Temperaturen reagieren die n-Butene nicht nur mit Isobuten, sondern untereinander unter Bildung von Dimeren und höheren Oligomeren.
Der desaktivierte Katalysator ist nicht verloren und kann durch Entfernung des abgesetzten Polymeren leicht auf seinen ursprünglichen Aktivitätsstand zurückgeführt werden (wobei man einigen Verlust an Aktivität, wie er sich bei allen Katalysatoren ergibt, ungeachtet der Regene­ rierungsbehandlung, zuläßt. Dies wird erreicht, indem man die C₄-Beschickung unterbricht und ein Lösungsmittel für das Oligomere durch den Reaktor strömen läßt. Jedes der üblichen Lösungsmittel für thermoplastische Kohlenwasserstoffpolymere kann verwendet werden, so lange sie nicht durch den Harzkatalysator aktiviert werden. Zum Beispiel können die verschiedenen Kohlenwasserstoffe unter Einschluß von Butan, Pentan, Hexan, Benzol, Toluol und Xylol verwendet werden. Diisobutylen und die Oligomeren aus der Reaktion sind auch verwendbar und für diesen Zweck vollständig nicht verunreinigend. Die Lösungsmittel werden mit dem Wärmeaustauschmittel, das für die Herabsetzung der Temperatur, z. B. auf ungefähr 40°C, eingesetzt wird, während einer bestimmbaren Zeitdauer verwendet, während der das Lösungsmittel in flüssiger Phase durch das Festbett des Harzes strömt. Der Beschickungsstrom wird wieder hergestellt, wenn das Polymere in genügender Weise entfernt ist.
Es wurde gefunden, daß die Isomerisierung von Buten-1 durch die Verweilzeit des Beschickungsstroms in dem Katalysatorbett beeinflußt wird. Zum Beispiel ist bei einer Temperatur von etwa 60°C (frischer Katalysator) eine Verminderung des Isobuten­ gehalts in dem Produktstrom auf 0,2 Vol-% oder weniger noch mit nur etwa 10% Verlust an Buten-1 bei LHSV 12 beobachtbar.
Katalysatoren, die für das erfindungsgemäße Verfahren geeignet sind, sind Kationenaustauscher, die Sulfonsäuregruppen enthalten und die durch Polymerisation oder Copolymerisation von aromatischen Vinylverbindungen, gefolgt durch die Sulfonierung, erhalten werden. Geeignete Beispiele von aromatischen Vinylverbindungen zur Herstellung von Polymeren oder Copolymeren sind: Styrol, Vinyltoluol, Vinylnaphthalin, Vinyl­ äthylbenzol, Methylstyrol, Vinylchlorbenzol und Vinylxylol. Eine große Anzahl von Methoden kann zur Herstellung dieser Polymeren verwendet werden; z. B. die Polymerisation allein oder in Mischung mit anderen Monovinylverbindungen oder durch Vernetzung mit Polyvinylverbindungen; z. B. Di­ vinylbenzolen, Divinyltoluolen, Divinylphenyläthern und anderen. Die Polymeren können in Gegenwart oder Abwesenheit von Lösungsmitteln oder Dispergierungsmitteln hergestellt werden, und zahlreiche Polymerisationsinitiatoren können verwendet werden, z. B. anorganische oder organische Peroxyde und Persulfate.
Die Sulfonsäuregruppe kann in die vinylaromatischen Polymeren durch zahlreiche bekannte Methoden eingeführt werden; z. B. durch Sulfatierung der Polymeren mit konzentrierter Schwefelsäure oder Chlorsulfonsäure oder durch Copolymerisierung von aromatischen Verbindungen, die Sulfonsäuregruppen enthalten (siehe zum Beispiel US-PS 23 66 007). Weitere Sulfon­ säuregruppen können in diese Polymeren, die bereits Sulfonsäuregruppen enthalten, eingeführt werden. Z. B. durch Behandlung mit rauchender Schwefelsäure, d. h. Schwefelsäure, die Schwefeltrioxyd enthält. Die Behandlung mit rauchender Schwefelsäure wird vorzugsweise bei 0 bis 150°C durchgeführt und die Schwefelsäure sollte nicht umgesetztes Schwefeltrioxyd nach der Reaktion enthalten. Die entstehenden Produkte enthalten vorzugsweise durchschnittlich 1,3 bis 1,8 Sulfonsäuregruppen pro aromatischem Kern. Insbesondere sind geeignete Polymere, die Sulfonsäuregruppen enthalten, Copolymere von aromatischen Monovinylverbindungen mit aromatischen Polyvinylverbindungen, insbesondere Divinylverbindungen, bei denen der Polyvinylbenzolgehalt vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-% des Copolymeren beträgt (siehe z. B. DE-PS 9 08 247).
Das Ionenaustauscherharz wird vorzugsweise in einer granularen Größe von etwa 0,25 bis 1 mm verwendet, obwohl Teilchen von 0,15 mm bis zu etwa 2 mm eingesetzt werden können. Die feineren Katalysatoren ergeben eine hohe spezifische Ober­ fläche, sie ergeben aber auch einen hohen Druckabfall innerhalb des Reaktors. Die makroretikulare Form dieser Katalysatoren ist bevorzugt wegen der viel größeren ausgesetzten spezifischen Oberfläche und der begrenzten Quellung, der alle diese Harze in einem nicht-wäßrigen Kohlenwasserstoffmedium unterliegen. Bevorzugte Katalysatoren besitzen spezifische Oberflächen von etwa 20 bis 600 m² pro Gramm.
In Fig. 1 wird eine schematische Wiedergabe einer bevorzugten Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens gezeigt. Der Isobuten enthaltende C₄-Beschickungsstrom tritt in den Reak­ tor 16 über die Leitung 10 ein, wo er mit dem Harzkatalysator (nicht gezeigt) kontaktiert wird. Die Reaktionstemperatur wird mittels eines fluiden Mediums konstant gehalten, das in den Reaktor durch die Leitung 11 eintritt, wo es in indirekten Kontakt mit den Katalysatoren entweder zur Ent­ fernung von Wärme oder zur Zuführung von Wärme, wie als Starthilfe, kommt. Das fluide Medium verläßt den Reaktor über die Leitung 12 und wird anderswo behandelt, wenn es er­ forderlich ist, die gewünschte Temperatur in dem Reaktor aufrechtzuerhalten.
Das fluide Medium kann irgendein Fluid sein, das geeignet ist, einen indirekten Wärmeaustausch mit dem Festbettkatalysator zu bewirken. Wasser wird besonders wegen des Ope­ rationstemperaturbereichs für das vorliegende Verfahren bevorzugt. Jedoch können Luft oder organische Flüssigkeiten für diesen Zweck verwendet werden.
In dem Reaktor kontaktiert der C₄-Strom den Katalysator, und Isobuten wird vorzugsweise mit sich selbst unter Bildung einer Mischung von Dimeren, Trimeren und Tetrameren mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht eines C₁₆-Kohlen­ wasserstoffs oder weniger zur Reaktion gebracht. Dieses Produkt strömt über die Leitung 13 in den Fraktionator 17, wo durch eine einfache Destillation das Produkt aufgespalten wird, um das Oligomere als Bodenfraktion unter Entfernung durch Leitung 14 und die C₄-Verbindungen als Überkopfstrom über die Leitung 15 daraus zu gewinnen zur Weiterbehandlung für die weitere Abtrennung der verbleibenden C₄-Verbindungen.
Das Wärmeaustauschfluid steht in indirektem Kontakt mit dem Festbettkatalysator. Fig. 2 zeigt übliche und bevorzugte Mittel zur Erzielung dieses Kontakts. Der Reaktor 20 ist ein Vielröhrenreaktor, der ein Gehäuse 30 aufweist, das darin angebrachte Rohre 22 besitzt, mit einem äußeren Durchmesser von 0,32 bis 5,08 cm. Der Reaktor wird als horizontal gezeigt, jedoch kann er auch vertikal oder geneigt sein. Die Rohre 22 sind mittels Platten 25 bzw. 26 angebracht und an jedem Ende mit den Binderplatten 23 und 24 verbunden, die vorhanden sind, um eine Flußkommunikation zwischen der den Rohren benachbarten Zone A und der Beschickungseintrittszone B und der Produktaustrittszone C zu verhindern. Die Rohre 22 stehen in Flüssigkeitskommunikation mit den Zonen B und C. Ein Beschickungseintrittsrohr 21 befindet sich in der B-Zone und ein Produktaustrittsrohr 27 befindet sich in der C-Zone. Das Wärmeaustauschmedium wird für die A-Zone über die Leitung 28 geliefert, und ein Auslaß ist über die Leitung 29 vorgesehen.
Die Rohre 22 sind mit dem Kationenaustauscherharz in granularer Form 31 gepackt und Mittel wie Siebe (nicht gezeigt) sind an jedem Rohr befestigt, um den Katalysator darin zu halten. Fig. 3 zeigt eine Anordnung der Rohre 22 in der Ver­ bindungsplatte 23.
Die Reaktion von Isobuten mit sich selbst ist exotherm und das Wärmeaustauschmedium, z. B. Wasser, ist ein Mittel zur Regelung der Reaktion unter Begünstigung einer selektiven Reaktion von Isobuten mit sich selbst zur Bildung von Oligomeren gegenüber der Herstellung von Cooligomeren mit den n-Butenen oder höheren Polymeren, d. h. ein Durchgehen der Reaktion in Abwesenheit einer solchen Kontrolle.
Die Reaktion wird in flüssiger Phase durchgeführt und ein ausreichender Druck wird in dem System aufrechterhalten, um den C₄-Strom in flüssiger Phase unter den Reaktionsbe­ dingungen zu halten, d. h. etwa 2,4 bis 20,7 bar Überdruck.
Der Ausdruck flüssigstündliche Raumgeschwindigkeit (LHSV) bedeutet die flüssigen Volumen an Kohlenwasserstoff pro Volumen des den Katalysator enthaltenden Reaktors pro Stunde.
Der C₄-Beschickungsstrom sollte frei oder im wesentlichen frei von Verunreinigungen, wie Katalysatorgiften, sein, wie Metallkationen oder basischen Stickstoffverbindungen, z. B. NH₃ oder Dimethylamin. Wasser oder Methanol können in kleinen, nicht zur Ausbildung einer zusammenhängenden zweiten Phase ausreichenden Mengen vorhanden sein, um als Katalysa­ tormodifikationsmittel zu dienen.
Die folgende Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiele
In den folgenden Beispielen bestand der Reaktor aus einem Vorerhitzungsabschnitt mit nicht-rostenden Stahlrohrschlangen (offener Durchmesser 0,32 cm), verbunden mit einer nicht-rostenden Stahlrohrleitung (offener Durchmesser 0,63 cm), die mit 25 cm³ trockenem Harz, wie beschrieben, gepackt war. Beide Abschnitte wurden in ein Wasserbad von kontrollierter Temperatur, welches die wiedergegebene Temperatur ist, eingetaucht. Ein Rückdruckregulator, der stromabwärts von dem Katalysatorbett angeordnet war, wurde verwendet, um den gewünschten Druck in dem Reaktorsystem aufrechzuerhalten. Der Produktabfluß wurde in einem nicht-rostenden Hochdruckstahlgefäß stromabwärts von dem Druckregulator gesammelt. Nachdem ein genügendes Volumen an Abfluß für die Analyse gesammelt war, wurden die Inhalte des Gefäßes in eine tarierte und evakuierte Pyrexflasche übergeführt, die mit einer in einer perforierten Metallkappe angebrachten Kautschukmembran versehen war. Eine 20er Nadel, angebracht in dem Gefäß, wurde durch die Kautschukmembran der Flasche eingeführt, und die Reaktionsprodukte wurden zum Wiegen gesammelt. Der Inhalt der Pyrexflasche wurde dann bei Raumtemperatur und später bei 32,2°C über eine Durchgangsleitung in eine zweite evakuierte Flasche abgedampft, die in einer Mischung von Aceton und festem CO₂ eingetaucht war. Die Abtrennung der niedriger siedenden, nicht umgesetzten C₄-Kohlenwasserstoffe von den höher siedenden oligomerisierten Produkten wurde so bewirkt und die Gew.-% der Oligomeren berechnet. Die Zusammensetzung jeder der beiden Kohlenwasserstoff­ fraktionen wurde chromatographisch bestimmt.
Die folgenden Abkürzungen wurden in den Beispielen verwendet:
Propylen = C₃=
Isobutan = i-C₄
Normalbutan = n-C₄
Buten-1 = B-1
Buten-2 = B-2
Buten-2-(trans) = B-2-t
Buten-2-(cis) = B-2-c
Isobuten = i-C₄=
Butadien = Bd
Flüssigvolumen = LV
Dimeres I = 2,4,4-Trimethyl-penten-1
Dimeres II = 2,4,4-Trimethyl-penten-2
Beispiel 1
Die Bedingungen und Resultate sind in Tabelle I wiedergegeben.
Tabelle I
Katalysator1): Amberlyst 15
Bedingungen: LHSV 5,0; Druck = 6,9 bar Überdruck
Beschickung: Industrielle Kohlenwasserstoffe
Bei dem in Tabelle I angegebenen Katalysator Amberlyst 15 handelt es sich um ein sulfoniertes Copolymeres von Styrol und Divinylbenzol mit einer Porosität von 32% und einer spezifischen Oberfläche von 45 m²/g.
Beispiel 2
Dieses Beispiel zeigt das Verfahren bei 60°C. Die Be­ dingungen und Resultate sind in Tabelle II wiedergegeben.
Tabelle II
Katalysator1): Amberlyst 15
Bedingungen: LHSV = 5; Druck = 6,9 bar Überdruck; Reaktionstemperatur = 60°C
Beschickung: Industrielle C₄-Kohlenwasserstoffe
Beispiel 3
Dieses Beispiel erläutert verschiedene Verweilzeiten. Die Bedingungen und Resultate sind in Tabelle III wieder­ gegeben.
Tabelle III
Katalysator1): Amberlyst 15
Bedingungen: Druck = 6,9 bar Überdruck; Temperatur = 60°C
Beschickung: Industrieller C₄-Kohlenwasserstoff

Claims (1)

  1. Verfahren zur Entfernung von Isobuten aus einem 0,5 bis 5 Mol-% Isobuten enthaltenden Beschickungsstrom, der überwiegend C₄-Kohlenwasserstoffe umfaßt und neben Isobuten n-Buten enthält, dadurch gekennzeichnet, daß
    • (a) dieser Beschickungsstrom in flüssiger Phase mit einem Festbettkationenaustauscherharz in einem Reaktor bei einem Druck im Bereich von 2,4 bis 20,7 bar Überdruck und bei einer Temperatur von 50 bis 80°C bei einer flüssig­ stündlichen Raumgeschwindigkeit des Beschickungsstromes von etwa 2,5 bis 12 in Kontakt gebracht wird,
    • (b) das Isobuten unter Bildung von Oligomeren hiervon mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von C₁₆- Kohlenwasserstoffen oder weniger, wobei das Hauptprodukt Diisobuten ist, umgesetzt wird, und
    • (c) der Produktstrom aus dem Reaktor entfernt und gege­ benenfalls fraktioniert wird.
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