Isoolefine mit 4 Kohlenstoffatomen sind schwer von dem
entsprechenden normalen Olefin durch einfache Fraktionierung
infolge der Nähe ihrer Siedepunkte
abzutrennen. Bei den Verfahren nach dem Stand der
Technik, wie sie im allgemeinen technisch durchgeführt werden,
wird das Isoolefin selektiv durch Schwefelsäure absorbiert
und der Isoolefin enthaltende Schwefelsäureextrakt
wird dann verdünnt und erhitzt oder mit Wasserdampf
behandelt, um das Isoolefin abzutrennen.
Isobuten und Diisobuten sind von bedeutendem Wert und haben
verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel ist Isobuten
eines der Comonomeren für Butylkautschuk und Diisobuten
ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Detergentien.
Die Isobutenoligomeren sind vorteilhaft als Poly
mergasolin (Benzin). Die n-Butene müssen in reiner Form für
die Homopolymerisation und als Beschickungen für die oxidative
Herstellung von Butadien vorliegen. Eine Methode
zur Abtrennung dieser Komponenten besteht darin, die
Mischung durch ein kaltes saures Extraktionsverfahren
zu leiten, wobei der Strom in ein Bad von konzentrierter
Schwefelsäure eingeführt wird. Die Abtrennung wird mittels
der Löslichkeit des Isobutens in der Schwefelsäure er
reicht, wobei die n-Butene und andere anwesende Kohlen
wasserstoffe überkopf strömen, z. B. wie es in den US-PS
35 46 317 und 38 23 198 gezeigt ist.
Andere Verfahrensweisen verwendeten verschiedene Katalysatoren
zur Umwandlung des Isobutens in Diisobuten, das dann
leicht aus dem Produktstrom abgetrennt wird. Z. B. wird ein
Verfahren unter Verwendung eines Molekularsiebs und erhöhter
Temperatur in der US-PS 35 31 539 offenbart; die
US-PS 35 18 323 verwendet einen Trägernickeloxydkatalysator;
und die US-PS 38 32 418 verwendet ein Metall der Gruppe VI
oder VIII, aufgebracht auf saures, amorphes Silicium
dioxyd-Aluminiumoxyd in gleicher Weise.
Vor kurzem offenbarte die US-PS 42 15 011 die Verwendung
eines Säurekationenaustauscherharzes in einem heterogenen
Kombinationsreaktions-Destillationssystem für die selektive
Dimerisierung von Isobuten in Gegenwart von normalen
Butenen. Die Beschickungsströme weisen einen hohen
Isobutengehalt von beispielsweise etwa 50 Mol-% auf.
Gegenstand der Erfindung ist ein
Verfahren zur Entfernung von Isobuten aus einem 0,5 bis
5 Mol-% Isobuten enthaltenden Beschickungsstrom, der
überwiegend C₄-Kohlenwasserstoffe umfaßt und neben Isobuten
n-Buten enthält, dadurch gekennzeichnet, daß
- (a) dieser Beschickungsstrom in flüssiger Phase mit
einem Festbettkationenaustauscherharz in einem Reaktor
bei einem Druck im Bereich von 2,4 bis 20,7 bar Überdruck
und bei einer Temperatur von 50 bis 80°C bei einer flüssig
stündlichen Raumgeschwindigkeit des Beschickungsstroms von
etwa 2,5 bis 12 in Kontakt gebracht wird,
- (b) das Isobuten unter Bildung von Oligomeren hiervon
mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von C₁₆-
Kohlenwasserstoffen oder weniger, wobei das Hauptprodukt
Diisobuten ist, umgesetzt wird, und
- (c) der Produktstrom aus dem Reaktor entfernt und gegebenenfalls
fraktioniert wird.
Das vorliegende Verfahren ist von be
sonderem Wert für die Gewinnung von Produktströmen mit
ausreichend niederen Anteilen an Isobuten zum Erhalt von
verwendbaren n-Butenen und insbesondere Buten-1,
welches das n-Butenisomere ist, das bei der
Homopolymerisation zur Herstellung von Polybuten oder der
Copolymerisation mit anderen Monomeren und als die bevorzugte
Beschickung für die oxdative Dehydrierung zur Herstellung
von Butadien-1,3 verwendet wird.
Nach dem vorliegenden Verfahren kann
der Anteil an Isobuten in dem Strom auf ausreichend niedrige
Werte vermindert werden, um eine weitere Abtrennung eines
wertvollen Buten-1-Produkts zu erlauben. Aus dem Isobuten
kann z. B. Polymergasolin (Benzin) hergestellt werden. Es
ist ein besonderer Vorteil des vorliegenden Verfahrens, daß
die vorhergehenden Resultate mit einem begrenzten Verlust
an Buten-1 erhalten werden können.
Es ist ein weiterer Vorteil des vorliegenden Verfahrens, daß
das Diisobutenprodukt niedrigere Verhältnisse von Codimerem
(dem Reaktionsprodukt von n-Buten und Isobuten) und Triisobuten
zu Diisobuten aufweisen kann als die Kaltsäuremethode
nach dem Stand der Technik zur Entfernung von Isobuten aus
C₄-Strömen. Gegenüber der Kaltsäuremethode ist bei dem vorliegenden
Verfahren auch eine wesentliche Energieersparnis
und eine Herabsetzung der Kosten für den Ersatz und/oder die
Reparatur der Verfahrensvorrichtungen, die infolge der kor
rodierenden Natur der Schwefelsäure unbrauchbar werden, möglich.
Bei dem vorliegenden Verfahren ist das Isobuten das reaktionsfähigste
C₄-Olefin und wird vorwiegend reagieren. Je höher daher
die Molprozente an Isobuten, desto weniger leicht ist das
n-Buten zu oligomerisieren.
Der in Stufe (b) erhaltene Produktstrom wird bei einer bevorzugten
Ausführungsform zur Gewinnung einer Überkopf-C₄-Fraktion
mit einem wesentlich niedrigeren Isobutengehalt als der Beschickungsstrom
und einer Bodenfraktion, die im wesentlichen aus den
Oligomeren besteht, fraktioniert.
Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft die
Gewinnung eines Produktstroms mit weniger als 0,2 Vol-% Isobuten
aus einem Beschickungsstrom, wie vorausgehend definiert. Vorzugsweise
enthält der Produktstrom mindestens 50% Buten-1 des Be
schickungsstroms und insbesondere mindestens 80% des Buten-1
des ursprünglichen Beschickungsstroms.
Bei anderen Ausführungsformen ist die Herstellung von einem
Isobutenoligomeren, insbesondere Diisobuten, das gewünschte
Resultat, wobei ein sehr niedriger Isobutengehalt oder der
Verlust von Buten-1 weniger entscheidend sind.
Bedingungen der Raumgeschwindigkeit und der Temperatur
werden innerhalb der spezifizierten Bereiche eingestellt,
um eine maximale Isobutenentfernung und einen minimalen Verlust
von Buten-1 durch die Isomerisierung oder den Verlust
von n-Butenen durch Reaktion zu erzielen.
Ein Mittel der Aufrechterhaltung der Temperatur in dem
Reaktor ist die Verwendung eines Wärmeaustauschmediums,
das mit ihm verbunden ist. Die bevorzugte Temperatur des
Kontaktierens beträgt 60 bis 70°C, vorzugsweise 70°C.
Fig. 1 stellt eine schematische Ansicht einer bevorzugten
Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens dar.
Fig. 2 ist eine Querschnittsansicht eines Reaktors zur
Durchführung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung.
Fig. 3 ist ein Querschnitt des Reaktors der Fig. 2 entlang
der Linie 3-3.
Hauptsächliche Beachtung bei der Behandlung eines
Isobuten, Buten-1, Buten-2, n-Butan und Isobutan enthaltenden
C₄-Stroms gemäß der vorliegenden Erfindung findet die
Entfernung von Isobuten daraus. Zwar wäre eine vollständige
Entfernung wünschenswert, jedoch ist dies in der Praxis ohne
ernsthafte Beeinträchtigung des verbleibenden Beschickungs
stroms nicht möglich. Daher wird in einer
Ausführungsform eine Überkopf-C₄-Fraktion, die weniger als
0,2 Mol-% an Isobuten enthält, als diejenige angesehen, die
zur Herstellung einer verwendbaren Buten-1-Fraktion geeignet
ist. Inzwischen ist es jedoch möglich, C₄-Ströme herzustellen,
die im wesentlichen frei von niedrigeren oder höheren Kohlen-
Kohlenwasserstoffen sind.
Die C₄-Beschickungsströme können kleine Anteile an C₃ und
C₅ aufweisen. Jedoch machen diese üblicherweise weniger
als 1,0 Vol-% des Gesamtstroms aus, was ohne Folge ist.
Bei Durchführung des vorliegenden Verfahrens wurde gefunden,
daß die Temperatur des Kühlmediums (die die Exotherme in
dem Katalysatorbett widerspiegelt) besondere Bedeutung besaß.
Es wurde gefunden, daß bei Kühltemperaturen unterhalb
etwa 50°C selbst bei längeren Verweilzeiten
der Isobutengehalt nicht auf die erforderlichen 0,2 Vol-%
oder weniger während mehr als wenigen Tagen am Strom
zu vermindern war.
Höhere Temperaturen begünstigen die Oligomerisierung des
Isobutens. Der Temperaturbereich von 50 bis 80°C gibt den
operablen Bereich wieder, der zur Durchführung der Reaktion
innerhalb einer vorteilhaften Zeitspanne für den Katalysator
verwendet werden kann, der dazu neigt, in seiner Aktivität
nachzulassen, sobald höhere Polymere darauf niedergeschlagen
werden. Das heißt mit einem frischen Katalysator wird
eine möglichst niedrige Temperatur aufrechterhalten werden
können, bis ein Abfall in der Isobutenentfernung höhere Temperaturen
erfordert.
Wie festgestellt wurde, ist der Hauptzweck des vorliegenden
Verfahrens die Entfernung von Isobuten aus dem Beschickungsstrom
auf einen Stand von 0,2 oder weniger Mol-%. Jedoch
sind höhere Temperaturen als hierfür erforderlich schädlich,
da sie den Verlust an dem gewünschten Buten-1- durch (1) Iso
merisierung zu Buten-2, (2) Copolymerisierung mit dem Isobuten
und/oder (3) Polymerisierung der n-Butene begünstigen.
So ist die Durchführung des vorliegenden Verfahrens bei
irgendeiner höheren Temperatur innerhalb des zitierten
Bereichs als notwendig, um den Isobutengehalt
unter 0,2 Vol-% zu vermindern, der Bereitstellung des Buten-
1-Gehalts entgegengesetzt. Die Bestimmung der oberen
Arbeitstemperatur kann leicht bei der Durchführung des Verfahrens
erfolgen, und bei einer Routineüberprüfung auf den
Gesamtumfang kann der Durchführende zur Ansicht kommen,
Buten-1 für die Isobutenentfernung zu opfern. Oberhalb der
oberen Grenze von 80°C würde selbst mit der verminderten
Aktivität des Katalysators der Anteil an Buten-1-Verlust,
z. B. durch Isomerisierung, nicht mehr annehmbar sein.
Auch bei höheren Temperaturen reagieren
die n-Butene nicht nur mit Isobuten, sondern
untereinander unter Bildung von Dimeren und höheren Oligomeren.
Der desaktivierte Katalysator ist nicht verloren und kann
durch Entfernung des abgesetzten Polymeren
leicht auf seinen ursprünglichen Aktivitätsstand zurückgeführt
werden (wobei man einigen Verlust an Aktivität, wie er
sich bei allen Katalysatoren ergibt, ungeachtet der Regene
rierungsbehandlung, zuläßt.
Dies wird erreicht, indem man die C₄-Beschickung
unterbricht und ein Lösungsmittel für das Oligomere durch
den Reaktor strömen läßt. Jedes der üblichen Lösungsmittel
für thermoplastische Kohlenwasserstoffpolymere kann verwendet
werden, so lange sie nicht durch den Harzkatalysator
aktiviert werden. Zum Beispiel können die verschiedenen Kohlenwasserstoffe
unter Einschluß von Butan, Pentan, Hexan, Benzol,
Toluol und Xylol verwendet werden. Diisobutylen und
die Oligomeren aus der Reaktion sind auch verwendbar und
für diesen Zweck vollständig nicht verunreinigend. Die Lösungsmittel
werden mit dem Wärmeaustauschmittel, das für die
Herabsetzung der Temperatur, z. B. auf ungefähr 40°C, eingesetzt
wird, während einer bestimmbaren Zeitdauer verwendet,
während der das Lösungsmittel in flüssiger Phase durch das
Festbett des Harzes strömt. Der Beschickungsstrom wird wieder
hergestellt, wenn das
Polymere in genügender Weise entfernt ist.
Es wurde gefunden, daß die Isomerisierung von Buten-1 durch
die Verweilzeit des Beschickungsstroms in dem Katalysatorbett
beeinflußt wird. Zum Beispiel ist bei einer Temperatur von etwa
60°C (frischer Katalysator) eine Verminderung des Isobuten
gehalts in dem Produktstrom auf 0,2 Vol-% oder weniger noch
mit nur etwa 10% Verlust an Buten-1 bei LHSV 12 beobachtbar.
Katalysatoren, die für das erfindungsgemäße Verfahren geeignet sind,
sind Kationenaustauscher, die Sulfonsäuregruppen enthalten
und die durch Polymerisation oder Copolymerisation von
aromatischen Vinylverbindungen, gefolgt durch die Sulfonierung,
erhalten werden. Geeignete Beispiele von aromatischen
Vinylverbindungen zur Herstellung von Polymeren oder Copolymeren
sind: Styrol, Vinyltoluol, Vinylnaphthalin, Vinyl
äthylbenzol, Methylstyrol, Vinylchlorbenzol und Vinylxylol.
Eine große Anzahl von Methoden kann zur Herstellung dieser
Polymeren verwendet werden; z. B. die Polymerisation allein
oder in Mischung mit anderen Monovinylverbindungen oder
durch Vernetzung mit Polyvinylverbindungen; z. B. Di
vinylbenzolen, Divinyltoluolen, Divinylphenyläthern und
anderen. Die Polymeren können in Gegenwart oder Abwesenheit
von Lösungsmitteln oder Dispergierungsmitteln hergestellt
werden, und zahlreiche Polymerisationsinitiatoren können
verwendet werden, z. B. anorganische oder organische Peroxyde
und Persulfate.
Die Sulfonsäuregruppe kann in die vinylaromatischen Polymeren
durch zahlreiche bekannte Methoden eingeführt werden;
z. B. durch Sulfatierung der Polymeren mit konzentrierter
Schwefelsäure oder Chlorsulfonsäure oder durch Copolymerisierung
von aromatischen Verbindungen, die Sulfonsäuregruppen
enthalten (siehe zum Beispiel US-PS 23 66 007). Weitere Sulfon
säuregruppen können in diese Polymeren, die bereits Sulfonsäuregruppen
enthalten, eingeführt werden. Z. B. durch Behandlung
mit rauchender Schwefelsäure, d. h. Schwefelsäure,
die Schwefeltrioxyd enthält. Die Behandlung mit rauchender
Schwefelsäure wird vorzugsweise bei 0 bis 150°C durchgeführt
und die Schwefelsäure sollte nicht umgesetztes Schwefeltrioxyd
nach der Reaktion enthalten. Die entstehenden Produkte
enthalten vorzugsweise durchschnittlich 1,3 bis 1,8 Sulfonsäuregruppen
pro aromatischem Kern. Insbesondere sind geeignete
Polymere, die Sulfonsäuregruppen enthalten, Copolymere
von aromatischen Monovinylverbindungen mit aromatischen
Polyvinylverbindungen, insbesondere Divinylverbindungen, bei
denen der Polyvinylbenzolgehalt vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-%
des Copolymeren beträgt (siehe z. B. DE-PS 9 08 247).
Das Ionenaustauscherharz wird vorzugsweise in einer granularen
Größe von etwa 0,25 bis 1 mm verwendet, obwohl Teilchen
von 0,15 mm bis zu etwa 2 mm eingesetzt werden können. Die
feineren Katalysatoren ergeben eine hohe spezifische Ober
fläche, sie ergeben aber auch einen hohen Druckabfall innerhalb
des Reaktors. Die makroretikulare Form dieser Katalysatoren
ist bevorzugt wegen der viel größeren ausgesetzten spezifischen
Oberfläche und der begrenzten Quellung, der alle
diese Harze in einem nicht-wäßrigen Kohlenwasserstoffmedium
unterliegen. Bevorzugte Katalysatoren besitzen spezifische
Oberflächen von etwa 20 bis 600 m² pro Gramm.
In Fig. 1 wird eine schematische Wiedergabe einer bevorzugten
Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens gezeigt. Der
Isobuten enthaltende C₄-Beschickungsstrom tritt in den Reak
tor 16 über die Leitung 10 ein, wo er mit dem Harzkatalysator
(nicht gezeigt) kontaktiert wird. Die Reaktionstemperatur
wird mittels eines fluiden Mediums konstant gehalten,
das in den Reaktor durch die Leitung 11 eintritt, wo es in
indirekten Kontakt mit den Katalysatoren entweder zur Ent
fernung von Wärme oder zur Zuführung von Wärme, wie als
Starthilfe, kommt. Das fluide Medium verläßt den Reaktor
über die Leitung 12 und wird anderswo behandelt, wenn es er
forderlich ist, die gewünschte Temperatur in dem Reaktor
aufrechtzuerhalten.
Das fluide Medium kann irgendein Fluid sein, das geeignet
ist, einen indirekten Wärmeaustausch mit dem Festbettkatalysator
zu bewirken. Wasser wird besonders wegen des Ope
rationstemperaturbereichs für das vorliegende Verfahren
bevorzugt. Jedoch können Luft oder organische Flüssigkeiten
für diesen Zweck verwendet werden.
In dem Reaktor kontaktiert der C₄-Strom den Katalysator, und
Isobuten wird vorzugsweise mit sich selbst unter Bildung
einer Mischung von Dimeren, Trimeren und Tetrameren mit
einem zahlenmittleren Molekulargewicht eines C₁₆-Kohlen
wasserstoffs oder weniger zur Reaktion gebracht. Dieses
Produkt strömt über die Leitung 13 in den Fraktionator 17,
wo durch eine einfache Destillation das Produkt aufgespalten
wird, um das Oligomere als Bodenfraktion unter Entfernung
durch Leitung 14 und die C₄-Verbindungen als Überkopfstrom
über die Leitung 15 daraus zu gewinnen zur Weiterbehandlung
für die weitere Abtrennung der verbleibenden C₄-Verbindungen.
Das Wärmeaustauschfluid steht in indirektem Kontakt mit dem
Festbettkatalysator. Fig. 2 zeigt übliche und bevorzugte
Mittel zur Erzielung dieses Kontakts. Der Reaktor 20 ist
ein Vielröhrenreaktor, der ein Gehäuse 30 aufweist, das
darin angebrachte Rohre 22 besitzt,
mit einem äußeren Durchmesser von 0,32
bis 5,08 cm. Der
Reaktor wird als horizontal gezeigt, jedoch kann er auch
vertikal oder geneigt sein. Die Rohre 22 sind mittels
Platten 25 bzw. 26 angebracht und an jedem Ende mit den
Binderplatten 23 und 24 verbunden, die vorhanden sind, um
eine Flußkommunikation zwischen der den Rohren benachbarten
Zone A und der Beschickungseintrittszone B
und der Produktaustrittszone C zu verhindern. Die Rohre
22 stehen in Flüssigkeitskommunikation mit den Zonen B und
C. Ein Beschickungseintrittsrohr 21 befindet sich in der
B-Zone und ein Produktaustrittsrohr 27 befindet sich in der
C-Zone. Das Wärmeaustauschmedium wird für die A-Zone über
die Leitung 28 geliefert, und ein Auslaß ist über die Leitung
29 vorgesehen.
Die Rohre 22 sind mit dem Kationenaustauscherharz in granularer
Form 31 gepackt und Mittel wie Siebe (nicht gezeigt)
sind an jedem Rohr befestigt, um den Katalysator darin zu
halten. Fig. 3 zeigt eine Anordnung der Rohre 22 in der Ver
bindungsplatte 23.
Die Reaktion von Isobuten mit sich selbst ist exotherm und
das Wärmeaustauschmedium, z. B. Wasser, ist ein Mittel zur
Regelung der Reaktion unter Begünstigung einer selektiven
Reaktion von Isobuten mit sich selbst zur Bildung von Oligomeren
gegenüber der Herstellung von Cooligomeren mit den
n-Butenen oder höheren Polymeren, d. h. ein Durchgehen der
Reaktion in Abwesenheit einer solchen Kontrolle.
Die Reaktion wird in flüssiger Phase durchgeführt und ein
ausreichender Druck wird in dem System aufrechterhalten,
um den C₄-Strom in flüssiger Phase unter den Reaktionsbe
dingungen zu halten, d. h. etwa 2,4 bis 20,7 bar Überdruck.
Der Ausdruck flüssigstündliche Raumgeschwindigkeit
(LHSV) bedeutet die flüssigen Volumen an Kohlenwasserstoff
pro Volumen des den Katalysator enthaltenden Reaktors pro
Stunde.
Der C₄-Beschickungsstrom sollte frei oder im wesentlichen
frei von Verunreinigungen, wie Katalysatorgiften, sein, wie
Metallkationen oder basischen Stickstoffverbindungen, z. B.
NH₃ oder Dimethylamin. Wasser oder Methanol können in kleinen,
nicht zur Ausbildung einer zusammenhängenden zweiten
Phase ausreichenden Mengen vorhanden sein, um als Katalysa
tormodifikationsmittel zu dienen.
Die folgende Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiele
In den folgenden Beispielen bestand der Reaktor aus einem
Vorerhitzungsabschnitt mit nicht-rostenden Stahlrohrschlangen
(offener Durchmesser 0,32 cm), verbunden mit einer nicht-rostenden
Stahlrohrleitung (offener Durchmesser 0,63 cm), die mit 25 cm³
trockenem Harz, wie beschrieben, gepackt war. Beide Abschnitte
wurden in ein Wasserbad von kontrollierter Temperatur,
welches die wiedergegebene Temperatur ist, eingetaucht.
Ein Rückdruckregulator, der stromabwärts von dem Katalysatorbett
angeordnet war, wurde verwendet, um den gewünschten
Druck in dem Reaktorsystem aufrechzuerhalten. Der Produktabfluß
wurde in einem nicht-rostenden Hochdruckstahlgefäß
stromabwärts von dem Druckregulator gesammelt. Nachdem ein
genügendes Volumen an Abfluß für die Analyse gesammelt war,
wurden die Inhalte des Gefäßes in eine tarierte und evakuierte
Pyrexflasche übergeführt, die mit einer in einer
perforierten Metallkappe angebrachten Kautschukmembran versehen
war. Eine 20er Nadel, angebracht in dem Gefäß, wurde
durch die Kautschukmembran der Flasche eingeführt, und die
Reaktionsprodukte wurden zum Wiegen gesammelt. Der Inhalt
der Pyrexflasche wurde dann bei Raumtemperatur und später
bei 32,2°C über eine Durchgangsleitung in eine
zweite evakuierte Flasche abgedampft, die in einer Mischung
von Aceton und festem CO₂ eingetaucht war. Die Abtrennung
der niedriger siedenden, nicht umgesetzten C₄-Kohlenwasserstoffe
von den höher siedenden oligomerisierten Produkten
wurde so bewirkt und die Gew.-% der Oligomeren berechnet.
Die Zusammensetzung jeder der beiden Kohlenwasserstoff
fraktionen wurde chromatographisch bestimmt.
Die folgenden Abkürzungen wurden in den Beispielen verwendet:
Propylen = C₃=
Isobutan = i-C₄
Normalbutan = n-C₄
Buten-1 = B-1
Buten-2 = B-2
Buten-2-(trans) = B-2-t
Buten-2-(cis) = B-2-c
Isobuten = i-C₄=
Butadien = Bd
Flüssigvolumen = LV
Dimeres I = 2,4,4-Trimethyl-penten-1
Dimeres II = 2,4,4-Trimethyl-penten-2
Beispiel 1
Die Bedingungen und Resultate sind in Tabelle I wiedergegeben.
Katalysator
1): Amberlyst 15
Bedingungen: LHSV 5,0; Druck = 6,9 bar Überdruck
Beschickung: Industrielle Kohlenwasserstoffe
Bei dem in Tabelle I angegebenen Katalysator Amberlyst 15
handelt es sich um ein sulfoniertes Copolymeres von Styrol
und Divinylbenzol mit einer Porosität von 32% und einer
spezifischen Oberfläche von 45 m²/g.
Beispiel 2
Dieses Beispiel zeigt das Verfahren bei 60°C. Die Be
dingungen und Resultate sind in Tabelle II wiedergegeben.
Katalysator
1): Amberlyst 15
Bedingungen: LHSV = 5; Druck = 6,9 bar Überdruck; Reaktionstemperatur = 60°C
Beschickung: Industrielle C₄-Kohlenwasserstoffe
Beispiel 3
Dieses Beispiel erläutert verschiedene Verweilzeiten.
Die Bedingungen und Resultate sind in Tabelle III wieder
gegeben.
Katalysator
1): Amberlyst 15
Bedingungen: Druck = 6,9 bar Überdruck; Temperatur = 60°C
Beschickung: Industrieller C₄-Kohlenwasserstoff