DE3142636C2 - Geschoßkörper mit einem Kunststofführungsband und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Geschoßkörper mit einem Kunststofführungsband und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Geschoßkörper (1) mit einem Kunststofführungsband (2), insbesondere für automatische Schnellfeuerwaffen und Hochleistungsmaschinenkanonen. Sie zeichnet sich durch Nuten (3, 6) mit Zwischenstegen (4) für die Verankerung des Kunststofführungsbandes (2) im rückwärtigen Teil des Geschoßkörpers (1) aus, wobei die Zwischenstege (4) in ihrer gesamten Höhe und/oder mit ihren ringäußeren Enden aus der zur Geschoßmantelfläche (12) senkrechten Lage abgebogen sind. Die Breite und Höhe der Zwischenstege (4) stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander und zu den geometrischen Abmessungen der Nuten.
Description
Die Erfindung betrifft einen GesehuHkorper. insbc
sondere für den Einsatz in automatischen Schnellfeuer waffen und Hochleistungsmaschinenkanonen, mit einem
Kunststoff-Führungsband und :m Heckbereich des Geschoßmantels zur Verankerung des Kunststoff-Führungsbandes
ringförmig verlaufenden Nuten zur Bildung von Zwischenstegen, sowie mit zusätzlich eingeformten
Rillen, Einprägungen. Vertiefungen oder dergleichen, und ein Verfahren zur Herstellung solcher Geschoßkörper.
Aus der US-PS 29 % 012 ist ein Geschoßkörper bekanni,
der am rückwärtigen Ende eine Ausnehmung besitzt, in die Ringnuten mit Zwischenstegen eingesetzt
sind. Die Zwischenstege erhalten durch radialen Druck einen im wesentlichen trapezförmigen Querschnitt. Die
radialen Begrenzungswände der Ausnehmung weisen in Anlehnung an den Trapev.querschnitt der Zwischenstege
eine Hinterschneidung auf. Die Zwischenstege sind kopfseitig mit axial ausgerichteten Rändelrillen versehen.
Das Kunststoff-Führungsband wird in die so gestaltcte Ausnehmung des Geschoßkörpers gespritzi. Bei
dieser bekannten Lösung werden vorteilhafterweisc Hinterstiche bei den Zwischenstegen vermieden. Von
Nachteil ist bei der offenbarten Ausführungsform, daß die Hintersiiche bei den Zwischenstegen nur durch
Stauchung bzw. Quetschung bei hohen Drücken realisierbar sind. Dadurch können die Zwischenstege nur
gering verformt werden, und das Führungsband hat nur wenig Halt in seiner Verankerung. Die Hintersiiche an
den axialen Begrenzungswänden der Nut müssen beibehalten bleiben. Die Rändelung zur Verhinderung des
Durchrutschens des Führungsbandes kann bei dieser Ausführung nicht in die volle Tiefe des Geschoßeinstiches
gesei/t werden. Ferner ist die Form der Zwischensiege bei der US-PS 29 96 012 immer nur symmetrisch,
und die Gesamtanordniing eignet sich somit nur bedingt
für beim Schuß stets mit bevorzugter Richtung erfolgenden Belastungen.
Von weiterem Nachteil bei der Ausführung der Verankerung von Kunststoff-Führungsbändern nach der
US-PS 29 96 0!2 ist. daß sie nicht geeignet ist, insbesondere breite Kunstsloff-Führungsbänder bei hohen Winkclbcschleunigungen
des Geschosses sicher in ihrer Lage zu halten.
Die Erhöhung der Lebensdauer des Waffenrohres wird nninitionsseilig durch Verwendung von Kunststoff
als Führungsband werkstoffseitig realisiert. Auf die Gestaltung der Verankerung des Kunststoff-Führungsbandes
mit dein Geschoßkörper ist daher großer Wert zu legen. Zum einen sollen ein Abplatzen und ein Durchdrehen
des Kunststoff-Führungsbandes verhindert werden, zum anderen ist es notwendig, fertigungstechnisch
günstige Lösungen zu finden.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, bei einem Gcscholikörper
mit einem Kunststoff-Führungsband der eingangs genannten Art ein Abplatzen. Aufbeulen und
Durchrutschen des Kunststoff-Führungsbandes zu verhindern, dazu die Verwendung auch breiter Kunststoff-Führungsbander
zu erlauben und in der Herstellung fertigungstechnisch einfach und kostengünstig zu sein. Fet ner
ist es Aulgabe der Erfindung, ein Verfahren /ur Herstellung eines solchen Geschoßkörpers mit einem
kunsisioff-Führungsband auf/ii/.eigcn, da*, einfach ist
und einen Großserieneinsalz ermöglicht.
Erfindiingsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelost.
daß die aus dem Geschoßmantel herausgearbeiteten Zwischenstege eine Höhe aufweisen, die gentigiiigiji
kleiner als die Nutlicle ist. und die Zwischenstege. deren
Breite bleich oder kleiner der Breite der /v. iseheniuten
ist. in ihrer gesamten Höhe oder/und mit ihren ringäußeren Enden aus der zur Geschoßmanteifläche senkrechten
Lage unter einem spitzen Winkel zum Boden der Zwischennuten abgebogen sind, deren Nuifuß eine
Rändelung aufweist, und die beiden äußeren, axialen Begrenzungswände der ZwischennuU-;i in einem rechten
Winkel zur Geschoßmanteinäche stehen.
In Weiterbildung der Erfindung können die Zwischenstege paarweise in zueinander entgegengesetzten
Richtungen oder unter einem gleichen Winkel alle in die gleiche Rieb lung gebogen sein.
Bei dieser erfindungsgemäßen Lösung wird ein Ablösen des Kunststoff-Führungsbandes beim Abschuß verhindert
Die Erfindung ist ferner für die Verwendung in Hochleistungsmaschinenkanonen geeignet wo extrem
hohe Belastungen auftreten. Die besondere Ausbildung des Geschoßkörpers zur Verankerung des Kunststoff-Führungsbandes
sichert weiterhin dessen Haltbarkeit auch bei sehr hohen Winkelbeschleunigungen. Insofern
ist die aufgezeigte Lösung für den konstanten Drall wie den progressiven Drall gleichermaßen geeignet. Die Lage
und Form ist dergestalt optimiert, daß die sonst üblichen
Hinterstiche bei den Zwischenstegen einfallen können. Die Höhe der Zwischenstege ist gemäß der
erfindungsgemäßen Lösung so gewählt, daß sich beim Einschneiden der Felder des Waffenrohres der Kunststoff
des Führungsbandes nicht über die Zwischenstege aufschiebt bzw. abreißt. Die erfindungsgemäße Technik
eignet sich ferner vorteilhaft dazu, doppelte Führungsbänder zu einem einfachen, breiteren Führungsband
umfunktionieren. Die wesentlichen Vorteile der Enindung sind zusammengefaßt:
— Vermeidung der Hinterstiche an den Begrenzungswänden der Ringnut,
— Höhen-/Breitenverhältnis der Zwischenstege und besonders ausgeprägte Verformung zur Bildung
von Himerrtichen, wodurch breite Kunststoff-Führungsbänder
auch bei extremen Belastungen, wie sehr hohen Winkelbeschleunigungen des Geschosses,
sicher gehalten werden.
— Rändelung in voller Tiefe des Geschoßeinstiches,
was für einen konstanten wie progressiven Drall gleichermaßen gut geeignet ist.
Die Herstellung des Geschoßkörpers mit einem Kunststoff-Führungsband erfolgt erfindungsgemäß dadurch,
daß in einem ersten Arbeitsgang durch Einstechen mit einem Formstahl in den Geschoßmantel Zwischenstege
mit im wesentlichen rechteckförmigen Querschnitten erzeugt werden und in einem zweiten,
nachgeschalteten Arbeitsgang die Zwischenstege bei wahlweise gleichzeitigem Rändeln der Rändslrillen auf
und/oder zwischen den Zwischenstegen unter entsprechendem Druck in die gewünschte Richtung bzw. Lage
gebogen werden, woraufhin in einem dritten Arbeitsgang das Führungsband aus einem vorzugsweise fasergefüllten
Kunststoff mit Rußpigmentierung in Zwischennuten und um und über die Zwischenstege gespritzt
wird.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der nachfolgenden Zeichnungsbeschreibung anhand der Zeichnungen
beschrieben. In der Zeichnung ist die Erfindung an mehreren Beispielen dargestellt. F.s zeigt
Fig. 1 einen Geschoßkörper mit Kunstsioff-Führungsband.
teilweise im Schnitt;
F i g. 2 einen vergrößerten Teilausschnitt des Geschoßkörpers mit Zvvisehenstegen:
F i g. 3 einen vergrößerten Teilausschnitt des Geschoßkörpers mit mehreren Zwischenstegen in der Ausführung
wie in F i g. 2:
Fig.4 einen vergrößerten Teiiausschnitt des Geschoßkörpers
mit noch anderen Zv-'ischenstegen:
Fig.5 einen vergrößerten Teiiausschnitt des Geschoßkörpers
mit wiederum anders geformten Zwischenstegen:
Fig.6 einen vergrößerten Teilausschnitt des Geschoßkörpers
mit eingesetztem Kunststoff-Führungsband;
Fig.7 einen Schnitt durch den Geschoßkörper gemäß
der Linie VIl-VH in F i g. 6;
F i g. 8 den Formstahl im Einsatz im Geschoßkörper im Schnitt.
F i g. 8 den Formstahl im Einsatz im Geschoßkörper im Schnitt.
Fig. 1 ist ein Geschoßkörper 1 mit eingespritztem Kunststoff-Führungsband 2 teilweise im Schnitt dargestellt.
Die Zwischennuten 3 mit den abgebogenen Zwischenstegen 4 für die Verankerung des Kunststoff-Führungsbandes
2 befinden sich am rückwärtigen Ende 5 des Geschoßkörpers I.
Bevorzugte Ausführungsformen der Zwischenstege zeigen die F i g. 2 bis 5. In F i g. 2 sind zwei Zwischenstege
4 angeordnet, die als Paar in zueinander entgegengesetzte Richtungen gebogen sind und zwischen sich die
Zwischennut 3 und zu den Seiten die Zwischennut 6 besitzen. Die ringäußere Oberfläche 7 der Zwischenstege
4 trägt Rändelrillen 8. Der Nutboden 9 zwischen den zwei Zwischenstegen 4 ist zur besseren Kraftübertragung
ebenfalls mit Rändelrillen 8 versehen. Die axialen Begrenzungswände 10 stehen bei allen erfindungsgemäßen
Beispielen im rechten Winkel 11 zur Geschoßmanteifläche
12. Ferner ist allen erfindungsgemäßen Beispielen gleich, daß die Breite der Zwischenstege gleich
oder kleiner der Breite der Zwischennuten ist und die Höhe geringfügig kleiner als die Nuttiefe ist. Die maximale
Höhe der Zwischenstege liegt damit minimal unter der Geschoßmanteifläche 12. In den Beispielen endet
diese Höhe unterhalb der Geschoßmanteifläche 12, worin durch beim Einschneiden der Felder des Waffenrohres
der Kunststoff des Führiingsbandes 2 über den Zwischenslogcn
nicht aufgeschoben werden bzw. nicht abreißen kann.
Fig. J zeigt Zwischenstege 4;i die jeweils paarweise
in entgegengesetzte Richtungen gebogen sind und gleiche Ausführungsart wie in F i g. 2 besitzen.
Die Zwischenstege 46 nach F i g. 4 sind an ihren ringäußeren
Enden 13 abgebogen und bilden offene ösen oder Widerhaken. Die Ausrichtung der Zwischenstege
4c unter einem gleichen Winkel und alle in die gleiche abgebogene Richtung zeigt F i g. 5, bei sonst wiederum
gleichen Verhältnissen wie zur F i g. 2 beschrieben.
Die durch die erfindungsgemäße Ausbildung mögliche, feste Verankerung des Kunststoff-Führungsbandes
2 mit dem Geschoßkörper 1 verdeutlicht F i g. 6 in vergrößertem Maßstab. Während die gebogenen Zwischenstege
4 im wesentlichen die Halterung des Kunststoff-Führungsbandes 2 in axialer Richtung des Geschoßkörpers
1 bewirken, erlauben die eingerändelten
bo Rillen 8 eine feste Verbindung auch bei großem Drall
und hoher Winkelbeschleunigung, wie dies in Fig. 7 herausgestellt ist.
L/ie Herstellung der Zwischennuten 3 und der Zwischenstcgc
4 erfolgt durch Einstechen mit einem Form-
bi stahl 13 in den Gcschoßmantel 14 gemäß F i g. 8. Dadurch
werden ringförmige Zwischennuten 3 bzw. 6 gebildet, die einerseits von den Zwischenstegen 4 und andererseits
von den axialen Wänden 10 begrenzt sind.
Die Zwischenstege stehen senkrecht zur Geschoßmantelfläche 12 und sind von rechteckigem Querschnitt. Ihre
Höhe endet kurz unterhalb der Geschoßmantelfläche 12. In einem zweiten Arbeitsgang werden die Zwischenstegc
4 unter Druck in die gewünschte Richtung bzw. Lage gebogen. Dabei werden gleichzeitig die Rändelrillen
8 zwischen den zueinanderstehenden Zwischenstegen 4 erzeugt. Ferner werden Rändelrillen 8 an den
ringäußeren Oberflächen 7 der Zwischenstege 4 durch ein Rändelwerkzeug angebracht. Die Rändelrillen 8 verlaufen
sämtlich parallel zur Mittelachse des Geschoßkörpers. Nachdem der Geschoßkörper in dieser Weise
fertiggestellt worden ist, wird das Kunststoff-Führungsband 2 in die Zwischennuten 3 und 6 und um die Zwischenstege
4 gespritzt. Dabei wird ein vorzugsweise fasergefüllter Kunststoff mit einer Rußpigmentierung
verwendet, um die notwendigen Festigkeitseigenschaften, eine stabilisierende Wirkung und eine Langzeitlagerung
zu gewährleisten.
Statt der jeweils genannten Rändelrillen können im Sinne der Erfindung auch andere Vertiefungen, Rillen,
Einprägungen oder Kordelmuster auf und zwischen die Zwischenstege 4 eingeformt sein.
Hier/u 1 Blatt Zeichnungen
JO
40
45
50
55
bO
65
Claims (7)
1. Geschoßkörper, insbesondere für den Einsatz in automatischen Schnellfeuerwaffen und Hochleistungsmaschinenkanonen,
mit einem Kunststoff-Führungsband und im Heckbereich des Geschoßmantels zur Verankerung des Kunststoff-Führungsbandes
ringförmig verlaufenden Nuten /ur Bildung von Zwischensiegen sowie mit zusätzlich cingeformlen
Rillen, Einprägungen, Vertiefungen oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet,
daß die aus dem Geschoßmantel (12) herausgearbeiteten Zwischenstege (4,4a, 4b. 4c) eine Höhe aufweisen,
die geringfügig kleiner als die Nuttiefe ist, und die Zwischenstege (4,4a. 4b. 4c). deren Breite gleich
oder kleiner als die Breite der Zwischennuten (3, 6) ist, in ihrer gesamten Höhe oder/und mit ihren ringäußeren
Enden (13) aus der zur Geschoßmantelfläche (12) senkrechten Lage unter einem spitzen Winkel
zum Boden der Zwischennuten (3,6) abgebogen sind, deren Nutfuß eine Rändelung (8) aufweist, und
die beiden äußeren axialen Begrenzungswände der Zwischennuten (6) in einem rechten Winkel zur Geschoßmantelfläche(12)
stehen.
2. Geschoßkörper nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet,
daß die Zwischenstege (4, 4a) paarweise in zueinander entgegengesetzten Richtungen
gebogen sind.
3. Geschoßkörper nach Anspruch 1, dadurch ge- jo kennzeichnet, daß die Zwischensiege (4c) unter einem
gleichen Winkel in die gleiche Richtung gebogen sind.
4. Geschoükörper nach Anspruch I. dadurch gekennzeichnet,
daß die ringäußeren Enden (13) der ϊί
Zwischenstege (4b) in Form einer offenen öse oder eines Widerhakens gebogen sind.
5. Geschoßkörper nach den Ansprüchen I und 2. dadurch gekennzeichnet, daß die Zwiselvnnuten (3)
zwischen den Zwischensiegen (4) koaxial verlaufende Rändelrillen oder ähnliche Einprägungen (8) aufweisen.
6. Geschoßkörper nach den Ansprüchen I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe der Zwischennuten
(3) zwischen den Zwischenstegen (4, 4a) geringer ist als die Tiefe der übrigen Zwischennuten
(6).
7. Verfahren zur Herstellung des Geschoßkörpers nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß in einem ersten Arbeitsgang durch Einste- v> chen mit einem Formsiahl (13) in den Geschoßmantel
(14) Zwischenstege (4) mit im wesentlichen rechteckförmigem
Querschnitt erzeugt werden, und in einem nachgesehalteten /weiten Arbeitsgang die Zwischenstege
(4) bei wahlweise gleichzeitigem Rändeln der Rändelrillcn oder ähnlichen Einpriigungen (8)
auf und/oder zwischen den Zwischenstegen (4) unter entsprechendem Druck in die gewünschte Richtung
bzw. Lage gebogen werden, woraufhin in einem dritten
Arbeitsgang das Führungsband aus. einem vor- wi
ziigsweise fascrgefi'illien Kunststoff mit RuHpigmen
lierung in die Zwischenniiten (3, 6) und allseilig um
die Zwischensiege (4) gespritzt wird.
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1984
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|---|---|---|---|---|
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