DE3143566C2 - Verfahren zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von Zirconium- und Titanmetall sowie deren Legierungen - Google Patents

Verfahren zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von Zirconium- und Titanmetall sowie deren Legierungen

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DE3143566C2 DE19813143566 DE3143566A DE3143566C2 DE 3143566 C2 DE3143566 C2 DE 3143566C2 DE 19813143566 DE19813143566 DE 19813143566 DE 3143566 A DE3143566 A DE 3143566A DE 3143566 C2 DE3143566 C2 DE 3143566C2
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Abstract

Vorgeschlagen wird ein Verfahren zur kontinuierlichen Temperung von Zirconium- und Titanmetallen sowie deren Legierungen unter Stickstoff bei Temperaturen von 525 bis 875 ° C während 0,1 bis 15 min.

Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von Zirconium- und Titanmetall sowie deren Legierungen. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf die Verwendung einer Stickstoffatmosphäre, welche es gestattet, das Verfahren kontinuierlich durchzuführen.
Die Idee der kontinuierlichen Wärmebehandlung von Metallen 1st alt. Eine kontinuierliche Wärmebehandlung von Stahl und gewissen anderen Metallen wurde dabei bereits In einer Stickstoff enthaltenden Avrnsphäre durchgeführt, wie es aus der US-PS 41 83 773 ersichtlich Ist, wobei konkret eine Wasserstoff/Stlckstoff-Atmo-Sphäre verwendet wird.
Die Wärmebehandlung von Zirconium oder Titan erfolgt üblicherweise Im Vakuum, da diese Metalle sehr reaktiv sind, wobei die Reaktivität die von Stahl beträchtlich übertrifft. Diese Vakuumwärmebehandlung ist äußerst teuer, und zwar nicht nur Im Hinblick auf die Ausrüstung, sondern auch auf die Durchführung.
Aus der DE-AS 20 55 964 1st ferner ein kontinuierliches Verfahren zur Wärmebehandlung, Insbesondere zum Weichglühen, von Titan und Zirconium und deren Legierungen bekannt, wobei das Metall In geeigneter Form durch eine Wärmebehandlungsvorrkhtung geführt wird, die mit einem Inerten Gas gefüllt ist. Die inerten Gase solien das Metall nicht oxidieren. Als einziges konkretes Beispiel Ist Argon genannt.
Aus G. L. Miller, »Zirconium«, 1957, Seite 471 Ist es ebenfalls bekannt, daß eine Wärmebehandlung von Zirconium oberhalb von 500° C im Vakuum oder einer reinen inertgasatmosphäre durchgeführt werden muß, um Oxidation zu vermeiden.
Da es bekannt war, daß Stickstoff mit Titan und Zirconium Nitride bildet, sich gegenüber diesen Metallen
also nicht inert verhält, wurde eine Stickstoffatmosphäre, die aus Kostengründen Vorteile geboten hätte, für die
Wärmebehandlung der genannten Metalle vermieden. So heißt es beispielsweise In der US-PS 40 00 013, daß
eiq Vakuum einer Helium- oder Argonatmosphäre, der die letzten Spuren schädlicher Stoffe, wie Sauerstoff,
Stickstoff etc., entzogen worden sind, vorzuziehen ist.
Es 1st bekannt, daß Metalle, einschließlich Zirconium, zum Zwecke des Härtens nltridlslert werden, indem sie in Stickstoff auf höhere Temperaturen erhitzt -Acrdcn. Diese Nitridisicfüng härtet das Zirconium zwar, B
verschlechtert aber seine Duktilltät. Stickstoff kann somit in bezug auf Titan und Zirconium nicht als Inertgas angesehen werden, da er Titan und Zirconium oxidiert. Er mußte daher als Inertgas für eine kontinuierliche Wärmebehandlung ungeeignet erscheinen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Wärmebehandlung von Zirconium, Titan und deren Legierungen anzugeben, bei dem weder eine Vakuumumgebung noch eine hochreine Edelgasatmosphäre erforderlich Ist.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 durch die Merkmale des Kennzeichens gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Anwendungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Ansprüchen 2 und 3 wiedergegeben. Die vorliegende Erfindung liegt In der kontinuierlichen Wärmebehandlung von Zirconium- und Titanmetall sowie deren Legierungen in Gegenwart einer Stickstoffatmosphäre. Obwohl bisher angenommen worden war, daß eine Stickstoffatmosphäre zur Wärmebehandlung von hoch reaktiven Metallen ungeeignet Ist, wurde nunmehr überraschenderweise gefunden, daß es nicht nur möglich Ist, die Wärmebehandlung In einer Stickstoffatmosphäre durchzuführen, sondern daß diese auch ein Produkt mit besseren Eigenschaften ergibt als die bisher durchgeführte Wärmebehandlung Im Vakuum. Die Verwendung einer Stickstoffatmosphäre wurde dadurch möglich, daß das Verfahren als kontinuierliches Verfahren viel rascher verläuft als ein ansatzweises Vakuum-Wärmebehandlungsverfahren, so d&3 die Metalle der Wärme und der Atmosphäre für vergleichsweise kurze Zelten ausgesetzt werden. Was bisher bei der Vakuum-Wärmebehandlung ungefähr 2 Stunden dauerte, kann nunmehr In einem kontinuierlichen Verfahren In weniger als 3 Minuten erreicht werden. Dabei wurde festgestellt, daß die Reaktion zwischen den genannten Metallen und Stickstoff so langsam Ist, daß diese Stickstoff-Wärmebehandlung nicht nur möglich Ist, sondern sogar erwünschte Ergebnisse liefert.
Das erfindungsgemäße Verfahren unter Verwendung einer Stickstoffatmosphäre führt zu einem geringeren Kornwachstum, da die Behandlungszelt sehr kurz ist. Dieses feinere Korn Ist für eine verbesserte Fließspannung und eine verbesserte Zugfestigkeit verantwortlich.
Das Stickstoff-Wärmebehandlungsverfahren Ist sehr viel wirtschaftlicher als die Wärmebehandlung Im Vakuum, well es rascher arbeitet, die Vorrichtung für die kontinuierliche Wärmebehandlung wesentlich billiger als für die im Vakuum Ist und die Kosten für die Aufrechterhaltung einer Stickstoffatmosphäre verglichen mit A5 einer Vakuumatmosphäre wesentlich geringer sind. Die folgenden Beispiele beschreiben Versuche Im Hinblick auf die Festigkeit und Verformbarkeit. Die Resultate sind den Tabellen angegeben. Ein Streifen aus Zircaloy-4 mit der folgenden Zusammensetzung wurde In der folgenden Welse hergestellt:
43
ZircaIoy-4 (nominal) 1,5* Sn 0,2a, Fe 0,1% Cr Rest Zr
Dieses Material wurde durch heißes Schmieden In der beta-Phase, heißes Walzen in der alpha-Phase und kaltes Walzen auf eine Querschnittsverringerung von mindestens 50* hergestellt, wobei beim letzteren kalten Walzen nach jeder Verringerung von 30 bis 40% alpha-Phasen-Zwtschen-Wärmebehandlungen durchgeiührt wurden.
Eine Titanlegierung der folgenden Zusammensetzung wurde in ähnlicher Weise wie die obige Zirkoniumlegierung behandelt:
Titan Sorte II (nominal) 0,14% O2 0,12% Fe Rest Ti
Diese Legierungen wurden beide in Vakuum bzw. unter Stickstoff wärmebehandelt und anschließend auf Fließspannung. Zugfestigkeit, Dehnung, Duktllltät oder Verformbarkeit und schließlich auf Stickstoff- und Sauerstoffaufsanme untersucht. Die Resultate dieser Versuche sind in den folgenden Tabellen angegeber..
Die Wärmebehandlung unter Stickstoff erfolgte während 3 min bei 700° C. Die Legierungen wurden dann sowohl in Längsrichtung als auch in Querrichtung auf Dehnung, Zugfestigkeit und Fließspannung geprüft. Die Resultate sind in Tabelle I angegeben.
Tabelle I Beispiel
Dehnung
Zugfestigkeit Fließspannung
MPa MPa
516,6 431,2
516,6 427,0
518,7 421,0
537,6 411,6
538,3 414,4
538,3 412,3
452,9 357,7
452,9 354,9
443,1 345,1
446,6 332,5
444,5 335,3
446,6 340,2
1. Till,
2. TI H,
3. Ti II,
4. Ti II,
5. Tl II,
6. Ti II,
7. Zr-4,
8. Zr-4,
9. Zr-4,
10. Zr-4,
11. Zr-4,
12. Zr-4,
Trans.
Trans.
Trans.
Long.
Long.
Long.
Trans.
Trans.
Trans.
Long.
Long.
Long.
27 27 27 27 27 27 32 31 32 32 31 31
Trans. = Prüfung in Querrichtung Long. = Prüfung In Lägsrlchiung
Ein Vergleich zwischen den Durchschnitten der Resultate In Tabelle I und den gleichen Legierungen, die durch Vakuumwärmebehandlung behandelt worden waren, wurde durchgeführt. Dieser Vergleich ist in der folgenden Tabelle II gezeigt, worin auch ein Vergleich der Korngrößen angegeben Ist.
Tabelle 11 Tl II, Long. Dehnung Zugfestigkeit Fließspannung Korngröße
Beispiel Tl II, Trans. 9h MPa MPa mm
Tl II, Long. 27 508,2 364,7 0,24
13. Tl II, Trans. 26 484,4 390,6
14. Zr-4, Long. 27 480,9 336,7 0,23
15. Zr-4, Trans, 26 474,6 382,2
16. Zr-4, Long. 34 424,2 342,3 0,24
17. Zr-4, Trans. 34 423,5 345,1
18, * TI II, Long. 31 408,1 398,3 0,25
19. + TI II, Trans. 32 416,5 337,4
20. * Zr-4, Long. 27 538,3 413,0 0,29
21. * Zr-4, Trans. 27 517,3 426,3
22. 31,3 445,9 336,0 0,27
23. 31,7 449,4 352,8
21.
* 3 min bei 700° C unter Stickstoff behandelt
In Tabelle II betreffen die Beispiele 13 bis 20 vakuumwärmebehanoelte Proben. Sie können mit den Proben der Beispiele 21 bis 24 verglichen werden, die wie oben angegeben unter Stickstoff wärmebehandell wurden.
Tabeile III Beispiel Temperatur Dehnung Zugfestigkeit Fließspannung
°C % MPa MPa
25. * Zr-4, Trans. 315° C 42 217,7 144,9
26. + Zr-4, Trans. 315° C 43 217,7 142,8
27. + Zr-4, Trans. 315° C 41 219,1 147,0
28. + Zr-4, Long. 315°C 46 247,1 128,1
29. + Zr-4, Long. 315° C 46 247,8 130,2
30. + Zr-4, Long. 315° C 46 247,1 127,4 31. Zr-4, Trans. 315°C 43 188,3 122,5
32. Zr-4, Trans. 315° C 43 189,0 122,5
33. Zr-4, Trans. 315° C 44 190,4 123,2
34. Zr-4, Long. 315° C 51 205,1 115,5
35. Zr-4, Long. 315° C 51 210,7 111,3 36. Zr-4, Long. 315° C 52 202,3 109,9
37. + Zr-4, Trans. R.T. 31 485,8 428,4
38. ' Zr-4, Trans. R.T. 31 480,9 427,0
39. + Zr-4, Trans. R.T. 31 483,7 424,2
40. + Zr-4, Long. R.T. 32 510,3 358,4 41. + Zr-4, Long. R.T. 28 515,9 356,3
42. + Zr-4, Long. R.T. 29 518,7 358,4
43. Zr-4, Trans. R.T. 30 458,5 393,4
44. Zr-4, Trans. R.T. 31 457,8 392,0
45. Zr-4, Trans. R.T. 31 455,7 395,5 46. Zr-4, Long. R.T. 32 487,2 345,8
47. Zr-4, Long. R.T. 31 485,1 ' 345,8
48. Zr-4, Long. R.T. 30 491,4 354,2
+ 3 min be! 700° C unter Stickstoff behandelt R.T. = Raumtemperatur
Tabelle III erläutert welter vergleichsweise Eigenschaften von Zlrcaloy-4, welches unter Stickstoff wärmebehandelt worden Ist, gegen die gleiche Legierung, die unter Vakuum wärmebehandelt worden ist.
Zwei Streifen Zlrcaloy-4 wurden gesondert durch Stickstoff- und Vakuum-Wärmebehandlung behandelt und dann a';f Duktllltät und Verformbarkeit geprüft. Die Resultate dieser Versuche sind In Tabelle IV angegeben,
worin 2T und 1,6T die Zahlen eines Biegetests des MetalN rund um einen Dorn mit dem Radius des 2fachen bzw. l,6fachen der Dicke des Materials bedeuten.
Tabelle IV
__^
Beispiel 2T 1,6T
49. + Zr-4, Trans. kein RIß kein RIß
50. + Zr-4, Trans. kein RIß kein RIß
51. Zr-4, Trans. leichte Orangenhaut leichte Orangenhaut
52. Zr-4, Trans. leichte Orangenhaut !eichte Orangenhaut
53. + 7.r-4, Long. kein Riß kein Riß
54. * Zr-4, Long. kein RIß kein RIß
55. * Zr-4, Long. kein RIß kein RIß
56. Zr-4, Long. leichte Orangenhaut leichte Orangenhaut
57. Zr-4, Long. leichte Orangenhaut leichte Orangenhaui
* 3 min bei 700° C unter Stickstoff behandelt
In einem Versuch zur Bestimmung der Tiefe und der Menge der Sauerstoff- und Stickstoffaufnahme bei dem Warmebehandlungsprozeß wurde eine Analyse mit Zlrcaloy-4 durchgeführt. Die Resultate sind In Tabelle V angegeben.
Jl HO JOÜ
Tabelle V Beispiel Ort C O N S Fc Sn Zr F Sl
Oberfläche 21.1 5,9 0,5S 0,72 0,63 - 69.0 I. I 0.88
200 Ä tief 1,94 0,35 - - 0.19 0,83 95,8 3,2
Oberfläche 9,2 12,5 1.7 0,42 1,1 - 71,5 -
100 Ä tief 11,0 2,2 3,65 - - 0,77 82,2 0,82
500 Ä tief 1,3 0,28 - - 0,27 0,93 96,3 2,8
Oberfläche 8,7 15,4 0.37 0,27 0,95 0,47 70,9 0,83
100 Ä tief 5,9 12,6 0,51 - 0,66 0,32 79,1 0,96
7000 Ä tief 3,3 2,8 - - 0,24 0,92 91,7 2,9
Oberfläche 17,5 7,47 0,40 1,3 0,28 69,6 1,8
700 Ä tief 5,5 11,9 0,36 _ 1,5 0,34 78,6
Beispiel I bezieht sich auf ein unbehandeltes Material Im Zustand wie gekauft. Gemäß Beispiel II wurde 10 min bei 675= C In reinem Stickstoff behandelt. Gemäß dem Beispiel III und IV wurde 5 min bei 675° C in Stickstoff behandelt. Es mußte jedoch nachträglich festgestellt werden, daß während dieser Beispiele der Ofen undicht war, weshalb während der Wärmebehandlung eine beträchtliche Menge Luft Im Ofen anwesend war.
Zwar wurde bei den obigen Versuchen die Wärmebehandlung unter Stickstoff meistens während 3 min bei 700' C durchgeführt, aber die Stlckstoffwärmebeharidlung kann auch bei niedrigeren und höheren Temperaturen im Rahmen des Anspruchs 1 durchgeführt werden, wobei die Verweilzeit des Materials Im Ofen dazu umgekehrt proportional iist. Es ist deshalb möglich, ein brauchbares Produkt bei einer Temperatur von 525 bis 875° C und bei Behandlungszelten von 0,5 min bis 15 min herzustellen. Die Parameter können deshalb von 1 min bei 675° C bis 5 min bei 650° C bis 15 min bei 6000C variieren. Wichtig Ist, daß die Temperatur und die Zelt so zusammenstimmen, daß eine vollständige Rekristallisation stattfindet, daß aber die Wärmebehandlung auch nicht länger dauert Es wurde gefunden, daß über 875° C auch während einer kurzen Zelt Stickstoff In das Material eindiffundiert, so daß Verfärbungsprobleme auftreten. Gleichfalls Ist bei Zelten unterhalb 0,5 min keine ausreichende Behandlung für eine vollständige Rekristallisation zu erwarten.
Die Erfindung schafft also ein wirtschaftliches Verfahren zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von Zirconium, Titan und Legierungen derselben, wobei ein überlegenes Produkt erhalten wird.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von Zirconium- und Titanmetall sowie deren Legierungen in einer Inerten Atmosphäre, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung In einer
Stickstoffatmosphäre bei 525 bis 875° C während 0,5 bis 15 min ausgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Wärmebehandlung das Metall oder die Legierung durch eine Wärmebehandlungszone, die eine Stickstoffatmosphäre enthält, hindurchgeführt wird.
3. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2 auf einen Zlrconlumleglerungs- oder Tltan-Ieglerungsstreifen.
DE19813143566 1980-11-03 1981-11-03 Verfahren zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von Zirconium- und Titanmetall sowie deren Legierungen Expired DE3143566C2 (de)

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