DE3143748C2 - Form zum Spritzgießen oder Preßspritzen von Kautschuk oder anderen plastischen, wärmehärtbaren Werkstoffen - Google Patents
Form zum Spritzgießen oder Preßspritzen von Kautschuk oder anderen plastischen, wärmehärtbaren WerkstoffenInfo
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Abstract
Die Erfindung befaßt sich mit einer Form zum Spritzgießen von Kautschuk. Die Form enthält ein Druckstück, das zwischen räumlich benachbarten, thermisch gegeneinander isolierten Formplatten angeordnet ist und das eine Einspritzdüse mit Abstand umschließt. Es wird vorgeschlagen, daß das Druckstück, das vorzugsweise aus Titan besteht, im Bereich der Düsenöffnung ohne Abstand an der Düsenwandung anliegt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Form zum Spritzgießen oder Preßspritzen von Kautschuk oder anderen plastischen,
wärmehärtbaren Werkstoffen, mit einem Formenschließkräfte und/oder eine Düsenauflagekraft
übertragenden Druckstück aus einem schlecht wärmeleitenden, hochfesten Werkstoff, das zwischen räumlich
benachbarten, thermisch gegeneinander isolierten und unterschiedlich temperierten Formplatten angeordnet
ist und das eine Einspritzdüse zumindest teilweise mit Abstand umschließt, die sich von der einen Formplatte
zur anderen erstreckt.
Derartige Formen werden bekanntlich zum Herstellen von Formartikeln aus Gummi oder ähnlichen F.lastomcren
nach dem Spril/gießvcrfahren verwendet. Dabei
liegt in der Praxis eine der Haiipischwicrigkcilcn darin,
den bestehenden Temperaturunterschied /wischen einer heißen Formplatte und einer relativ kalten Formpiaitc
derart zu beherrschen, daß bei der Vulkanisation eines Formartikcls die im Zuführkanal und vor allem im
vorderen Bereich der Einspritzdüse befindliche Gießmasse
nicht mitvulkanisiert wird, um ihre Gießfähigkeit Tür den nächsten Durchgang zu erhalten.
Bei einer aus der DE-AS 25 25 437 bekannten Form der eingangs genannten Gattung wurde dies in der Weise
gelöst, daß eine Einspritzdüse aus einem gut wärmeleitenden Material in radialem Abstand zu einem sie
umgebenden Druckstück aus schlecht wärmeleitendem Material und in einem geringen axialen Abstand zu der
ihr zugekehrten offenen Anschlagfläche der höher temperierten Formplatte angeordnet wurde. Dabei füllte
sich der Zwischenraum zwischen Einspritzdüse und Druckstück mit der beim Spritzvorgang verarbeiteten
Gießmasse, so daß eine zusätzliche Isolierschicht entstand.
Diese Art der Wärmeisolierung im vorderen Bereich der Einspritzdüse hat sich jedoch nicht in allen Fällen als
optimal erwiesen. Dies gilt insbesondere für eine automatische Betriebsweise, bei der Angußnippel infolge
Kraterbildungen im Bereich zwischen Düsenspitze und Druckstückstirnflächc von Zeit zu Zeit hängenbleiben
und damit den Betrieb stören können.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Form zu schaffen, die durch eine günstigere Gestaltung
im Austrittsbereich der Einspritzdüse zu weniger Störungen Anlaß gibt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Druckstück im Bereich der Düsenöffnung dichtend
an der Wand der Düse anliegt.
Mit der Erfindung wird der Vorteil erzielt, daß beim Spritzgießen der zwischen Spritzdüse und Druckstück
befindliche Luftraum sich nicht mehr mit Gießmasse auffüllen kann, so daß Betriebsstörungen infolge hängengebliebener
Angußnippel vermieden werden, trotzdem aber eine gutisolierende Luftschicht erhalten
bleibt.
Insgesamt erfüllt das Druckstück drei bzw. vier Funktionen gleichzeitig. Durch die Wahl eines hochfesten
Werkstoffs und durch die geeignete Anbringung von Stützflächen kann das Druckstück je nach Wunsch die
Formenschließkräfte oder die Düsenauflagekraft oder beide Kräfte übertragen. Durch die kleine Anlagefläche
der Stützteile und durch die geringe Wärmeleitung des Druckstückmalerials wird eine lokal eng begrenzte
Temperaturtrennung in der Nähe der heißen Formplatte erreicht. Schließlich wird durch das jederzeit vorhandene
Anliegen des Druckstücks an der Wandung der
Düse im Bereich ihrer öffnung die Aufrechterhaltung eines Luftpolsters zwischen dem Düsenmantel und dem
Druckstück gewährleistet.
Gemäß mehrerer vorteilhafter Ausgestaltungen des Druckstücks im Bereich der Düsenöffnung, bei denen
die Düse gegenüber dem Druckstück geringfügig in axialer Richtung verschiebbar ist, wird erreicht, daß
trotz der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der einzelnen Materialien, der extremen Temperatur-
bo Verhältnisse und nicht zu vermeidender Fertigungstoleranzen
eine ausreichende Abdichtung zwischen Düse und Druckstück erhalten bleibt.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Untcranspriichen
zu entnehmen.
hri Nachfolgend wird die Erfindung durch mehrere Ausführungsbeispiele
anhand schemalischer Darstellungen in der Zeichnung erläutert. Ks /'.'igt jeweils in einem
Teilschnitt
Fig. 1 eine Spritzgie3form im Bereich einer Einspritzdüse
und eines Druckstücks,
F i g. 2 eine Form mit einer konischen Düse und einem konischen Druckstock,
F i g. 3 eine weitere Ausbildung des vorderen Bereichs
von Düse und Druckstock,
Fig.4 ein Druckstück mit einer Buchse; die in die
Düsenöffnung hineinragt
Die in den F i g. 1 bis 4 dargestellte Spritzgießform enthält als wesentliche Teile zwei Formplatten 1,2, die
räumlich benachbart, im Betrieb auf unterschiedlichen Temperaturen gehalten und durch einen Luftspalt 3
thermisch gegeneinander isoliert sind, ein zwischen den Formplatten 1, 2 angeordnetes, bevorzugt aus Titan
oder einer Titanlegierung gefertigtes Druckstück 4 und eine Einspritzdüse 5, die zumindest teilweise mit Abstand
von dem Druckstück 4 umgeben wird. Im Betrieb liegt die Formplatte 1 auf niedrigerer Temperatur als
die heiße Formplatte 2, und es wird über einen Zuführungskanal 6 Gießmasse in einen nicht gezeichneten
Hohlraum für einen Formkörper gepreßt, der sich in der Formplatte 2 oder in nachgeschalteten Formplatten
befinden kann.
Gemäß F i g. 1 ist das Druckstück 4 im wesentlichen hohlzylinderförmig ausgebildet mit einer kegeligen Verengung
im vorderen Bereich. Die innerhalb des Druckstücks 4 angeordnete Düse 5 weist im hinteren Bereich
eine zylindrische und im vorderen Bereich eine kegelige Außenform auf, und zwar derart, daß sie im hinteren
Bereich direkt an der Innenwandung des Druckstücks 4 anliegt, während nach vorne hin ein Zwischenraum 7
zwischen Druckstück 4 und Düse 5 gebildet wird.
Das Druckstück 4 erstreckt sich nicht bis zur ersten Formplatte 1, so daß es mittels einer Stützfläche eines
umlaufenden Stützteils 8 am äußeren Umfang und einer weiteren Stützfläche für die vordere Stirnseite der Düsenwandung
in üiesem Beispiel ausschließlich zur Aufnahme der Düsenauflagekraft dient.
Die vordere Stirnseite der Düse 5 liegt formschlüssig auf der vorderen Innenwandung des Druckstücks 4 auf,
so daß das aus der Düse 5 austretende und durch eine Bohrung 9 im Druckstück 4 geleitete Spritzgut nicht in
den Zwischenraum 7 zwischen Düse 5 und Druckstück 4 gelangen kann.
Bei Bedarf können dem Zwischenraum 7 mit Hilfe von Be- und/oder Entlüftungsbohrungen 10 im Druckstück
4 zusätzlich e Kühlmittel zugeleitet werden.
Im vorderen Bereich des Druckstücks 4 sollte vorzugsweise auch ein Abstand zur benachbarten zweiten
Formplatte 2 eingehalten werden, um Wärmeübergänge so gering wie möglich zu halten. Ebenso sollten die
Stützteile 8 eine möglichst kleine Aufstandsf'äche aufweisen.
Im Beispiel gemäß Abb. 2 sind sowohl das Druckstück 4 als auch die Düse 5 über den größten Teil ihrer
Länge schwach konisch ausgebildet, wobei die Konizität des Druckstücks 4 etwas überwiegt. Dies hat zur
Folge, daß zwischen Düse 5 und Druckstück 4 ein im Längsschnitt keilförmiger Zwischenraum 7 entsteht, der
im vorderen Bereich von Düse 5 und Druckstück 4 endet. In diesem Bereich liegen die Außenwand der Düse 5
und die Innenwand des Druckstücks 4 aneinander, ohne
daß gegenseitige, senkrecht zur Axialrichtung verlaufende Abstützflächen gebildet werden. Damit bleibt eine
geringe axiale Verschiebbarkeit zwischen Düse 5 und Druckstück 4 erhalten, so daß bei allen auftretenden
Betriebsbedingungen gewährleistet ist, daß der Luftspalt 7 zwischen Düse 5 und Druckstück 4 gegen ein
Eindringen von Spritzgut gesichert ist.
An der vorderen Stirnseite enden die Düse 5 und das
Druckstück 4 im wesentlichen auf gleicher Höhe. Sie bilden dort eine Wandung für einen Verteilerraum 11,
der über nicht gezeichnete Anschnittkanäle mit einem Hohlraum für einen Formkörper verbunden ist.
Das Druckstück 4 weist wieder am seitlichen Umfang gelegene Stützteile 8 auf, die an Teüen der wärmeren
Formplatte 2 anliegen. Weitere Stützflächen werden
ίο von der rückwärtigen Stirnseite des Druckstücks 4 gebildet,
die an der kälteren Formplatte 1 anliegt. Damit dient das Druckstück 4, das wieder bevorzugt aus Titan
gefertigt ist, in diesem Beispiel zur Übertragung der gesamten Formenschließkraft.
Gümäß F i g. 3 ist das Druckstück 4 an seinem vorderen
Ende 12 hohlzylinderförmig ausgebildet und nimmt dann die Form eines Hohlkegels an. Die Düse 5 ragt mit
ihrem vorderen Ende 13 ein Stück in die Bohrung 14 des Druckstücks 4 hinein und liegt hier unmittelbar an der
Innenwand des Druckstücks 4 an. Damit wird wieder erreicht, daß trotz unterschiedlicher Ausdehnungskoeffizienten
des Aluminiums der Düse 5 und des Titans des Druckstücks 4 ein Eindringen von Spritzgut in den Luftraum
7 zwischen Düse 5 und Druckstück 4 vermieden wird.
In F i g. 4 ist das Druckstück 4 bis in den vorderen
Bereich kegelförmig ausgebildet und wird vorne von einer Stirnwand 15 abgeschlossen, die eine Bohrung 14
zum Durchtritt des Spritzguts aufweist. Weiterhin gehört zum Druckstück 4 eine auf der Innenseite der Stirnwand
15 aufliegende, ebenfalls bevorzugt aus Titan gefertigte Buchse 16, die mit ihrem vorderen Teil in die
öffnung der Einspritzdüse 5 hineinragt und dort an der Innenwand anliegt, so daß wiederum der Zwischenraum
7 zwischen Düse 5 und Druckstück 4 sicher gegen eintretendes Spritzgut abgeschirmt ist. Die Buchse 16 und
die Düse 5 können im Bereich der aneinanderliegenden Flächen leicht konisch ausgebildet sein.
Es sollte angemerkt werden, daß die Druckstücke 4 gemäß F i g. 3 und 4 sowohl bei Anordnungen gemäß Beispiel 1 als auch bei solchen nach Beispiel 2 verwendbar sind.
Es sollte angemerkt werden, daß die Druckstücke 4 gemäß F i g. 3 und 4 sowohl bei Anordnungen gemäß Beispiel 1 als auch bei solchen nach Beispiel 2 verwendbar sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Form zum Spritzgießen oder Preßspritzen von
Kautschuk oder anderen plastischen, wärmehärtbaren Werkstoffen, mit einem Formenschließkräfte
und/oder eine Düsenauflagekraft übertragenden Druckstück aus einem schlecht wärmeleitenden,
hochfesten Werkstoff, das zwischen räumlich benachbarten, thermisch gegeneinander isolierten und
unterschiedlich temperierten Formplatten angeordnet ist und das eine Einspritzdüse zumindest teilweise
mit Abstand umschließt, die sich von der einen Formplatte zur anderen erstreckt, dadurch gekennzeichnet,
daß das Druckstück (4) im Bereich der Düsenöffnung dichtend an der Wand der Düse (5) anliegt
2. Form nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckstück (4) im Bereich der Düsenöffnung
die Form einer Kreisringfläche aufweist, auf der die Stirnseite der Düsenwandung aufliegt.
3. Form nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Drückstück (4) in seinem
vorderen Bereich einen zylinder- oder kegelförmigen Hohlraum (9, 14) aufweist, der einen Teil des
Einspritzkanals bildet.
4. Form nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenwandung der Einspritzdüse (5)
und die Innenwandung des Druckstücks (4) im vorderen Bereich schwach konisch ausgebildet sind und
derart aneinander anliegen, daß sie in geringem Maße gegeneinander axial verschiebbar sind.
5. Form nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das vordere Ende (13) der Düsenwandung in
den als Einspritzkanal ausgebildeten Hohlraum (14) des Druckstücks (4) hineinragt.
6. Form nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Düsenöffnung eine Buchse
(16) vorgesehen ist, die einerseits auf der Innenseite der Stirnwand (15) des Druckstücks (4) aufliegt und
andererseits in die Düsenöffnung hineinragt und an der Innenwandung der Düse (5) anliegt.
7. Form nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Buchse (16) einen leicht konisch verlaufenden
Außenmantel aufweist.
8. Form nach einem der Ansprüche I bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckstück (4) Be-
und/oder Entlüftungsbohrungen (10) aufweist.
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|---|---|---|---|
| DE19813143748 DE3143748C2 (de) | 1981-11-04 | 1981-11-04 | Form zum Spritzgießen oder Preßspritzen von Kautschuk oder anderen plastischen, wärmehärtbaren Werkstoffen |
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