DE3149901C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Katalysator, erhältlich
durch Eintauchen eines Trägers in eine Aluminiumoxid
sowie Kobaltoxid oder Nickeloxid enthaltende
Aufschlämmung, anschließendes Trocknen und Calcinieren,
danach Eintauchen in eine Palladiumsalzlösung, Fixieren
mit einem Reduktionsmittel, Waschen und abschließendes
Trocknen. Ein solcher Katalysator eignet sich zur
katalytischen Zersetzung von Ozon.
Die Erzeugung und Verwendung von oxidierenden Mitteln,
wie Chlor (als unterchlorige Säure), Sauerstoff und Ozon,
für die Behandlung und Desinfizierung und/oder Entfernung
unerwünschter organischer Materialien, wie Gerüchten und
Bakterien aus Abwasser, Trinkwasser, Umgebungsluft und
industriellen Schornsteingasen, ist allgemein bekannt
(siehe US-PS 41 67 466, 33 42 545 und 32 60 627).
Die Verwendung von
Ozon für diese Zwecke ist jedoch problematisch, da es
biologisch
giftig ist und sogar in Konzentrationen von weniger
als 1 ppm chemisch wirksam bleibt.
Als Folge hiervon können wichtige organische Materialien,
tierisches und menschliches Leben in Umgebungsbereichen
durch Ozonrückstände angegriffen werden.
Die toxischen Eigenschaften von Ozon sind besonders
störend in geschlossenen Räumen, in denen relativ geringe
Konzentrationen (d. h. 0,2 bis 1 ppm) erzeugt oder über
lange Zeiträume aufrechterhalten werden, beispielsweise beim
Betrieb elektrischer Anlagen.
Dies kann beispielsweise bei fortgesetztem Betrieb
von Corotronen in Xerographie-Kopierern in einem Büro
oder in einem über 11 000 m Höhe betriebenen
Flugzeug der Fall sein. Trotz seiner relativen
Instabilität unter feuchten Umgebungsbedingungen macht es
die hohe Giftigkeit von Ozon notwendig, den
chemischen Zerfall zu beschleunigen:
M + O₃ ⇄ O₂ + O + M
O + O₃ → 20₂
M = eine katalytisch wirksame Stelle, die als Kollisionskörper wirkt
Wenn die Entstehungsgeschwindigkeit die natürliche
Zersetzungsgeschwindigkeit übersteigt, muß
der chemische Zerfall beschleunigt werden, um kurzfristig eine Konzentration von nicht mehr als etwa 0,25 ppm
oder 0,1 ppm bei Zeiträumen über
4 Stunden nicht zu überschreiten (siehe "Atmospheric
Environment", Band 6, Seiten 707-714, Pergamon
Press 1972; F.A.A. Rules, Federal Register, Band 45, Nr.
14, 21. Januar 1980).
Zur Luftreinigung sind in der Vergangenheit Katalysatoren, wie aktivierte
Holzkohle (siehe US-PS 19 61 878 und 31 16 783),
Silber, Platin und einige andere Metalloxide, mit unterschiedlichem
Erfolg erprobt worden (siehe US-PS
33 52 642 und 34 33 580).
Ozon weist den Katalysator
vergiftende Eigenschaften auf,
so daß leistungsfähige Edelmetallkatalysatoren
einem frühzeitigen Wirksamkeitsverlust
unter normalen Umsetzungsbedingungen
unterworfen sind. Die weniger teuren Metallkatalysatoren
erfordern einen erhöhten Energieaufwand
und sind deshalb für
einen leistungsfähigen Betrieb bei hohen Raumgeschwindigkeiten
ungeeignet.
Die DE-OS 28 41 417 beschreibt Katalysatoren, die neben
einer Komponente der Eisengruppe eine Metallkomponente der
Platingruppe sowie Aluminiumoxid auf einem Träger
enthalten, welche durch Aufbringen einer Suspension der
Aluminiumoxidkomponente und der Eisengruppenkomponente auf
den Träger, anschließendes Trocknen und Calcinieren sowie
Versetzen des Produkts mit der Metallkomponente der Platingruppe und
abschließendes Trocknen hergestellt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es,
einen Katalysator zur Verfügung zu stellen, der bei der Ozonzersetzung
eine hohe Leistung über einen langen Zeitraum
bei hohen Raumgeschwindigkeiten unter milden
Temperatur-Bedingungen aufweist.
Diese Aufgabe wird durch einen Katalysator der eingangs
genannten Art gelöst, der dadurch gekennzeichnet ist, daß
er 1,1 bis 7,7 g/l Palladium in Verbindung mit Kobaltoxid
oder Nickeloxid in einem Gewichtsverhältnis von 1,0 : 0,5
bis 5,0 enthält.
Bei Verwendung eines solchen Katalysators zur
katalytischen Zersetzung von Ozon ist es aufgrund der
hohen Geschwindigkeit der katalytischen Zersetzung von
Ozon möglich, Ozon als Oxidationsmittel in hohen
Konzentrationen zur Behandlung von Gasen anzuwenden, ohne daß man
über die anschließende Entfernung von überschüssigem Ozon
besorgt sein muß. Zusätzlich ist es
möglich, eine gesunde Umgebung in einem Flugzeug mit einem
Minimum an Gewicht und Ausrüstung aufrechtzuerhalten.
Der erfindungsgemäße Katalysator umfaßt:
- (a) einen Träger, der beispielsweise poröse, inerte, feste, widerstandsfähige Skelettstruktur, wie eine bienenwabenartige Struktur aufweisen kann. Er kann in Form eines Drahtgeflechtes oder in Form von Filterpatronen vorliegen, die aus α-Aluminiumoxid, Siliciumnitrid, Dichroit, Zirkon-Mullit, Lithium-Aluminiumsilikaten, Metallmonolithen, oder Aluminium bestehen können. Vorzugsweise weist der Träger eine Vielzahl von in der Hauptrichtung der Gasströmung ausgerichteten Durchflußkanälen. Geeignete Katalysatorträger sind beispielsweise in den US-PS 34 41 381, 36 62 540, 39 69 083 und 40 21 203 sowie der CA-PS 10 20 593 beschrieben;
- (b) Palladium und gegebenenfalls weitere Platingruppenmetalle, wie Platin und Rhodium; und
- (c) Kobaltoxid oder Nickeloxid und gegebenenfalls weitere Nichtedelmetalloxide oder -aluminate der Gruppe VIII des Periodensystems der Elemente, beispielsweise ein Oxid oder Aluminat von Eisen.
Bei dem erfindungsgemäßen Katalysator kann
80 bis 100% der Fläche des
Kobaltoxids oder Nickeloxids durch das Palladium bedeckt sein.
Als Träger
kann ein Keramik- oder Metallträger
eingesetzt werden. Auf ihn
wird die Aufschlämmung durch Eintauchen aufgebracht.
Dieses Material weist eine Oberflächengröße
von mindestens etwa 20
und vorzugsweise 50 m²/g oder mehr auf.
Die Palladiumkomponente und gegebenenfalls die weiteren
Platingruppenmetallkomponenten liegen zweckmäßig in einer Gesamtkonzentration
von 0,2 bis 1 Gew.-%, bezogen auf den Katalysator, vor.
Die Menge an Kobaltoxid oder Nickeloxid und gegebenenfalls
an den weiteren Nichtmetalloxiden oder -aluminaten der
Gruppe VIII des Periodensystems der Elemente beträgt 0,3 bis
1 Gew.-%, bezogen auf den Katalysator.
Bei Verwendung eines bienenwabenartigen Trägers wird die
Konzentration zweckmäßigerweise mit Bezug auf das Volumen
des Katalysatorkörpers ausgedrückt.
Der Palladiumgehalt des erfindungsgemäßen Katalysators beträgt 1,1 bis 7,7 g/l.
Das Nichtedelmetalloxid
oder -aluminat wird vorzugsweise
in einer Konzentration von 30,5 bis
183,0 g/l, beispielsweise 97,6 g/l eingesetzt.
Die oben beschriebenen Träger
können geeigneterweise in Form eines Monolithen
eingesetzt werden.
Das Ozon oder ozonhaltige Gas kann durch ein oder eine Vielzahl
unterteilter Katalysatorbetten oder -monolithe geführt werden, die
innerhalb einer Reaktionszone in Serie angeordnet sind.
Hierfür sind 1 bis 6 oder mehr
getrennte Betten oder Bienenwabensegmente wünschenswert,
wobei die einzelnen Segmente durch
einen Abstand von 0,3175 cm bis 2,54 cm voneinander
getrennt sind. Solche Segmente können in ihrer Dicke
von 0,635 bis 30,48 cm variieren in
Abhängigkeit von der angewandten Raumgeschwindigkeit,
dem zulässigen Druckabfall, der Temperatur des
Eingabegases, der Ozonkonzentration und der
Form des Reaktors.
Die katalytische Zersetzung von Ozon kann mit dem erfindungsgemäßen
Katalysator
bei einem Druck von 50 bis 400 kPa, einer Einlaßtemperatur
unterhalb 260°C, vorzugsweise
10 bis 260°C,
und
einer Raumgeschwindigkeit von 300 000/h-1 bis 550 000/h-1
(gemessen bei 15,6°C und 100 kPa)
durchgeführt werden.
Zwei 3,81 cm dicke Dichroit-Bienenwaben-Monolith-Träger
mit einem Durchmesser von 10,16 cm
werden in 40%ige
Feststoffaufschlämmung von Al₂O₃ als Probe 1 und CoO+
Al₂O₃ (1 : 1, bezogen auf das Gewicht) als Probe 2 eingetaucht,
nachdem Herausnehmen, geschüttelt, zur Entfernung überschüssiger
Aufschlämmung luftbesprüht, während 2 h bei
93°C getrocknet, 4 h bei 482°C calciniert und danach gekühlt.
Beide Proben werden dann 5 min in eine Lösung
Natriumtetrachlorpallidatsalz (16,5 g/l Pd)
eingetaucht, nach dem Herausnehmen geschüttelt und zur Entfernung
überschüssiger Lösung luftbesprüht. Beide Proben werden
mit Reduktionsmittel fixiert, chloridfrei gewaschen und
dann 4 h bei 93°C getrocknet. Die gekühlten Proben werden
dann in Reaktoren
derart befestigt, daß deren Kanäle zur
Gasströmung parallel sind. Danach wird eine
1,5 ppm Ozon-Luft-Mischung
bei einer Einlaßtemperatur
von 121°C, einem Druck von 137,2 kPa
und einer Raumgeschwindigkeit von 400 000/h-1
(gemessen bei 15,6°C und 100 kPa) durch die Reaktoren geleitet.
Die Restkonzentrationen an Ozon werden durch Chemilumineszens
bestimmt und sind in nachstehender Tabelle I
aufgeführt.
Zwei Dichroit-Bienenwaben-Monolith-Träger des
gleichen Typs werden wie in Beispiel 1 beschichtet
und
auf gleiche Weise wie in Beispiel 1 in Reaktoren befestigt. Es wird
ein Luftstrom mit einem Gehalt
von 1,5 ppm Ozon bei einer Einlaßtemperatur von 121°C,
einem Druck von 245 kPa und einer Raumgeschwindigkeit
von 415 000/h-1 (gemessen bei 15,6°C und 100 kPa) hindurchgeleitet. Die restlichen Ozonkonzentrationen
werden, wie in Beispiel 1 bestimmt, jedoch über
einen Zeitraum von 50 h, um die Menge und das Verhältnis
der Katalysator-Entaktivierung zu messen. Die mit den Proben 3 und 4 erhaltenen Ergebnisse
sind in der folgenden Tabelle II aufgeführt.
Zwei im Handel erhältliche Dichroit-Bienenwaben-Monolith-Träger
werden
wie in Beispiel 1 beschichtet mit der Ausnahme, daß
Konzentration von 7,7 g/l Palladium sowie 3,8 g/l
angewandt würde. Bei der Prüfung der so erhaltenen Proben 5 und 6 betrug die Raumgeschwindigkeit 550 000 h-1
(gemessen bei 15,6°C und 100 kPa) über einen Temperaturbereich von 10 bis 149°C.
Die Ergebnisse nach 20stündigem Betrieb
sind in der folgenden Tabelle III zusammengestellt.
Vier Dichroit-Bienenwaben-Monolith-Träger werden
gemäß den Beispielen 1 und 2 beschichtet, in Reaktoren befestigt
und geprüft. Anstelle von Kobaltoxid
wurde Nickeloxid verwendet und Palladium in einer
Konzentration von 3,3 g/l aufgetragen. Die Ozonumwandlungsergebnisse
entsprechen denen in den Beispielen 1 und
2.
Vier Dichroit-Bienenwaben-Monolith-Träger werden
gemäß den Beispielen 1 und 2 beschichtet, in Reaktoren befestigt
und geprüft. Das Platingruppenmetall
bestand aus Palladium und Platin in einer Konzentration
von 50 : 50 (bezogen auf das Gewicht) in einer Gesamtkonzentration
von 7,7 g/l. Die Ergebnisse entsprechen
denen in den Beispielen 1 und 2.
Claims (2)
1. Katalysator, erhältlich durch Eintauchen eines Trägers
in eine Aluminiumoxid sowie Kobaltoxid oder Nickeloxid
enthaltende Aufschlämmung, anschließendes Trocknen und
Calcinieren, danach Eintauchen in eine Palladiumsalzlösung,
Fixieren mit einem Reduktionsmittel, Waschen und
abschließendes Trocknen, dadurch gekennzeichnet, daß der
Katalysator 1,1 bis 7,7 g/l Palladium in Verbindung mit
Kobaltoxid oder Nickeloxid in einem Gewichtsverhältnis von
1,0 : 0,5 bis 5,0 enthält.
2. Verwendung des Katalysators nach Anspruch 1 zur
katalytischen Zersetzung von Ozon.
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