DE3201334C2 - Hängeapparatur für Therapiezwecke - Google Patents
Hängeapparatur für TherapiezweckeInfo
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Abstract
Eine Hängeapparatur zur Entlastung des Blutkreislaufes und/oder der Rückenmuskulatur von Patienten weist eine um eine horizontale Achse (18) verschwenkbare Liege (10) auf. Die Liege (10) ist am einen Ende mit einer Stange (14) zum Einhängen der Füße des Patienten versehen, an ihrem zweiten Ende greift ein Seil (26) an, welches durch einen Elektromotor (30) auf eine Seiltrommel (28) aufwickelbar und von dieser abspulbar ist. Schwenkachse (18) der Liege und Einhängestange (14) sind so aufeinander abgestimmt, daß der Schwerpunkt (24) des Patienten über den ganzen Verstellbereich der Liege (10) hinweg zu ein und derselben Seite der Liegenschwenkachse liegt. Eine Überwachungseinheit (36) zeigt den jeweils eingestellten Neigungswinkel der Liege (10) und liefert ein Alarmsignal, wenn die sich aus der Behandlungsdauer und der Liegenneigung ergebende Gesamtbehandlungs-Kennzahl erreicht ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Hängeapparatur für Therapiezwecke,
mit einer um eine horizontale Achse an einem Rahmen verschwenkbaren Liege und mit einer
Bedienungseinheit zum Verstellen der Liegenneigung über einen Antrieb, wobei die Liege selbsttätig in die
Ausgangslage zurückkehren kann.
Zur Entlastung des Blutkreislaufes und/oder der Rükkenmuskulatur
wird zuweilen eine Hängetherapie verordnet. Bei dieser Therapie wird der Körper eines Patienten
für eine vorgegebene Zeit in einer von der horizontalen
Lage abweichenden Stellung gehalten, wobei insbesondere Stellungen von Interesse sind, in denen
der Kopf niederer als die Füße des Patienten liegt. Die hierzu bisher verwendeten Hängeapparaturen sind jedoch
schwierig zu bedienen. Insbesondere solche zur Verwendung durch Sportler gedachte müssen vom Liegenden
von Hand bedient werden, was nicht nur umständlich ist, sondern auch zusätzlichen Kraftaufwand
erforderlich macht Derartige Hängeapparaturen lassen sich auch nur in größeren Winkelstufen verstellen. Für
Personen, die sich selbst weniger gut helfen können, hat man mit dem DE-GM 19 80 841 eine Hängeapparatur
vorgeschlagen, bei der die Liegenplauform verschwenkbar gelagert ist und ihr Verschwenken aiit Hilfe
to eines Antriebsmoiors bewirkt wird, mit dem sie über
einen Zahnstangenbogen und ein mit diesem zusammenwirkendes Ritzel in Antriebsverbindung steht. Die
Betätigung erfolgt durch den Benutzer über einen Bedienungsschalthebel. Wenn der auf der Liegenplauform
is liegende Mensch den durchgezogenen Schalthebel losläßt,
wird die Liegenplattform vom Motor in die Ausgangslags zurückgeführt, die Apparatur wird dann ausgeschaltet.
Bei dieser bekannten Anordnung — die in erster Linie für medizinische Behandlungszwecke gedacht
ist — kann also die Verstellung nur nach Gutdünken erfolgen, eine Dosierung der Behandlung nach Dauer
und Winkel der Schrägstellung der Liegenplattform ist nicht möglich.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Hängeapparatur für Therapiezwecke der eingangs genannten Art zu
schaffen, bei der die Intensität der Behandlung in Abhängigkeit von Zeil ind Neigungswinkel bemessen und
die Behandlung selbsttätig abgebrochen werden kann.
Die obige Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zum Kontrollieren der Schwenkbewegung der Liege eine einen Zeitmesser enthaltende Steuereinheit für den Antrieb und eine mit diesem verbundene, einen Neigungsmesser enthaltende Überwachungseinheit vorgesehen sind, wobei durch die Ausgangssignale
Die obige Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zum Kontrollieren der Schwenkbewegung der Liege eine einen Zeitmesser enthaltende Steuereinheit für den Antrieb und eine mit diesem verbundene, einen Neigungsmesser enthaltende Überwachungseinheit vorgesehen sind, wobei durch die Ausgangssignale
der Steuereinheit und der Überwachungseinheit ein selbsttätiges Zurückbewegen der Liege in die waagrechte
Ausgangsstellung bewirkt wird.
Besondere Ausführungsarten der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 2 ist im Hinblick auf eine genaue Dosierung der Therapie
von Vorteil.
Die Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 3 ist deshalb besonders vorteilhaft, weil man mit geringem
mechanischem Aufwand große Winkel-Verstellbereiche realisieren kann.
Nachstehend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung
näher erläutert. In dieser Zeigt
5C Fig. 1 einen vertikalen Schnitt durch eine Hängeapparatur
gemäß der Erfindung mit stufenlos einstellbarer Neigung der Liege;
F i g. 2 eine grafische Darstellung des vom Verstellantrieb für die Liege aufzubringenden Drehmomentes in
Abhängigkeit von der Liegenneigung;
F i g. 3 ein Blockschaltbild einer Überwachungsschaltung
für die Hängeapparatur nach Fig. 1;
Fig.4 einen vertikalen Schnit» durch eine abgewandelte
Ausführungsform eines Ausführungsbeispieles der Erfindung; und
F i g. 5 eine grafische Darstellung des vom Antrieb für die Liege aufzubringenden Drehmomentes in Abhängigkeit
vom Neigungswinkel der Liege.
Fig. I zeigt eine Hängeapparatur mit einer Liege 10.
br> die am in der Zeichnung links gelegenen linde nach
oben ragende Träger 12 aufweist. Die Träger 12 haltern eine Stange 14. an der sich ein auf der Liege 10 liegender
Patient mit seinen Füßen einhängen kann.
32 Ol
Die Liege 10 ist über Arme 16 an zwei Stummelwellen 18 als Schwenkachse befestigt, die an Lagerböcken 20
eines Rahmens drehbar gelagert sind. Die Lagerböcke 20 sind durch eine Bodenplatte 22 des Rahmens fest
miteinander verbunden.
Die durch die Stummelwellen 18 gebildete Schwenkachse für die Liege 10 und der Abstand der Stange 14
von dieser Schwenkachse sind so bemessen, daß der Schwerpunkt 24 bei normal großen Patienten etwa die
aus der Zeichnung ersichtliche Lage hat Auf diese Weise ist sichergestellt, daß der Schwerpunkt 24 auch nach
dem Verstellen der Liege 10 in eine voll vertikale Stellung (vgl. gestrichelte Position) auf derselben Seite der
durch die Stummelwellen 18 gebildeten Schwenkachse liegt. Wie aus F i g. 2 ersichtlich ist, hat bei dieser Auslegung
der Hängeapparatur das durch das Gewicht des Patienten induzierte Rückstellrnoment immer das gleiche
Vorzeichen.
Am in F i g. 1 rechts gelegenen Ende der Liege 10 ist das freie Ende eines Seiles 26 eines Seilrollentriebes
befestigt, das auf eine Seiltrommel ?8 des Seilrollenantriebes aufgewickelt ist Letztere wird durch einen den
Antrieb bildenden Getriebe-Elektromotor jü angetrieben.
Man erkennt, daß das Seil 26 im gesamten Verstellbereich der Liege (beim hier betrachteten Ausführungsbeispiel
—15 Grad bis +90 Grad) stets auf Zug beansprucht ist
Zur Fernbedienung des den Antrieb bildenden Elektromotors 30 ist eine Bedienungseinheit 32 mit zwei
Köpfen für »Heben« und »Senken« der Liege 10 vorgesehen. Die Bedienungseinheit 32 ist über ein Kabel mit
einer Steuereinheit 34 verbunden, von der aus der Elektromotor 30 erregt wirtl. Ein weiteres Kabel führt von
der Steuereinheit 34 zu einer Überwachungseinheit 36, die auf der Liege 10 an einer Stelle angebracht ist, an der
ein in sie integrierter Neigungsmesser 38 und eine als digitales Anzeigefeld ausgebildete Anzeige 40 leicht abgelesen
werden können. Zur Einstellung einer Soll-Kennzahl für die Intensität der Behandlung ist die Überwachungseinheit
36 mit einem Einstellknopf 42 versehen, und an einer Betätigungsplatte 44 kann eine einem
Zeitmesser 54 bildenden elektronische Uhr der Steuereinheit 34 in Gang gesetzt werden.
Wie aus F i g. 3 ersichtlich ist, weist der Neigungsmesser 38 eine Zeigerscheibe 46 auf, die im Neigungsmessergehäuse
frei drehbar angeordnet ist und einen exzentrisch angeordneten Gewichtskörper 48 trägt.
Die Zeigerscheibe 46 ist mechanisch mit der Stellwelle eines Drehponientiometers 50 verbunden, dessen Gehäuse
drehfest mit dem Neigungsmessergehäuse verblinden ist. D;is Ausgangssignal des Potentiometers 50
wird auf einen der Eingänge eines Multiplizierkreises 52 gegeben. Dessen zweiler Eingang erhält das Ausgangssignal
der schon oben angesprochenen elektronischen Uhr 54. die als Zeitmesser verwendet wird.
An dem digitalen Anzeigenfeld 40 kann über einen Umschalter 56 wahlweise das Ausgangssignal des Zeitmessers
und das Ausgangssignal des Multiplizierkreises 52 dargestellt werden, der die beiden Ausgangssignale
zusammenfaßt. Letzteres ist direkt ein Maß für die aufintegrierte Intensität der Hängebehandlung.
Das Ausgangssignal des Multiplizierkreises 52 wird ferner auf einen Komparator 58 gegeben, der auf eine
Soll Behandlungs/.iffcr 60 voreingestellt ist und dessen /weiter Eingang zu diesem Zweck mit einem von einem hr>
Potentiometer bcicitgestellten Sollwertsignal beaufschlagt
ist. Das Potentiometer 60 ist mechanisch mit dem Hinslcllknopf 42 gekoppelt.
Das Ausgangssignal des Komparators 58 dient zum
einen zur Aktivierung einer Warneinrichtung 62, ausgebildet al? optische und/oder akustische Warneinheit
Außerdem wird dieses Signal der Steuereinheit 34 überstellt und bewirkt so ein automatisches Zurückbewegen
der Liege 10 in die horizontale Ausgangsstellung: Das Ausgangssignal des Komparators wird also zum Ansteuern
des Antriebs für die Liege in Richtung einer Rückkehr zur Normalstellung mit horizontal ausgerichteter
Liege verwendet
Man erkennt, daß die oben beschriebene HängeapparatuY auch von älteren oder ungeübten Patienten leicht
allein bedient werden kann.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 4 sind Apparateteile,
die vorstehend schon unter Bezugnahme auf F i g. 1 erläuterten Teilen entsprechen, mit den gleichen
Bezugszeichen versehen, an die jedoch ein Beistrich angehängt ist. Die Arme 16' laufen beim Ausführungsbeispiel
gemäß Fig.4 von der Unterseite der Liege 10' weg und rind auf einer durchgehenden Welle 18' gelagert.
Der Schwerpunkt 24' liegt r,-. .«1 bei horizontaler Liege 1Ö' schon über der durch die weiif Ϊ8'" vorgegebenen
Liegenschwenkachse, so daß das durch das Gewicht des Patienten ausgeübte Rückstellmoment innerhalb
des Verstellbereichs von 90 Grad sein Vorzeichen ändert
Zum Verstellen der Liege 10' ist ein doppelt wirkender hydraulischer Druckmittel-Arbeitszylinder 64 vorgesehen,
dessen Kolbenstange an der Liege 10' und dessen Gehäuse an der Bodenplatte 22' ungelenkt ist. Die
Arbeitsräume des Druckmittel-Arbeitszylinders 64 werden von einer kleinen Druckpumpe 66 her beaufschlagt,
deren Kolbenstange über einen an der Liege 10' gelagerten Betätigungshebel 68 bewegbar ist.
Man erkennt, daß die Hängeapparatur nach Fig.4 unabhängig von einer externen Energieversorgung arbeiten
kann.
Zum gleichen Zwecke kann man bei der Ausführungsform nach F i g. 1 die Seiltrommel 28 an der Liege
10 lagern und an der letzteren einen dem Hebel 68 vergleichbaren Betätigungshebel vorsehen, der über eine
Ratsche oder eine sonstige Einwegkupplung auf die Welle der Seiltrommel 28 arbeitet. Auch in diesem Falle
kann man ohne eine externe Energieversorgung auskommen. Zum Betreiben der Überwachungseinheit 36
reichen Batterien aus.
Man erkennt weiter, daß der Antrieb Antriebselemente enthalten kann, die nur in einer Richtung belastbar
sind.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Hängeapparatur für Therapiezwecke, mit einer um eine horizontale Achse an einem Rahmen verschwenkbaren
Liege und mit einer Bedienungseinheit zum Versteilen der Liegenneigung über einen
Antrieb, wobei die Liege selbsttätig in die Ausgangslage zurückkehren kann, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Kontrollieren der Schwenkbewegung der Liege (10,10') eine einen Zeitmesser
(54) enthaltende Steuereinheit (34) für den Antrieb (30) und eine mit diesem verbundene, einen Neigungsmesser
(38) enthaltende Überwachungseinheit (36) vorgesehen sind, wobei durch die Ausgangssignale
der Steuereinheit und der Überwachungseinheit ein selbsttätiges Zurückbewegen der Liege (10,
10') in die waagrechte Ausgangsstellung bewirkt wird.
2. Hängeapparatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichsit,
daß die Ausgangssignale des Neigungsmessers (38) und des Zeitmessers (54) von einem
Multiplizierkreis (52) zusammengefaßt werden, dessen Ausgangssignal zur Anzeige (40) gebracht
und auf einen Komparator (58) gegeben wird, der auf eine Soll-Behandlungsziffer (60) voreingestellt
ist und dessen Ausgangssignai zur Aktivierung einer Warneinrichtung (62) und zum Ansteuern des Antriebes
(30) für die Liege in Richtung einer Rückkehr zur Normalstellung mit horizontal ausgerichteter
Liege verwendet wird.
3. Hängeapparatur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß G-„r Antrieb einen Seilrollentrieb
(26,28) aufweist.
4. Hängeapparatur nach An ^ruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Antrieb einen Druckmittel-Arbeitszylinder (64) aufweist.
5. Hängeapparaturen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb Antriebselemente
enthält, die nur in einer Richtung belastbar sind.
6. Hängeapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dqß die Liege (10) an
einem Rahmen (20, 22) über Arme (16) gelagert ist. deren Länge so bemessen ist, daß bei belasteter Liege
(10) der Gesamtschwerpunkt von Last und Liege über den gesamten Verstell bereich hinweg ein
Drehmoment in ein und derselben Richtung bezüglich der Schwenkachse (18) erzeugt.
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| DE19823201334 DE3201334C2 (de) | 1982-01-18 | 1982-01-18 | Hängeapparatur für Therapiezwecke |
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19823201334 DE3201334C2 (de) | 1982-01-18 | 1982-01-18 | Hängeapparatur für Therapiezwecke |
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| DE3201334A1 DE3201334A1 (de) | 1983-07-28 |
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