DE3201423C2 - - Google Patents
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- H01M—PROCESSES OR MEANS, e.g. BATTERIES, FOR THE DIRECT CONVERSION OF CHEMICAL ENERGY INTO ELECTRICAL ENERGY
- H01M4/00—Electrodes
- H01M4/02—Electrodes composed of, or comprising, active material
- H01M4/06—Electrodes for primary cells
- H01M4/08—Processes of manufacture
- H01M4/12—Processes of manufacture of consumable metal or alloy electrodes
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
galvanischen Elementen mit negativen Alkali- oder Erdalkali
metallelektrode, die mit einer passivierenden Deckschicht
versehen ist.
Den hier in Betracht kommenden galvanischen Elementen liegen
elektrochemische Systeme zugrunde, die wegen des stark elek
tropositiven Charakters ihres Anodenmaterials ausschließlich
nichtwäßrige Elektrolyte aufweisen. Als solche kommen sowohl
Lösungen von Salzen in organischen Lösungsmitteln als
auch Festkörperelektrolyte der verschiedensten Arten in Frage.
Die besonderen Vorteile der Elemente mit Alkalimetallelek
troden hinsichtlich ihrer Energiedichte und ihres geringen
spezifischen Gewichts sind hinlänglich bekannt. Ihre Her
stellung ist jedoch nach wie vor mit Problemen behaftet, die
ihre Ursache in der hohen Reaktivität der Alkalimetalle
haben.
So ist eine Verarbeitung der Alkalimetalle nur unter Schutz
gasatmosphäre oder wie z. B. bei Li in getrockneter Luft
(rel. Luftfeuchte unter 0,1%) möglich. Dies ist chemisch
dadurch bedingt, daß sich in Gegenwart von H₂O, O₂, N₂,
CO₂ usw. die entsprechenden Hydroxide, z. B. LiOH, NaOH,
KOH oder Oxide, z. B. Li₂O, Na₂O oder Nitride, z. B. Li₃N oder
Karbonate, z. B. Li₂CO₃ bilden. Diese oberflächliche Passi
vierungsreaktion ist ähnlich wie z. B. bei Al-Metall die Ur
sache für eine Handhabbarkeit des Metalls in Luft.
Eine weitere Konsequenz der hohen Reaktivität der Alkali
metalle ist die Passivierungsreaktion in Kontakt mit dem
Elektrolyten. Diese Reaktion ist weitgehend beschrieben
(vgl. U. von Alpen, M. F. Bell und F. J. Kruger in Materials
for Advanced Batteries, ed. by D. W. Murphy, J. Broadhead
and B. C. H. Steele, Plenum Publishing Corp., 227 West,
17th Street, New York, NY 10011, Seite 266). So beruht
bei Verwendung des bekannten Elektrolyten LiClO₄ in einer
Mischung aus Propylencarbonat und Dimethoxiäthan die Reak
tion auf der Bildung von polymeren Schichten mit einge
lagerten Kristallen aus Li₂CO₃. Diese Passivierungsreaktion
ist für die Zelleigenschaften sehr nachteilig, da
diese Schicht nichtleitend ist und damit den Innenwiederstand
der Zelle erhöht. Dies kann wie z. B. an Li/SOCl₂-
Zellen zu einem ausgeprägten Spannungssack beim Entladen
der Zellen führen, bis die Passivierungsschicht elektro
chemisch unter Stromfluß aufgelöst wird.
Ein Problem für sich stellt schließlich die Bearbeitung
von Alkalimetallfolien dar, weil diese Materialien sehr
weich sind und sehr leicht mit Werkzeugen verkleben und
dieselben verschmieren. Dies fällt besonders ins Gewicht,
da das Metall zu Folien gewalzt werden muß. Als Abhilfe
ist in der US-PS 37 21 113 bereits vorgeschlagen worden,
daß das Lithiummetall zwischen polymeren Folien, die sich
chemisch indifferent verhalten, gewalzt wird. Eine andere
Maßnahme entsprechend der DE-OS 30 47 345 sieht dagegen
vor, die Oberfläche der reaktiven Elektrode mit partikel
förmigem Material wie z. B. Talkum, Zinkoxid, Aluminium
oxid oder Calciumoxid zu überziehen, das auf Grund seiner
chemischen und elektrochemischen Inertheit das Ansammeln
statischer Elektrizität und das Aneinanderkleben der Elek
troden während des Transports verhindern soll.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Alkali- oder Erd
alkalimetallelektroden auf möglichst einfache Weise mit
einer Schutzschicht zu versehen, die sowohl während der
Zellenmontage ein problemloses Handhaben der Elektroden
erlaubt als auch im Elektrolyten eine vorzeitige Selbst
entladung verhindert, bei Stromschluß jedoch die sofortige
Aufhebung des Passivzustandes nicht behindert.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das
Elektrodenmetall vor dem Einbau mit der Lösung einer n-
Butylverbindung des gleichen Metalls in einem niedrig
siedenden Kohlenwasserstoff benetzt und das Lösungsmittel
anschließend in wasserfreier Atmosphäre abgedampft wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist mit besonderem Vorteil
auf negative Elektroden aus der Reihe Li, Na, K und Ca
anwendbar. Die Beschichtung mittels einer Tränklösung, in
welcher das zur Deckschichtbildung beitragende Adsorbens
molekulardispers gelöst ist, gewährleistet einen homogenen
lückenlosen Überzug, bei dem ein lokaler Angriff wie bei
spielsweise bei einer Pulverbeschichtung vermieden wird.
Als Lösungsmittel für die n-Butylverbindung sind niedrig
siedende n-Kohlenwasserstoffe C₅ bis C₈ geeignet, deren
Siedepunkte zwischen 30°C und 130°C liegen. Vorzugsweise
wird n-Hexan eingesetzt. Durch die hohe Reaktivität der
beim Verdampfen des Lösungsmittels hinterlassenen Butyl
verbindung wird nach der Tränkung eine nur wenige Mole
küllagen dicke Passivierungsschicht aus Alkalimetall
oxiden bzw. -hydroxiden gebildet. Die Schichtbildung wird
durch den Tränkungsprozeß, die Verdampfungsrate des organi
schen Lösungsmittels und die Umgebungsatmosphäre beein
flußt. Letzteres sollte zumindest frei von Wasserdampf sein.
Es hat sich jedoch als vorteilhaft erwiesen, wenn der ge
samte Prozeß in einer Inertgasatmosphäre, beispielsweise
unter Argon, durchgeführt wird, wobei die relativen Volumen
anteile von O₂ und H₂O unter 10 ppm liegen. Der unver
meidliche Restgehalt an O₂ und H₂O ist ausreichend, eine
definierte Passivierungsschicht in einer Zeit von wenigen
Minuten nach der Tränkung zu bilden. Der Prozeß ist jedoch
auch in getrockneter Luft (rel. O₂-Volumenanteil <0,1%)
durchführbar. Die Alkalimetalloxid-Bildung kann dann durch
einen höheren Lösungsmittelanteil gesteuert werden. Ein
erfindungsgemäßer Vorteil des Verfahrens ist es außerdem,
daß dieses Verfahren mit einem Reinigungsprozeß kombinierbar
ist, durch den z. B. nach langer Lagerung stark verun
reinigte Alkalimetallfolien durch Tauchen in polaren,
organischen Lösungsmitteln wie z. B. Butanol, Propylen
carbonat oder Dimethoxiäthan vorgereinigt werden. Durch
die gute Löslichkeit von Alkalimetallverbindungen in solchen
organischen Lösungsmitteln findet ein Reinigungseffekt der
Metalloberfläche beim Tränken statt, auf die durch anschlie
ßende Imprägnierung eine feinstverteilte Butyl-Alkalime
tallschicht, die sich mit restlichem Luftsauerstoff und
Wasser passiviert, aufgebracht wird.
Beide Verfahren, Imprägnieren und Reinigen, sind hierbei
getrennt oder kombiniert anwendbar.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens be
steht darin, daß die Passivierungsschicht aus Materialien
wie den Alkalimetalloxiden bzw. -hydroxiden besteht, die
eine merkliche Ionenleitung aufweisen und damit eine
Separatorwirkung und niedrigen Innenwiderstand miteinander
verbinden. Die im einleitenden Teil aufgeführte
Passivierung des Alkalimetalls in der Zelle in Kontakt mit
dem Elektrolyten wird hiermit zumindest am Anfang der Ent
ladung gehemmt oder ganz verhindert, so daß die Innenwider
stände der Zellen zumindest im Frischzustand gegenüber nicht
imprägnierten Metallfolien erniedrigt sind.
Nach Hochtemperaturlagerung (60°C) oder nach Feuchtlagerung
(45°C, 90% rel. Luftfeuchtigkeit) weisen die Zelldaten wie
Zellwiderstand und Kapazität verbesserte Werte auf, da die
Passivierungsschicht eine Reaktion des durch die Dichtung
hindurchtretenden Wassers mit dem Alkalimetall zumindestens
anfänglich verhindert.
Schließlich verhindert die erfindungsgemäß gebildete Schutz
schicht neben einem Ladungsaufbau bei Berührung mit Metallen
ein Verkleben der Alkalimetallfolien untereinander oder auch
mit den Hilfswerkzeugen wie z. B. Stanzen und Pressen. Die
Handhabbarkeit derart behandelter Lithiumfolien bei der Ver
arbeitung zu neg. Bauteilen von Batterien, d. h. beim Aus
stanzen von Ronden und Einpressen derselben in Edelstahl-
Becher ist deutlich verbessert; die Standzeit der verwandten
Werkzeuge läßt sich dadurch etwa verdoppeln.
Die günstige Beeinflussung des elektrischen Verhaltens von
Alkali- und Erdalkalimetallelektroden durch das erfindungs
gemäße Verfahren zeigt ein Experiment, welches mit Lithium
folien (0,73 mm dick, 40 mm breit, 10-20 cm lang) durchge
führt wurde:
Die Lithiummetallfolien von 99,9% Reinheit wurden als ganzes
in eine 2 molare Lösung von n-Butyllithium (C₄H₆Li) in n-
Hexan eingetaucht und in einer mit Argon gefüllten Hand
schuhbox etwa 5 Minuten zum Trocknen gelagert. Nach Lagerung
hatte sich ein mattglänzender Belag auf der Lithiumfolie ge
bildet, der nach Verdampfen des Lösungsmittels n-Hexan im
wesentlichen aus n-Butyllithium mit bestimmten Anteilen von
Li₂O und LiOH aus der Reaktion von n-Butyllithium mit dem
Restsauerstoff und der Restfeuchte besteht. Die so herge
stellten Metallfolien sind stapelbar, ohne daß eine Ver
klebung stattfindet. Es wurde außerdem beobachtet, daß das
Verschmieren der Stanz- und Preßwerkzeuge wesentlich ge
ringer ist als bei unimprägnierten Folien, die Standzeit
der Werkzeuge ist etwa verdoppelt gegenüber der Verwendung
nichtimprägnierter Metallbänder. Außerdem ist die Lager
fähigkeit imprägnierter Metallbänder gegenüber nicht be
handelten Bändern wesentlich, je nach Sauerstoff- bzw.
Feuchtegehalt der Argon-Box etwa auf das Zweifache, erhöht.
Tabelle 1 zeigt die elektrischen Werte von Li/Bi₂O₃-Zellen
mit den Abmessungen ⌀=9,5 mm und h=2,6 mm, die bei gleicher
Fertigungsbehandlung zu einem Teil mit Elektroden aus
einem imprägnierten Li-Metallband, zum anderen Teil mit
Elektroden aus einem unbehandelten Li-Metallband bestückt
waren.
Aus der Tabelle ist zu entnehmen, daß durch das erfindungs
gemäße Passivierungsverfahren U o nicht nennenswert beein
flußt wird, U B wegen des geringeren R i erhöht wird, die
Anfangskapazität etwas (ca. 5%) und das Lagerverhalten
wesentlich verbessert wird.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von galvanischen Elementen mit
negativen Alkali- oder Erdalkalimetallelektrode, die
mit einer passivierenden Deckschicht versehen ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Elektrodenmetall vor
dem Einbau mit der Lösung einer n-Butylverbindung des
gleichen Metalls in einem niedrig siedenden Kohlen
wasserstoff benetzt und das Lösungsmittel anschließend
in wasserfreier Atmosphäre abgedampft wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Elektrodenmetall aus der Reihe Li, Na, K, Ca aus
gewählt ist.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der niedrig siedende Kohlenwasserstoff
Hexan ist.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die wasserfreie Atmosphäre einer Inert
gasatmosphäre ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Elektrodenmetall vor der
Tränkung in ein polares organisches Lösungsmittel ein
getaucht wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das polare organische Lösungsmittel Butanol, Dimethoxi
äthan oder Propylencarbonat ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19823201423 DE3201423A1 (de) | 1982-01-19 | 1982-01-19 | Verfahren zur herstellung von galvanischen elementenmit negativer alkali- oder erdalkalimetallelektrode,die mit einer passivierenden deckschicht versehen ist |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19823201423 DE3201423A1 (de) | 1982-01-19 | 1982-01-19 | Verfahren zur herstellung von galvanischen elementenmit negativer alkali- oder erdalkalimetallelektrode,die mit einer passivierenden deckschicht versehen ist |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3201423A1 DE3201423A1 (de) | 1983-09-08 |
| DE3201423C2 true DE3201423C2 (de) | 1989-03-09 |
Family
ID=6153347
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19823201423 Granted DE3201423A1 (de) | 1982-01-19 | 1982-01-19 | Verfahren zur herstellung von galvanischen elementenmit negativer alkali- oder erdalkalimetallelektrode,die mit einer passivierenden deckschicht versehen ist |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3201423A1 (de) |
Families Citing this family (1)
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| US4184017A (en) * | 1979-01-24 | 1980-01-15 | P. R. Mallory & Co. Inc. | Polyvalent metal anode containing cells |
| US4315976A (en) * | 1979-12-21 | 1982-02-16 | Union Carbide Corporation | Coated active anodes |
-
1982
- 1982-01-19 DE DE19823201423 patent/DE3201423A1/de active Granted
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3201423A1 (de) | 1983-09-08 |
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