DE320428C - Verfahren zum Bestimmen des Augenblickes, in welchem beim Erhitzen eines Metalles zum Zwecke des Haertens, Raffinierens oder Anlassens die Erwaermung abzubrechen ist - Google Patents

Verfahren zum Bestimmen des Augenblickes, in welchem beim Erhitzen eines Metalles zum Zwecke des Haertens, Raffinierens oder Anlassens die Erwaermung abzubrechen ist

Info

Publication number
DE320428C
DE320428C DE1916320428D DE320428DD DE320428C DE 320428 C DE320428 C DE 320428C DE 1916320428 D DE1916320428 D DE 1916320428D DE 320428D D DE320428D D DE 320428DD DE 320428 C DE320428 C DE 320428C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
steel
temperature
metal
curve
sudden
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1916320428D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Leeds and Northrup Co
Original Assignee
Leeds and Northrup Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Leeds and Northrup Co filed Critical Leeds and Northrup Co
Application granted granted Critical
Publication of DE320428C publication Critical patent/DE320428C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21DMODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
    • C21D11/00Process control or regulation for heat treatments

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Thermal Sciences (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Control Of Heat Treatment Processes (AREA)

Description

  • Verfahren zum Bestimmen des Augenblickes, in welchem beim Erhitzen eines Metalles zum Zwecke des Härtens, Raffinierens oder Anlassens die Erwärmung abzubrechen ist. Die Erfindung betrifft die Behandlung von Metallen und Legierungen, insbesondere Stahl, durch Wärme bzw. die Bestimmung gewisser Eigenschaften dieser Stoffe bei solcher Behandlung. Beispielsweise handelt es sich um Härten, Raffinieren, Ausglühen oder die Entfaltung ähnlicher physikalischer und chemischer Eigenschaften.
  • Die Erfindung besteht in einem verbesserten Verfahren für derartige Prozesse, durch das ein sicheres und gleichmäßiges Ergebnis erzielt wird. Bei dem neuen Verfahren ist es nicht nötig, die Temperatur des behandelten Stoffes oder des ihn umgebenden Mittels oder seiner Oberfläche zu kennen, sowie Vorversuche mit Materialproben zu machen.
  • Das neue Verfahren beruht auf der Ausnutzung einer gleichzeitig im behandelten Metall und in seiner Umgebung auftretenden Änderung der Geschwindigkeit des Ansteigens der Temperatur, ohne Bestimmung der wirklichen Temperatur des Metalles oder seiner Umgebung. Vielmehr wird die genannte Änderung mittels irgendeiner Wärmemeßvorrichtung festgestellt. Das Verfahren ist ebenfalls unabhängig von dem Verhältnis der Temperatur des behandelten Stoffes zur Temperatur seiner Umgebung. Die Erfindung wird im folgenden in einer Ausführungsform an Hand der Zeichnungen beschrieben werden.
  • In Fig. x sind für einen bestimmten Stoff die Temperaturschwankungen in Funktion der Zeit dargestellt. Diese Kurven zeigen die wissenschaftliche. Grundlage des neuen Verfahrens.
  • Fig. s zeigt die Temperaturen in ihrer örtlichen Verschiedenheit außerhalb und innerhalb des behandelten Stoffes.
  • Fig.3 gibt eine Kurve der Temperaturen in Funktion der Zeit, bei der gegenüber Fig. x die Stärke der Erhitzung verringert ist.
  • Fig. q stellt schematisch eine Einrichtung zur Bestimmung der Kurven nach Fig. I dar. Ein Teil dieser Einrichtung kann zur Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung benutzt werden.
  • Fig. 5 zeigt einen Querschnitt durch eine Feuerung, in der sich ein zu behandelnder Block befindet, mit Wärmemeßvorrichtungen in verschiedener Lage zur Wand der Feuerung bzw. zum. Arbeitsgut.
  • Bisher - war es bei Behandlung von Stahl durch Wärme, z. B. beim Härten, üblich, den Stahl bis zudem Haltepunkt der Temperatarkurve oder darüber hinaus zu erhitzen, indem man die Temperatur des den Stahl umgebenden Mediums bis zu einem bestimmten-Punkte trieb, uns dann den Stahl in Wasser, einer Salzlösung oder einem agderen Kühlmittel abzuschrecken. Die Härte würde dann in irgendeiner bekannten Weise dem Verwendungszweck des Stahles entsprechend abgestimmt.
  • Bei dem alten Verfahren ist es üblich, die Temperatur zu bestimmen, auf die der Stahl gebracht werden muß, um sicher zu stellen, daß der Haltepunkt erreicht oder überschritten wird. Diese Temperatur wurde durch Versuche mit einer oder mehreren kleinen Proben des zu behandelnden Stahles bestimmt. Dann wurde die zu behandelnde Stahlmasse in einen Ofen gebracht und erhitzt, bis ein Pyrometer, das in der Nähe des Stahles oder in Berührung mit dem Stahl angeordnet war, die an Proben bestimmte, erwünschte Temperatur anzeigte. Der Ofen wurde dann unter Einhaltung dieser Temperatur eine gewisse Zeit lang weiter geheizt, je nachdem eine größere oder geringere Masse Stahl behandelt wurde. Diese Zeit des Nachheizens wurde die Durchweichungszeit (soaking period) genannt. Sie wurde für nötig erachtet, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
  • Die geschilderte Art, Stahl in der Wärme zu behandeln, ist falsch in mehrfacher Hinsiht, und die hierbei erzielten Ergebnisse sind- so verschieden und unsicher, daß es selbst einem erfahrenen Fachmanne schwer fiel, gleichmäßige Stahlsorten zu erzielen.
  • Einige der Fehlerquellen des bekannten Verfahrens sind folgende x. Die Probe für den Vorversuch braucht nicht genau dieselbe Zusammensetzung und Eigenschaften zu haben, wie die Hauptmasse des Stahles.
  • 2. Der Haltepunkt der Probe kann falsch bestimmt oder durch unsachgemäßes oder zu langes Erhitzen verändert sein.
  • 3. Das benutzte Pyrometer kann falsch sein. 4. Das im Ofen befindliche Pyrometer zeigt günstigstenfalls seine eigene Temperatur an, die von der des Stahles verschieden sein kann und auch gewöhnlich ist.
  • 5: Die Art der Erhitzung des Stahles kann durch die Pyrometerablesungen nicht bestimmt werden, ist- aber, wie gezeigt werden wird, wichtig.
  • Fig. 2 zeigt, daß fast mit Sicherheit das Pyrometer- bei seiner gebräuchlichen Verwendungsart eine höhere Temperatur annimmt als der Stahl. Bei einer Gasfeuerung steigt die Temperatur des Pyrometers unter der Einwirkung der heißen Gase schneller als die des Stahles. Bei einer elektrischen Feuerung, bei der die Wärme durch einen Widerstand aus - Draht öder anderem Material erzeugt wird, besteht der gleiche Übelsta nd, wenn auch in geringerem Grade, es müßte denn sein, daß so langsam erhitzt wird, daß sich der Stahl ebenso schnell erwärmt wie der Ofen.
  • In Fig. 2 entspricht der Punkt g der Temperatur einer Stelle außerhalb des Arbeitsgutes. Punkt h gibt die Temperatur einer Stelle auf der Oberfläche des Arbeitsgutes.: wieder und Punkt i die Temperatur einer Stelle mitten im Arbeitsgut. Fig. 2 zeigt also, daß zwischen einer Stelle außerhalb des Arbeitsgutes und seiner Oberfläche ein starker Temperaturabfall vorhanden ist, während im Innern des Gutes der Temperaturabfall sehr klein, im wesentlichen gleich Null ist.
  • Bei Temperaturbestimmungen in einer Stahl= masse von Sog mm Durchmesser und 6xo mm Länge an verschiedenen Stellen im Innern der Masse und außerhalb derselben nahe ihrer Oberfläche wurde gefunden, daß eine große Temperaturdifferenz zwischen allen Punkten im Innern einerseits und außerhalb, aber in der Nähe der Masse andererseits besteht, während zwischen den Punkten im Innern untereinander stets nur eine kleine Temperaturdifferenz vorhanden war, und zwar fiel die Temperatur ganz wenig von der Außenseite nach dem Innern der Masse zu. Mit andern Worten, entsprechend dem geringen Widerstand des Stahles gegen die Strömung der Wärme findet ein geringer Temperaturfall von der Oberfläche, wo die Wärme aufgenommenwird, nach dem Innern zu statt. Natürlich fällt auch diese kleine Verringerung der Temperatur fort, wenn der Stahl die Temperatur seiner Umgebung angenommen hat.
  • Ferner, wenn ein Metallblock aus seiner Umgebung Wärme aufnimmt und infolgedessen seine Temperatur steigt, so zeigt sich ein sehr großer Temperaturabfall in dem -Teile des umgebenden Mittels, das sich in nächster Umgebung des Blockes befindet. Infolgedessen empfängt ein Thermoelement oder ähnliches Pyrometer in der Nähe der erhitzten Masse einen Teil seiner Wärme durch Strahlung von den erhitzten Wänden der Feuerung und einen Teil durch Leitung von dem umgebenden gasförmigen- Mittel. Daher zeigt ein solches Pyrometer die Temperatur der erhitzten Masse nicht genau an.
  • Aus dem gleichen Grunde wird ein Pyrometei eine Anzeige geben, die mehr von der Temperatur der umgebenden heißen Gase als von der des Metalles selbst abhängt.
  • Verschiedene Versuche sind gemacht .worden gestützt auf die Feststellung, daß in dem erhitzten Metallkörper nur sehr geringe Temperaturdifferenzen vorhanden sind. Bei derartigen Versuchen ging der -Erfinder nach Fig- ¢ vor: In dieser -bezeichnet F den elektrisch oder rnit -Brennstoff geheizten Ofen im Schnitt und S die Stahlmasse. - In verschiedenen Entfernungen von der Oberfläche s wurden in der Masse S mehrere Thermoelemente T1, T2 angebracht, von denen nur zwei dargestellt sind, obgleich eine größere Zahl von ihnen gleichzeitig benutzt wurde; ohne daß sich jedoch ein Unterschied im Resultat ergab. In der Atmosphäre der heißen Gase wurde dicht an der Oberfläche s der Masse S oder gerade in Berührung mit ihr ein Thermoelement T3 angeordnet.
  • Mit den Thermoelementen waren die Anzeigewerke R1, R2 und R3 verbunden. Diese verzeichneten mit Hilfe ihrer Schreibstifte I, z,3 auf Papierblättern, wie ein solches in Fig. x dargestellt ist, fortlaufende Kurven, die in bekannter Weise die Temperaturen in Funktion der Zeit darstellten. Jedes Anzeigewerk wurde mit seinem Thermoelement vor dem Versuch sorgfältig geeicht, so daß die aufgezeichneten Kurven die wirklichen Temperaturen der zugehörigen Thermoelemente angaben.
  • Betrachtet man Fig. x, in der zwei Kurven aus zwei Anzeigewerken nach Fig. 4 dargestellt sind, so erkennt man, daß die Kurve A, die die Temperaturschwankungen des Thermoelementes T3 angibt, erheblich verschieden ist von derjenigen Kurve B, die die Anzeigen der Thermoelemente T1 und T2 wiedergibt. Die Anzeigen der beiden letzteren sind nahezu identisch, so daß sie als eine einzige Kurve B dargestellt werden können, zumal sie bei dem gewählten Maßstab für die Temperaturen kaum zu unterscheiden wären.
  • Die Kurve A ist die Zeittemperaturkurve des Anzeigewerkes R3 bzw. des Thermoelementes T3, das in Berührung mit der Oberfläche s der Stahlmasse oder in ihrer unmittelbaren Nähe liegt. Die Ordinaten parallel zur Achse 0, Y stellen die Temperaturen dar, während die Abszissen parallel zur Achse 0, X die Zeit wiedergeben. Vom Punkte a bis zum Punkte b der Kurve A nahm die Stahlmusse S Wärme auf, so daß ihre Temperatur stieg. Vom Punkte b bis zum Punkte c der Kurve kühlte die Masse ab und strahlte Wärme aus.
  • Gleichzeitig mit dem Aufnehmen der Kurve A durch das Anzeigewerk Ra schreiben die Anzeigewerke R1 und R2 Kurven auf, die bei ihrem geringen Abstande voneinander durch die Kurve B der Fig. x dargestellt sind. Dieses Zusammenfallen der Kurven -der Thermoelemente T1 und T2 zeigt, daß, obgleich die Stahlmasse eine erheblich von der Temperatur ihrer Umgebung abweichende Temperatur hatte, die einzelnen Stellen der Masse selbst in ihrer Temperatur voneinander nur gering abweichen, Daß überhaupt solche Temperaturunterschiede auftreten, hängt von der Wärmeleitfähigkeit "der- Stahlmasse ab und ergibt sich aus dem Fluß der , Wärme von der Oberfläche der Masse nach innen während der Erhitzung und nach außen während der Abkühlung.
  • Vom Punkte d bis zum Punkte e der Kurve B stieg die Temperatur nach der Kurve B innerhalb der Stahlmasse, während sie vom Punkte e bis zum Punkte f fiel.
  • Abgesehen davon, daß die Tatsache gezeigt wird, daß in dem behandelten Block die Temperatur praktisch gleichförmig ist, erkennt man ferner, daß ein verhältnismäßig erheblicher Unterschied in der Temperatur eines Thermoelementes innerhalb der Metallmasse und außerhalb derselben besteht, sogar wenn letzteres sich in Berührung mit der Oberfläche des Stahlblockes befindet. Selbstverständlich hängt die Größe dieser Temperaturunterschiede zwischen den Kurven A und B in irgendeinem Augenblick von der Art der Feuerung und der gewählten Heizweise ab. Wenn so langsam gefeuert wird, daß niemals ein großer Unterschied zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der der Stahlmasse besteht; so ist auch der Abstand beider Kurvenverhältnismäßig klein. ,Diese Bedingung kann annähernd durch .einen elektrische Widerstandsofen erreicht werden. Es ist jedoch schwierig, sie mit einer Gasfeuerung zu verwirklichen. Infolgedessen ist es nicht ungewöhnlich, daß man einen merkbaren Unterschied zwischen den Anzeigen eines Temperaturmeßgerätes außerhalb der Stahlmasse und eines solchen in der Stahlnasse findet.
  • Aus dem Gesagten ergibt sich ein Grund für das übliche Verfahren der Durchweichung. Hält man - die Temperatur des Ofens auf der gewünschten Höhe bereit für eine genügend große Zeit, so erreicht die Stahlmasse ebenfalls diese Temperatur. Aber da die Stahlmasse hinter der Feuerung in der Temperatur um einen Betrag zurückbleibt, der von verschiedenen Bedingungen, z. B. der Art der Feuerung, abhängt, so ist es natürlich, daß die Masse nicht bis auf die gleiche Temperatur gebracht werden kann, wie ein außer- . halb derselben angeordnetes Meßinstrument, wenn nicht eine sehr erhebliche Spanne Zeit zur Verfügung steht, theoretisch eine unendlich lange Zeit. Daher hat man, um das Erreichen der gewünschten Temperatur zu sichern und ein Überschreiten dieser Temperatur auszuschließen, den Ofen solange auf der gewünschten Endtemperatur erhalten, als erfahrungsmäßig nötig war. Es war nur eine logische Schlußfolgerung, daß der Stahl die gewünschte Temperatur erreichte, die zum Teil darauf beruhte, daß man die Natur des erzeugten Produktes aufzeichnete, zum Teil ; auf der Kenntnis, daß der Stahl unter Umständen die Temperatur "des . umgebenden Mittels erreicht, wenn dieses Mittel lange genug auf gleicher Temperatur erhaltest wird. Es können mehrere Stunden für einen Stahlblock erforderlich sein, damit er die Temperatur des Ofens annimmt, und diese Zeit wird ferner durch die Art und Stärke der Heizung und die Masse und Gestalt des Stahlblockes beeinflußt. Daher ist es lar, daß ein großes Maß von Erfahrung erforderlich ist, wenn man versucht, die Temperatur einer erhitzten Metallmasse zu beurteilen.
  • Aber selbst, wenn der Durchweichungsprozeß vollständig durchgeführt wird, so erhält span nicht die besten Ergebnisse, da, abgesehen von dem Zeitverlust und der Energieverschwendung, solches langes Erhitzen des Stahles diesem nicht förderlich ist, weil dabei einige wichtige Eigenschaften des Stahles. verloren gehen. Es liegt auf der Hand, daß diese fange Erwärmungszeit zum Ausgleich des Temperaturunterschiedes des Meßinstrumentes und des Stahlblockes ein sehr zeitraubendes Verfahren ist. Denn wenn sich die Temperatur des Blockes der des Ofens nähert, so ist der Temperaturausgleich notwendigerweise sehr langsam.
  • Ein sehr wichtiger Punkt, der bei den Kurven der Fig. z zum Ausdruck kommt, und worauf das Verfahren nach der Erfindung im wesentlichen beruht, besteht in der Tatsache, daß, obgleich die Kurve A, die die Temperatur des den Stahlblock umgebenden Mittels anzeigt, stets während des Steigens der Temperatur höher liegt als die Kurve B, die die Temperatur des Stahlblockes anzeigt, die Kurve A gewisse Knicke zeigt (bei j, k, q, r), die zeitlich mit den bekannten Knickert in der Temperaturkurve B des erhitzten Blockes zusammenfallen.
  • Es wurde festgestellt (vgl. Fig. I), daß das Erreichen oder Überschreiten der Umkristallisierungszone unabhängig von der tatsächlichen Temperatur außerhalb der Stahlmasse ist und daß die Stahlmasse tatsächlich durch die Umkristallisierungszone bzw. den Haltepunkt bei wesentlich niedrigerer Temperatur geht, als außerhalb der Stahlmasse gleichzeitig herrscht, während der Stahl über ein vorher bestimmtes Mindestmaß hinaus erhitzt wird.
  • Ein Blick auf die Kurve A zeigt, daß, obgleich die Temperatur, die durch diese Kurve wiedergegeben wird, nicht diejenige des behandelten Stahlblockes ist, sich dennoch auch bei dieser Kurve Knicke zeigen, die ähnlich denen der Kurve für den Stahlblock sind, und ferner, daß diese Knicke auf der Kurve A zwar bei höheren Temperaturen als bei der Kurve B liegen, aber doch gleichzeitig mit diesen Knicken eintreten. Diese sehr wichtige Tatsache ergibt, daß die Wärmemeßvorrichtung zum Verzeichnen der Kurve A zwar nicht dazu benutzt werden kann, die Tempoeratur des Stahlblockes anzugeben, wohl aber dazu, die Zeit zu bestimmen, wann das Umkristallisierungsstadium eintritt oder überschritten ist. Dieses aber ist gerade das, was bei Behandlung von Stahl in der Wärme erwünscht ist. Es ist nicht erforderlich, die wahre Temperatur zu kennen, aber es ist notwendig, zu wissen, wann der Stahl über den Haltepunkt hinaus erhitzt ist. Die Kurve A spiegelt sozusagen die Temperaturvorgänge im Stahl, die die Kurve B darstellt, wieder, und infolgedessen ist es nicht erforderlich, die Form der Kurve B festzustellen, sondern nur die der Kurve A. Es ist klar, daß es nicht nötig ist, da die Kurve A nicht die wirklichen Temperaturen des Stahles anzeigt, das Wärmemeßinstrument zurrt Verzeichnen der Kurve A genau zu eichen.
  • Eine angenäherte Eichung kann sich jedoch in manchen Fällen als nützlich erweisen. Angenommen z. B., die Erfahrung habe gezeigt, daß der zu verarbeitende Stahl das beste Erzeugnis liefert, wenn der Punkt # um Ioo° überschritten wird, so . würde man solange erhitzen, bis das Registrierwerk für die Kurve A um Ioo° über Punkt k hinausgestiegen. ist und kann voraussetzen, daß dann auch der Stahl um etwa Ioo° über Punkt P hinaus erhitzt worden ist. Das entscheidende Anzeigewerk kann hierbei ohne Gefahr um beispielsweise 5o° zu hohe oder niedrigere Angaben liefern. Dies hindert jedoch nicht, daß der Abstand von ioo ° zwischen dem Punkt k und einem Punkte it genügend genau bestimmt wird.
  • Der Grund für das Auftreten der Knickei und k in der Kurve A, die gleichzeitig mit den Knicken o und P in der Kurve B erscheinen, liegt darin, daß das gleichförmige Ansteigen des Anzeigewerkes für Kurve A durch den plötzlichen Wechsel im Anstieg der Temperatur der Stahlmasse gestört wird, wenn die Umkristallisierungszone passiert wird. Wenn der Stahl aufhört, sich im anfänglichen Grade zu erhitzen, so entzieht er seiner Umgebung mehr Wärme und der Temperaturanstieg außerhalb des- Stahles sinkt entsprechend. Infolgedessen wird das Anzeigewerk in der Nähe oder an der Oberfläche des Stahles in geringerem Maße als vorher erwärmt. Gleichzeitig ändert sich die Gestalt der verzeichneten Kurve gerade als-wäre auch das Mittel; dessen Temperatur sie angibt, zur selben Zeit aber bei anderer Temperatur durch eine Umkristallisierungszone gegangen-Die Strecke o, p der Kurve Bist ein genaues Abbild der Umkristallisierungsperiode des Stahles und gibt die kritischen Punkte an, die erreicht oder überschritten werden, um bestimmte Behandkungsverfahren dutchzuführen. Die Strecke j, k der Kurve A ist eine zeitliche Wiedergabe der Strecke o, p der Kurve B, so daß die kritischen Punkte für den Stahl genau zeitlich und unabhängig von der Temperatur durch die Kurve A bestimmt werden, die die Temperaturen des Stahles in Abhängigkeit von der Zeit für ein Mittel außerhalb des Stahles angibt.
  • Infolgedessen braucht man bei der Erfindung den wirklichen Zustand des Stahles nicht genau festzustellen, sondern nur eine Kurve A zu verzeichnen, wobei nur ein Anzeigewerk, z. B. R3, zusammen mit einem Pyrometer T3 außerhalb der Masse erforderlich ist, da die Kurve A die Umkristallisierung wiedergibt.
  • Außer einem Thermoelement kann natürlich jedes andere Meßgerät benutzt werden, das imstande ist, die Umkristallisierung durch eine Kurve oder sonstige Anzeige kenntlich zu machen. Die Wärme kann dem Meßgerät durch Berührung oder Strahlung zugeführt, die Angaben selbsttätig aufgezeichnet oder durch einen Zeiger, Lichtfleck o. dgl. kenntlich gemacht werden. Ferner kann das Meßgerät so beschaffen sein, daß es eine Einstellung mit der Hand erfordert, um es den aufzuzeichnenden Größenänderungen anzupassen. Z. B. kann ein Thermoelement benutzt werden, das durch Strahlung und Wärmeleitung erregt wird. Der zu behandelnde Stahl kann elektrisch im Vakuum erhitzt werden, und das Meßgerät empfängt seine Wärme dann nur durch Strahlung und hat eine niedrigere Temperatur als der Stahl statt einer höheren. Die Kurve A liegt dann mit ihrem ansteigenden Teil unter der Kurve B, aber die Knick stellen j und k fallen trotzdem zeitlich mit den Knickstellen o und Þ der Kurve B zusammen.
  • Dann kann ein Widerstandsthermometer benutzt werden, das ebenfalls beiden Formen der Wärmeenergie folgt, oder es kann ein Strahlungspyrometer vom Widerstands- oder Thermoelementstyp angewendet werden, die natürlich außerhalb der Wandungen des Ofens liegen. Oder es kann ein Strahlungspyrometer genommen werden, das auf solche Strahlen anspricht, die innerhalb des sichtbaren Spektrums liegen. In diesem Falle erhält man den üblichen Farbenvergleich durch Handeinstellung, und der Wechsel im Grade der Änderung dieser Einstellung zeigt dann an, ob die Umkristallisierung oder irgendein kritischer Punkt erreicht oder überschritten ist. Es ist klar, daß andere Formen von Meßgeräten angewendet werden können, die auf Änderungen im Fluß der Wärme- oder Strahlungsenergie von und zum erhitzten Stahl reagieren.
  • Wie Fig. 5 zeigt, kann das Thermoelement zum-- Aufnehmen der Kurve A sehr 'nahe an oder in Berührung mit der Masse S angeordnet werden, wie bei 4 angedeutet ist, oder es kann wie bei 5 in einiger Entfernung sowohl von der Masse S, wie von der -Ofenwand F sich befinden, oder endlich kann es wie bei 6 in oder nahe an der inneren Wand des Ofens liegen. Es wurde gefunden, daß, wo auch immer das Thermoelement außerhalb der Masse S angeordnet ist, die allgemeine Beziehung zwischen den Kurven A und B hinsichtlich der zeitlichen Übereinstimmung der Knickstellen der Kurve erhalten bleibt. D. h., während der Umkristallisierungsperiode des Materials der Masse S findet stets der gleiche Wechsel im Ansteigen der Temperatur am Meßgerät an oder nahe - der Oberfläche der Masse S statt.
  • Durch dieses Verfahren, bei dem man einen Wechsel in der Temperatursteigerung außerhalb der behandelten Masse unabhängig von der wirklichen Temperatur feststellt, wird der Anfang, das Ende oder das Überschreiten des Umkristallisierungsstadiums im Innern der Masse durch ein Meßgerät außerhalb der Masse angezeigt. Die sich hieraus ergebenden Vor-; teile gegenüber den bekannten Verfahren sind unter anderem die folgenden a). Eine Stahlmasse kann in den Ofen gebracht -und bis zu dem gewünschten Zustand j erhitzt werden, ohne daß man vorher irgend-' welche Versuche oder Temperaturbestimmungen an einer Probe anzustellen brauchte, da das vorbeschriebene Verfahren unabhängig von der wirklichen absoluten Temperatur ist.
  • b) Das Durchweichen der Masse, das bisher üblich war, kann fortfallen, weil, wie die Kurve B zeigt, alle Teile :der Masse durch das Umkristallisierungsstadium zu einer Zeit gehen, die von dem Meßgerät unabhängig von i seiner eigenen Temperatur angezeigt wird. Es ist daher keine fortgesetzte Erhitzung nötig, um das Erreichen der kritischen Temperatur zu sichern. Durch Vermeiden des Durchweichungsprozesses werden Wärme, Brennstoff. und Zeit in bedeutendem Maße erspart und in diesem Maße die Kosten der Wärmebehandlung verringert.
  • c) Das Verfahren, das unabhängig von der wirklichen absoluten Temperatur ist, vermei- j det alle Möglichkeiten eines Irrtumes, wie die alten Verfahren, bei denen solche Irrtümer bei der Eichung der Meßgeräte möglich waren.
  • d) Sicherheit und Gleichförmigkeit des Er- i gebnisses, die bei den bekannten Verfahren unmöglich waren, bei denen genaue Kenntnis der Temperatur erforderlich war.
  • e) Die Benutzung- eines Thermoelementes oder anderen Wärmemeßgerätes, das ebenso wie das zugehörige Schreibwerk nicht kalibriert -zu sein braucht, da ja genaue Temperaturen zu kennen nicht erforderlich ist.
  • f) Man ersetzt Zufall, Annäherungen und Folgen veränderlicher Zusammensetzung, die bei den alten Verfahren eine Rolle spielten, durch Sicherheit, Genauigkeit und Unabhängigkeit von der Zusammensetzung.
  • Wenn die Masse S der Abkühlung überlassen wird, so hat sie eine höhere Temperatur als ihre Umgebung, damit eine Abkühlung eintreten kann, und diese höhere Temperatur wird durch die Tatsache angedeutet, daß die Kurye B (Fig. x) während der Abkühlung über der Kurve A auf ihrem absteigenden Teile liegt.
  • Es ist bekannt, daß bei der Abkühlung die Metallmasse eine Rückkristallisierung durchmacht, während deren, da ja die Masse während der Abkühlung Wärme verliert, ihre Temperatur ansteigt oder wenigstens in geringerem Maße abfällt.
  • Dieser Umstand ist in Fig. x wiedergegeben. Der Beginn der Rückkristallisierung liegt beim Punkte q und ihr Ende beim Punkte r auf der Kurve B. Der Anfang und das Ende der Rückkristallisierungszone wird ebenfalls von dem Meßgerät angezeigt, das außerhalb der Masse S liegt. Denn auch die Kurve A .zeigt im Punkte t den Anfang und im Punkte et das Ende des Rückkristallisierung. Auch hier tritt wie bei der Umkristallisierung während der Erhitzung Anfang und Ende der Rückkristallisierung bei beiden Kurven gleichzeitig in die Erscheinung, und infolgedessen sind die Angaben des Meßgerätes ein wirkliches Anzeichen für den inneren Zustand des Stahles und für die Zeit der Rückkristallisierung.
  • Aus den genannten Gründen ergibt sich, daß das Verfahren nach der Erfindung auch unabhängig von der wirklichen Temperatur geeignet ist, Anfang und Ende der Rückkristallisierung der Masse zu bestimmen, indem man den Wärmewechsel außerhalb der Masse beobachtet.
  • In Fig. 3 ist eine Kurve A dargestellt, we sie -bei der praktischen Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung erlangt wird, bei der jedoch das Maß der Erhitzung geringer ist als im Falle der Fig. I.
  • Hier ist der Anstieg der Kurve zwischen den Punkten a und y sowie k und b nicht so groß, als der Anstieg zwischen den entsprechenden Punkten in Fig. r. Infolge dieser geringeren Erwärmungsstärke, d. h. des geringeren Maßes von Wärmeübergang in die Masse und in das die Masse umgebende Mittel, ist der Anstieg zwischen den Punkten j und k in Fig. 3 bei weitem geringer als zwischen diesen Punkten in Fig. I. Hieraus ergibt sich, daß das Verfahren nach der Erfindung für verschiedene Grade der Erhitzung anwendbar, ist. Es ist- klar, daß das Schreibblatt für das Meßgerät R8; das bei der Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung zum Verzeichnen der Kurve A verwendet wird; nicht mit Maßlinien oder irgendwelchen Zeit- oder Temperaturmarken versehen zu sein braucht, sondern daß ein gewöhnliches Blatt weißes Papier genügt, 'da man, wie gesagt, die Temperaturen nicht zu kennen braucht. Während im Vorhergehenden stets von einem Anzeigewerk die Rede war, das eine fortlaufende Kurve zur Bestimmung des kritischen Punktes oder Zustandes verzeichnete, und während ein solches zweckmäßig benutzt wird, kann selbstredend irgendein geeigneter Registrierapparat benutzt werden, z. B. ein solcher, der eine Reihe von Marken oder Punkten erzeugt, deren Aneinanderreihung das Bild einer Kurve ergibt. Ferner kann das Verfahren nach -der Erfindung benutzt werden, ohne ein Schreibwerk zu benutzen, denn das Thermoelement oder sonstige Wärmeanzeigegerät kann in Verbindung mit irgendeiner geeigneten Anzeigevorrichtung benutzt werden, von der man in -passenden Zwischenräumen Ablesungen macht. Diese können sogleich verzeichnet und mit ihrer Hilfe eine Kurve gezogen werden, die derjenigen Kurve gleicht, die ein Anzeigewerk liefert, das nur einzelne Kurvenpunkte wiedergibt.
  • Das Verfahren nach der Erfindung ist nicht darauf beschränkt, in irgendeiner Weise den Wechsel der Temperatursteigerung in der Nachbarschaft der behandelten Masse festzustellen, noch ist es beschränkt auf ein Meßgerät, das nur auf Wärmewirkungen anspricht; denn, wie bereits gezeigt wurde, kann auch ein Strahlungspyrometer benutzt werden, dessen Äragaben eine Funktion derjenigen Strahlungsenergie sind, die nur im Bereiche von Licht erzeugenden Wellenlängen liegt und deren Ablesungen in Farben zum Ausdruck kommen.
  • Während im Vorstehenden hauptsächlich auf das Härten von Stahl Bezug genommen wurde, den man etwa bis zum Punkte n auf der Kurve A erhitzte und dann abkühlte, kann selbstverständlich die Bestimmung des Wechsels im Temperaturanstieg ei Erwärmung oder Abkühlung benutzt werden, um kritische Punkte oder Zustände für irgendein anderes Verfahren als das Härten von Stahl festzustellen, z. B. beim Raffinieren, Tempern, Ausglühen oder anderer Behandlung von Stahl oder irgendeiner Legierung bzw. irgendeines Metalles. -Z. B. zum Raffinieren von Stahl kann dieser erhitzt werden, bis das Umkristallisierungsstadium mehr oder weniger überschritten ist, d. h. etwa bis zum Punkte n auf der Kurve A oberhalb des Punktes k, und dann in Öl getaucht werden,- welches eine langsamere -Abkühlung ergibt, als das Eintauchen in gewöhnliches oder Salzwasser'.' Zum Anlassen von Stahl, der entweder vorher gehärtet wurde oder sich in seinem gewöhnlichen Zustand befindet, wird die Masse erhitzt, bis die Umkristallisierung anfängt, aber noch nicht beendet ist, und dann langsam abgekühlt, indem man mit Unterbrechungen etwas Wärme zuführt. Je schneller nach dem Beginn der Umkristallisierung die Abkühlung beginnt, desto besser wird das Anlassen erreicht. Die punktierte Kurve E (Fig. I) zeigt eine solche Abkühlung, wie sie beim Anlassen stattfindet.
  • Es ist ferner möglich, nach dem Verfahren der Erfindung Stahl einschließlich hochkohlenstoffhaltigen Stahl zu härten, ohne daß irgendein wesentliches Einschrumpfen oder Deformieren stattfände. Dies ist besonders nützlich beim Herstellen von Stanzen und Matrizen, wie man sie beim Lochen oder Formen von Metallplatten, Blechen u. dgl. benutzt.
  • Eine Matrize kann aus Stahl in ungehärtetem Zustand hergestellt werden und genau zur Stanze passen. Wird sie dann nach dem Verfahren der Erfindung gehärtet, so ist die eintretende Schrumpfung fast gleich Null, so daß nach dem Härten die Matrize zur Stanze ebenso genau paßt, wie vor dem Härten und nicht nach dem Härten nachgeschliffen zu werden braucht. Dies erreicht man, indem man die Matrize, nachdem sie genau zur Stanze passend hergestellt worden ist, etwa bis zum Punkte v (Fig. i) über die Umkristallisierungszone hinaus erhitzt und dann abkühlt, wenn dieser Punkt erreicht ist. Der Punkt v, bis zu dem es wünschenswert ist, die Erhitzung zu treiben, kann für ein gegebenes Material bestimmt werden und man kann dann alle anderen Matrizen aus dem gleichen Material und von ungefähr gleicher Masse ebenso behandeln und sicher sein, daß sie geeignet gehärtet sind, ohne Deformation oder Schrumpfung.
  • Das Verfahren nach der Erfindung ist auch anwendbar, wenn der Stahl oder das sonst zu behandelnde Metall mit Hilfe von elektrischem Strom erhitzt wird. In diesem Falle kann das Wärmemeßgerät, trotzdem die Hitze in der Masse selbst erzeugt wird, nahe bei letzterer oder in Berührung mit ihr angebracht werden, und es kann eine Kurve, die der Kurve A gleicht, erzeugt werden. Diese Kurve gibt dann ein Bild des Zustandes der elektrisch erhitzten Masse und zeigt die Umkristallisierung an. In diesem Falle ist die Temperatur außerhalb der elektrisch erhitzten Masse niedriger als die Temperatur in der Masse. Aber nichtsdestoweniger treten Anfang und Ende des Steigungswechsels in der Kurve ein.
  • Während im Vorhergehenden besonders von Stahl, der Kohlenstoff enthalt, und hochkohlenstoffhaltigem Stahl gesprochen wurde, so ist das Verfahren nach - der Erfindung auch nützlich für ähnliche Behandlung von legiertem Stahl öder irgendeinem anderen Metall, Legierung öder Stoff, bei denen allen es erwünscht ist, sie bis zu einem kritischen Zustand zu erhitzen, der sich äußerlich erkennbar macht.

Claims (6)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Bestimmen des Augenblickes, in welchem beim Erhitzen eines Metalles, z. B. von Stahl oder einer Stahllegierung, zum Zwecke des Härtens, Raffinierens oder Anlassens -die Erwärmung abzubrechen ist, dadurch gekennzeichnet, daß man an Stelle einer Temperaturmessung den Augenblick, in dem ein sogenannter kritischer Punkt erreicht oder überschritten wird, in folgender Weise bestimmt Man stellt durch geeignete Mittel den Zeitpunkt fest, in dem im Grade der Temperaturänderung eines außerhalb des Metalles befindlichen Mittels ein plötzlicher Wechsel stattfindet, der einen .gleichzeitigen plötzlichen Wechsel im Grade der Temperaturänderung des Metalles wiederspiegelt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man ohne Rücksicht auf die wirkliche Temperatur des Metalles oder seiner Umgebung den Zeitpunkt bestimmt, in dem im Grade der Temperaturänderung eines außerhalb des Metalles befindlichen Mittels eine plötzliche Änderung stattfindet, die eine gleichzeitige plötzliche Änderung im Grade der Temperaturänderung des Metalles wiederspiegelt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i zur Bestimmung desjenigen Augenblickes, in dem das Metall durch die Umkristallisierungszone hindurchgegangen ist, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Metall in möglichst regelmäßigem Grade Wärme zuführt und den Zeitpunkt feststellt, in dem ein plötzlicher Anstieg nach einem plötzlichen Fall im Grade der Temperaturänderung eines Mittels außerhalb des Metalles eintritt, wobei der plötzliche Fall und Anstieg die Wechsel im Grade der Temperaturänderung des Metalles Wiederspiegeln. q..
  4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, gekennzeichnet durch Aufnahme des Grades der Temperaturänderung eines Mittels außer -halb des Metälles nach Art einer ZeittemperaturkÜrve und durch Feststellung desjenigen Augenblickes, in dem ein plötzlicher Wechsel oder ein plötzlicher Anstieg nach einem plötzlichen Fall in der Neigung dieser Kurve eintritt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i bis 4 zum Härten von Stahl, dadurch gekennzeichnet, daß man nach Eintreten des plöztlichen Anstieges nach dem vorhergehenden plötzlichen Abfall im Grade der Temperaturänderung für das den Stahl umgebende Mittel den Stahl in bekannter Weise durch Abkühlen härtet.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch I bis 4 zum Raffinieren von Stahl, dadurch gekennzeichnet, daß nach Feststellung des Augenblickes, in dem nach plötzlichem Abfall ein plötzliches Steigen der Neigung der Temperaturzeitkurve für das den Stahl umgebende Mittel eintritt, der Stahl langsam abgekühlt wird. Verfahren nach Anspruch i bis q., zum Anlassen von Stahl, dadurch gekennzeichnet, das unmittelbar nach Feststellung eines plötzlichen Abfalles in der Neigung .der Temperaturzeitkurve für das den Stahl umgebende Mittel vor Eintreten eines neuen Wachsens der Neigung der Kurve der Stahl langsam abgekühlt wird.
DE1916320428D 1915-06-15 1916-06-10 Verfahren zum Bestimmen des Augenblickes, in welchem beim Erhitzen eines Metalles zum Zwecke des Haertens, Raffinierens oder Anlassens die Erwaermung abzubrechen ist Expired DE320428C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US320428XA 1915-06-15 1915-06-15

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE320428C true DE320428C (de) 1920-04-26

Family

ID=21862790

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1916320428D Expired DE320428C (de) 1915-06-15 1916-06-10 Verfahren zum Bestimmen des Augenblickes, in welchem beim Erhitzen eines Metalles zum Zwecke des Haertens, Raffinierens oder Anlassens die Erwaermung abzubrechen ist

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE320428C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2362249A1 (de) Heizeinrichtung fuer eine probe in einem elektronenmikroskop
DE3050498T1 (de) Light guide for transmitting thermal radiation from the melt to a pyrometer and method of measuring the melt temperature in a metallurgical plant with the use of that light guide
DE320428C (de) Verfahren zum Bestimmen des Augenblickes, in welchem beim Erhitzen eines Metalles zum Zwecke des Haertens, Raffinierens oder Anlassens die Erwaermung abzubrechen ist
DE19935451A1 (de) Pfannenvorwärmungs-Anzeigesystem
EP1167548A2 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Bestimmen der Abkühlwirkung einer strömenden Gasatmosphäre auf Werkstücke
EP0035627B1 (de) Verfahren zum Nachschleifen einer Walze
DE102016200077A1 (de) Verfahren und System zum Steuern und/oder Regeln einer Erwärmung eines gegossenen oder gewalzten Metallprodukts
DE1943146A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Flachglas
DE1648267A1 (de) Vorrichtung zum Messen von hohen Temperaturen
DE3320055A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur messung der abschreckintensitaet von fluessigen abschreckbaedern
DE1063351B (de) Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schaumglas
DE69705469T2 (de) Verfahren zur Wärmebehandlung eines ZnSe Kristalls
DE1303401B (de)
DE1498493B1 (de) Verfahren zur Endfertigung eines Glasthermometers
DE19806205C2 (de) Vorrichtung zur Bestimmung des Alkoholgehalts im Feuchtmittel von Druckmaschninen oder dergleichen
DE1473265A1 (de) Temperaturstrahlungsmessgeraet
DE454877C (de) Einrichtung zum ununterbrochen fortlaufenden Ziehen von Roehren oder Staeben aus Glas
DE736585C (de) Verfahren zum Biegen von rohr- oder stabfoermigen Gegenstaenden aus Holz, Bambus o. dgl.
DE2322838A1 (de) Verfahren zum temperieren von kakaobutterhaltigen massen, insbesondere von schokoladenmassen, sowie vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens
DE2104826C3 (de) Vorrichtung zur Durchführung von Stirnabschreckversuchen an zylindrischen Stahlprobenkörpern
DE611994C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Betriebe des Ofens
DE385164C (de) Verfahren zum Beheizen von Muffeloefen
DE3026346C2 (de) Verfahren zum Streckglühen von elektrischen Mantelrohr-Heizkörpern und Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens
DE2219111A1 (de) Waermebehandlungsverfahren und vorrichtung zu dessen durchfuehrung
DE1498493C (de) Verfahren zur Endfertigung eines Glasthermometers