DE3240332C2 - - Google Patents
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- B24—GRINDING; POLISHING
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Description
Die Erfindung betrifft eine Werkstückaufnahme zum Einspannen einer
Welle beim Außenrundschleifen, wobei die drehangetriebene Welle an
zumindest zwei Lagerstellen gelagert ist. - Auf die in den Lagerstel
len rotierende Welle wird außerhalb der Lagerstellen zumindest ein
Schleifstein aufgesetzt.
Aus der Praxis ist es bekannt, die zu bearbeitende Welle in der Werk
stückaufnahme festmechanisch einzuspannen. Darunter wird eine Ein
spannung zwischen Spitzen oder in einem mechanischen Spannfutter mit
Spannbacken verstanden. Das ist nicht frei von Nachteilen, weil die
zu bearbeitende Welle infolge von Toleranzen an den einzelnen fest
mechanischen Einspannquellen nie vollständig schlagfrei laufen kann.
Das beruht auf der Tatsache, daß keine Einspannspindel o. dgl. voll
kommen rund laufen kann und führt zu Bearbeitungsungenauigkeiten
in Form von systembedingten Toleranzfehlern. Andererseits werden aus
Gründen von Leistungssteigerung, Energieeinsparung, Verringerung von
Geräuschemission und aus anderen Gründen die Anforderungen an einen
möglichst schlagfreien Lauf von Wellen ständig gesteigert. Im Rahmen
der bekannten Maßnahmen ist die festmechanische Einspannung der
Werkstücke in der Werkstückaufnahme darüber hinaus ein zeitaufwen
diger Vorgang, der mit großer Genauigkeit ausgeführt werden muß,
und nichtsdestoweniger zu weiteren Toleranzfehlern führt, die auf un
genaue Aufspannung beruhen. Der beschriebene Zeitaufwand führt bei
automatischen und halbautomatischen Schleifmaschinen zu störenden
Totzeiten.
In anderen Bereichen der Schleifbearbeitung und insbes. Feinschleifbe
arbeitung von Werkstücken, nämlich bei der Bearbeitung von Kugel
lagerringen ist es bekannt, Einspannverformungen durch ein den Kugel
lagerring an drei oder mehr definierten Stellen anfassendes festmecha
nisches Spannwerkzeug durch eine sogenannte hydrozentrische Aufspan
nung zu vermeiden (DE-PS 24 07 261). Hier befindet sich in der Werk
stückaufnahme zwischen dem Kugellagerring und der Aufnahme selbst
ein Ringspalt, in den ein Schmiermittel eingeführt wird. Das hat die
beschriebenen Probleme bei der Schleifbearbeitung und insbes. Fein
schleifbearbeitung von Wellen bisher nicht beeinflußt.
Grundsätzlich ist es bekannt, zur Lagerung einer Welle an einer Lager
stelle zwei halbkreisförmige Lagerschalen zu verwenden, die sich zu
einer Lagerbuchse ergänzen (DEAN W 8847 Ib/49a vom 30. 7. 1953). Der
artige geteilte Lagerschalen hat man auch zum Aufspannen von Kurbel
wellen eingesetzt (DE-OS 23 11 248), jedoch nur im Rahmen der soge
nannten radialen Indexierung, wobei die Welle beim Bearbeitungsvor
gang in der Aufspanneinrichtung nicht gedreht wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Werkstückaufnahme
für die Schleifbearbeitung, insbes. Feinschleifbearbeitung, einer Welle
so auszubilden, daß die Welle bei der Schleifbearbeitung bzw. Fein
schleifbearbeitung praktisch schlagfrei, jedenfalls ohne erzwungenen
Schlag aus einer festmechanischen Aufspannung, umläuft.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Welle an den Lagerstel
len von jeweils zwei im Querschnitt halbkreisförmigen, sich zu einer
Lagerbuchse ergänzenden Lagerschalen umfaßt wird, deren Lagerflä
chen gegenüber den Lagerstellen einen Ausgleichsspiel-Ringspalt bil
den, dessen Spaltdicke groß ist zur Unrundheitstoleranz der Welle und
der Lagerschalen, und daß zur Schleifbearbeitung in den Ausgleichs
spiel-Ringspalt mit Überdruck ein Schmiermittel eindrückbar ist.
Die Erfindung nutzt die überraschende Tatsache, daß die zur Vermei
dung von Einspannverformungen bei Kugellagerringen bekannten Maß
nahmen der hydrozentrischen Aufspannung auch eine schlagfreie Auf
nahme von Wellen bei einer Schleifbearbeitung und einer Feinschleif
bearbeitung zulassen, wenn ein Ausgleichsspiel-Ringspalt hinreichender
Dicke verwirklicht ist. Im übrigen muß mit einem Schmiermittel ge
arbeitet werden, welches infolge des Ausgleichsspiels und trotz des
Ausgleichsspiels die aufgenommene Welle schlagfrei, gleichsam auf ei
nem Schmiermittelpolster lagert und insoweit kann auf die Sommer
feldsche Schmiermitteltheorie und die Erfahrungen der Schmiermittel
reibung zurückgegriffen werden. Im allgemeinen sind alle im Maschi
nenbau üblichen Schmiermittel geeignet. Bewährt hat es sich, ein Spül-
oder Kühlmittel für die spanabhebende Bearbeitung von Metallen als
Schmiermittel einzusetzen und dieses mit einem Druck von etwa 5 bar
in den Ausgleichsspiel-Ringspalt einzudrücken.
Es versteht sich, daß bei dem erfindungsgemäßen Verfahren Vorsorge
getroffen werden muß, daß durch den Bearbeitungsantrieb in die zu
bearbeitende Welle ein Schlag nicht eingetragen wird. Insoweit muß
das Drehmoment für die Bearbeitung hinreichend weich eingetragen
werden. Die Praxis kennt dazu mehrere Möglichkeiten. Nach bevorzug
ter Ausführung der Erfindung wird die Welle an ihren beiden Stirn
seiten an ebenen Abstützelementen mit Axialdruck abgestützt, von de
nen zumindest eine angetrieben ist. Es versteht sich, daß dabei die
Antriebsachse dieses Abstützelementes einerseits, die Rotationsachse
der rotierenden Welle andererseits so genau wie möglich koaxial zu
einander angeordnet werden. Ohne weiteres kann die Welle gleichzei
tig mit mehreren Schleifsteinen oder Feinschleifsteinen bearbeitet wer
den.
Das Schmiermittel kann über Bohrungen, insbes. radiale Bohrungen,
in den Ausgleichsspiel-Ringspalt einführbar sein. Die Aufspannarme
sind zweckmäßigerweise an Aufspannarmen gehalten, die um die zu
bearbeitende Welle zangenförmig zu schließen und zu öffnen sind. Um
unterschiedliche Wellen bearbeiten zu können oder auch um die Teile
einer Welle zu bearbeiten, die zunächst in den Lagerschalen gehalten
sind, empfiehlt die Erfindung, daß die Aufspannarme höhenverstell
bar und dadurch auf unterschiedliche Lagerstellen der Welle einstell
bar sind. Im Rahmen der Erfindung liegt es, daß die Aufspannarme
mit Lagerschalen unterschiedlichen Lagerschalendurchmessers ausgerü
stet werden können. Sollten die Mittelpunkte oder Achsen der Lager
schalen nicht genau fluchten, so ist das unschädlich, weil einerseits
das Schmiermittelpolster ausgleichend wirkt und andererseits die Werk
zeuge nach Maßgabe der Fluchtungsungenauigkeiten korrigierend ein
gerichtet werden können. Die Aufspannarme sind zweckmäßig um zu
mindest eine Aufspannachse schwenkbar, die sich oberhalb der Werk
stückebene befindet und dadurch ist es möglich, die Schleifmaschine
voll automatisch zu betreiben und die Schleifmaschine beispielsweise
im Zuge einer Transferstraße anzuordnen, wobei die zu bearbeitenden
Wellen auf Paletten oder Transportelementen herangeführt werden, im
Bereich der Werkstückaufnahme angehalten werden und dann von den
Aufspannarmen bzw. deren Lagerschalen an den Lagerstellen erfaßt
sowie vom Transportelement abgehoben werden. Das alles läßt sich mit
den Hilfsmitteln der modernen Steuerungs- und Antriebstechnik von
Werkzeugmaschinen u. dgl. ohne weiteres aufeinander abstimmen, so
daß die Maschine vollautomatisch arbeiten kann.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausfüh
rungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigt
in schematischer Darstellung
Fig. 1 die Seitenansicht einer Schleifmaschine mit Werkstückaufnahme
zum Einspannen einer Welle,
Fig. 2 den Gegenstand nach Fig. 1 in anderer Funktionsstellung, aus
schnittsweise,
Fig. 3 im gegenüber der Fig. 1 und 2 wesentlichen vergrößerten Maß
stab einen Vertikalschnitt durch den Gegenstand nach Fig. 2
und
Fig. 4 einen Schnitt in Richtung A-A durch den Gegenstand nach
Fig. 3.
Die in den Figuren dargestellte Schleifmaschine ist eine Feinschleif
maschine, die zum Schleifen von Getriebewellen eingerichtet sein mag.
Zum grundsätzlichen Aufbau gehören neben dem Maschinengestell 1 eine
Werkstückaufnahme, ein Bearbeitungsantrieb und ein Werkzeughalter.
Aus Gründen der Deutlichkeit wurden der Bearbeitungsantrieb und der
Werkzeughalter nicht gezeichnet. Die Werkstückaufnahme besitzt Lager
elemente 2 für die Aufspannung der zu bearbeitenden Welle 3 bei der
Schleifbearbeitung.
Aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 1 und 2 entnimmt man
zunächst, daß die Lagerelemente 2 als Lagerbuchse aus jeweils zwei
Lagerschalen 4, 5 ausgebildet sind, die jede die zu bearbeitende Welle
3 halbkreisförmig umfassen. Die Lagerschalen 4, 5 sind an Aufspann
armen 6 gehalten, die um die zu bearbeitende Welle 3 zangenartig zu
öffnen und wieder zu schließen sind. Aus den Fig. 3 und 4 entnimmt
man, daß die Lagerschalen 4, 5 die zu bearbeitende Welle 3 mit einem
Ausgleichsspiel-Ringspalt 7 umfassen. Dieser Ausgleichsspiel-Ringspalt
7 besitzt eine Spaltdicke, die groß ist zur Unrundheitstoleranz der
Welle 3 und der Lagerschalen 4, 5. Über radiale Bohrungen 8 ist in
den Ausgleichsspiel-Ringspalt 7 ein Schmiermittel mit Druck einführbar.
Es versteht sich, daß die Aufspannarme 6 längs der Werkstückaufnah
me, d. h. in Richtung des in Fig. 4 eingezeichneten Doppelpfeiles 9,
verstellbar sein können. Auch können in die Maschine Aufspannarme
6 mit unterschiedlichem Lagerschalendurchmesser eingesetzt werden,
wenn es sich um die Schleifbearbeitung von Wellen 3 unterschiedlichen
Durchmessers handelt. Im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter
Ausführungsform der Erfindung sind die Aufspannarme 6 um zwei Auf
spannachsen 10 schwenkbar, die sich oberhalb der Werkstückaufnahme
befinden. Man erkennt in Fig. 1, daß der Schleifmaschine eine Trans
ferstraße 11 mit Paletten 12 o. dgl. Transportelementen zugeordnet ist,
welche Transferstraße 11 für die automatische Zuführung und Abfüh
rung zu bearbeitender und bearbeiteter Wellen 3 dient. Diese Transfer
straße 11 ist durch die Werkstückaufnahme geführt. Die einzelnen
Transportelemente 12 mit den zu bearbeitenden Wellen 3 sind in der
Werkstückaufnahme anhaltbar. Die in der Werkstückaufnahme auf ei
nem angehaltenen Transportelement 12 aufliegende, zu bearbeitende
Welle 3 ist von den Aufspannarmen 6, bzw. deren Lagerschalen 4, 5
an den Lagerstellen erfaßbar. Insofern erfüllen die Lagerschalen 4,
5 mit den Aufspannarmen 6 eine Doppelfunktion, sie arbeiten nämlich
zugleich als Manipulator, der eine zu bearbeitende Welle 3 von dem
Transportelement 12 abnimmt. Dazu braucht lediglich die Achse der
Welle 3 auf dem Transportelement 12 um ein oder einige Zehntelmilli
meter tiefer zu liegen als die Achse der geschlossenen Lagerschalen
4, 5. Entsprechend wird eine bearbeitete Welle 3 wieder mit Hilfe der
Aufspannarme 6 an ein Transportelement 12 übergeben.
Claims (8)
1. Werkstückaufnahme zum Einspannen einer Welle beim Außenrund
schleifen, wobei die drehangetriebene Welle an zumindest zwei Lager
stellen gelagert ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Welle (3) an den Lagerstellen von jeweils zwei im Querschnitt
halbkreisförmigen, sich zu einer Lagerbuchse ergänzenden Lagerschalen
(4, 5) umfaßt wird, deren Lagerflächen gegenüber den Lagerstellen
einen Ausgleichsspiel-Ringspalt (7) bilden, dessen Spaltdicke groß ist
zur Unrundheitstoleranz der Welle (3) und der Lagerschalen (4, 5),
und daß zur Schleifbearbeitung in den Ausgleichsspiel-Ringspalt (7)
mit Überdruck ein Schmiermittel eindrückbar ist.
2. Werkstückaufnahme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Spül- oder Kühlmittel für die spanabhebende Bearbeitung von Me
tallen als Schmiermittel eingesetzt und dieses mit einem Druck von
etwa 5 bar in den Ausgleichsspiel-Ringspalt (7) eindrückbar ist.
3. Werkstückaufnahme nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Welle (3) an ihren beiden Stirnseiten an ebenen Abstütz
elementen mit Axialdruck abgestützt ist, von denen zumindest eine an
getrieben wird.
4. Werkstückaufnahme nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Schmiermittel über Bohrungen (8) in den Aus
gleichsspiel-Ringspalt (7) einführbar ist.
5. Werkstückaufnahme nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Lagerschalen (4, 5) an Aufspannarmen (6)
gehalten sind, die um die zu bearbeitende Welle (3) zangenförmig zu
schließen und zu öffnen sind.
6. Werkstückaufnahme nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Aufspannarme (6) höhenverstellbar und dadurch auf unterschied
liche Lagerstellen der Welle (3) einstellbar sind.
7. Werkstückaufnahme nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeich
net, daß die Aufspannarme ( 6) mit Lagerschalen (4, 5) unterschied
lichen Lagerschalendurchmessers ausrüstbar sind.
8. Werkstückaufnahme nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Aufspannarme (6) um zumindest eine Aufspann
achse (10) schwenkbar sind, die sich oberhalb der Werkstückebene be
finden.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
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| DE19823240332 DE3240332A1 (de) | 1982-10-30 | 1982-10-30 | Verfahren und schleifmaschine zur schleifbearbeitung einer welle |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3240332A1 DE3240332A1 (de) | 1984-05-03 |
| DE3240332C2 true DE3240332C2 (de) | 1987-08-06 |
Family
ID=6177041
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19823240332 Granted DE3240332A1 (de) | 1982-10-30 | 1982-10-30 | Verfahren und schleifmaschine zur schleifbearbeitung einer welle |
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| 8330 | Complete disclaimer |