DE3247761C2 - Vorrichtung zur Feuchtmittelführung bei einem Offsetdruckwerk - Google Patents

Vorrichtung zur Feuchtmittelführung bei einem Offsetdruckwerk

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Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur farbprofilabhängigen Feuchtmittel­ regelung an einem Farb-Feuchtwerk von Offset-Druckmaschinen gemäß dem Patent 32 20 701.
Bei modernen Offset-Rotationsdruckmaschinen ist man bemüht, das Farb-Wasser­ gleichgewicht in jeder Zone über die Breite der Platte zu optimieren um die Qualität des Druckbildes insgesamt zu steigern. Hierzu schlägt die DE 32 20 701 C2 bereits zwei Lösungen vor, mit denen, über die Maschinenbreite gesehen, eine möglichst gleiche Farb-Wasseremulsion erreicht wird, wobei auch die Anlaufbe­ dingungen der Maschine positiv beeinflußt werden. Nachdem davon auszugehen ist, daß jede Farbwalze auch eine wasserführende Walze ist und die Wassermenge durch die Geometrie des Farbwerks, also die Lage der einzelnen Farbwalzen vom Sujet und von den örtlichen Temperaturverhältnissen abhängig ist, wurde ermittelt, daß am Einlauf der Platte im Bereich des Feuchtwerkes der Feuchtmittelanteil in der Farbschicht besonders hoch ist. Dies ist deshalb verständlich, weil in diesem Bereich auch ein besonders hohes Angebot an Feuchtmittel gegeben ist. Weiterhin hat sich aber gezeigt, daß auch am Auslauf der Platte, d. h. in Drehrichtung des Platten­ zylinders gesehen, im Bereich der letzten Auftragwalze in der Farbe ein erhöhter Feuchtmittelanteil gegeben ist.
Dies führt zu der Erkenntnis, daß Feuchtmittelregelungen im Bereich des Feucht­ werkes und auch auf den dem Feuchtwerk nachgeschalteten Farbwerkswalzen teilweise kompensiert werden.
Deshalb ist es Aufgabe der Erfindung, neben der üblichen zonenweisen Feuchtmittelregulierung im Feuchtwerk, eine zusätzliche Re­ gelung der in der Farbe enthaltenen Feuchtmittelmenge im Bereich des Farbwerkes durchzuführen, mit der unter Verwendung von einfachen Mitteln eine zonenweise Beeinflussung der Feuchtmittelmenge durchgeführt werden kann.
Die Aufgabe wird durch die erfinderischen Merkmale des Kennzeichens des An­ spruchs 1 gelöst. Hiermit wird der Vorteil erreicht, daß für jede Zone getrennt ein Zuviel an Feuchtmittel festgestellt werden kann und dieses auf einfache Weise beseitigt wird. Dieser Lösung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß eine Temperatur­ erhöhung auf der Oberfläche einer hydrophilen Meßwalze eine höhere Verdunstung des Feuchtmittels bewirkt und somit eine Reduzierung des Feuchtmittelanteils in der Farbe. Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen. Diese ermög­ lichen eine feinfühlige Anpassung und Beherrschung der verschiedenen Einflüsse, wie Wärme, Sujet, Farbe usw.
Zur Messung und thermischen Beeinflussung der Feuchtmittelanteile in der Druckfarbe ist es lt. XEROX DISCL. JOURNAL, Vol. 1, Nr. 8, Aug. 1976, S. 11 bekannt, die Feuchtmittelmenge mittels Strahlung im Mikrowellenbereich zu vermessen. Die Erwärmung der Farb-/Wassermischung beim Offsetdruck mittels Mikrowellenstrahlung geht aus XEROX DISCL. JOURNAL, Vol. 2, Nr. 1, Jan./Feb. 1977, S. 11, hervor.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen in der folgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen schematisch:
Fig. 1 ein Farbwerk nach der Erfindung mit einer Zusatzwalze,
Fig. 2 eine Einrichtung zum Messen und zur Temperaturveränderung an der Meßwalze,
Fig. 3 eine Seitenansicht eines Druckwerkes und
Fig. 4 unterschiedliche Feuchtmittelanteile auf den Farbwerkswalzen.
Das Farbwerk gemäß Fig. 1 besteht aus einer hydrophilen Meßwalze, z. B. aus einer Chrom- oder Aluminiumwalze 1, die sich teilweise innerhalb eines Gehäuses 2 befindet. Im Innenraum des Gehäuses 2 sind Sensoren 3 der Meßwalze 1 zugeordnet, die sich über die gesamte Länge derselben erstrecken. Hiermit wird in allen Bereichen das Verhalten der Farbe und des Feuchtmittels genauestens erfaßt. Ferner ist eine Wärmequelle 4 parallel zur Meßwalze 1 vorgesehen, um die gewünschten Temperaturveränderungen an der Meßwalze 1 zu erzeugen. Die Wärmequelle 4 ist über eine Halterung 11 mit dem Gehäuse 2 verbunden. Über die Farbwalze 5 steht die Meßwalze 1 mit der Reiberwalze 6 in Kontakt. Diese Reiberwalze 6 hat außerdem Kontakt mit den beiden Farbauftragswalzen 7 und 8, die wiederum auf dem Plattenzylinder 12 abrollen.
Wie in Fig. 2 im einzelnen gezeigt ist, sind die Sensoren 3 und die Wärmequelle 4 mit einer Steuerung 10 und einem Temperaturregelgerät 9 gekoppelt. Durch die Signalaufnahme der Sensoren 3 wird über die Steuerung 10 die impulsförmige Strahlung der Wärmequelle 4 mittels des Temperaturregelgerätes 9 reguliert. Die einzelnen Sensoren 3 erfassen den Anteil des Feuchtmittels in der Farbe und damit das Tonen, was wiederum zur Regelung der zonenweisen Wärmebeeinflussung ausgenutzt wird.
Bevor es an dem Plattenzylinder 12 überhaupt zum Tonen kommt oder die Wassermarkengrenze erreicht ist, wird schon eine Regelung des Feuchtmittels vorgenommen. Die Meßwalze 1 läßt sich jeder Gummi-Farbwalze zuordnen, ist aber vorteilhaft im Bereich der letzten Farbauftragwalze 8 vorgesehen.
Die in Fig. 3 dargestellte Übersicht eines an sich bekannten Druckwerks zeigt den Gummizylinder 13, der zwischen dem Plattenzylinder 12 und dem Druckzylinder 14 vorgesehen ist. Das Feuchtwerk 15 ist, in Drehrichtung des Plattenzylinders 12 gesehen, vor dem Farbwerk 16 angeordnet. Die Meßwalze 1, die im gezeigten Ausführungsbeispiel der Gummi-Farbwalze 5 zugeordnet ist, ließe sich z. B. auch den Gummi-Farbwalzen 17 oder 18 zuordnen.
Das idealisierte Verhalten des Feuchtmittels auf der Meßwalze 1 ist in Fig. 4 dargestellt. Entsprechend der vorhandenen Wassermenge wird zonenweise die An­ schaltdauer der Wärmequelle 4, entsprechend den Meßergebnissen der Sensoren 3, verändert. Nachdem die Meßwalze 1 immer etwas wärmer als der Plattenzylinder 12 ist, kommt es bei dieser somit auch früher zum Tonen. In den in Fig. 3 dargestellten unterschiedlichen Zuständen sind auf den Abszissen die Variablen "Zeit" und auf den Ordinaten die Zustände "m" für Strahler "an" und "n" für Strahler "aus" aufgetragen. Im Bereich A sind zwei Zustände aufgezeichnet, bei denen in den einzelnen Zonen zu wenig Wasser auf der Meßwalze 1 vorhanden ist. Entsprechend wird die Wärme­ quelle 4 entweder gar nicht oder nur kurzzeitig angeschaltet. Gleichzeitig wird die Feuchtmittelzufuhr insgesamt erhöht und als Alternative auch die Farbwerkskühlung verstärkt. Der Bereich B gibt den Normalzustand der Feuchtmittelzufuhr, in Ab­ hängigkeit vom Sujet, von der Maschinenerwärmung und anderen Faktoren wieder. Auch die hier dargestellten drei Zustände unterscheiden sich in der Einschaltdauer der Wärmequelle 4, die zonenweise unterschiedlich sein kann. Auch hier kommt es bei angeschalteten Strahlern zum Tonen auf der Chromwalze 1. Durch die inzwi­ schen erreichte Maschinenerwärmung wird das Gleichgewicht zwischen Farbe und Feuchtmittel alleine durch die Anschaltdauer der Wärmequelle 4 geregelt. Im Bereich C befindet sich auf der Chromwalze 1 zuviel Feuchtwasser, so daß sich die Anschaltdauer der Wärmequellen 4 wesentlich verlängert. Gleichzeitig wird aber zusätzlich noch die Feuchtmittelzufuhr insgesamt reduziert, um den Zustand auf der Chromwalze 1 wieder in den Bereich B zurückzuführen. Hierbei läßt sich die Wärmebeeinflussung im Bereich B, z. B. bei Verarbeitung von speziellen Druckfarben, auch übergeordnet steuern und damit beeinflussen.
Diese Ausführungsform stellt keineswegs die einzig mögliche dar. Die Wärmezufuhr kann auch geregelt werden durch Variation der Intensität der Strahlung durch Modulation der Frequenz oder der Impulsbreite. Es wäre z. B. auch denkbar, ein zonenweises Abkühlen zur Aufrechterhaltung der Farb-/Feuchtmittelbalance zu bewirken. Außerdem bestände die Möglichkeit, diese Einrichtung an einer anderen Stelle des Farbwerks anzubringen.

Claims (7)

1. Vorrichtung zur Feuchtmittelführung bei einem Offsetdruckwerk mit einem Farb- und Feuchtwerk mit einer farbkastenwalzenseitigen, zonal stellba­ ren Farbzuführung, einer dem Farbwerk vorgela­ gerten Feuchtmittelzuführung und einer Stellein­ richtung zur farbwerksseitigen, abschnittsweisen Beeinflussung der in das Farbwerk rückgemischten Feuchtmittelanteile mittels zusätzlicher Zuführung oder Abführung von Feuchtmittel, wobei an einer der zwischen der Farbkastenwalze und den Farbauftragwalzen liegenden Farbwerkswalze eine hydrophile, mitlaufende Meßwalze angestellt ist, eine Meßvorrichtung zur Messung der Benetzung der Meßwalze mit Farbe oder Feuchtmittel vorgesehen ist, die Stelleinrichtung der Meßwalze oder einer der Meßwalze farbstromaufwärts kurz vorgeordneten Farbwerkswalze zuordenbar ist und die Stelleinrichtung durch die Meßvorrichtung steuerbar ist, gemäß Patent 32 20 701, dadurch gekennzeichnet, daß die hydrophile Meßwalze (1) mit einer Gummi-Farbwalze (5) zusammenwirkt und daß die Feuchtmittelmenge entsprechend den Meßsignalen über einen Eingriff auf die Temperatur auf der Oberfläche der hydrophilen Meßwalze (1) in einzelnen Zonen oder über die gesamte Breite mittels der Stelleinrichtung (4) veränderbar ist, derart, daß der von der Meßwalze (1) von der Gummi-Farbwalze (5) übernommene Feuchtmittelfilm beeinflußt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die hydrophile Meßwalze (1) im Bereich der letzten Farbauftragwalze (8) mit der Gummi-Farbwalze (5) zusammenwirkt und daß in deren Drehrichtung gesehen, nach dem Walzenspalt mit der Gummi-Farbwalze (5) die Meßvorrichtung als abschnittsweise feuchtmittelerfassende Sensoren (3) und danach zonenweise einwirkende Wärmequellen (4) vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hydrophile Meßwalze (1) an eine Temperier-, Kühleinrichtung angeschlossen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mit der hydrophilen Meßwalze (1) zusammenwirkende Gummi-Farbwalze (5) an einer Reibwalze (6) anliegt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gummi-Farbwalze (5) an der die in Drehrichtung des Plattenzylinders (12) gesehen letzte Farbauftragwalze (8) versorgenden Reibwalze (6) anliegt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren (3) der Meßvorrichtung parallel zur Beeinflussung der Wärmequelle (4) die vom Feuchtwerk (15) zugeführte Feuchtmittelmenge beeinflussen, so daß der Benetzungsgrad auf der Meßwalze (1) erhöht oder vermindert wird.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmequelle (4) impulsförmig eingeschaltet wird und daß die Sensoren (3) der Meßvorrichtung bei abweichender Feuchtmittelmenge über eine Steuereinrichtung (10) und über Zeitglieder die impulsförmige Einschaltdauer der Wärmequellen (4) verlängern oder verkürzen.
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